Pilz im Garten, Unterschlüpfen, Reinfektion

  • Guten Tag,eine Igel Finderin berichtete, daß im letzten Jahr viele sehr verpilzte Igel mit kahlen Stellen in ihrem großen Garten waren. Sie hat sich immer wieder welche geschnappt und mit Pilz Mittel vom TA eingesprüht. Das ganze auch tapfer einige Wochen lang. Ich wusste keine Antwort, ehrlich gesagt.Puh, was denn jetzt? Mitten im Jahr die Igel fangen und korrekt behandeln? Und wenn es Weibchen sind? Und was ist mit der Reinfektion? Was macht da Sinn? Ich bin einigermaßen ratlos.

    Ich habe ihr geraten hochwertiges Futter mit Megaderm und Biotin hinzustellen, und das 0/8/15 Katzenfutzter das die Streuner bei ihr bekommen, hochzustellen. Wie handhabt ihr solche Situationen? Ich wäre dankbar für ein paar neue Ideen, Strategien. 🙄??

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    Liebe Igelfreundin Lady Hamilton,


    wenn Igel eine Pilzinfektion haben, hilft es nichts, wenn sie nur mal mit einem Mittel vom TA eingesprüht werden. Der Wirkstoff muss durch alle Hautschichten und das geht nur entweder über mehrere Badebehandlungen in kürzeren Abständen mit dem richtigen Badezusatz (der verschreibungspflichtig ist) oder aber mit einer Suspension, die über 3 Wochen über das Futter (mit jeweils einer 7-Tages-Pause) verabreicht wird. Dazu muss ein Igel ins Haus genommen und im WARMRAUM peinlichst sauber gehalten werden.


    Eine mal eben Sprühbehandlung ist eine Verteilung von chemischen Substanzen, die möglicherweise sogar Resistenzen produzieren kann. Es braucht schon die richtige Dosis und eine vielfache Anwendung!


    Auch haben nicht alle Igel, die weißgrauen Hautbelag haben, eine Pilzinfektion. Manche Igel haben einfach nur Staub auf dem Stachelkleid (oft auch von Küchenpapier, dass in Igelhäusern steckt), Igel leben am Boden, da sacken sie sich natürlich auch einiges auf. Natürlich sind Pilzsporen sehr leicht übertragbar - besonders an Futterstellen...da ist also oberste Obacht zu geben...


    Pilzinfektionen beim Igel kommen immer öfter vor, das berichten auch langjährige Igelpflegestellen, Pilzinfektionen haben immer eine Vorgeschichte und oft ist das Immunsystem nicht stark in der Funktion oder komplett gestört. Oft sind Laborergebnisse zu Hautproben vermeintlicher Pilzigel negativ, oft sind es auch oder zusätzlich Milbeninfektionen. Da muss man wissen, wovon man spricht und was man tut.


    Behandlungen im Garten sind grundsätzlich kontraproduktiv - sie schaden eher, als sie nützen. Wenn ein Igel krank ist gehört er ins Haus oder in eine kompetente Igelpflegestelle und korrekt und genau in Absprache mit der igelkundigen Tierarztpraxis behandelt.


    Mit vielen Grüßen


    Heike Philipps


    Pro Igel | Verein für integrierten Naturschutz Deutschland e. V.
    Wir sind ein bundesweit tätiger Igelschutzverein, der sich durch Öffentlichkeitsarbeit und Publikationen für den Schutz des heimischen Igels einsetzt.
    www.pro-igel.de

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