Living Gardens Project Meeting and Exkursion, Hungary

  • „LIVING GARDENS“ Project Meeting and Excursion, Hungary


    Zalakarós + Gyenesdiás, Ungarn (13. Und 14. Juni 2022)


    Veranstalter: Interreg Austria-Hungary *)


    *) Interreg ist eines der zentralen Instrumente der EU zur Unterstützung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit durch Projektförderung. Ziel ist es, gemeinsame Herausforderungen gemeinsam anzugehen und gemeinsame Lösungen zu erreichen in Bereichen wie Gesundheit, Umwelt, Forschung, Bildung, Verkehr, nachhaltige Energie.


    **) Global2000 ist die führende Umweltschutzorganisation in Österreich seit 1982, sie besteht aus zwei Vereinen: Umweltschutzorganisation + Umweltforschungsinstitut


    ***) Natur im Garten ist eine Aktion, die 1999 in Niederösterreich ins Leben gerufen wurde mit dem Ziel, eine ökologische Gartenbewirtschaftung in privaten und öffentlichen Görten zu forcieren und zu unterstützen. Mittlerweile gibt es auch in zahlreichen anderen österreichischen und deutschen Bundesländern Natur-im-Garten-Aktivitäten.



    Über „Natur-im-Garten“ Österreich gelangte ich (für den Verein Pro Igel e.V.) an die Teilnahmemöglichkeit der kostenlos angebotenen Exkursion, lediglich die Übernachtungs- und Fahrtkosten waren von den Angemeldeten zu übernehmen. Die Gastfreundschaft der Bürgermeister beider Exkursionszielgemeinden ermöglichte uns allen auch ein gratis Mittagessen (inkl. Extrawünschen von Vegetariern) an jedem Exkursionstag. Für die Rückreise bekamen alle eine Papiertüte mit Literatur und ortstypischen Besonderheiten überreicht.


    Die Bürgermeister selbst begrüßten die Teilnehmer und stellten die Stadtgebiete in ungarischer Sprache vor, Dolmetscherinnen übersetzten in die deutsche Sprache, das Meeting nach den Exkursionen wurden in englischer Sprache abgehalten. Das von mir mitgebrachte, von Pro Igel e.V. erstellte, Infomaterial über Igel ist in der Runde gut angekommen.


    Erläuterung der Projekte:


    1.) Zalakarós

    Die Gemeinde ist mehrfach ausgezeichnet (Biodiversitätssiedlung, Klimafreundliche Siedlung). Entlang der Ortsstraßen bunte Beete mit heimischen Stauden, Freiflächengestaltung mit Höhenunterschieden, sanften Hügeln, Gräsern und heimischen Bäumen, Sitzgelegenheiten.


    Projekt 1: Teichfläche mit Schilfbestand, Seerosen, Wasserpflanzen, Sumpfpflanzen, flach abfallende Ufer an allen Seiten, Hüpfsteine quer durch die Schilfbepflanzung, Unterschlupf für Amphibien, Nistinsel für Enten, befestigter – aber schwimmender – Wasserspeier. Die Frosch- und Krötenhäuser sind überall im Sumpfstaudenbereich versteckt, es handelt sich hier überwiegend um Keramik“hauben“, deren Dächer grün glasiert sind. Man kann sie in verschiedenen Internetshops erwerben. Die Nistinseln für Enten sind einfach gestaltete (um den Bezug von „falschen“ Mietern zu vermeiden) runde, verzinkte Metallgitter (diese werden auch als Storchennisthilfen auf Dächern benutzt), die auf Beton- oder Kunststoffröhren im Wasser befestigt sind. An warmen Tagen nutzen Vögel den Wasserspeier gern.


    Drei große Magerwiesenanlagen mit Wildbienenhotels, Totholzeintrag, Irrgarten mit Hainbuchen, Trockenmauern befinden sich in Teichnähe andererseits der Wege.


    Projekt 2: Nachdem das Projekt 1) so gut gelungen war, wurde gleich nebenan im Waldstück ein zweites Projekt realisiert. Die Besucher werden über Holzstege gelenkt und an zahlreichen Lehr- und Lernelementen über Nistmöglichkeiten für Singvögel, Fledermäuse, Igel, Waldstauden und vorkommendem dichten Baumbestand informiert, auch in Blindenschrift. Alle Zugänge sind mit Rollstuhl und Kinderwagen befahrbar.


    Bei den Projekten hat man größten Wert auf Nachhaltigkeit gelegt, es ging insgesamt darum, Räume wildlebende Tiere zu schaffen und Menschen Erholung und Beobachtungserlebnisse zu bieten. Man erhofft sich, dass Besucher motiviert werden, das eine oder andere Element auch in ihren Gärten oder anderswo zu verwirklichen.











    2.) Gyenesdiás:

    Neben der Nachhaltigkeit und dem Klimaschutz ist auch der Schutz von historischen Gebäuden und der Erhalt als Denkmäler der Gemeinde wichtig. Man nutzt inzwischen immer mehr vorhandene Energie aus heißen Wasserquellen.


    Die Projekte bieten Unterschlupf und Nahrung für wildlebende Tiere, insbesondere geht es hier um die Vogelwelt und Bienen. In Schutzgebieten wird nach Erteilung einer Ausnahme-Genehmigung Saat von Wildblumen gesammelt, um sie an neuen, geeigneten Standorten auszubringen und anzusiedeln.


    Bei den Projekten begegnen wildlebende Tiere Menschen, die spazieren gehen.


    Nachhaltige Lösungen, z.B. Öko-Spielplatz mit Lernelementen, zahlreiche bienenfreundliche Blumenbeete auch im Strandbad, Dachbegrünung, Solarenergiegewinnung auf verschiedenen Dachflächen, heimische Blumen und Pflanzen, die längere trockene wie heiße Sommerphasen aushalten.


    Projekte sind zusammen mit Expert*innen der Vogelwarte und dem Verein für klimafreundliche Lösungen erarbeitet und umgesetzt.


    Eine alte Mühlenanlage (erbaut 1551) beherbergt heute ein Backmuseum mit Kräutergarten, im Anschluss daran riesiges Areal mit Schilf- und Baumbestand, Holzstegpfad mit Hinweis-Schildern zu dort heimischen Tieren, wie Amphibien, wildlebende Säugetiere, Insekten in Richtung Radrundweg.


    Auffallend ist, dass Schulgelände insgesamt fast nie versiegelt, gut begrünt mit Sitzgelegenheiten und Sport- und Spielgeräten ausgestattet sind.


    Es gibt im Stadtgebiet ein „Haus der Natur“ mit einem abgezäunten Wildtiergartengelände und einem Besucherzentrum. Im Zentrum neben dem Rathaus steht das Schäferhaus (ehemalige Dienstwohnung des Hirten) aus dem 19. Jahrhundert mit historischen Ausstellung.


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    Alle Projekte sind Großprojekte mit Finanzierungsrahmen weit über € 25.000,00. Alle Projekte sollen Betrachter und Besucher dazu animieren, im eigenen Garten ähnliche Dinge anzulegen.


    Für uns als Exkursionsteilnehmer stand fest, solche Projekte müsste es vielerorts geben, Fakt ist, dass zu wenig bis gar nicht an wildlebende Säugetiere gedacht wird – es fehlt an sicheren Unterschlupf- und vor allem Nistmöglichkeiten (Wildfruchthecken, heimische Hecken allgemein, Sträucher). Der Wunsch-Schwerpunkt ist, einzelne Elemente auch in den eigenen Garten zu holen. Es gibt erste Ideen, unter dem Motto „Den Nationalpark in den eigenen Garten holen“ mittels einer eigens dafür entstehenden Broschüre, die Möglichkeiten im Kleinformat inkl. Bauanleitung zu erarbeiten, zu erstellen, um deren Nachahmung zu erleichtern und einen Multiplikationseffekt zu erreichen.


    Obwohl meine Erwartungshaltung aus dieser Veranstaltung eine komplett andere war, wuchs am Ende der Exkursion die Idee, das Naturreservat mit dem fatalen Kahlschlag im Mai-Monat mit einem Lern- oder Lehrpfad, mindestens aber mit einem Schilderhaus inkl. Informationen und Sitzgelegenheiten bestücken zu können. Es könnte ein finanziell förderfähiges Projekt in beiden Dörfern und ein Anfang zur Wiedergutmachung werden. Allerdings müssen sich beide Gemeinden mit 15% der Gesamtkosten beteiligen. Diesen Vorschlag möchte ich der Naturschutzbehörde und anschließend den Bürgerinitiativen unterbreiten, die dann über eine Weitergabe an die Gemeinderäte ihr Votum abgeben.


    Den endgültigen Vorschlag stelle ich gern hier ein, vielleicht ist auch bei Ihnen hier oder da Handlungsbedarf für ein Projekt? Fragen zu möglichen Projektförderungen kann man ja mal.



    Hier einige Links


    zu Kontaktsekretariaten und anderen Projekten in EU-Ländern:


    https://interreg.eu/programme/interreg-austria-hungary/




    zur Beschaffung von Amphibienhäusern:



    https://www.der-natur-shop.de/…osch-und-Kroetenhaus.html



    https://www.matelma.com/de-de/…108/krotenhaus-froschhaus



    https://www.vivara.at/frosch-und-krotenhaus-grun



    Bildmaterial wird nach und nach eingestellt.. 8) .

  • Bildmaterial zu Gyenesdiás:


    Das Spielgerätehaus ist dachbegrünt


    Mehlschwalbennester werden entfernt, wenn die Untermieter Gebäude benutzen, die mit Lebensmitteln hantieren....leider (dabei könnte ein Kot-Brett das Problem lösen)


    Begrünung am Parkplatz für Autos


    Eingang zum Backhaus (Alte Mühle)




    Lavendel im Kräutergarten, soweit das Auge reicht



    Insektenhotel am Mühlengraben, der parralel zum Schilflernpfad verläuft



    Hier über-leben im wahrsten Sinne des Wortes Amphibien, weltweit sind Amphibien die größten Verlierer auf der Liste bedrohter Tierarten



    Fledermaus- und Vogelnistkasten in gigantisch hohen Walnussbäumen


    Aus allen Kräutern werden hier Tees, Seifen, Kräuterkissen, Sirups, Cremes usw. hergestellt und deren Herstellung auch in Kursen vermittelt

  • Restbildmaterial zu Gyenesdiás:


    Während der gesamten Exkursionszeit hatten wir Temperaturen von durchgängig 30°C, beim Abschied stellte auch der Bürgermeister, der sonst mit dem Auto unterwegs ist, fest : Hier fehlen Bäume als Schattenspender!



    Im Strandbad riesige Blumenbeete für Schmetterling, Biene & Co.


    Überall Klima-Großbäume, die nicht nur Singvögel, sondern auch Eichhörnchen und Insekten brauchen! Hier eine im heißen Juni noch blühende Blasenesche (Koelreuteria paniculata), bienenfreundlich. Diese Bäume sind -wie auch die zahlreichen Linden- hitze- und trockenheitsverträglich.


    ...die Badegäste werden nicht belästigt, "Willi" hat anderes zu tun!

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