Fragen und Hilfe für den Winterschlaf

  • Hallo Zusammen,


    wir haben diese Jahr zum ersten Mal einen Jungigel bei uns aufgenommen. Er ist 3 x entwurmt worden, da die fiesen Würmer nicht gehen wollten.

    Der Igel ist erst seit Sonntag (er musste noch nach der Behandlung 10 Tage warten) in die Garage in sein Winterschlafhaus umgezogen. Ich habe bereits das Forum etwas durgestöbert und ein paar Antworten gefunden, warum er noch so aktiv ist.


    Die esten 2 Tage het er noch Nassfutter bekommen (das war wohl zu gut gemeint). Seit drei Tagen haben wir auf Trockenfutter umgestellt, da er das Nassfutter wir gewohnt noch in sich reinmampfte. Das Trockenfutter isst er auch genüsslich :-)

    Wieviel Trockenfutter sollen wir ihm geben? Reicht wirklich 1 Essl. pro Tag?

    Sein Schlafhaus haben wir ihm bereits befüllt und dachten da passt nichts mehr rein. Aber er ist jede Nacht aktiv und stopft immer mehr Zeitungsschnipsel, ..... ins Haus.

    Wir sind uns nicht sicher, wie wir weiter füttern sollen. Sollen wir ihm solange Futter geben, wie er noch am "bauen" ist und erst dann das Futter entziehen? Oder bereits jetzt kein Futter mehr geben, um ihn in den Winterschlaf zu bringen? Noch etwas: wir wohnen im südlichen Oberbayern. Derzeit sind nachts unter Null und tagsüber zwischen 5 und 8 Grad in der Garage wegen des guten Wetters. Über alle Tipps, Anmerkungen, Hinweise oder ob wir was falsch machen würden wir uns sehr freuen.


    Schöne Grüße

  • Liebe Igelfreundin MaWu,


    wenn Igel ins Winterschlafgehege umziehen, muss mit der Temperaturumstellung auch das Futter umgestellt werden.


    Also: Von einer Stunde zur anderen von 20°C auf bis unter 7°C und von einer Stunde zur anderen kein Nassfutter, sondern nur noch 1 Essl. max. Trockenfutter.


    Bei den angegebenen idealen Temperaturen nachts sogar unter 0° würde ich das Futter für 3 Tage komplett entziehen, bis dahin müsste der Igel sein Winterschlaflager so hergerichtet haben, dass alles im "grünen Bereich" für ihn ist und dass er die Schlafkurze gekriegt hat. Bedenken Sie, dass die Igel in der "Wildnis" auch NICHTS haben.


    Wenn Ihr Igel in einer Woche trotz 3 Tage Futterentzug nicht schläft, verändern Sie den Standort des Winterschlafhauses komplett (also nicht nur ein wenig verrücken, sondern komplett umstellen, so dass der Eingang in eine andere Richtung zeigt und dass das Haus komplett woanders steht (nach den Möglichkeiten, die in der Box gegeben sind).


    Sie haben jetzt nicht geschrieben, mit wieviel Einschlafgewicht Ihr Igel in die Kälte kam. Gibt es denn Ihrerseits Bedenken, dass er zu viel an Gewicht verliert?


    Wurde Ihr Igel 3 x mit einem Präparat entwurmt? Wenn ja, mit welchem Präparat?


    Wenn Sie noch Fragen haben, melden Sie sich gerne wieder.


    Mit freunldichen Grüßen


    Heike Philipps


    http://www.pro-igel.de

  • Hallo Frau Philpps,


    danke für die schnelle Antwort.


    Bedenken, dass er zu viel an Gewicht verliert habe ich nicht. Er ist mit 905 gr. umgezogen. Durch die Behandlungen hat er nicht früher ins Winterschlafhaus dürfen und hat eben gut zugelegt.


    Am 10.11. wurde er vom Tierarzt nach der Kotuntersuchung entwurmt. Mit welchem Medikament wissen wir leider nicht, da wir nicht dabei sein durften (coronabedingt). Ebenso hat er Panacur bekommen, dass er nach 3 Tagen nicht mehr genommen hat, obwohl wir es ins Essen begemischt haben. Welche Würmer er genau hatte kann ich Ihnen leider nicht sagen.


    Nachdem er weniger gefressen hat und angefangen hat zu husten wurde nach nochmaliger Kotuntersuchung , diesmal bei der Wildtierhilfe, am 17.11. /18.11. und am 1.12./3.12. nochmals mit Levamisol behandelt.

    Ergebnis nach der zweiten Kotuntersuchung: Lungenwurm, Darmhaarwurm. Beides stark.

    Nach der dritten Kotuntersuchung immernoch Darmhaarwurm.


    Wir werden jetzt nach Ihrer Empfehlung dann das Futter mal entziehen und abwarten.


    Ansonsten melde ich mich nochmals.


    Schöne Grüße

  • Hallo Frau Philipps,


    wollte nur ein kurzes Update geben.

    Unser Igel hat jetzt seit Freitag kein Futter mehr bekommen. Und siehe da er ist seit 2 Tagen nicht mehr aus seinem Schlafhaus gekommen.

    An den ersten beiden Tagen hatten wir das Gefühl er sucht nach Futter im Überwinterungsquartier, weil er auch am Vormittag (wie haben eine Wildtierkamera aufgestellt) kurz aus seinem Häuschen raus kam.

    Gestern war es recht mild bei uns, aber das hat ihn zun Glück nicht gestört.

    Wir würden das Futter jetzt noch weglassen und evtl. in 1- 2 Wochen Trockenfutter wieder hinstellen. Was meinen Sie? Oder sollen wir es weglassen, bis es wirklich wieder milder ist?


    Vielen Dank nochmals für die schnelle Antwort letzte Woche.


    Wir wünschen Ihnen und allen Forumlesern schöne Weihnachten und alles Gute für 2021.


    Schöne Grüße


    M. Ehrhardt

  • Liebe Igelfreundin MaWu,


    das hört sich gut an, wenn Winterschlafbehausungen gut und dick, dabei noch atmungsaktiv ausgestattet sind, können auch wärmere Temperaturen dem schlafenden Igel so schnell nichts anhaben.


    Bei dem guten Einschlafgewicht würde ich erst einmal gar kein Futter mehr hinstellen, im Januar-Februar ist es ohnehin (hoffentlich) gleichbleibend kälter - wenn dann Futter da wäre, würde der Igel womöglich fressen und damit seinen Stoffwechsel wieder in Gang bringen. Das ist ja nicht gewollt.


    Bedenken Sie,

    • dass andere Igel in der Freiheit auch nichts haben, sie sind zudem nicht behandelt und hatten vermutlich nicht so ein tolles Einschlafgewicht.
    • dass man, wenn die Igel draußen im Freigehege oder im Karton ohne Abdeckung Winterschlaf machen, mit einem dauernden Futterangebot auch andere (ungebetene) Tiere anlockt, z.B. Ratten, Mäuse. Selbst Amseln kommen bei geöffnetem Fenster in die Gartenlaube oder in den Schuppen, um Trockenfutter zu mausen oder sogar Nistmaterial aus dem Karton zu ziehen.

    Sie schauen ja ohnehin alle paar Tage nach Ihrem Igel, später reicht 1 x die Woche eine Kontrolle. Sobald Ende März/April die Wachphasen lnger anhalten oder öfter auftreten, können Sie wieder Futter anbieten.


    WASSER SOLLTE ABER IMMER DASTEHEN. Wenn es friert und Schnee liegt, kann man auch die Wasserschale mit Schnee füllen.


    Mit vielen Grüßen und den besten Wünschen für die bevorstehenden Weihnachtstage,


    Heike Philipps


    http://www.pro-igel.de

  • Hallo Frau Philipps,


    es tauchen mal wieder ein paar Fragen auf, da unsere Igel heute Nacht sein Schlafhaus nach 9 Tagen kurzzeitig verlassen hat.


    Kleines update;


    Wir haben bei uns in Oberbayern momentan in der Nacht in der Garage Minus 8 Grad und ich habe auch bis jetzt kein Trockenfutter mehr hingestellt (es fällt mir leichter, da Sie mit das toll erklärt haben wie Igel es in der Natur haben). Um das kurzeitige Aufwachen mache ich mir keine Sorgen.


    Da unsere Murmel ein kleiner Brocken von 905 gr. war am 18.12.20 mache ich mir um den Gewichtsverlust enenso keine Sorgen.


    Wir haben jetzt Schnee in die Trinkschale, den Murmel heute Nacht auch angeknabbert hat. Haben Sie einen Tipp was wir hinstellen könnten ,wenn Wasser gefriert und es keinen Schnee gibt? Tagsüber kann ich ohne Probleme das Wasser häufiger wechseln. Aber in der Nacht leider nicht.


    Jetzt haben wir auf der Aufzeichnung durch die Kamera gesehen, dass Murmel noch Füllmaterial ins Haus mitgenommen hat. Liegt das in der Natur des Igels, dass Sie Nestmaterial zwischendurch wieder ins Haus nehmen oder ist evtl. das Haus nicht ausreichend von uns vorbereitet worden? Das Haus besteht aus 2 Kartons und zwischen den Kartons haben wir Zeitung gestopft. Den Innenraum haben wir befüllt und sie hat im Dezember dann noch fleißig nachgefüllt.


    Schöne Grüße


    M. Ehrhardt

  • Liebe Igelfreundin MaWu,


    vielen Dank für das Update - das hört sich alles gut an und ist alles im grünen Bereich.


    Sie glauben gar nicht, wie viel Papierschnipsel und Stroh sich Igel in ihr Winterschlafnest stopfen können!!!! Insofern machen Sie sich keine Gedanken, dass Murmel die Füllung noch nachbessert und die Masse noch toppt. Sie werden im Frühjahr sehen, dass Sie das Bauwerk kaum auseinanderreißen können, so fest ist das verbaut!


    Wenn es friert, wird der Igel auch schlafen und die von "ihren" Menschen wahrgenommenen Wachphasen werden in den nächsten Wochen immer weiter auseinanderliegen. Übrigens wachen Igel im Durchschnitt während des Winterschlafs sowieso 1 x pro Woche auf, wir Menschen kriegen das oft gar nicht mit, weil kein Kot und kein Urin abgesetzt wird. Manchmal steigt nur die Körpertemperatur an und sinkt wieder, ohne dass der Igel einen Schritt geht, trinkt oder ans Fressen denkt.


    Wenn kein Schnee, sondern gefrorenes Wasser im Teller ist, ist es auch nicht schlimm. Wenn kein Trockenfutter da steht, hat auch kein Igel Durst. Es ist ja jetzt noch in der Anfangsphase des Winterschlafs, da darf ein Igel auch schon mal vor die Türe schauen und Schnee knabbern, er muss ja irgendwas tun, wenn er schon mal wach ist.


    Sie können ja abends frisches Wasser hinstellen, aber bei den Temperaturen wird auch das schnell zu Eis. Machen Sie sich nicht zu viel Arbeit und Gedanken, die Igel stecken das weg - besonders bei der guten Pflege, die sie bislang genießen konnten, Igel sind wirklich "harte Hunde".


    Mit lieben Grüßen


    Heike Philipps


    http://www.pro-igel.de

  • Hallo Frau Philipps,


    danke für die Antwort. Ich glaube ich werde mir mal so langsam einen Igelordner anlegen :-)

    Ich habe mir bereits die Merkblätter Igel Wissen kompakt von Pro Igel e.V. bestellt.

    Die sind echt super für uns (Vollanfängerer) als Info. Aber ich bin sehr dankbar für das Forum und Ihre Hilfe! Da wir zu ersten mal einen Igel haben, haben wir festgestellt, dass es meistens nicht perfekt läuft wie man sich es vorstellt. Jedes Tier ist eben anders und muss anders geholfen werden.


    Ich melde mich sicherlich nochmal.


    Schöne Grüße


    M.Ehrhardt

  • Liebe Igelfreundin M. Ehrhardt,


    wenn es beim ersten Igel halbwegs perfekt läuft, ist es doch super! Tatsächlich ist es so, dass jeder Igel anders ist, auch hier gibt es Individuen. Mit den Pro Igel- Merkblättern haben Sie in Kürze Igelliteratur - quasi alles auf den Punkt gebracht - eine gute Alterantive zu einem Buch. Wenn mal nicht alles in der Norm ist oder doch noch Fragen auftauchen, dann melden Sie sich einfach hier im Igelhilfe-Forum.


    Beim nächsten Igel läuft wieder einiges anders, das fängt ja schon beim Fundzeitpunkt an. Man muss immer wieder neu denken und entscheiden, nochmal hinterfragen. Aber die Grundbegriffe sitzen dann schon und man wird im Laufe der Zeit immer besser. Wir alle haben mal so angefangen.


    Mit vielen Grüßen


    Heike Philipps


    http://www.pro-igel.de

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