Wir Igelhelfer sind kein Pizzadienst

  • Am 11.06.2020 um 11:54 schrieb Mxxxx


    Quote
    Guten Morgen, ich habe ein Igel gefunden und er scheint krank zu sein, kann jemand ihm holen? Bitte kontaktieren sie mich unter der Nr 0xxxxxx Mit freundlichen Grüßen, Mxxxxxx

    Meine Antwort:

    Nein, ich komme ihn nicht abholen und ich rufe auch keine Handynummern zurück.(Ich zahle mich dämlich an Gebühren) Sie haben einen Igel gefunden, ich kümmere mich um so viele und bin Privatmensch wie Sie und kein Pizzadienst, den man mal eben bestellen kann ich bitte, meine harsche Ausdrucksweise zu entschuldigen, aber so geht es nicht.

    Gern bin ich unter 02238 6021 für Sie telefonisch zu erreichen und wüßte gern, wo Sie wohnen. Dann bin ich auch bereit, umgehend den Igel zu übernehmen und ihm zu helfen.

    Mit freundlichem Gruß Karin Oehl

    Dass der Finder sich nach dieser Abfuhr nicht mehr meldete, wen wundert es?

    Dennoch- solche Ansinnen kommen mehrmals täglich in der Saison

    Es ist einfach nur dreist!

    Was denken die Leute was wir sind ,wieviel Zeit und Geld wir zum verjuckeln haben, wenn wir täglich viele Stunden neben unserer anderen Arbeit für die Igel da sind?

    Ehe man so fordernd auftritt, sollte man sich besser erst mal informieren.

    Neulich kam so eine Forderung aus Krefeld -von Köln aus auch nicht umme Ecke!

    (Hier im Forum nachzulesen!)

    Leute -bitte denken, ehe Ihr solche Texte loslasst und besser informieren.

    Ich bin dankbar dafür, daß es den meisten Hilfesuchenden selbstverständlich ist, den Igel zu bringen.


    Wenngleich ich mich gut zu wehren weiß - es kostet wahrlich Kraft, die wir Igelpfleger alle für andere Dinge dringender brauchen.

    wir helfen gern und gehen oft genug über unsere Grenzen, aber uns auswringen lassen, wie einen Scheuerlappen , das geht zu weit, Wir sind keine Gebrauchsgegenstände sondern engagierte Menschen mit noch anderen Verpflichtungen, die wir zu erfüllen haben und nur eine Kraft.

    Karin Oehl


    Kommentare hier zu gerne erbeten

  • Nachschlag heute morgen:


    Am 12.06.2020 um 22:54 schrieb Maria xxxxx

    Ihre Ausdrucksweise ist nicht harsch sondern unverschämt. Ich habe den Bericht über Sie im WDR gesehen und mich daran erinnert als ich den hilflosen Igel in meinem Garten fand.

    Ich bin 100% behindert, auf fremde Hilfe angewiesen und somit nicht mobil. Der Weg von BM-Rheidt nach Pulheim ist mir nicht möglich.
    Mir ging es nur ums Tierwohl.

    Ich hoffe andere Igel haben mehr Glück mit Ihnen.


    Meine Frage: muß ich das riechen können? Gibt es keine Nachbarn und Freunde, die mal fahren können?

    Noch mal -wir sind kein Pizzadienst.

    Der genannte Ort ist auch mal nur eben 15 km von uns weg. das sind Hin und zurück 30 km)

    Mir geht es auch ums Tierwohl, das beweise ich seit vielen Jahren mehr als genug, aber auswringen wie einen Scheuerlappen lasse ich mich heute nicht mehr.


    Sowas kann einem mehr den Tag verderben, als die viele Arbeit, die niemand sieht.

    Karin Oehl

  • Inzwischen habe ich erfahren, daß diese Finderin noch andere Stationen kontaktiert hat mit dem gleichen Ansinnen und auch die abgelehnt haben.

    Das ist Kollegialität!!

    So geht es wirklich nicht!

    Es tut mir leid um den Igel, ganz sicher, aber - - - - -

    Es muß mal ein Exempelt statuiert werden, was sich rumspricht.

    Wenn man sich mal überlegt, daß die Kollegin und ich in Spitzenzeiten pro Jahr über

    400 Igel stationär versorgen, davon zeitweise über 50 pro Tag ohne freie Tage und Urlaub, , dann kann man sich in etwa die Arbeitsleistung und den Zeitaufwand vorstellen . Dazu Tierarztfahrten etc.

    Da bleibt neben Beruf, bzw. Haushalt kein Luftloch mehr, auch noch Igel zu holen.

    Kein Arzt holt auch noch seine Patienten in die Praxis, die müssen auch kommen oder gebracht werden.(Welcher Arzt fährt heute noch zu Hausbesuchen?)

    Karin Oehl

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