Winterschlaf

  • Liebe Frau Oehl,


    Anfang Dezember war bei uns im Garten immer noch ein Jungigel mit knapp 400g unterwegs und kam jeden Abend zur Futterstelle.
    Ich konnte ihn einfangen und eine Bekannte hatte die Möglichkeit ihn bei einer erfahrenen Igelstation in ihrer Nähe gegen Innen- und Außenparasiten behandeln und ihn aufzupäppeln zu lassen.
    Vor ca 10 Tagen habe ich diesen Igelmann nun zurück bekommen, da er sein Winterschlafgewicht theoretisch erreicht hatte ( 720g).
    Ich habe mich in den Pro Igel Anweisungen belesen und dem Igel in unserem Gartenhaus den Käfig genau so eingerichtet. Die ersten Tage erhielt er noch Nassfutter, das ich ihm aber vor ca 6 Tagen entzogen habe. Daraufhin habe ich an 2 Abenden nicht gesehen und er ist auch nicht aus seinem Haus herausgegangen, den Eingang hatte ich mit Klopapier präpariert. Er hatte sich davor aber sein Nest noch mit dem angebotenen trockenen Laub ausgepolstert.
    In den letzten Tagen war er leider wieder jeden Abend aktiv und hat nach Futter gesucht, er hat aber nur einen Wassernapf im Käfig stehen.


    Ich bin mir unsicher, wie ich weiter vorgehen soll, wenn der Igel so gar nicht schlafen möchte.
    Da es bei uns im Münchner Raum von den Temperaturen sehr mild ist, wird wahrscheinlich auch der richtige Reiz für den Winterschlaf fehlen...


    Haben Sie noch einen Tipp für mich oder soll ich den Igel bis zum Frühjahr weiter füttern?


    Vielen Dank für Ihre Hilfe und viele Grüße


    Lizzie

  • Hallo Lizzie


    Was Sie erleben ist kein seltenes Phänomen, Der Igel ist nicht so fett, daß man ihm einfach das Futter entziehen sollte. Bitte füttern Sie , wenn der Igel so wach ist, wieder normales Futter und warten Sie ab, ob er sich noch ini diesem Winter zum Schlafen zurück zieht.


    Jungigel des vorigen Jahres haben noch keine Winterschlaferfahrung. Die Temperaturen sind auch nicht deer alleinige Auslöser der Winterschlafbereitschaft.
    Es ist der normale Lauf der Dinge - Erst etwachen im Frühling die Männchen, Es sind auch die ersten , die wir platt gefahren auf den Straßen finden. Später erwachsen die Weibchen.
    Genaus so gehen die Männchen als Erste in den Winterschlaf und die Weibchen deutlich später. Als Letzte gehen die unerfahrenen Jungtiere in den Winterschlaf, sie laufen meist noch bis zum Frosteinbruch draußen rum.
    Es ist also nicht ungewöhnlich, vor allem weil das Tierchen ja schon länger in Menschenhand ist, sein Futter gewohnt ist, sich nicht wie die frei lebenden Tiere stoffwechselmäßig sich umstellen mußte, nun nicht gut in den Winterschlaf kommt.
    Bitte haben Sie Geduld mit ihm Geben Sie dem Tier immer Trinkwasser und bis es von allein wieder die Nahrung verweigert, füttern Sie es sparsam aber regelmäßig
    Mit freundlichem Gruß
    Karin Oehl

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