Igel mit 260 Gramm-zufüttern oder aufnehmen?

  • Sehr geehrte Frau Oehl und Team von Pro-Igel,
    wir haben auf unserer Terasse (2 Futterstellen und 2 Igelschlafhäuschen) immer noch einen Jungigel der lediglich 260 Gramm wiegt zu Gast.
    Die Futterstelle mit Schlafhäuschen wird über das Jahr gut angenommen und von ca. 5 Igeln täglich besucht, wobei auch die Schlafhäuschen fast täglich mit wechselnder Belegung benutzt werden.
    Wir dachten eigentlich die Igelsaison währe vorbei, da die Igel (jeder wohlgenährt und gesund) seit kanpp einer Woche nicht mehr zum fressen gekommen sind.
    Jedoch sind plötzlich 3 Jungigel auf unserer Terasse erschienen. Zwei größere mit etwas über 400 Gramm und ein kleinerer mit nur 260 Gramm.
    Alle drei sind nachtaktiv ohne sichtbare Außenparasiten wie z.B. Zecken und agil. Ausserdem ist der Kot bei allen dreien fest und dunkel. Sie kommen täglich zum Fressen und nutzen auch unsere Schlafhäuschen.
    Nun zur Frage:
    Denken Sie der kleine mit nur 260 Gramm hat bei Zufütterung im freien noch eine Chance auf sein Gewicht zu kommen um den Winter zu überstehen?
    Oder sollte er aufgenommen und aufgepäppelt werden um ihn dann evtl. später kontrolliert in den Winterschlaf zu schicken?
    Die "normale" Igelsaison in der Natur ist bei uns (zwischen Eckernförde und Kiel) jedes Jahr spätestens um den 20. November +- eine Woche vorbei. Dann schlafen in der Regel alle Igel.


    Somit hätte das Igelchen in der Natur noch ca. 2 Wochen um auf sein Winterschlafgewicht zu kommen.
    Wie ist ihre Einschätzungund Empfehlung?
    Mit freundlichen Grüßen

  • Hallo Harald
    während ich die igel ,die um die 400 g haben, gern in Freiheit bei Zufütterung wüßte, denke ich, der Kleine packt es nicht mehr.
    Ursache dafür könnte durchaus die späte Geburtszeit sein, aber auch die inzwischen fortgeschrittene Verwurmung im Inneren
    Sichtbare Außenparasiten sind zu vernachlässigen, aber was ist im Inneren los?
    Normal können auch spät Geborene bei guten Voraussetzungen, also ausreichend langer und guter Muttermilchernährung und dann noch vorhandenem Futterangebot ihr Winterschlafgewicht in Freiheit noch erreichen. Aber bei dem Kleinen erscheint es mir, daß er viel zu früh von der Mama verlassen wurde und nicht hinreichend entwickelt nun rumläuft.
    Nehmen Sie den auf, beobachten Sie bitte genau das Verhalten und sammeln Sie von drei Tagen den Kot in eni Gefäß und lassen es in einem guten Labor untersuchen.
    (Tierarztpraxen sind da meist zu ungenau)
    Sollte das eintreten,was sehr häufig vorkommt, daß der kleine Igel noch bevor das Ergebnis da ist, schwächelt, nicht frißt, irgendwie auffällig wird, dann muß sofort gehandelt werden und nicht etwa in Form einer unqualifizierten Entwurmung, sondern antibiotisch, denn an den Würmern stirbt man nicht so schnell, wohl an einer ausgebrochenen Infektion, die so ein Tier in Freiheit lange latent halten kann, Wird es aufgenommen , entsteht Stress, der das Immunsystem schwächt, Dann ist es schneller vorbei, als es in Freiheit so wäre -aber da würde das Tier den Winter sicher so nicht überstehen - also hop oder top.
    Wenn Sie das Tier reinholen, bitte bei Zimmerwärme oder annähernd Raumtemperatur unterbringen!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Bitte schaun Sie auch mal in die Merkblätter von Pro Igel e.V.
    http://www.pro-igel.de/merkblaetter/merkblaetter.html#merk
    Mit freundlichem Gruß
    Karin Oehl

  • Hallo,
    der kleine Igel wurde vor zwei Tagen bei uns aufgenommen.
    Er ist in einem großen Nagerkäfig (ca. 2m x 1,20m) in einem ruhigen Zimmer bei ca. 21 Grad untergebracht.
    Bei Aufnahme wurde er mit einem Sprühstoss Jacutin Pedicul gegen Flöhe "behandelt". (Gottseidank hatten wir rechtzeitig eine Flasche gekauft bevor der Vertrieb eingestellt wurde).
    Er ist weiterhin nachtaktiv und schläft tagsüber in seinem Häuschen. Es ist kein Atemrasseln oder Husten hörbar.
    Er ißt Nachts regelmäßig in mehreren Etappen. Vorzugsweise gestocktes Hackfleisch und Rührei. Hochwertiges getreidefreies Katzenfutter das zusätzlich angeboten wird, wird fast nicht gegessen.
    Auch die Wasserschüssel wird gut angenommen und ist morgens immer fast leer.
    Er hat bei einem Aufnahmegewicht von ca. 290 Gramm nun ca. 30 Gramm die letzten beiden Tage zugenommen.
    Der Kot ist etwas weich (sämig) aber dunkel und nicht grün oder gar schleimig oder flüssig.
    Wir haben hier im Forum gelesen daß das aber auch evtl. vom Rührei kommen könnte.
    Kot wird nun gesammelt und zeitnah zur Untersuchung gegeben.
    Bis jetzt macht sich der kleine gut und wir hoffen das er die nächsen Tage gut übersteht und dann hoffentlich erst mal über den Berg ist.


    Mit freundlichen Grüßen
    Harald

  • Hallo Harald
    Bis jetzt ist alle prefekt,
    Ja Rührein mit Rinderhack wird sehr gern genommen und darfür sogar hochwertiges Katzenfutter verschmäht. Aber Geschmäcker ändern sich
    Bis jetzt machen Sie alles großartig, Bitte genau beobachten und auf die Seite
    http://www.pro-igel.de
    gehen und vor allem die Merkblätter durchlesen, bes. die Blätter Ernährung u. letztendlcih später Winterschaf in menschliche Obhut
    Vor allem beobachten sie genau, bis Sie den Kotbefund haben.
    Dann sprechen wir uns wieder Sollte der Igel vorzeitig, was möglich ist -eine Veränderung im Verhalten haben, sofort melden unter 02238 6021
    Etwas grünlicher weicher Kot kann vom Ei kommen.
    Mit freundlichem Gruß
    Karin Oehl

  • Guten Abend Frau Oehl
    unser Igel frißt weiterhin mit Appetit und nimmt stetig zu. Momentan um die 500 Gramm.
    Der Kot ist fast immer fest und dunkel.
    Das Igelchen ist nachtaktiv und schläft tagsüber.
    Also soweit (hoffentlich) alles bestens.
    Nun ist heute das Ergebnis der Laboruntersuchung gekommen.
    Es wurde eine untersuchung auf Endoparasiten durchgeführt.
    Das sind Haarwurmeier, die werden mit Flubenol behandelt . s. Igel in der Tierarztpraxis 5 Tage lang



    Flotationsverfahren: Ergebnis positiv; mittelgradiger Gehalt an Capillaria-Eiern


    Trichterauswanderverfahren (incl. Lungenwurmlarven): Ergebnis positiv; mittelgradiger Gehalt an Crenosoma striatum-Larvendie werden mit Levamisol behandelt . Zwei Spritzen nach Gewicht sorgfältig dosiert im Abstand von48 Stunden


    Sedimentationsverfahren: Ergebnis positiv; geringgradiger Gehalt an Brachylaemus erinacei-EiernDa wäre mit Sicherheit Droncit nötig


    Zum behandeln wurde uns das SpotOn Medikament Advocate (4ml pro kg Körpergewicht) mitgegeben.Das ist nicht gut -und gegen diese Würmer wirkt es auch nicht, gegen Flöhe ja und dann ist es mir zu gefährlich, weil es meist nicht exakt nach Gewicht dosiert wird.
    Laut Aussage der Tierarztpraxis soll das gegen alles (aus dem Befund) wirksam sein.TIERARZT ICH sehe rot, die sollen doch mal in das Buch gucken
    Igel in der Tierarztpraxis

    Da von ihnen meist immer Droncit, Flubenol oder Levamisol bei entsprechendem Parasitenbefall empfohlen wird und in "Igel in der Tierarztpraxis" Advocate nur bei großen starken Igeln gegeben werden sollte haben wir bisher Advocate nicht gegeben.Das war sehr sehr richtig!!!!!!!!!!!!!


    Was ist ihr Rat/Empfehlung?
    Advocate: Ja/Nein? Nein, nein, nein !!!!!!!!!
    Ein anderes Medikament? s.o.
    Oder evtl. gar nicht behandeln da das Igelchen gut frißt und zunimmt und der Befall im Ergebnis nur mittel bis geringgradig ist?der geringgradige Befall muß nicht behandelt werden, der mittelgradige sehr wohl


    Mit freundlichem Gruß
    Karin Oehl

    Mit freundlichen Grüßen
    Harald

  • Hallo,
    kann man die Therapie mit Levamisol und Flubenol gleichzeitig beginnen oder sollte man erst z.B. die beiden Spritzen mit Levamisol geben und wenn das gut vertragen wurde die 5 Tage mit Flubelol weitermachen?
    Mit freundlichen Grüßen
    Harald

  • Hallo Frau Oehl,


    wir haben nun alle (Kleintier-)Tierärzte im Umkreis von ca. 50 Km angerufen und nach einer Lungenwurmbehandlung mit dem Medikament/Wirkstoff Levamisol für unseren Pflegeigel angefragt.


    KEINER hat Levamisol vorrätig oder ist willens das Medikament (da wohl nur in größeren Klinikmengen beziehbar) zu bestellen.


    Es wird immer nur auf die Behandlung mit Advocate oder auch Dectomax verwiesen.


    Wie/was wäre Ihre Empfehlung?


    Dann lieber gar nicht behandeln lassen oder in den sauren Apfel beißen und eines der beiden oben angesprochenen Medikamente verwenden?


    Unser Igel macht sich weiterhin gut. Wiegt momentan um die 550 Gramm und bekommt nun den dritten Tag Flubelol.


    Mit freundlichen Grüßen


    Harald

  • Guten Tag Frau Oehl,
    unser kleiner Igel hat nach erfolgreicher Wurmkur mit Flubelol und Advocate ( Advocate wurde vom Tierarzt genau dosiert) noch zehn Tage bei uns im Haus bei konstant 21 Grad zum verstoffwechseln "gewohnt".
    Dort hat er ein Gewicht von knapp 800 Gramm erreicht.
    Wir haben ihn dann vor ca. drei Wochen auf unserer überdachten und windgeschützten Terasse in diesem Nagetierstall (Kerbl Kaninchenstall XXL Vario )zum überwintern untergebracht.
    Wir wissen Igel gehen nicht auf Knopfdruck in den Winterschlaf, aber unser kleiner zeigt folgendes Verhalten was uns etwas besorgt:


    Er schläft immer 2-3 Tage und kommt dann kurz zum Fressen und Trinken. Setzt dann etwas Kot und Urin ab und ist dann wieder für 2-3 Tage in seinem Schlafbereich verschwunden bevor das Spiel dann wieder von vorne beginnt.
    Dies macht er nun schon seit ca. 3 Wochen..


    Wir denken dieses Verhalten könnte auf Dauer sehr kräftezehrend und evtl. schädlich für den kleinen sein.
    Wir haben bisher vermieden ihn in seinem gut isolierten seperaten Schlafbereich zu stören,jedes mal in der Hoffnung das er nun richtig in den Winterschlaf geht.
    Dazu nun zwei Fragen:
    Finden Sie das ist noch normales Verhalten des Igels und denken er übt noch für seinen richtigen Winterschlaf ?
    Wir wissen nicht ob der Igel in seinen Schlafbereich Kot und Urin abgesetzt hat da wir ihn nicht stören wollten. Sollten wir den Schlafbereich evtl. bei Bedarf nochmal Grundreinigen. Dazu müssten wir den Igel aber bei Tag in seiner Schlafhöle aufwecken und aus dem Stall nehmen was wohl extremen Stress für den kleinen bedeuten würde.
    Oder lassen wir es alles einfach so wie bisher, geben zu essen und zu trinken, und hoffen das er die nächsten Tage richtig in den Winterschlaf geht.
    Mit freundlichen Grüßen


    Harald

  • Hallo Harald
    der Igel kam sehr klein zu Ihnen und wurde natürlich an das Futter gewöhnt. Das führt immer wieder dazu, daß sich solche Päppelkinder mit dem Winterschlaf schwarer tun, als die, die
    nur in der Natur überlebt haben.
    Es ist völlig normal, auch in der Natur, daß die Jungspunde noch nicht die Winterschlafroutine der Alten haben, Sie gehen oft erst bei Frost wirklich in den Winterschlaf und das kann Januar werden
    Wenn der Igel eine aktive Phase nachts hatte, sollten Sie wirklich mal das Schlafhaus inspizieren und ggf reinigen.
    Normal sagt man -Igel in den Kaltraum, Winterschlafhaus nicht mehr anrühren. Aber wenn ein Tier so lange immer wieder wach ist, kann es durchaus sein, daß es noch unrein ist.
    Notmal machen Igel nichts mehr im Winterschlafhaus nass und schmutzig.


    Bei der Gelegenheit dürfen Sie ihn auch gerne wiegen.
    Liebe Grüße
    Karin Oehl und eine friedvolle Weihnacht auch für Sie

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