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Donnerstag, 21. Juni 2018, 10:58

In eigener Sache

Das Maß ist übervoll!

Als ich vor 40 Jahren mit der inzwischen weit bekannten Igelstation begann, war es eine Selbstverständlichkeit, einen in Not geratenen Igel in die Station zu bringen.
Man war froh, Hilfe zu finden. Und die gab es hier, oft und immer wieder weit über meine eigenen wirtschaftlichen, räumlichen und kräftemäßigen Grenzen hinweg.
Wer jemals hier in meiner Station war, war kann das bestätigen.

Es hat sich in diesem Jahr verstärkt eingebürgert, von mir und von Kollegen immer häufiger einen Hol- Services zu verlangen, nicht zu erbitten. immer mehr nimmt diese unangemessene Anspruchshaltung zu.

Da heißt es , können se nicht mal eben , nach Hürth oder Brühl fahren, einen Igel zu holen, nach Porz, nach Wesseling, nach Poll zur Stegerwaldsiedlung nach Köln,ja sogar nach Bornheim oder Zülpich möchte man uns beordern. wo ein kranker Igel am Straßenrand rumdümpelt, da heißt es : können sie nicht mal eben mal eben nach Kerpen oder Büsdorf fahren. Wir können das Tier nicht anpacken, oder ,,Wie soll ich den denn da hin kriegen? “

Ja Leute verflixt wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch !

Wir sind doch nicht die Boten von Amazon oder vom Pizzasevice!

Wir leisten verdammt viel, zeitlich finanziell und auch kräftemäßig, für viele Igel ( Ich habe inzwischen einen Jahreszugang von über 400 Tieren, obwohl ich meinen Rückzug öffentlich angekündigt habe. Das nicht aus Faulheit oder Lustlosigkeit, sondern weil ich alt und gesundheitlich angeschlagen bin.)

Alle Tiere wollen versorgt sein, das sind viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit am Tag und viele Tierarztfahrten etc. . Derzeit ist Babyzeit, das heißt noch nächtliche Fütterung bis zu dreimal in der Nacht. Davon macht sich niemand ein Bild, aber immer wieder das Ansinnen:,, Können sie nicht mal eben nach - - - -kommen? Als wenn das keine Zeit und kein Geld kostet. Können se nich mal eben????

NEIN NEIN NEIN.

In extremen Ausnahmesituationen sicherlich, aber die Faulheit der Leute, noch zu unterstützen das geht absolut nicht, ist auch nicht Sinn der Sache. Das bißchen Engagement für e i n notleidendes Tier sollte doch möglich sein.
Wer nicht selbst fahren kann, hat sicherlich Verwandte oder hilfsbereite Nachbarn.

Sicher meinen es die Finder gut und wollen auch dem Igel helfen, das stelle ich nicht in Abrede, aber so ausnutzen lassen können wir uns nicht, Wir alle, die wir diese Arbeit machen,
sorgen nicht nur für ein Tier , sondern für viele und wir sind beileibe keine Institution , auf deren kostenlose Leistung man einen Anspruch haben kann 365 Tage im Jahr und rund um die Uhr.

Wir sind auch nur Menschen , Privatpersonen wie die Finder, mit beschränkten Möglichkeiten, wir geben viel und engagieren uns gern, aber ausnutzen lassen wir uns sicher so gedankenlos nicht –nicht mehr!
Das muß mal gesagt werden, Danke, wenn Sie es mal öffentlich machen.
Karin Oehl

ß ist übervoll!

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Samstag, 23. Juni 2018, 18:11

Heute kamen entsetzlich von Rasentrimmern zerschnittene Igel hier an.
eine über 1000 g schwere laktierende Igelmutter, deren ganzes Gesicht weggeschlagen war, die Nasennebenhöhlen lagen frei, die Zahnhälse, die Verletzung war frisch.
ich mußte sie schnell erlösen lassen, die Kleinen wurden bis heute abend nicht gefunden
Der Tag ist mir sowas von verhagelt

Die Bilder stelle ist nicht hier ein, sie sind zu grauenvoll. Aber - -- - -

Ich habe die entsetzlichen Bilder an die Firma Stihl geschickt, die ja führend in der Herstellung der Rasentrimmer/Freischneider ist und um deutliche Warnhinweise gebeten
info@stihl.de
es wäre toll, wenn sowas auch vielen Ecken an die Firma kommen würde.
L.G Karin Oehl

24.06.2018
Und heute kamen kurz hintereinander zwei Igel mit offensichtlich durch Rasentrimmer zerschnittenem Kopf
eine Verletzung war wohl schon älter und der Igel ist inzwischen verstorben
Der andere ist morgen früh beim Tierarzt, da hoffe ich, daß man noch helfen kann
Leute, ich bin total fertig und Tierschützer u nd ich haben bzgl Warnhinweise an die Herstellerfirma der Freischneider und an Baumärkte einen Warnruf losgelassen
L.GKarin Oehl
25.06.2018

auch dem Igel konnte nicht mehr gehoflen werden, In Narkose kam das volle Ausmaß der Verletzung zutage. auch dieser Igel, der 4. in drei Tagen mußte getötet werden.
Ich bitet alle Leser, das Problem öffentlich zu machen, beim jeweiligen Grünflächenamt, Bauhöfen, Gartencentern Herstellern der Geräte bei den Medien. bei Tierärzten usw.
Danke für Ihre Hilfe im Interesse der Tiere
Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

7.7.2018 Und wieder ein Igel mit offensichtlicher Schnittwunde quer über den Kopf in Höhe der 1. Stachelreihe - - - -
entsetzt, sprachlos,
Karin Oehl

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Karin Oehl - Pro Igel e.V.« (8. Juli 2018, 08:04)


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Donnerstag, 5. Juli 2018, 17:23

einfach mal so - Alltag einer Igelstation

Endlich ein Tag, an dem der Planet nicht so unbarmherzig runter brennt – Tierarzttermin ist erledigt, unsere Enkelkinder kommen heute mal nicht, ich merke , wie erschöpft ich bin.
Aus dem so sehr ersehnten Mittagsschlaf wird mal wieder nichts. Wieso träume ich immer mal wieder von einer ungestörten Mittagsruhe?
Erst will ausgerechnet in der Mittagszeit jemand wissen, wie es dem von ihm gebrachten Igel geht. Dazu muß ich runter in den Keller. Ich habe so viele davon, daß mir ein Herr xxx, eine Frau xxx, die ja am Freitag abend da war, nichts mehr sagt, Aber wozu macht man auf altbewährte Weise Buchführung und Dokumentation? Und warum müssen Menschen immer während der Mittagszeit anrufen?
Kaum habe ich die Beine wieder hoch gelegt – Großaufgebot der Feuerwehr, nicht mal der von unserem Ort, sondern von der Kreisstadt.
Sie bringen mir einen winzigen Igel, ein kleines stacheliges Mädchen, das sich noch längst nicht allein durchs Leben schlagen kann. Trotz der Wärme fühlt sie sich kalt an. Sie ist gerade so alt, daß die Äuglein beginnen sich zu öffnen, also dürfte sie um die 10 Tage alt sein.
Das Bäuchlein ist völlig leer und faltig.
Erst mal ist es in meiner warmen Hand gewärmt worden, Dabei konnte ich die Dokumentation anlegen, Der Feuerwehrmann schaute sich bei mir um und war verblüfft, was hier abgeht und los ist.
Dann bekommt die kleine Dame ein wenig Vitamine und Zuckerlösung und wird nach oben gebracht in einen winizgigen Käfig, in dem eine für Reptilien gedachte elektrisch beheizte Platte für ein wenig kuschelige Wärme sorgt.
Und ich kann ihr die richtige Nahrung zubereiten –warm natürlich. Sie ist durch die Glucoselösung und die Wärme schon deutlich munterer geworden und nimmt die angebotene Pipette gierig an.
Nur nicht zuviel auf einmal geben, weiß ich, dazu war die Kleine viel zu ausgehungert und durstig.
Nun schläft sie –genießt die Wärme und ich kümmere mich um den Rest der Belegschaft.
Zuvor aber habe ich den Leuten von der Feuerwehr einen Kurzkurs in Sachen Erste Hilfe am Igel verpaßt und ihnen Info Material meines Vereins mitgegeben.
Nun müssen sie Daumen drücken, daß die Lütte gut groß wird.
Und ich hatte mich mal auf endlich ruhige Nächte gefreut, denn das runde Dutzend meiner anderen stacheligen Kinder beginnt am Tellerchen zu futtern –eine Riesenerleichterung für mich.
Und wenn ich Glück habe, kann ich meinem Mann, der ausnahmsweise allein mit den Hunden rausgegangen ist, mal wieder ein paar Hemden bügeln.
Man ist ja schon mit so wenig zufrieden. Am späten Abend mußte ich einer Finderin von 4 mutterlosen Jungigeln leider absagen und eine andere Möglichkeit eröffnen. Ob das geklappt hat weiß ich nicht, der vereinbarte Anruf blieb leider aus.
Heute morgen erwartete man von mir, aus einer Kindertagesstätte einen verletzten Igel abzuholen, das wären hin und zurück, mal eben 50 km gewesen -Leider mußte ich absagen, weil ich den ganzen Morgen hier angenagelt war und noch einen Studenten der Veteriänrmedizin hier hatte.
Auch da reichte wohl der gute Wille, sich um eine Fahrmöglichkeit zu kümmern nicht aus, lieber bringt man so ein Tier in den Wald und läßt es verrecken, Ich habe soooooonen Hals!!!!!!!!!!
Karin Oehl

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