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Sunday, July 3rd 2011, 8:42am

Wissensdefizite

Es ist Wurfzeit.

Viele Jungtiere, beginnen jetzt ihre kleine Welt zu erkunden, verlassen das Nest und werden gefunden.

Häufig ist eine Aufnahme auch wirklich begründet, wenn die Igelmütter verunglückt oder verstorben sind oder warum auch immer, nicht zurückkommen u. die Kleinen auf Suche gehen, auskühlen u. vor Hunger rufen.

Es ist ja positiv, wenn so viele Menschen helfen wollen - aber bitte bitte mit Sachkunde.

Häufig wird Igelbabyfindern geraten, Katzenfutter zu füttern, ohne sich vorher mal wirklich kundig zu machen, wie klein die Igelkinder wirklich sind. Das ist vergleichbar, als würde man Menschenbabys Erbsensuppe in die Babyflasche füllen und sie damit großziehen zu wollen.

Die Ernährung der Kleinen richtet sich ganz nach dem wirklichen Alter , nicht nur nach dem Gewicht. Dazu braucht man natürlich auch Erfahrung, aber hier noch mal der Hinweis auf Pro Igel und die Rubrik Merkblätter, bes. das Merkblatt - Aufzucht verwaisert Igelsäuglinge

Auch von Tierärzten, die zu rohem Ei und Quark bis hin zu rohem Hackfleisch raten, ist nicht viel kompetente Hilfe zu erwarten. Sie wiederholen oft nur uralte Ratschläge, die sie irgendwann mal bei gutmeinenden """ Igelmüttern""" am Rande mitbekommen haben, denn das Thema Igel nimmt noch immer keinen Raum in der tierärzlichen Ausbildung ein. Lediglich im Fach Parasitologie lernen die Tierärzte was über Igel und so kommt es leider immer wieder vor, daß kleine Igel entwurmt werden und sterben. (Igel sind nun wirklich auch nicht die Patienten, die die Kassen der Tierärzte füllen u. auf Grund ihrer Flohbelastung nicht die beliebtesten Patienten.)

Pro Igel arbeitet mit Hochdruck an dem Problem, denn die Igelstationen werden nicht mehr und mehr kommen die Igelpatienten in die Praxis.

Der Igel ist wohl das am häufigsten in Tierarztpraxen vorgestellte Wildtier.

Ich kann nur immer wieder darauf hinweisen, daß man die aktuell richtigen Informationen immer über

www.Pro-Igel.de

im Netz findet. Das sind Informationen für Igelfinder ebenso wie für Tierärzte.

Karin Oehl