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Monday, November 15th 2010, 11:55am

Igelfamilie

Versorge seit 8 Wochen eine Igelmutter mit 6 Babys, tierärztlich versorgt. Sie leben in einem Kellerraum, der momentan
(durch die warme Witterung) noch nicht den Idealtemperaturen zum Überwintern entspricht. Wenn ich dann lese, die
Temperatur muss unter 10 C° liegen, damit der Winterschlaf nicht zu erschöpfen ist, habe ich das Gefühl ich tue den
Igeln Böses an. Sie bekommen noch täglich Futter und Wasser, bin auch durch Aufpeppeln von 4 Igelwaisen (vor 20 Jahren)
kein absoluter Igelneuling. Die Igel hängen, bis auf einen, der Ausbrecherkönig war und nun ein Einzelgehege bewohnt,
beim Laufen im Gehege noch friedlich zusammen, Die Gewichte (bei Auffinden Anfang bis Mitte Oktober waren es
150 - 250 g) liegen jetzt bei 300 bis knapp 600 Gramm. Überlege momentan, ob ich sie in 2 Holzhäuser auf einem
geschützen Ostbalkon unterbringen kann, müßte sie halt abdecken, aber das wäre alles zu machen. Oder ist ein
überwintern im Keller (Haus ist 47 Jahre alt, Kellerraum in Erde mit Fenster und Belüftung) auch ok. Die diversen Aussagen,
auch bei meinen 4 Tierärtzten gehen die Ansichten sehr auseinander.
Dass man, egal wo immer täglich schauen muss, Trockenfutter und Wasser beistellen muss... weiß ich alles.
Vielen Dank für eine Hilfe - leider konnte ich noch keinen anderen KOntakt im Forum anklicken, klappte nicht, wollte sonst
Frau Oehl direkt anschreiben.


2

Monday, November 15th 2010, 12:04pm

Hallo Matzi

Im Augenblick ist es sicher noch gut und richtig, die Igel dort zu lassen, wo sie sind.

Allerdings würde ich mir überlegen, ob es nicht an der Zeit ist, sie zu trennen. Solange sie sich vertragen, ist es o.K. Viele vertragen sich sehr lange und Andere beißen sich schon mit ca 300 - 350 g. Verwandte Igel , wie Mutter und Kinder vertragen sich oft erstaunlich lange, es ist bekannt, daß Wurfgeschwister auch zusammen überwintern.

Wenn sie genügend Raum haben, sich auszuweichen, ist es o.K. Auch würde ich ggf mehrere Schlafhäuser ins Gehege geben

Die Igel haben jetzt schon gute Gewichte und natürlich wird es im Keller für den Winterschlaf wohl nicht kalt genug.

Haben Sie ggf ein Gartenhaus oder einen überdachten Balkon/Terrasse, wo die Tiere sicher und Witterungsgeschützt überwintern können? Das wäre mit Sicherheit besser für sie.

Dazu brauchen sie natürlich ein gut isoliertes Schlafhaus . Alle Angaben dazu finden Sie auch unter www.Pro-Igel.de

Also - noch keine Eile - gerade die jungen Igel gehen oft sehr spät im Jahr erst in den Winterschlaf. allerdings gehen die Mütter gern etwas früher. Zu allererst gehen die Igelmänner - sie sind es auch, die zuerst aufwachen im Frühling.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

3

Monday, November 15th 2010, 12:51pm

Danke Frau Oehl, jetzt ist mein Gewissen etwas beruhigt. Habe jetzt schon 2 große Holzschlafhäuser im Gehege
aber die Igel gehen zu 90 % immer in eines zusammen. Werde Ihnen dann jetzt in Ruhe auf unserem Ostbalkon
(damit auch nicht zuviel Sonne strahlt bei schönem Wetter) eine Ecke einrichten. Der Balkon ist zwar nicht überdacht aber
man kann ja mit Planen und Holzabgrenzungen eine Art Haus bauen.
Nochmals lieben Dank (habe schon viel auf Pro Igel gelesen und auch 2 Bücher (das praktische Igelbuch von Michael Lohmann
-sehr gut - Igel gefunden, was nun? mir einverleibt). Das "Problem" ist, dass man wohl selten so eine ganze Familie vorfindet
Grüße aus dem Westerwald
Martina.

"Gott wünscht, dass wir den Tieren beistehen, wenn sie der Hilfe bedürfen. Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiches Recht auf Schutz. Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir, alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir. Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers - unsere Brüder." (Franziskus von Assisi, 1182-1226)

"Tiere können nicht für sich selbst sprechen. Und deshalb ist es so wichtig, dass wir als Menschen unsere Stimme für sie erheben und uns für sie einsetzen." (Gillian Anderson)

4

Monday, November 15th 2010, 1:05pm

Liebe Martina

Da hätte ich eine andere Empfehlung für ein Buch - ich kenne das auch, was Sie haben. Meine Empfehlung:

Igel in unserem Garten

Monika Neumeier

Kosmos Verlag.

Es ist um Längen informativer und gut bebildert.

Weiterhin alles Gute für Sie und die kleine stachelige Gesellschaft

Karin Oehl

5

Monday, November 15th 2010, 1:22pm

Danke, werde ich mir noch zulegen!

6

Monday, November 15th 2010, 1:57pm

hallo Matzi

Bitte dran denken - Igel haben erst die nötigen Fettreserven für den Winterschlaf , wenn sie um die 600 g wiegen.

Ein Teil Ihrer stacheligen Gäste liegt wohl noch eindeutig darunter - darum - bitte im Keller belassen, bis das Gewicht stimmt.

Kommen sie raus und wird es kalt, schlafen sie vielleicht viel zu früh und ob sie das dann überleben?

Dafür machen wir uns die ganze Arbeit doch nicht.

Also - ganz ruhig, im Augenblick ist es im Keller noch absolut für die Tiere o.K.

Liebe Grüße

Karin Oehl

7

Monday, November 15th 2010, 3:57pm

Das weiß ich, werde die nächsten Tage nochmals - mit tatkräftiger Unterstützung meines 17-jährigen
Sohnes eine Wiegeaktion veranstalten. Da die Igel ja mind. 1/3 ihres Gewichtes beim Winterschlaf verlieren,
würde ich keinen "Hänfling" mit geringem Gewicht raustun. Es ist nur auch gut zu wissen, dass man ein
Winterquartier vorbereitet und wenn dann das Gewicht da ist und die Igel immer schläfriger werden, man
ihnen Gutes tut, wenn man sie in den Winterschlaf in einem "geschützten Draußen" entlässt. Falls der Winter so
kalt wird wie letztes Jahr - da hatten wir kurz vor Weihnachten - 15 C° wird sogar der Keller kalt genug. Bin nur gerne
auf alle Eventualitäten vorbereitet.
Am 3. Oktober ging die Igelmama im Garten spazieren und sammelte Bambuslaub, am nächsten Tag, sass sie da mit
einem Kleinen und bis zum 9. Oktober kamen dann noch in 3 Schüben die anderen 5 Geschwister dazu. Danach habe
ich nur noch ständig überall Igel gesehen. Da war ich nicht drauf gefasst. Aber es ist wie mit Streunerkatzen, vielleicht
suchen sie sich ihr zu Hause aus und da unser Garten sehr naturbelassen ist ... im Gegensatz zu manch Nachbargärten, wo
man wohl selbst den Rasen noch putzt.... wissen die Kerle wo es gut ist!
Interessanterweise gewöhnen sie sich auch sehr schnell an die Stimme, die sie täglich versorgt und das Lager säubert,
mit manchen Kommentar - heute haben sie sich Zeitungen mit ins Schlafhäuschen genommen. Als eine Freundin zugeschaut hat beim Füttern, sind sie doch erst mal abgehauen. Also ich genieße es täglich diesen kleinen Wildtieren
etwas Gutes zu tun und möchte sie im Frühjahr 2011 gerne wieder in die Freiheit entlassen.
Danke & viele Grüße
Martina

8

Tuesday, November 16th 2010, 7:28am

Hallo Martina

Die Beobachtung, daß die Tiere sich an die Stimmen der Betreuer gewöhnen, habe ich auch gemacht.

Wenn Fremde in meine Igelräume kommen , sind alle weg, wenn ich füttere , erscheinen die kleinen Nasen sofort.

Bitte denken Sie daran:

Bei aller verständlichen Begeisterung - bitte nicht zu sehr an den Menschen gewöhnen, denn sie sollen ja in der Freiheit wieder bestehen können.

Genießen Sie bis dahin bei aller Arbeit die Beobachtungen und freuen Sie sich daran.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

9

Tuesday, November 30th 2010, 3:13pm

Hallo Karin, wollte nur mal Zwischenstand geben. Im Kellerraum sind es nunmehr nur noch 10 C°. Die Igelmutter schläft, war nach 1 Woche 1 Abend draußen und hat mit ihren Kindern ein bißchen gefressen. 1 Igel, der in einem separaten Gehege ist, da er ein Dauerausbrecher war, schläft auch.Er war nach 1 Woche mal wach und hat dann Katzentrockenfutter und Wasser gefuttert. Jetzt ist wieder alles unberührt.
Die Igel haben zwischen 400 und 700 g, fressen aber noch jeden Abend. Vor allem der Kleinste denkt noch nicht ans Schlafen.
Sie gehen auch immer noch in ein Holzhaus und schlafen da alle zusammen. Ich denke, hier habe ich sie momentan noch alle gut im Überblick.

10

Tuesday, November 30th 2010, 3:55pm

Hallo Matzi

Soweit Sie schreiben, ist alles der Regel entsprechend. Mir macht nur der 400 g Igel Sorgen, denn das ist eindeutig für draußen in der Kälte zu wenig. Es biebe zu übelegen , ihn herein zu holen in die Wärme und erst mal auf mindestens 600 g aufzufüttern und dann später in das Winterschlafgehege zu bringen - allerdings dann nicht mehr zu den anderen . Mit 400 g hat er wirklich keine Fettreserven, wenn er in den Winterschlaf fällt und die Energie verbraucht, reicht es nicht mehr zum aufwachen.

Übrigens - mit 10° ist der Keller vielleicht sogar noch zu warm für Winterschläfer. vielleicht wird es ja noch kälter. Bei der Temperatur dämmern die Tiere mehr, als sie schlafen, das fordert zu viel Energie. Aber es gibt ja auch draußen Verstecke, wo die Temperaturen ähnlich liegen. Wenn die Tiere erwachen, finden sie bei Ihnen ja notfalls Futter. (Katzentrockenfutter u. Wasser!)

Freundliche Grüße

Karin Oehl

11

Tuesday, November 30th 2010, 7:36pm

Hallo Frau Oehl, das mit dem Dämmerschlaf bei 10 C° habe ich gelesen, ist ja auch irgendwo logisch. Meinen Sie, es wäre für den zarten Igel besser, ihn jetzt von den anderen in einen wärmeren Kellerraum zu trennen. Das wäre platzmäßig möglich.
Er ist sehr munter, frisst wohl nie so ganz viel und liebt besonders das Katzentrockenfutter, was ich mit ausstreue. Da habe ich jetzt schon extra besonders hochwertiges ausgestreut, was unsere Katze bekommt, die nur drin ist. Ich werde ihn auch nochmals wiegen. Ist ja jetzt schon 10 Tage her. Er hat sich auf alle Fälle davor von 250 g auf 400 g hochgefuttert.
Das von Ihnen empfohlene Igelbuch ist auf alle Fälle super, viel praxisnaher als die anderen, die ich vorher hatte.
Viele Grüße aus dem verschneiten Straßenhaus
Martina

12

Wednesday, December 1st 2010, 6:52am

Hallo Matzi

Ja, den kleinen Igel würde ich in einen wärmeren Raum geben und versuchen Sie bitte, ihn vom einseitigen Katzentrockenfutter fressen abzubringen. Das ist wirklich nur als Knabberei und Notfutter für erwachende Winterschläfer gut.

Schaffen Sie Abwechslung, zum Beistpiel mal mit einem Rührei oder einem gekochten Hühnerflügel - bitte ohne Salz kochen.

Oder ein klein wenig Rinderhack mit Öl in der Pfanne braten u. etwas Kleie oder ein paar Haferflocken dazu.

Die Winterschläfer, die bei 10° im Keller schlafen, würde ich nicht mehr umsetzen. Jede Störung ist für diese Tiere sehr ungünstig.

Vielleicht kann man dort in dem Raum das Fenster öffnen, damit es richtig kalt wird.

Wenn der Kleine in der Wärme ist, wird er sicher auch noch besser fressen und mehr zulegen. Das ist wirklich notwendig

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

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Wednesday, December 1st 2010, 7:00am

Guten Morgen Frau Oehl, danke für den Rat. Werde den Kleinsten dann separieren und extra füttern. Dachte ich tu mit dem Trockenfutter was Gutes aber wenn es nur als Zwischenration beim Aufwachen gut ist, wird halt Wertvolleres gefüttert.
Viele Grüße - 8,7 C° - und einen schönen Dezembertag
Martina

14

Wednesday, December 1st 2010, 7:23am

ja Martina, machen Sie das und berichten Sie , wie es weiter geht

Sind Kotuntersuchungen gemacht und der Befund gut?

Vielleicht noch mal wiederholen. Manchmal gedeihen Igel einfach nicht, wenn sie noch verwurmt sind.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

15

Wednesday, December 1st 2010, 10:07am

Hallo Frau Oehl,
habe die 5 wachen Igel -unter großem Gefauche - gewogen. Der Kleine hat jetzt in den letzten
10-14 Tagen auf gut 510 g zugelegt. Die anderen haben zwischen 600 -700 g und der Dicke knapp
800. Habe den Kleinen jetzt trotzdem einzeln gebracht und er hat schon Rinderhack mit Haferflocken. Pepple
ihn einfach separat auf, nehme an, da er sehr wählerisch mit dem Futter ist, bekommt er zu wenig Reste.
So kann er sich ja alleine satt fressen.
Kotuntersuchungen hatte ich nicht machen lassen, da der TA alle Igel nach dem Auffinden mit einem
Entwurmungsmittel gespritzt hat (den Namen werde ich mir beim nächsten TA Besuch mit unserer Katze noch geben
lassen.
So, jetzt gehts ans Gehege sauber machen, viele Grüße und nochmals vielen Dank
Martina

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Wednesday, December 1st 2010, 11:00am

Hallo Martina

Lese ich richtig -bisher alle Igel in Gemeinschaftshaltung? Das sollte wahrlich so nicht sein.

Bezüglich der Entwurmung gäbe es da auch noch Einiges zu erklären.

Nicht alle Wurmmittel sind gegen jeden Wurm wirksam und nicht alle sind für Igel verträglich.

Wie es richtig geht - steht im Igel in der Tierarztpraxis, man kann es aus dem Internet erfahren oder sich das Heft von Pro Igel schicken lassen.

Behandlungsfähig ist nur der erwachsene Wurm, dessen Geschlechtsprodukte im Kot der Igel nachgewiesen werden können.

Nach der Entwurmung kann es durchaus sein, daß diese Geschlechtprodukte, die sich im Darm befinden nach der Präpatenzzeit - je nach Wurm zwischen 18 u. 21 Tagen noch einmal für einen Befall sorgen.Das heißt - die Kotprobe kann durchaus wieder einen Befall zeigen.

Schaun Sie selbst mal in der genannten Schrift nach und ggf ausdrucken für den Tierarzt oder auch von Pro Igel bestellen

Und - von den größeren Igeln, die schlafen wollen , bitte bitte dann nicht mehr stören und vor allem - einzeln halten . Man kann böse Überraschungen erleben. Wenn Igel auf relativ kleinem Raum zu eng beieinander sind können auch die, die sich im Augenblick zu vertragen scheinen, durchaus bissig werden und böse Verletzungen sind die Folge.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

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