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Monday, October 21st 2013, 9:16pm

Igel heute gefunden 160g schwer

Hallo,

ich habe heute nachmittag einen kleinen Igel aufgelesen. Die Kinder aus der Siedlung haben diesen irgendwo gefunden und mit ihm "gespielt". Ich habe ihn dann an mich genommen und mich erstmal schlauch gemacht. Er hat nun einen großen Umzugskarton und ein kleines Häuschen zum schlafen.

Gefüttert habe ich ihn heute mit Hundefutter und frischem Wasser. Er hat sich auch gleich auf die Portion gestürtzt. Kot ist braun-weich. Er hat keine äußerlichen Verletzungen, ist nicht apatisch etc.

Ich habe mit dann die Telefonnr. von 2 Igelstationen bei uns besorgt, da diese leider voll sind und keine mehr aufnehmen. Will ich den kkleinen hochpäppeln.

Nun habe ich auf iher Internetseite pro Igel viel gelesen und noch einige Fragen.

Sollte man immer eine Kotprobe machen lassen? oder gleich prophylaktisch behandeln?
Wie sieht es mit Ektoparasiten aus? Prophylaktische Behandlung?

Ist es normal, dass der Igel die meiste Zeit in seinem Häuschen schläft?

Danke schonmal für die Beantwortung der Fragen.

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Monday, October 21st 2013, 11:14pm

Ich war gerade noch einmal bei dem Igel. Er liegt die ganze Zeit in seinem Häuschen.... Dachte Igel wären nachtaktiv. Und ich finde das er schwer atmet, husten oder röcheln konnte ich aber nicht feststellen...

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Tuesday, October 22nd 2013, 7:02am

Hallo Shajashaja

Da der Igel am Tag offensichtlich gefunden wurde, scheint er nicht in Ordnung zu sein.

Dazu das Spiel der Kinder - alles Stress für einen möglicherweise angeschlagenen Igel

Auch wenn der Kot gut erscheint - Sie merken selbst an der Atmung, daß da was nicht stimmt.

Bitten Sie den Tierarzt um ein Antibiotikum und einen Schleimlöser für das Tier und nehmen Sie eine Kotprobe - wenn es der Zustand des Tieres zulässt , von drei Tagen ein wenig in ein einziges Gefäß geben - und lassen Sie es untersuchen.

Einen so gestressten und möglicherweise geschädigten Igel sofort zu entwurmen auf Verdacht, wie es die meisten Tierärzte machen u. wollen , wäre für den Igel möglicherweise tödlich.

Ggf. hilft auch dem Tier zunächst mal ein Stoffwechselaktivator, seinen Stress besser zu verarbeiten.

Sprechen Sie mit dem Tierarzt u. nehmen Sie das ausgedruckte Heft: Igel in der Tierarztpraxis mit und bitten Sie den Tierarzt, nach den Empfehlungen von Pro Igel e.V: vorzugehen.

Das Heft wurde von engagierten Igelkundigen Tierärzten für Kollegen geschrieben und ist keine Empfehlung aus Mamas Betüttelküche.




http://www.pro-igel.de/merkblaetter/publpdfs/tierarzt.pdf



Leider gibt es häufiger Schwierigkeiten mit Tierärzten. Die Igelstationen, auch wenn sie voll sind, sollten im Notfall wenigstens behandeln und beraten

Wenn der Tierarzt nicht auf Ihre Wünsche eingeht - gehen Sie wieder. Zuviele Igel zahlen mit ihrem Leben für diese Arroganz und Ignoranz u. die Hilflosigkeit der Finder, die zu weißkittelgläubig sind

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

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Tuesday, October 22nd 2013, 5:24pm

Hallo,

Ich bin ja selbst "frisch gebackene" Tierärztin :)) hab mir auch sehr interessiert dieBroschüre durchgelesen. Da ich in einer Pferdeklinik arbeite, hab ich ehrlich gesagt null Ahnung von Igeln.

Sie sind nicht die Einzige, wird doch der Igel im Studium nur in einer Vorlesung im Fach Parasitologie ohne Anwesenheitspflicht behandelt - Viele Tierärzte wissen nur, daß Igel Würmer haben und leider - - -- na ja.

Ich habe ihn heute morgen mit zur Arbeit, bei unseren "Nachbarn" in der Heimtierklinik abgeben. Dort wurde er dann durchgescheckt. Mein Röcheln hat sich dann als Abwehrverhalten heraus gestellt und ist eher ein fauchen. Dort konnte man keinerlei Atemgeräusche etc feststellen, auch der Kot ist gut. Nun muss er nur zunehmen.
Denn soviel frisst er leider nicht.

Achtung - die haben nur eine Momentaufnahme vom Igel. Bitte beobachten Sie ihn in nächster Zeit sehr gut.

Igel sind Wildtiere und für die bedeutet Gefangennahme, Gefangenschaft-Transport-Tierarzt - - - Gerüche, Geräusche - Stress.

Unter dem Stress leidet das Immunsystem und eine latent vorhandene Sekundärinfektion kann munter ausbrechten. Das ist häufig nach 3-5 Tagen der Fall.

Auch die Sache mit der Entwurmung kann nicht unwidersprochen bleiben.

Behandlungsfähig ist nur der adulte Wurm, dessen Geschlechtsprodukte im Kot nachweisbar sind.

Mit dem 1. Wurm, der 1. Schnecke nehmen Igel die Zwischenwirte ihrer Innenparasiten auf. Die entwickeln sich nach einer Präpatenzzeit von ca. 3 Wochen zu adulten Parasiten.

Auch die im Kot nachweisbaren Stadien können noch einmal zu einer Population auswachsen.

Es ist richtig, einen so kleine Igel entwurmt man nicht - schon gar nicht irgendwie und auf Verdacht. Darum ja die Dreitagekotuntersuchung, weil die Stadien ja in Schüben abgegeben werden.

Allerdings ist durch den Stress in Menschenhand das Immunsystem nicht absolut top-fit.

Igel gibt es seit der Kreidezeit und seit ungefähr 15 000 Jahren haben sie ihre heutige Form fast nicht verändert. allerdings hat sich das Nahrungsspektrum des Igels massiv verändert. Wir sind es, die dem Igel die nötige Nahrungsvielfalt nehmen. (spritzen, Ausrotten von heimischen Wildpflanzen)

Sie haben nachweislich immer mit ihren Innenoparasiten gelebt u. sind dabei um die 8 Jahre alt geworden. Aber sie waren nicht annähernd so stark damit belastet wie heute, wo ihre Nahrung fast ausschließlich aus diesen Zwischenwirtlieferanten besteht.

In wieweit die Theorie zutrifft, daß die Nahrungsvielfalt früherer Zeit natürliche Wurmregulative enthielt wurde nie wissenschaftlich untersucht u. ist nicht belegt.

Heute haben wir nicht mehr die Umweltbedingungen wie damals. Igel als Insektenfresser fressen hauptsächlich Laufkäfer u. nachtaktive Insekten, Da sie weder Beutegreifer noch Jäger, sondern Sucher und Finder sind, nehmen sie auf ihren Wanderungen alles was vor die Nase kommt - also auch Würmer und Schnecken - So weit wie gehabt.

Nur - Igel sind Kulturfolger geworden und leben in der Nähe des Menschen. Menschen bieten in ihren Gärten Unterschlüpfe, Da wir ohne es wirklich zu wissen keine heimischen Pflanzen mehr in den Gärten haben und die wenigen vorhandenen Arten noch als Unkräuter ausreißen, fehlen die Arten an Insekten, die diese Pflanzen als Nahrung u. Kinderstube benötigen.

Durch die Aufnahme von überwiegend den Zwischenwirten der Innenparasiten verparasitiert der Igel unverhältnismäßig u. ist geschwächt.

In der Überwinterung fehlen auch Nahrungsstoffe aus der Natur - Wir sind halt nicht so gut wie Mutter Natur. Und daher wird das Immunsystem des Igels in der stressigen Gefangenschaft nun wirklich nicht durch die hohe Belastung mit Innenparasiten trainiert - im Gegenteil.

Wir entwurmen natürlich auch nur bei stärkerem Befall - nicht bei geringem Befall.
(Schon gar nicht Jungtiere ohne Symptomatik. Wir kontrollieren nur u. erleben häufig unser blaues Wunder.)
Aber dann nach Kotuntersuchung gezielt und richtig.(Nicht unbedingt vollständig)

Übrigens -die Broschüre Igel in der Tierarztpraxis ist kein Mutti betuliches Ach wie niedlich Heftchen, sondern von engagierten und vor allem igelerfahrenen Tierärzten für ihre Kollegen und qualifizierte Stationen geschrieben worden.



Ich habe auch gleich nach einer Kotuntersuchung gefragt. Dort teilte man mir aber mit, dass man eine Entwurmung aus 2 Gründen nicht so gerne macht. Zum einen ist er sehr klein und noch ein Fliegengewicht und zum andern, ist man dort der Auffassung, dass man nur entwurmt, wenn auch Probleme vorliegen. Ansonsten soll das Immunsystems des Igels selbst damit fertig werden und dadurch gestärkt werden. Sie meinte zu mir, wenn ich ihn im Frühjahr wieder aussetzte, wird er dann mit Würmern in Berührung kommen und dann ist das Immunsystem bei einem entwurmten Tier Oft nicht stark genug.

Naja, so oder so, erst einmal soll der kleine schön an Gewicht zu legen. Ich habe ihn bisher mit Hundefutter und etwas Haferflocken gemischt angeboten, gibt es etwas was besonders gerne gefressen wird?


Ich wünsche Ihnen, daß Sie einen problemlosen stacheligen Gast haben. Beobachten Sie ihn bitte gut. Ein Wildtier zeigt oft seine Erkrankung erst an, wenn sie schon sehr weit fortgeschritten ist.


Vielen lieben Dank für die Hilfe. Finde es richtig toll, dass sie hier mit Rat und Tat zur Seite stehen!

Gerne

L.G:karin Oehl

This post has been edited 2 times, last edit by "Karin Oehl - Pro Igel e.V." (Oct 22nd 2013, 6:58pm)


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Tuesday, October 22nd 2013, 6:03pm

Hallo Shajashaja (Warum muß der Nickname soooooo schwierig sein?)

Ich antworte mal in Ihrem Schreiben.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

6

Tuesday, October 22nd 2013, 9:22pm

8) Hallo,

"Übrigens -die Broschüre Igel in der Tierarztpraxis ist kein Mutti betuliches Ach wie niedlich Heftchen, sondern von engagierten und vor allem igelerfahrenen Tierärzten für ihre Kollegen und qualifizierte Stationen geschrieben worden. "


Ich wollte auch nichts gegen diese Beoschüre sagen, ganz um Gegenteil, ich fand sie sehr informativ und ausführlich.
Und gerade weil wir im Studium nichts über Igel gefahren, interessiert es mich sehr. Zumal ich natürlich bei der Kleinen alles richtig machen möchte.


Und ehrlich gesagt, ist es ein schwieriges Unterfangen überhaupt eine Tierarztpraxis zu finden, die sich gut mit Igeln auskennen. Habe gestern Nachmittag noch etwas herum telefoniert.
Deshalb erschien mir die Heimtierklinik als die beste Wahl.
Und dann ist es natürlich auch schwierig die Informationen zu bewerten, eben weil mir das Wissen fehlt.


Und gerade deshalb ist es eben auch schön, dass es solche Seiten gibt.


Nun habe ich aber doch noch eine Frage. Ich bekomme die kleine nicht so richtig ans fressen. Ist isst selbstständig aber nicht viel. Vielleicht so einen Löffel voll Hundenassfutter hat sie heute zu sich genommen... Das erscheint mir recht wenig... Gibt es einen Trick, wie ich sie besser ans Futter bekomme? Oder muss ich mich einfach doch die Nahrungsmittel testen?

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Tuesday, October 22nd 2013, 10:16pm

Sie können es mal mit Rührei versuchen. Kennen Sie schon den Futterplan hier aus dem Forum? Bei meinen Pflegeigeln hatte ich mit den "Fleischmahlzeit" - Sorten vom Katzenfutter den besten Erfolg.

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Wednesday, October 23rd 2013, 6:24am

Hallo und guten Morgen

zunächst mal danke für die freundlichen Worte. Tut auch mal gut.

Wir wissen, daß bezgl Igel noch viel im Argen liegt -sowohl bei den Tierärzten, wie auch bei vielen Praktikern. Wir arbeiten dran, daß die richtigen Informationen breit veröffentlicht werden u. Pro Igel e.V. ist da emsig u. immer auf dem neuesten Stand. Leider sind viele Akademiker (Tierärzte) nicht so aufgeschlossen wie Sie. (Na ja, Igel bringen ja meist auch mehr Flöhe als Mäuse in die Praxis, so daß das Interesse an den stacheligen Patienten nicht so groß ist.) Igel sind das am häufigsten in der Tierarztpraxis vorgestellte Wildtier und die Unsicherheit ihm gegenüber ist groß - sehr groß.

Versuchen Sie es doch bei Ihrem Stachler mal mit Hills a/d, das man auch in der Spritze aufziehen kann u. ggf mit Spritze zunächst mal ins Mäulchen direkt gibt.

Bieten Sie doch statt Hundefutter besser Katzenfutter an, es enthält mehr Eiweiß und geben sie ein paar Tropfen guten Pflanzenöls dazu, denn Igel brauchen mehr Fett, als in dieser Nahrung enthalten ist.

Wegen der Zusatzstoffe in Katzenfutter bekommen Igel oft einen sehr weichen und übel riechenden Stuhl. Wenn Sie ein klein wenig Kleie dazu geben, ist das Problem auch gelöst

Haben sie mal im Forum den Futterplan gefunden?

Wir essen doch nicht gern täglich Spinat u. auch unsere Igel mögen Abwechslung. Es sind Individuen - was der eine nur will, verabscheut der Andere.

Viel Glück

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

This post has been edited 1 times, last edit by "Karin Oehl - Pro Igel e.V." (Oct 23rd 2013, 7:04am)