You are not logged in.

1

Thursday, December 6th 2012, 7:44am

Igel richtig überwintern

Hallo,

ich habe vor 11 Tagen einen Igel gefunden mit 350 g. Habe ihn wärmer in eine Kiste und gefüttert mit Katzenfutter und Wasser.
Nach einer Woche hatte er dann 515g. Im Tierheim in unserer Nähe, sagte man mir 500g sollten reichen.
So bekam er ein neues Gehege mit Schlafhaus. Die Kiste ist aus aus Holz, das Schlafhäuschen auch. Habe auf zwei Seiten das Schlafhäuschen mit Zeitungspapier isoliert. Die Kiste ist auch oben verschlossen und hat seitlich nur Luftschlitze.
Wasser und Futter stehen in der Kiste bereit. Die Kiste steht jetzt im Freien, bei uns schneit es momentan schon.
Ich habe den Igel ins Schlafhäuschen gesetzt und seitdem ist er nicht wieder aufgestanden.
Ist er nun schon im Winterschlaf?
Nachdem ich hier gelesen habe, dass Igel 600-700g haben sollten, bin ich unsicher.
Soll ich ihn nochmal aufwecken und wärmer stellen und noch eine Zeitlang füttern?

Ich wäre für gute Ratschläge sehr dankbar.
Vor 5 Tagen habe ich wieder einen Igel gefunden. Der steht noch warm, frisst auch, hat aber erst 400g.

Wie mache ich es am Besten

Vielen Dank

Marianne

2

Thursday, December 6th 2012, 7:49am

Hallo Marianne

Hätten Sie sich doch vorher mal gut informiert,

Nein, jetzt wecken Sie das Tier nicht mehr auf. Die Isolierung muss noch verbessert werden

So geht es einfach nicht.

Entweder schläft er fest, dann müssen Sie warten, bis er seine knappen Reserven verbraucht hat und von allein wahrscheinlich vorzeitig erwacht oder er ist ausgebüxt und seinem Tod entgegen gelaufen oder er ist gestorben

Das verdammte Gewicht!

Es ist doch nicht allein entscheidend, ob ein Igel Hilfe braucht

Wenn ein Wildtier sich finden läßt, stimmt meist was nicht und ich lese auch bei Ihnen nichts von einer Kotkontrolle, von einer ggf notwendigen Behandlung, und die Unterbringung ist nun wirklich nicht sonderlich gut.

Hätten Sie sich doch zuvor mal an uns gewandt oder im Internet auf der richtigen Seite recherchiert

www.pro-igel.de

Nun heißt es abwarten , beobachten, Futter und Wasser hinstellen und anbieten und wenn sich das Tier noch mal zeigt, hereinnehmen und alles richtig machen

Mit freundlichem, aber auch traurigem Gruß, weil noch immer viel zu viele Igel an unserer Liebe aber fehlenden Sachkunde leiden und sterben müssen

Karin Oehl

3

Thursday, December 6th 2012, 8:08am

Igel richtig überwintern

Hallo Frau Oehl,
ich habe mich bei uns im Tierheim informiert.

Und da ein Tierheim für Haustiere da ist und viele Pappnasen feste mitquaken, obwohl sie von Fröschen -hier Igeln keine Ahnung haben, sind Sie als unbedarfter Mensch toll drauf reingefallen. Das ist kein Vorwurf an Sie, aber es ist Fakt.

Besser hätten die im Tierheim mal auf Pro Igel verwiesen, denn Pro Igel e.V: ist fachlich anerkannt und überall bekannt.

Die sagten mir, wenn er keine Zecken, Flöhe, Würmer hätte und fressen würde sei er gesund.

An der Aussage sieht man schon wie dumm die sind. Die wirklichen Probleme sind nicht die sichtbaren, sondern die im Inneren. Ich sag ja - keine Ahnung aber plappern!

Wenn er dann 500g hat könnte ich ihn rausstellen. Wir haben ihn mit Lupe nach Zecken, Flöhen und Würmer angeschaut. Von Stuhlproben oder Tierarzt haben die im Tierheim nichts gesagt, sonst hätte ich es natürlich gemacht.

Wenn Dummheit weh täte, könnten wir es vor Lärmbelästigung nicht aushalten.

Gefressen hat er sehr gut, als er noch wärmer stand. Er hat auch in 6 Tagen 165g zugenommen und war sehr fit und munter.

In der Kiste sind Luftschlitze. Vom Schlafhäuschen kann er in den "Vorraum". Ich kontrolliere 2x am Tag. Aber er ist nicht aus dem Schlafhäuschen gekommen. Die Kiste mit Schlafhäuschen steht aber draussen geschützt am Haus.

Wie klein oder groß ist die Kiste denn? Hat er überhaupt die Chance einer Lauffläche und stellen Sie ihm wenigstens für ein Wiedererwachen, was möglich ist, Wasser und Katzentrockenfutter rein.

Ich decke in der Nacht, die Kiste mit Decken ab, dass es besser isoliert ist. Das Wasser in der Kiste ist nicht gefroren.
Da ist er doch sicher noch nicht erfroren?
Was ist, wenns kälter wird (so wie letzten Winter- 3 Wochen minus 20 Grad)?


Dann stellt man spät abends heißes Wasser rein oder wenn Schnee liegt, lockeren Schnee.


Wie kann ich die Kiste besser isolieren? Styrophor soll man ja nicht nehmen.

Nein, kein Styropor.


Die Kiste steht nicht direkt auf dem Boden, also auf einem Regal. Sie hat auch oben einen Holzdeckel und seitlich Luftschlitze.

Es wäre besser eine Doppelkiste zu haben, deren Hohlräume mit Zeitungsknüllpapier oder besser noch Stroh ausgestopft sind

Wenn es eine Kiste auf einem Regal steht, kann sie ohnehin nicht groß genug sein, daß sie für den Notfall (Notdurft etc.) Lauffläche bietet, es ist bestenfalls ein Schlafhaus. Lesen Sie sich mal genau bei Pro Igel ein. (Bes. Merkblatt Pflege hilfsbedürftiger Igel)


Das Forum hier, habe ich leider erst gestern entdeckt. Schade!



Viele Grüße

Marianne

This post has been edited 1 times, last edit by "Karin Oehl - Pro Igel e.V." (Dec 6th 2012, 8:33am)


4

Thursday, December 6th 2012, 8:36am

Hallo Waldgeist

Schade, daß Sie uns erst so spät gefunden haben - hoffentlich für Ihren Igel nicht zu spät.

Es scheint Ihnen, daß ich Vorwürfe mache, das sollten Sie nicht so sehen. Wer wie ich täglich zig mal mit so viel Unzulänglichkeiten und Mist konfrontiert wird, wird schon mal sehr deutlich. Bitte sehen Sie es nicht persönlich, sondern als mein verzweifeltes Bemühen, so viel Mist irgendwann mal auszumerzen zum Wohle der Igel, denen ich seit mehr als 30 Jahren zu helfen versuche.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

Ach bitte verweisen Sie mal Ihr tolles Tierheim auf Pro Igel (Oder drucken Sie die aus!) und vielleicht bestellen Sie mal die kostenlosen Infos und schenken Sie denen zu Weihnachten.

Könnte vielen Igeln helfen.

5

Thursday, December 6th 2012, 8:54am

Igel richtig überwintern

Liebe Frau Oehl,

vielen Dank für ihre promte Antwort.

Ich hab schon gewusst, dass es mit Igeln problematisch ist, darum habe ich im Tierheim bei uns in der Nähe, angerufen.

Ich war aber jetzt auch nicht untätig.
Habe im Netz gelesen, dass in Garmisch auch ein Tierheim mit Igelstation ist.
Nun habe ich angerufen und vereinbart, dass ich meine beiden Igel zur Überwinterung bringen kann.
Wir haben Montag vereinbart, da ich die nächsten Tage kein Auto habe und es schneit bei uns fürchterlich mit schlechten Straßen-
verhältnissen.
Durch die Fahrt wird der Igel zwar wieder wach, aber in Garmisch (35km von hier) wollen sie noch untersuchen und weiter füttern.

Im Frühjahr hole ich sie wieder zur Auswilderung.
Bei uns hätten sie ja idelaes Gebiet, mit Sträuchern, Bäumen, Bächlein neben unserem Grundstück. Wir wohnen ja auf dem Lande.

Ich habe das Gefühl, dass die Beiden in Garmisch gut aufgehoben sind.
Ich werde auch was spenden, so dass die Kosten gedeckt sind.
Das sind mir die Kleinen schon wert. Hauptsache sie haben eine bessere Chance.

Ist das die richtige Lösung für die Igel?



Vielleicht kommen sie durch und halten sich im nächsten Sommer, dann in der Nähe unseres Grundstückes auf. Wäre schon schön.
Im letzten Sommer habe ich im Garten, abends immer einen großen Igel gesehen.

Vielen Dank nochmal

Marianne

6

Thursday, December 6th 2012, 9:32am

Igel richtig überwintern

Hallo Frau Oehl,

hab gerade noch Ihre Fragen gelesen:

Kiste ist 80x80, ich weiß, zu klein, habe aber nicht mehr Platz.
In der Kiste steht das Schlafhaus = 30x30

Vor dem Schlafhaus steht warmes Wasser, Trockenfutter und nasses Katzenfutter bereit.

Habe die Kisten mit Decken abgedeckt.

Wenns Wetter besser wird, mache ich ein paar Fotos.

VG

Marianne

7

Sunday, December 16th 2012, 9:25am

Hallo Frau Oehl,

nun komme ich endlich dazu weiter zu berichten.

Nachdem ich eine Igelstation in Garmisch ausfindig gemacht habe, habe ich meine beiden Igel (nach Absprache)
dort hingebracht. Ich habe die Dame dort auf Igel-pro angesprochen und sie meinte, so würden sie es auch handhaben.
Als ich dann nach Hause kam, es war später nachmittag hat mein Mann frische Spuren entdeckt.
Wie es aussah, waren es Igelspuren ums ganze Haus. Wir hatten aber schon 60cm Schnee.

Ich habe gleich die Kiste mit Schlupfloch aufgestellt. Einen Karton mit Papierschnipsel reingestellt, sowie Futter und warmes Wasser.
Ich bin immer wieder ums Haus und hab geschaut. Nach 1 Stunde hat es schon in der Kiste geraschelt.
Als ich reinschaute, war schon der kleine Igel drin und hat bereits gemampft. Anschließend hat er sich gleich im Schlafkarton verkrochen. Ich glaube, er hat es genossen.

Wir haben ihn wärmer gestellt und gewogen (400g).
So habe ich ihn gleich nach Rücksprache am nächsten Tag ebenfalls in die Igelstation gebracht.

Leider habe ich nicht die Möglichkeit sie über den Winter zu pflegen.
Hab ich aber erst durch ihr tolles Forum erfahren.
Im Frühjahr werde ich sie wieder abholen und die Drei in der gewohnten Umgebung auswildern.
Ist das gut so????

Ich möchte mich dann wieder bei Ihnen melden, um Alles richtig zu machen.

Viele Grüße
und Ihnen und allen Anderen in diesem Forum

ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest

Marianne

8

Sunday, December 16th 2012, 9:52am

Hallo Marianne

Sicher ist es gut so, die Igel aufgenommen zu haben,

Wenn ich dennoch ein säuerliches Gesicht ziehe, dann deshalb, weil mir zu viele Leute sagen, ich kann das nicht leisten.

Igelstationen sind Privatinitiativen, die Hilfe anbieten -nicht alle Igelstationen sind gut, Ich hoffe, Sie haben eine gute erwischt.

Ich finde es nur nicht fair und ärgere mich jedes Jahr aufs Neue, wenn Leute nur den kurzen Gedankengang haben - da ist ne Stelle, da bring man hin - ohne sich Gedanken zu machen, daß diese Stationen in der Regel Privatinitiativen , also von Menschen wie Sie es sind, nämlich Privatleute sind, die neben Beruf und Haushalt ,die Arbeit und Kosten wie selbstverständlich aufs Auge gedrück kriegen

Wir haben alle nicht den dicken Geldsack hinter uns und mit Zuckerwasser kriegen wir die Tiere nicht groß, Es geht auf unsere Kraft und unseren Geldbeutel

Natürlich ist es gut, daß Sie die Augen aufgemacht haben und gemerkt habe, daß da Tiere Hilfe brauchen und Sie haben sich kompetente Hilfe gesucht.

Und das bieten wir ja auch an, Hilfe heißt aber nicht, daß wir allen Igelfindern die Arbeit und Unkosten abnehmen können unbegrenzt.

Wer ein Tier aufnimmt, übernimmt Verantwortung - nicht nur durch Aufnahme und irgendwo hinbringen.

Bitte mal in einer ruhigen Minute darüber nachdenken, ob es nicht bei gutem Willen doch eine Möglichkeit gegeben hätte, sich schlau zu machen und es mal schön selbst zu machen.

Wir Stationen werden jeden Herbst mit Igeln zugeschmissen und es ist den Findern wurscht, daß wir, wenn sie gemütlich unter dem Weihnachtsbaum sitzen, im Keller hocken und Scheiße räumen.

Nicht daß wir uns mißverstehen, Wir bieten gern Hilfe an und unser Kompetenz und wir setzen viel Geld ein , denn wir zahlen alles aus eigener Tasche und selten daß mal eine Unterstützung kommt - je nach Stationsgröße ist das erheblich -bei mir landen pro Jahr um die 200 und mehr Tiere an. Ich zahle auch Futter, Medikamente, Einwegmaterial, Info-Material, Müllentsorgung Tierarztkosten, ertrage die Nöte und Sorgen, wenn Tiere nicht zu retten sind, u. u. u. Darüber machen sich Igelfinder in der Regel keinen Kopp, denn sie meinen, das bißchen päppeln, wie es die Medien vermitteln kann ja nicht so schlimm (für Andere - für mich schon) sein. Und dafür sind die doch da!

Nein, wir sind keine Institutionen , auf deren kostenlose Leistung man 365 Tage im Jahr und zu jeder Tages-u. Nachtzeit einen ANSPRUCH hat.

Es stößt sauer auf, wenn wir nur ausgenutzt werden als Abgabestelle, weil Finder sich die Mühe nicht machen wollen und immer wieder uns sagen - wir können nicht. Natürlich können wir nicht, wenn wir nicht wollen. Nach mehr als 30 Igeljahren kann ich ein Lied davon singen.

So ,das mußte jetzt auch mal raus.

Karin Oehl

9

Monday, December 17th 2012, 8:02am

Guten Morgen Frau Oehl,

ich kann ihre Reaktion gut verstehen.
Aber wir haben uns sehr viele Gedanken darüber gemacht, wo wir sie unterbringen.
Unser Vorraum am Haus (6-10Grad) ist zu klein, dass ich 3 Igel mit genügend Auslauf unterbringen kann.
Wenn ich sie nach draußen stelle, dann wäre es womöglich zu kalt geworden. Wir hatten ja letzte Woche schon
2 Tage mit minus 15 und minus 20 Grad.
Im letzten Januar hatten wir 3 Wochen lang diese Kälte von minus 20 Grad.
Ich hatte die Befürchtung, dass sie dies nicht überleben werden. Denn in der Natur wärmt ja der Schnee.
Die Igelstation hat es mir selbst angeboten, die Igel in der Station überwintern zu können, da ich nicht die richtigen
Bedingungen schaffen kann.
Schuppen oder Gartenhaus haben wir leider nicht.
Ich hatte schon eine ganze Menge Katzenfutter gekauft. Im Geschäft haben sie mich schon gefragt, wieviele Katzen ich hätte.
Das Futter habe ich in der Igelstation abgegeben und auch eine Geldspende gemacht.
Meine Adresse ist in der Igelstation hinterlegt, mit der Vereinbarung für Tierarztkosten aufzukommen.

Ich konnte doch die kleinen Igel nicht bei 80 cm Schnee einfach laufen lassen. Irgendwas musste ich doch unternehmen.
Im letzten Jahr hatten wir 150 cm Schnee.
Ich hab mir die Igelstation auch angeschaut und hatte einen guten Eindruck.
Auch das Personal schien mir sehr kompetent.

Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber ich hatte keine andere Möglichkeit.
Mein Mann hat sogar zwei Kisten mit Schlafhaus gebaut aus Holz.
Ich weiß, wieviel Arbeit es macht, den 1. Igel hatte ich ja bereits 2 Wochen betreut.
Ich weiß auch, dass der Winter nicht nur aus 2 Wochen besteht. Und ich weiß, was die Betreuer in Tierheimen leisten müssen.
(und ich kenne auch die Gefühle, wenn ein Tier nicht zu retten ist. Ich habe seit 30 Jahren Katzen die uns sehr an Herz gewachsen sind bzw. waren) Und ich weiß auch, wie hoch die Tierarztkosten bei einem kranken Tier werden können und habe nie etwas unversucht gelassen egal, wie hoch die Kosten waren.

Im Frühjahr, so habe ich es abgesprochen,sobald es die Witterung zulässt, werde ich die Igel wieder holen, um sie dann in
der gewohnten Umgebung auszuwildern und auch zufüttern kann.

Viele Grüße

Marianne

10

Monday, December 17th 2012, 9:42am

Hallo Marianne

Es ist gut so, daß Sie die Igel reingenommen haben.

Sie waren einfach zu klein

Ich weiß nicht in welcher Station sie die Tiere abgegeben haben - meist ist die Belegschaft eines Tierheimes sehr freundlich, das Heim sauber, aber von Igeln haben sie oft sehr wenig Ahnung.

Das kann ein Laie nicht erkennen.von annehmenden Tierheimen und Zoos höre ich fürchterliche Dinge.

Hoffen wir mal, daß es gut geht.

Dennoch - meine grundsätzlichen Erfahrungen mit dem mal eben abgeben in mehr als 30 Jahren sind leider so, wie ich es schrieb und das muß einfach mal raus.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

11

Monday, December 17th 2012, 10:35am

Hallo Frau Oehl,

ich habe die Igel im Tierheim Werdenfels in Garmisch abgegeben.

Die Igelstation war sehr sauber, auch die Gehege in denen die Tiere untergebracht sind, waren vorbildlich.
Eigener Tierarzt, der sich auch mit Igeln auskennt, wie mir schien.
Es hieß, es werden erst Kotproben genommen, ehe behandelt werde.

Sicher kann der Eindruck trügen, aber ich habe schon schreckliche Sachen anderswo gesehen.

Einfacher wäre es für mich gewesen (der passende Überwinterungsplatz vorausgesetzt) die Igel selbst zu betreuen,
als bei starkem Schneetreiben und sehr schlechten Straßenverhältnissen 2x 70km zu fahren.


Vielen Dank

Marianne

12

Monday, December 17th 2012, 10:59am

Noch ein Nachtrag:

Das Tierheim Werdenfels weist sogar im Blog auf www.pro-Igel.de hin!!!!!!

Schauen sie sich mal die Homepage an, ich bin mir sicher, die Igel sind dort sehr gut aufgehoben.

VG

Marianne

13

Monday, December 17th 2012, 11:29am

Hallo Marianne

Das hört sich gut an.

Sicher verstehen Sie mich, wenn Sie auch schon so viel Anderes gesehen haben und vor allem liegt die Last dann nicht nur auf einer Schulter bei Privatleuten.

Daß bei Ihnen andere klimatische Verhältnisse herrschen als hier - wen wundert es.

Hier in der milden Rheinschiene sehen wir selten mal ein paar Tage Schnee, dafür viel Regen und dunkle Wolken



Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

14

Monday, December 17th 2012, 1:02pm

Hallo, Frau Oehl,

gerade unsere klimatischen Verhältnisse haben mich dazu bewogen Hilfe zu suchen.

Würde denn überhaupt ein Igel überleben bei minus 20 Grad über Wochen, in einem mit Zeitungen isolierten Schlafhaus?

Ein energieraubender Dämmerschlaf bei 6-8 Grad wäre wahrscheinlich ebenfalls nicht anzuraten gewesen.

Ich hätte nur Bedingungen zwischen zu warm und zu kalt schaffen können.

Alleine draussen wäre aber auch der sichere Tod für die Igel gewesen.

Wo kann ein Igel überhaupt noch Unterschlupf finden, wenn alles zugeschneit und zugeweht ist?

Also bleibt nur die Möglichkeit ihn reinzunehmen und eine passende Lösung zu finden.

Vielleicht gibt es deshalb so wenig Igel bei uns, weil das Klima einfach nicht passt. Passender Lebensraum wäre ja genügend vorhanden. (Bäume, Sträucher, Schuppen, Laub und Gehölz)

VG

Marianne

15

Monday, December 17th 2012, 2:15pm

Hallo Marinanne

Zunächt Folgendes

In Gegenden, wo Igel leben, überleben sie auch in klimatisch für uns schwierigen Bedingungen.

Wenn dort wie hier am Tag ein Igel gefunden wird oder bei Einbruch des Winterwetters ein Igel unterwegs ist , der unter 500 g wiegt, dann ist er nicht nur untergewichtig, ohne die nötigen Speckreserven, die für einen erfolgreichen Winterschlaf nötig sind, sondern so ein Tier ist in der Regel untergewichtig, weil verwurmt und nicht gesund. Es ist bei spät im Jahr geborenen Jungtieren häufig so, daß wenn sie das Nahrungsspektrum für den Insektenfresser so verändert, vorwiegend Würmer und Schnecken fressen. Das ist meist noch zu haben.

Gerade diese Tiere sind die Zwischenwirte der Innenparasiten und ein stark verwurmtes Tier wird schwach und häufig kommt es zu Sekundärinfektionen, die ein Laie erst erkennt, wenn die Tiere nicht mehr zu retten sind.

Es ist also nicht das berühmte Päppeln, nicht allein die Unterbringung, sondern Sachkunde gefragt. Pro Igel leistet da mit seinen Informationen wirklich hervorragende Arbeit.

Tierärzte lernen im Studium so gut wie nichts über Igel, obwohl Igel das am häufigsten in der Tierarztpraxis vorgestellte Wildtier ist. Und Igel bringen mehr Flöhe als Mäuse in die Praxis, also interessiert man sich häufig nicht für Fortbildung, schon gar nicht, wenn die Igelkundigen keinen Dr. Titel vorzuweisen haben. Der akademische Dünkel verhindert oft die Aufnahme wissenschaftlich haltbarer Informationen, wie sie Pro Igel durch engagierte und kundige Tierärzte für Kollegen veröffentlicht.

Viele Igel sterben durch tierärztliche Behandlung, die der Sachkunde entbehrt, aber die tiermedizinischen Koryphäen sind häufig an Ignoranz und Aufgeblasenheit nicht zu toppen.

Wie gut, daß es zunehmend, vor allem jüngere Tierärztinnen sind, die doch sehr interessiert sind und sich wirklich toll auch um Igel bemühen. Da spürt man noch was vom Berufsethos.

Nun sind die Igelfinder häufig nicht kundig und noch sehr Medizinergläubig, wenn der Tierarzt was macht, wird es schon richtig sein, wenn es nicht gut geht, ist eben Pech gehabt, oder sie geben aus Feigheit den Tierärzten kein Feedback.

Tierheime sind für Haustiere da und oft werden Igelfinder abgewiesen mit den tollsten Gründen, schlecht beraten und wenn man Igel aufnimmt, werden sie häufig nicht nur nicht sachkundig versorgt, sondern auch von Zoos ist bekannt, daß sie völlig sachunkundig gehältert werden, so daß die Überlebensrate gering ist.

Häufig arbeiten Tierheime mit Billigpersonal, von denen man Engagement und Sachkunde einfach nicht erwarten kann, bestenfalls freundliches Auftreten.

Das ist die Erfahrung, die ich in vielen Jahren in denen ich mit Igeln arbeite, leider machen mußte und ein Umdenken, der Weg zu deutlicher Besserung dieser Zustände ist mühsam, geht zu langsam voran.

Ebenso ist es , bes. hier im Speckgürtel von Köln, häufig so, wie ich es anfangs beschrieb-

Der Gedankengang - ach, da ist ne Frau da bring man hin, ich bin der große Tierschützer, ist mehr als häufig vertreten. Und diese Leute haben sogar ein wenig Recht, denn es sind viele Menschen, die gar nicht nachdenken und nicht zufassen und ggf noch totfahren, wo es nicht nötig wäre und ein hilfloses Tier einfach liegen lassen

Und in jedem Jahr erlebt man es zig mal, darum mußte das alles einfach mal von der Seele und Kollegen überall berichten das Gleiche, wenn sich die stacheligen Leute von Pro Igel irgendwo zur Fortbildung treffen - in diesem Jahr Nähe Nürnberg.

Und es ist ja Sinn dieses Forums, Leuten zeitnah zu helfen, sie zu informieren, wenn sie das Malheurchen in der Hand haben und ganz gezielt Informationen brauchen.

Nein, Zeitungspapier allein isoliert nicht ausreichend, wir empfehlen ja auch möglichst Haferstroh, was aber schwer zu beziehen ist, dann also Stroh, gut ausgeschüttelt wo man den Igel hineingibt. Wenn er sich ein Bettchen macht, indem er z. B. Küchenrolle oder Zeitungspapier mit reinzieht, ist es doch gut.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

This post has been edited 1 times, last edit by "Karin Oehl - Pro Igel e.V." (Dec 18th 2012, 6:50am)