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Tuesday, March 23rd 2010, 8:58pm

Nach Beendigung des Winterschlafs hat mein Zwerg wieder Stachelausfall

Mein Igelchen hatte vor Beginn seines Winterschlafes einen relativ starken Stachelausfall (Milben waren keine zu finden), den ich mit Hilfe hoch dosierter Biotingaben aber soweit in den Griff bekommen hab, dass pro Nacht nur noch höchstens 3 Stacheln im Gehege zu finden waren.Das Biotin hab ich ins Katzennassfutter gemischt, die letzten 2 Wochen vor dem Einschlafen hat er dieses aber verweigert und nur noch Trockenfutter gefressen, so dass ich nicht weiter Biotin geben konnte. Auf den kahlen Stellen (zwei, jeweils ca. 3 x 3 cm große auf dem Rücken und eine über 10 cm lange und 3 cm hohe Stelle über dem Fell seines Hinterteils) sind bisher keine neuen Stacheln nachgewachsen. Ich hab gehofft, dass das Problem nach Beendigung des Winterschlafs (der ohne Probleme war) durch die Stoffwechselumstellung vorbei ist, aber heute hab ich meinen Zwerg zum 1. Mal wieder rumlaufen sehen und gleich mal 20 Stacheln gefunden! Nach wie vor verweigert er das Nassfutter, frisst nur sein Trockenfutter, so dass ich ihm kein Biotin geben kann. Was kann ich tun? (Gewicht = 696 g, hat nur 60 g während des Schlafens abgenommen). Wer weiß Rat - liebe Grüße von einem ratlosen Stacheltierchen ?(

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Thursday, March 25th 2010, 7:06pm

Jungigel mit Stachelausfall

Guten Tag Igelfreundin Stacheltierchen!

Auf die Frage ist aus der Ferne schwer zu antworten, das vorweg. Ferndiagnosen sind unmöglich!

Stachelausfall im Jugendalter eines Igels als Stachelwechsel ist normal. Die meisten Jungigel verlieren ihre Jugendstacheln erst nach dem Winterschlaf, dann wächst das Stachelkleid des erwachsenen Igels nach. Wenn ein Igel aus dem Winterschlaf erwacht und zwanzig Stacheln verliert, so ist das kein Alarmsignal. Maßgebend wäre in diesem Fall, ob der Verlust weiterer Stacheln die kahlen Stellen vergrößert.

Denn die kahlen Flächen geben zu denken. Wenn keine Milben nachgewiesen wurden, dann könnte vielleicht ein Pilzbefall vorliegen? Man sollte also eine parasitologische Kotuntersuchung machen, außerdem die Stellen, an denen die Stacheln fehlen, genau anschauen und ggf. ein Hautgeschabsel untersuchen lassen. ACHTUNG: Bei Verdacht auf Pilz sorgfältigste Hygiene zu beachten, stachelsichere Handschuhe tragen! Der Befall mit dem „Igelpilz“ Trichophyton mentographytes var. erinacei ist eine Zoonose, also hoch ansteckend auch für Menschen, eine äußerst langwierige Erkrankung. Zur Therapie des Igels siehe „Igel in der Tierarztpraxis“ (auch online unter http://www.pro-igel.de/merkblaetter/publpdfs/tierarzt.pdf ), Seite 21.

Der Igel mag auch frühere Verletzungen gehabt haben, (evtl. schon in der Babyzeit), die eine Narbenbildung zur Folge hatten. Auf Narben wachsen niemals Stacheln nach - da hilft kein Biotin und auch sonst nichts, ganz wie bei Narben, die Menschen davon tragen, dort wachsen keine Haare mehr.

Eine - einseitige - Ernährung mit Trockenfutter ist nicht gut, sie kann zu Mangelerscheinungen führen, das kann (!) auch zu Stachelverlust führen. Wird ein Igel ausgewogen ernährt, hat er keine Mangelerscheinungen. Man sollte also Igel, die auf eine Nahrung fixiert sind, unbedingt „überlisten“, vielerlei anbieten und oder unter das eine geliebte Fressen langsam steigernd die nötige fett- und eiweißreiche Nahrung mischen ( siehe auch http://www.pro-igel.de/igel_gefunden/ernaehrung.html ), bis man dann diese allein reichen kann. Es funktioniert - man muss Geduld haben.

Nicht außer Acht zu lassen ist die Frage, ob neben Biotin vielleicht auch noch andere Vitamine gegeben wurden. Wenn ja - sofort absetzen! Zu viele Vitamine vergiften, machen appetitlos und bessern gar nichts!

So wie die Fehlstellen beschrieben sind, könnte man den Igel aber bei seinem ganz guten Gewicht auch bald auswildern, wenn die Stacheln nicht nachwachsen.

Alles Gute für den Igel,
wünscht Ulli Seewald