Hallo Tuelli
Ich versuche mal Ihre Fragen zu beantworten
Igel sind auf Winterschlaf programmiert und die Kälte ist nicht allein für die Winterschlafbereitschaft maßgebend.
Wenn der Igel diese Kälte aber nicht hat, verfällt er in einen Dämmerschlaf, der , wie Sie sehr richtig dargestellt haben, viel Fettreserven verbraucht, Er wacht auf, findet keine adäquate Nahrung, Igel sind ja Insektenfresser und die sind im Winter, egal ob lau oder streng, nicht vorhanden. Also nimmt der Igel, was er kriegen kann, bestenfalls als Magenfüller noch Würmer und Schnecken, aber das sind bekanntermaßen seine Innenparasiten -Lieferanten und so wird der Igel stark verwurmen und die Sekundärinfektionen können ihn angreifen. Außerdem machen dem herumwandernden hungrigen Igel schon Kälte und Nässe zu schaffen.
Die Nässe spielt wohl weniger eine Rolle, da der Igel sich normalerweise schon eine Stelle für sein Winterschlafnest sucht, die ihm sicher erscheint. Lediglich Igel, die ihren ersten Winterschlaf machen, sind noch etwas unerfahren und sie sind wohl die am meisten gefährdeten Tiere , vor allem s. o. wenn sie hungrig umherwandern.
Kranke Igel sind immer geschwächt und Hunger tut sein Übriges, um das Immunsystem des Igels zu schwächen, Kälte, Nässe wohl auch und ich rechne, wie viele Igelleute mit einem hohen Verlust an Tieren in diesem Winter.
Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl