You are not logged in.

1

Wednesday, January 4th 2012, 10:42pm

ein Igel weniger

Heute Abend bekam ich einen kleinen Igel mit 300g gebracht. Wie der Igelfinder mir am Telefon schon sagte, rührte sich das kühle Kleine kaum und war ganz in sich zusammengekauert. Ich habe noch nie einen so kalten Igel in den Händen gehalten, das war schon ein komisches Gefühl. Flach geatmet hat "es". Trotz sofortiger Lagerung auf der warmen Wärmflasche und Positionierung an der Heizung ist das Tier verstorben. 'Nun liegt es im Keller und ist noch mehr in sich versunken. Die kleinen Pfötchen stehen steif aus der Kugel heraus ...Schade !

Leider kann man icht jedem Tier helfen.

Päppel

2

Thursday, January 5th 2012, 3:57pm

Hallo Wolfgang,

danke für die Rückmeldung, solange ich von Pro Igel nichts anderes höre probiere ich das langsamere Aufwärmen beim nächsten Mal aus.
Allerdings hoffe ich, dass es so schnell kein nächstes Mal gibt. Sonst brauche ich jede Menge Taschentücher für unsere Tochter ;( .

Nun buddeln wir unseren Todesfall nachher noch im Garten bei Schneeregen ein...super matschig.

Freundliche Grüße sendet
Päppel

3

Thursday, January 5th 2012, 4:01pm

toter Igel - Igel im Winterschlaf

Sind tote Igel genauso kalt wie winterschlafende Igel, eigentlich schon, oder ? Die Körpertemp. wird ja auf ca. 5 Grad Celsius runtergefahren. Verhalten sich die schlafenden Igel wie ein Toter ?

Menschen verhalten sich da angenehmer Weise anders....wobei dann im Todesfall sich Igel und Mensch wieder sehr ähneln, aber das ist eine andere "Geschichte".

grüßle
Päppel

4

Thursday, January 5th 2012, 4:22pm

hallo Päppel

Leider müssen wir immer mal wieder die Erfahrung machen, daß wir nicht allen Tieren helfen können.

Wenn ein Igel winterschläft, ist er zwar auch kalt, aber er reagiert auf Berührung.

Er ist fest eingerollt und die Stacheln stehn hoch.

ein toter Igel liegt offen und manchmal sehr verkrampft aussehend, er reagiert natürlich nicht mehr auf Berührung.

Wenn so ein Tier kommt - Zimmertemperatur, ein weiches Tuch und eine Wärmeflasche, die gerade Hauttemperatur hat - nicht mehr.

Wenn so ein Tier erwärmt und dann verstärkt Lebenswillen und Aktivität zeigt, kann man es erst behandeln. Erholt es sich nicht, können wir es nur in Frieden und Geborgenheit gehen lassen. Dann noch den Stress von Tierarzttransport, Wartezeit und die Spritze, die erlösen soll - - - also ehrlich, dann bevorzuge ich doch den natürlichen Gang der Dinge, dann kann ich so ein Tier auch ruhig der Natur zurückgeben.

Es sieht anders aus, wenn ein Tier kommt, das ganz offensichtlich leidet, sich quält und Schmerzen hat. Was meinen Sie , wie flott ich dann dem Tierarzt auf der Matte stehe.

Wir alle leiden, wenn ein Tier nicht mehr zu retten ist und am meisten leiden wir, wenn Kinder damit konfrontiert und unglaublich traurig sind.

Dennoch - wenn wir bei ihnen sind, sie beruhigen und erklären und kleine tröstende Rituale zulassen , werden sie mit der Realität umgehen können. Traurig sind Kinder und Erwachsene immer, wenn ein Leben verlöscht, aber es wird nicht mehr so eine Verzweiflung sein.

Daß dies auch bei Euch gelingt, wünsche ich als dreifache Mutter auch Ihnen.

Mit mitfühlendem Gruß

Karin Oehl, die das Kind gern mal in den Arm nehmen würde.

5

Friday, January 6th 2012, 11:23am

Hallo Frau Oehl,

der Igel hat sich auch nach einem Tag an der Heizung nicht mehr geöffnet. Ich dachte, dass die Leichenstarre auch bei Tieren nach einiger Zeit, bei mangelnder Aktivität vor dem Versterben verkürzt sich ja der Zeitraum der Starre, nachlässt. Dieser Kandidat hat weder geatmet, noch auf Berührung reagiert. Wir haben ihn gestern Abend beerdigt.
Hoffentlich haben wir kein lebendiges Tier begraben. Das wäre furchtbar !

Letzten Sommer fand ich auf der Strasse einen kranken Igel, den ich dann dem TA vorgestellt habe. Es erhielt Antibiotikum und ne Aufbauspritze. Ich wollte schon die Praxis verlassen, da hat sich das tier überstreckt und jede Menge Schaum trat aus seinem Maul hervor. Da ist mir der Schrecken in die Knochen gefahren. Der Arzt hat es sofort eingeschläfert, da er der Ansicht war, dass sich der Igel nur quält und bereits am Verenden ist. Das war grässlich, wohl weil es so plötzlich kam !

Der Tod gehört zum Leben dazu. Vor genau einem Jahr ist der Opa unserer Tochter verstorben, welches für ihn eine Erlösung war. Das Erleben eines Todesfalles war für sie schon recht merkwürdig. Bei den Besuchen der Oma hat seitdem immer jemand gefehlt. Gut, dass sie den Opa freiwillig noch mal gesehen hat und wirklich gemerkt hat, das er sie nicht mehr in den Arm nehmen kann.
Im Laufe der Zeit wird sie noch mehr Erfahrung sammeln und lernen damit umzugehen. Gerne helfen wir ihr dabei.

Nun habe ich etwas aus dem Nähkästchen geplaudert und hoffe niemandem die Stimmung verdorben zu haben.


Gut, den nächsten gekühlten Igel werde ich langsam "auftauen".


Vielen Dank für die tröstenden Worte !

Freundliche Grüße sendet
Päppel und die Stachelbande

6

Friday, January 6th 2012, 11:33am

verstorbener Igel & Menschenverstnd & Vorwurf

Hallo ihr Lieben,

nein, ich sehe es überhaupt nicht als Vorwuf an wenn ich Ratschläge zur Behandlung von Igel erhalten. Vor allem war der "Ton" ja auch ein netter ! Ich bin seit Sommer 2010 bemüht hilfsbedürftigen Igeln, natürlcih auch anderen Tieren, zu helfen. Jeder Anfänger macht Fehler aus denen er lernen ´soll/kann. So einen "Fall" hatte ich noch nicht in den Händen, wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein....

Danke, dass mein Menschenverstand als "gesund" eingestuft wird. In der Regel trifft das auch zu.


Freundliche Grüße sendet
Päppel

7

Friday, January 6th 2012, 12:26pm

Hallo Päppel

Vielleicht schaun Sie mal auf meine Antwort an Wolf.

Ich denke nicht, daß es am zu schnellen Auftauen lag.

Ja, es kann alles so schnell gehen. Bei der Erscheinung , die Sie beschreiben, weiß ich natürlich nicht, was der Tierarzt gespritzt hat - war es doch ein überdosiertes Wurmmittel? Dann passiert sowas nämlich oder falsche Injektionstechnik ,.

Natürlich kann man im Nachhinein nicht einfach einem Tierarzt was anhängen, das liegt mir fern.

Vielleicht hat er mangels Erfahrung auch genau wie Sie nicht erkannt, daß er ein schon sterbendes Tier vor sich hatte.

Damit müssen wir Igelleute immer mal wieder leben -es wird uns nie zur Gewohnheit . Würde es das, sollten wir schleunigst in der Versenkung verschwinden.

Es ist nur immer besonders traurig, wenn Kinder auch diese traurige Erfahrung machen und weinen müssen

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

8

Friday, January 6th 2012, 12:33pm

Hallo Päppel

Wolf ist auch ein erfahrener Igelpfleger. Schön, daß Sie seinen Rat so gut aufgenommen habe.

Häufig werden tatsächlich gravierende Fehler gemacht, zum Beispiel wird versucht, einen unterkühltem Igel Medikamente zu geben -das macht der Kreislauf nicht mit. Oder es wird tatsächlich der Igel viel zu warm gelagert, Das muß alles sehr langsam und schonend geschehen.

Was Wolf riet hat schon Hand und Fuß. Ich denke aber, wir alle, egal wie lange wir im Geschäft sind, sind Lernende und keine Götter. Gerade in so einer Situation ist man schon mal ein wenig empfindlich und es ist ja auch nichts mehr zu ändern.

Manchmal sind wir einfach machtlos, weil die Erkrankung zu weit fortgeschritten ist u. wir es einfach nicht erkennen oder akzeptieren wollen.


Ich denke, wir sollten absolut zusammen so weiter arbeiten, und informieren, u. auch gelegentlich konstruktiv kritisieren dürfen, denn das bringt uns auch weiter.

Darum auch mein Dank an Wolf und an Sie, Päppel.


Mit ganz freundlichem Gruß

Karin Oehl

9

Friday, January 6th 2012, 2:01pm

Hallo Frau Oehl,

nicht der vorgestern verstorbene Igel ist vom TA gespritzt worden. DAs war der von 2010.^Die Spritztechnik ist ja wie bei der Insulinspritze: eine Hautfalte auf dem Rücken herstellen und seitlich hineinstechen, immer schön subcutan. Der gute Onkel Doc hat weder senkrecht noch in den Bauchbereich gestochen.


Konstruktive Kritik ist super, vorallem wenn der Ton nett ist und das ist hier der Fall !
Das Leben ist zum Lernen da.

Freundlcihe Grüße
Päppel

10

Friday, January 6th 2012, 2:06pm

Hallo Päppel

Ja, ich weiß, daß es um einen früher aufgenommenen Igel ging.

Sie beschreiben die Spritztechnik sehr richtig, wird aber heute noch viel falsch gemach, wird auch häfig noch falsch beschrieben und empfohlen. Manchmal dauert es lange und kostet viele Opfer, ehe sich das Richtige durchsetzt


Schön, daß Sie es so verstehen, was wir schrieben.!

Auf weiterhin guten regen Austausch zum Wohle der Igel

Karin Oehl und ihre stachelige Bande, zu der heute noch ein ganz elender Notfall kam und einer noch heute abend kommt - bitte alle Daumen drücken!