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21

Friday, January 6th 2012, 6:21pm

Hallo Shayna

Panacur wirkt eigentlich gut gegen Darmhaarwürmer - aber nicht gegen Lungenwürmer

Behandlungsfähig ist nur der erwachsene Wurm, dessen Geschlechtsprodukte - Eier und Larven wir im Kot nachweisen können. Aus diesen kann sich noch nach einer Präpatenzzeit von ca 3 Wochen noch mal ein dicker Wurmbefall entwickelt haben, denn aus diesen Eiern werden die erwachsenen Parasiten - eigentlich logisch, nicht wahr?

bzgl des Neuen - Mit dem Igel gehen häufig auch seine äußeren Parsiten in den Winterschlaf, Die erwachen aber in der Wärme rasch - Sie werden sich wundern!Plötzlich laufen die Flöhchen dann - - - - -Bitte dann kein Puder - Nur Spray (z. B. Jacutin Pedicul - wirksam und verträglich, muß nicht ausgewaschen werden!) und auch kein Spot one Präparat auf den Nacken geben lassen.

Gutes Gelingen

Mit freundichem Gruß

Karin Oehl

Shayna

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22

Friday, January 6th 2012, 7:51pm

Ich habe gerade einmal im Pflegeprotokoll nachgesehen, das mit der Präpatenzzeit kommt genau hin, also wieder etwas dazugelernt.

Letztendlich heisst das allerdings, dass man nach drei Wochen noch einmal alles kontrollieren sollte. Ich führe außer den Pflegeprotokollen der einzelnen Igel noch so etwas wie eine Gesamtkladde, da ich davon ausgehe, dass ich in der nächsten Saison mit Sicherheit wieder Igel aufnehmen werde. Da sind solche Notizen sicherlich hilfreich.

Jacutin habe ich schon da, überhaupt weitet sich das momentan in eine kleine Igelapotheke aus. Ich bin so vom Typ her jemand, der für den Notfall immer gerne gerüstet ist.

LG Sabine

23

Saturday, January 7th 2012, 6:57am

Hallo Sabine

Die""" Buchführung""" ist eine gute Sache und wird auch bei mir so gehändelt, dann habe ich immer eine Verlaufskontrolle u. kann präzise Angaben machen, wenn ich die Tierärztin brauche oder das Vet-Amt mal erscheint.

Wenn Sie in die Schrift schaun - Igel in der Tierarztpraxis - sehen Sie, daß dort auch ein Bogen gedruckt ist, den man kopieren kann.

ja, wer Kinder und Tiere hat, sollte schon so etwas wie eine Notfallapotkeke und einen Verbandkasten im Haus haben.

(Nicht zu viel von allem - nur wirklich,daß man im Notfall helfen kann!)

Aber solche Dinge sollten auch regelmäßig auf Verfallsdaten kontrolliert werden.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

Shayna

Igelfinder

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24

Saturday, January 7th 2012, 1:16pm

Guten Tag alle miteinander,

nachdem ich mir jetzt gerade überlegt habe, ob ich ein bissel zu dusslig bin, um eine einfache Gebrauchsanleitung zu interpretieren, und hier im Forum einmal wieder die richtigen Worte gelesen habe (wir lernen alle immer dazu), meine Frage:

Ich habe gerade bei meinem TA Nachschub an Medikamenten geholt, aber meinen Zettel mit der Dosierung dort liegen lassen. Wieviele Teilstriche/100g Körpergewicht muss ich von dem Fenbenol (Applikator) geben?

Meinen Igeln geht es allen den Umständen entsprechen gut, und Paulchen, der auch einen bösen Hundebiss am Rücken hatte, bekam heute die Fäden gezogen und frisst wieder alleine.

Liebe Grüsse
Sabine und ihre Rasselbande

25

Saturday, January 7th 2012, 4:53pm

Nee Sabine, nicht zu dusselig.

Bitte mal reinschaun in Igel in der Tierarztpraxis -


http://www.pro-igel.de/merkblaetter/publpdfs/tierarzt.pdf

(Seite 20) Geht nach Gewicht -bitte wiegen u. dann - - - - -


Sorry, bin heute zu müde zum rechnen.

Freundliche Grüße von Haus zu Haus

Karin Oehl

This post has been edited 1 times, last edit by "Karin Oehl - Pro Igel e.V." (Jan 7th 2012, 5:46pm)


Shayna

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26

Saturday, January 7th 2012, 9:29pm

Ach Karin doch zu dusselig, ich hab das ja ausgedruckt hier auf dem Schreibtisch liegen und hätte nur einmal hineinschauen müssen :whistling:

Und wieder einmal eine Frage, ich habe ja zwei hundegeschädigte Igel mit dabei, bei Paulchen werden wohl an einer Stelle keine Stacheln nachwachsen, aber bei beiden sind halt rechts und links zwei Stellen, an welchen die Stacheln sehr stark abgebrochen bzw. nicht vorhanden sind. Wachsen die eigentlich wieder nach?

Das sich bei Euch ein kleiner Sorgenfall verabschiedet hat, tut mir unendlich Leid. Dass man sich nie daran gewöhnt, jedenfalls Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Leben zu schützen und zu erhalten, kann ich nur bestätigen. Ich pflege ja nun seit Jahren kranke Wildtiere oder ziehe Junge mit der Hand auf und musste diese Erfahrung auch schon öfter machen .... ich heule immer noch, wenn so etwas passiert.

Eine gute Nacht und alles Liebe
Sabine

27

Sunday, January 8th 2012, 7:55am

hallo Sabine

Normalerweise wachsen abgebrochene Stacheln nach, nachdem sie erst mal ausfallen. Es sind ja nichts anderes als vergröberte Haare, Große Narben werden häufig von den Seiten her mit anderen Stacheln geschützt.

Da können Sie beruhigt im Frühjahr so einen geheilten Igel wieder rauslassen

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

Shayna

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28

Wednesday, January 18th 2012, 7:35pm

Was zuerst behandeln?

Hallöchen,

da bin ich auch einmal wieder mit einer Frage.

Momentan habe ich wieder einen Neuzugang (Nr. 11) und soeben die Ergebnisse der Kotuntersuchung bekommen. Er hat einen massiven Befall von Lungenwürmern (Crenosoma) als auch Darmhaarwürmern (Capillaria spp.).

Welche soll ich nun zuerst behandeln? Antibiose und Aufbau hat er schon hinter sich, ist allerdings doch ziemlich angeschlagen und frisst schlecht. Daher dachte ich, zuerst die Darmhaarwürmer zu behandeln, rein gefühlsmäßig scheinen diese ihm mehr zu schaffen zu machen.

Liege ich damit richtig?

Liebe Grüsse
Sabine

Ps.:

Karin ich bewundere, wie sie das mit so vielen Igeln schaffen, ich bin momentan irgendwie doch schon sehr an meine Grenzen gelangt, sowohl gesundheitlich als auch finanziell. Vor allem der Schlafentzug macht mir ganz schön zu schaffen ;( <--- so sehe ich momentan im Spiegel aus ;)

29

Thursday, January 19th 2012, 6:55am

Hallo Sabine

Zuerst wird immer der Parasit bekämpft, der am stärksten bei der Kotuntersuchung zum Vorschein kam - man kann es anders machen, wenn die Symptomatik anders ist, z. B. hustet der Igel starkt, ist die Bekämpfung des Lungenwurms vorrangig, hat der Igel grünen Kot, ggf mit Blutbeimengungen, dann würde ich zuerst den Darmhaarwurm bekämpfen

Als Begleittherapie bei der Bekämpfung des Lungenwurms ist immer ein Schleimlöser angezeigt

Auf jeden Fall würde ich den Tierarzt bitten, dem Igel eine Unterstützung zur Wiederherstellung der Darmflora zu geben.,

Ja, wie schafft man das - indem man funktioniert wie ein Krankenhaus, wo gesunde Igel auch an die Finder oder in Pflegestellen gegeben werden - allerdings bleiben genügend hier hängen und noch immer kommen Igel dazu.

Bei dieser Gelegenheit mal einen dicken Dank an meinen Mann, der mich hervorragend unterstützt.

Finanziell gehen wir langsam auch auf Grundeis - denn mit Zuckerwasser kriegen wir die Igel auch nicht gesund und groß - allerdings kommen immer mal wieder Tierärzte uns großzügig entgegen oder Finder bedanken sich mit einer Futterspende.

Nur so geht es.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

Shayna

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30

Wednesday, January 25th 2012, 9:25pm

Hallo liebe Karin,

wie vorhin am Telefon versprochen, hier nun meine Rückmeldung. Erst einmal vielen lieben Dank für die Hilfe und vor allem dafür, dass Sie mich durch Ihre ruhige Art wieder runter geholt haben, ich war ja ziemlich in Panik wegen Paulchen. Ich war dermaßen erschrocken, als ich diesen hellgrünen Durchfall gesehen und die rasante Gewichtsabnahme von einem Tag auf den anderen festgestellt habe, dass bei mir kurzzeitig das Gehirn abgeschaltet hat.

Bei meinem Tierarzt habe ich alles bekommen, was ich brauchte, Retardon hatte er da und hat mir auch noch Elektrolytlösung und Vitamin B Komplex mit genauer Gebrauchsanweisung mitgegeben, dass heißt, Paulchen bekommt jetzt das volle Programm. Bei mir sieht es aus wie in der Tierklinik.

Und noch eine gute Nachricht habe ich, Paulchen hat das Hills mit der entsprechenden Portion Panacur, den 6 Tropfen Retardon, Heilerde und BeneBac aus der Spritze gefuttert, und zwar die vollen 10 ml. Es war zwar ein Geduldsspiel, aber wie gesagt, das Futter und die Medikamente sind erst einmal drin.

Ich habe den Kleinen erst wie in einem anderen Beitrag beschrieben auf die Hand genommen und eine ganze Weile abgewartet, bis er sich ein wenig entspannt hat. Dann ein wenig auf die Nase gegeben und schwupps war die Kugel wieder zu. Und irgendwann hat er ganz zögerlich angefangen, das Zeug abzulecken, und zum Ende der Aktion hatte er schon gerafft, woher das Futter kommt und regelrecht in die Spritze gebissen. Ich habe es ja gesagt, der Kleine hat irgendwie einen richtigen Lebenswillen :thumbsup:

Ich werde die Fütterungsaktion jetzt alle zwei Stunden wiederholen, damit der Kleine erst mal wieder etwas auf die Rippen bekommt. Mein Tierarzt hat mir noch laktosefreie Babymilch für Katzen mitgegeben und gemeint, dass ich das Hills auch damit verdünnen könnte. Wäre das für einen Tag ok oder sollte ich lieber doch beim Fencheltee bleiben?

Was meine anderen Igel anbetrifft, ist alles recht ruhig, 3 sind im Winterschlaf seit letzten Mittwoch, von denen hat sich auch noch keiner wieder blicken lassen. Bei dem Dicken mit dem bösen Hundebiss sind inzwischen die Fäden gezogen, und er ist mopsfidel.

Momentan ist ja vieles bei mir noch recht provisorisch, da ich mit den Igeln regelrecht überfallen wurde (7 von 11 kommen über meine Tierarztpraxis), aber wir planen, über den Sommer Einiges zu ändern, um zur nächsten Saison besser gewappnet zu sein. Mein Tierarzt hat sich bereit erklärt, auch weiterhin die Igel mit zu betreuen, und in unserem Verein wollen wir eine Igelgruppe bilden und ich gehe davon aus, dass aus dieser Richtung dann auch ein wenig finanzielle Unterstützung kommt. Alleine packe ich das nicht, ich bin jetzt schon hart am Limit. Wenn mein Tierarzt nicht so mitziehen würde, mein Bekannter den Raum nicht zur Verfügung gestellt hätte und es nicht verschiedene Leute gäbe, die Futter spenden, wäre das alles gar nicht möglich. Mich freut sehr, dass es doch so viele hilfsbereite Menschen gibt, darunter auch welche, die ich nur vom Gassigehen kenne, einfach toll :D

Soo, jetzt habe ich mir die ganze Anspannung rausgequasselt und bedanke mich nochmals.

Liebe Grüsse
Sabine und die Stachelbande

31

Thursday, January 26th 2012, 7:09am

Hallo Sabine

Dann hoffe ich mal, daß die ganze Aktion von schnellem durchschlagenden Erfolg gekrönt ist.

Puh, das kann aber auch einen relativen Anfänger in Panik vesetzen!

Ja, wenn man einmal damit anfängt, wird sehr schnell mehr aus der Igelei und man muß schon organisieren und Netzwerke aufbauen und vor allem auch die Finder ins Boot holen

Ähnlich wie bei Ihnen hat es bei mir mal angefangen - Zeitweise waren es dann 300 Zugänge im Jahr und ich bin froh, heute bei der Hälfte angekommen zu sein. Was das kostenmäßig heißt ist mir absolut ein Begriff und ohne Hilfen kann ein Privathaushalt das gar nicht schaffen.

Melden Sie sich doch mal bei Pro Igel - damit Sie regelmäßig das kostenlose Igelbulletin beziehen, ggf. in die Liste aufgenommen werden und zu Fortbildungen eingeladen werden.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl - mit allen gedrückten Daumen

Shayna

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32

Thursday, January 26th 2012, 9:13am

Guten Morgen liebe Karin,

mit etwas verquollenen Augen, aber doch recht hoffnungsvoll, überbringe ich die nächsten leicht positiven Nachrichten. Ich habe heute Nacht noch jeweils 2 x 6 ml in Paulchen "rein" bekommen, gegen 4 Uhr bin ich dann aber doch in's Bett gefallen.

Als ich gerade von meinen anderen Igeln heimkam, spazierte er aus seinem Schlafhaus und ich habe ihm gleich noch einmal 8 ml Futter sowie seine Elekrolyte + Vitamine verpasst. Kot war auch im Auslauf, zwar noch Durchfall und grün, aber doch wieder verstoffwechselte Nahrungsbestandteile dabei .... uff.

Das Füttern geht jetzt auch besser, inzwischen weiß er wohl, was passiert und nimmt es recht locker. Der kleine Kerl ist sogar so, dass er mit dem Pfötchen die Spritze wegschiebt, wenn er satt ist ;)

Ja als doch recht unerfahrener Igelpfleger macht man sich dann schon Gedanken, ich habe gestern Abend so viel gegrübelt, was ich falsch gemacht habe, was ich an Zeichen übersah, was ich besser hätte machen können. Und immer der Gedanke, hoffentlich muss es der Kleine nicht büßen, nur weil ich keine oder zu wenig Ahnung habe. Man kann sich ja durchaus im Leben Fehler leisten, welche man unter Erfahrung abhakt, und das nächste Mal besser macht. Aber bei einem kleinen Lebewesen ist das etwas Anderes, ich bin so ein Mensch, der dann sehr an den schlimmsten Folgen leiden würde.

Doch wie gesagt, momentan habe ich durchaus Hoffnung, dass Paulchen noch die Kurve bekommt. Mal sehen, was er heute Abend wiegt, ich melde mich.

Und nochmals die Frage, kann ich die Katzenmilch vom Tierarzt zum Verdünnen des Futters nehmen? Auch trinkt er selbständig, kann ich da die Elektrolyte weglassen, die Vitamine kann ich ja auch über das Futter mit geben.

Herzliche Grüsse
Sabine und die Stachelbande

33

Thursday, January 26th 2012, 9:44am

Hallo Sabine,

Das mit der Katzenmilch ist gut gemeint - Eiweiße etc. auch wenn es lactosefrei ist -bitte lieber auf Fencheltee gehen.

Schön, wenn es im Augenblick leicht besser aussieht

Ja, mir geht es genau so - ich sage mir immer - mit Lebewesen spielt man nicht, man hat eine große Verantwortung. Aber bitte machen Sie sich keine Vorwürfe, die nicht begründet sind. Wie sollten Sie es wissen, wenn der Kot bisher so einwandfrei war. Jetzt kann man annehmen, daß ihn die Sekundärinfektion schon länger inappetent machte, aber es kam ja nicht raus - erst jetzt mit Vehemenz

Also hier sind alle Daumen für Sie gedrückt und natürlich für den Stachler, daß er schnell und gut auf die Medikamente anspricht

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

Shayna

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34

Thursday, January 26th 2012, 6:41pm

Hallo liebe Karin und Mitleser,

ich kann immer noch nicht genau sagen, ob Paulchen durchkommt, heute Nachmittag hatte ich wieder fast einen Herzkasper, da er nach dem Füttern da lag platt wie eine Flunder und irgendwann recht mühsam in sein Nest zurück gekrochen ist.

Allerdings kam er vor einer viertel Stunde doch recht munter heraus gekrabbelt, und ich konnte ihm wieder 10 ml mitsamt seinen Medikamenten füttern. Jetzt liegt er wieder da, und ich glaube, das Füttern strengt ihn einfach sehr an, ist ja für den Kleinen doch mit viel Stress verbunden.

Und er hat zugenommen, ich habe ihn vor dem Füttern gewogen und schau einer an, es sind 9g mehr als Gestern.

Ich habe ihm wieder eine Wärmflasche in den Auslauf gelegt und ihn daneben gesetzt, und als ich gerade nachschaute, lag er darauf, alle Viere von sich gestreckt und scheint sich ganz wohl zu fühlen.

An Päppel: Vielen Dank für deine netten Worte heute Morgen :)

Und liebe Karin, zu wissen, dass Sie da sind, wenn es an allen Ecken brennt, gibt mir doch sehr sehr viel Sicherheit, vielen Dank dafür!

Einen schönen Abend noch allen Igelfreunden
von Sabine, Paulchen und dem Rest der Stachelbande


Noch ein kleiner Nachtrag: Paulchen hat soeben ein feines Geschäft (natürlich auf's Handtuch) verrichtet, ziemlich fest, wenn auch noch mit grünen Bestandteilen.

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Shayna

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Friday, January 27th 2012, 6:14am

Paulchen ist gerade direkt in meinen Händen von mir gegangen.

Ich bin vorhin wach geworden, weil er so merkwürdige Atemgeräusche gemacht hat. Er lag draußen auf seiner Wärmeunterlage, und als ich ihn in die Hand genommen habe, wusste ich irgendwie, dass er es nicht schafft. Ich habe ihn halt einfach nur noch still in den Händen gehalten.

Machs gut, kleiner Kerl, du hast so sehr gekämpft und ich hätte dir so gerne geholfen!


Bin sehr verzweifelt und heule mir gerade die Augen aus.



Sabine

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36

Friday, January 27th 2012, 6:52am

Liebe Sabine

Das ist ein trauriger Morgen! Wie sehr ich mit Ihnen fühle , weil ich diese Phänomene zu gut kenne.

Meist kommen die Igel sehr verwurmt und eine Sekundärinfektion ist im Igel vorhanden, aber noch keine für uns erkennbaren Symptome.

Wenn es so plötzlich ausbricht, kommt es häufig zum Tode des Tieres, weil seine inneren Organe einfach durch die Bakteriengifte schon zu sehr geschädigt sind.

Häufig wie auch bei Ihrem Gast, kriegen wir den ziemlich kurzen und geraden Darm des Igels zwar noch saniert, aber die Organschädigung ist dann so weit fortgeschritten, daß keine Hilfe mehr möglich ist.

Nun ist der kleine Igel frei und schmerzlos - er ist in Wärme und Ruhe gegangen und nicht draußen in Nässe und Kälte und bedrängt von Feinden. Das sollte auch Sie trösten, obwohl die genannte Situation auch Natur ist.

Häufig sehen Tierärzte beim Besuch eine zusammengerollte Kugel oder ein lebhaftes Tier und meinen dann beim Drüberschaun - och der ist stabil und fit.

Gerade die Lebhaftigkeit und Unruhe, scheinbare Zahmheit ist häufig ein erstes Anzeichen des Leidens.

Übrigens - auch im Reich der stacheligen Ritter gibt es schon resistente Erreger, die wir mit den uns bekannten und zur Verfügung stehenden Mittel nicht mehr erreichen.

In stiller Verbundenheit mit Ihnen und allen Igelfindern, die das erleben müssen.

sende ich Ihnen freundliche Grüße

Fühlen Sie sich verstanden! Sie haben wirklich alles, mögliche getan, dies kleine Leben zu retten.

Karin Oehl

Shayna

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37

Friday, January 27th 2012, 8:37am

Hallo liebe Karin,

ich danke Ihnen für die mitfühlenden Worte, ich habe mich jetzt auch wieder ein wenig beruhigt.

Ich komme gerade von meinen anderen Igeln, und bei denen ist alles so weit in Ordnung, zwei von ihnen werden Heute oder Morgen mit 740g und 820g schlafen gelegt.

Mein seit-20 Jahren-Ex-Schwager ist hier in Jena Professor am Institut für bakterielle Infektionen und Zoonosen, den habe ich gerade angerufen und gefragt, ob er in Paulchen einmal reinsehen kann, und er hat zugesagt. Ich bin dann eben auch so, dass ich wissen will, was nun letztendlich die Ursache war, wobei ich mir sicher bin, dass Sie Recht haben. Ich melde mich dann, wenn ich ein Ergebnis habe.


Es tut mir einfach so Leid, der Kleine hat wirklich gekämpft, immer an seinem Nest gebaut, sich so gut füttern lassen ..........


Liebe Grüsse
Sabine

38

Friday, January 27th 2012, 12:44pm

Hallo Sabine,

Auch mich würde es unglaublich interessieren, was wirklich die Ursache war.

Meist findet sich eine vergrößterte Leber und die Nieren sind auch auffällig.

Häufig findet man noch in der Lunge oder im Darm Parasitenbestände.

Ja, lassen Sie nachsehen. Früher habe ich es oft machen lassen, aber bei den vielen Igeln wurde es zu teuer. Das Geld habe ich für die Lebenden gebraucht

BIn rasend neugierig

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

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Shayna

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Friday, January 27th 2012, 5:43pm

Guten Abend Karin und alle interessierten Mitleser,

ich habe nun das Ergebnis der Nekropsie und weiß inzwischen auch, dass der Kleine trotz Behandlung keine Überlebenschance hatte.

Neben dem Befall durch Crenosoma und Capillaria spp., welcher nicht tödlich gewesen wäre, hatte er einen starken Befall durch Capillaria hepatica. Seine Leber war dadurch schon so stark geschädigt, dass er letztendlich trotz aller gut gemeinten Hilfe wahrscheinlich an einer Medikamentenvergiftung gestorben ist. Allerdings hätte er den Befall auch ohne spezielle Behandlung nicht überlebt bzw. ist durch die Seltenheit von Capillaria hepatica bei Kleinsäugern nicht bekannt (bei Schlangen eher), welches Medikament wirksam und gefahrlos für das Tier eingesetzt werden könnte.

Da Capillaria hepatica nicht durch den Kot sondern nur durch eine Biopsie festgestellt werden können, sind uns als Igelpfleger leider die Hände gebunden, da ein solcher Befall für uns Laien nicht erkennbar ist. Mein Schwager hat mich gebeten, zu versuchen den genauen Fundort heraus zu bekommen, da es wohl eine Forschungsarbeit zu diesem Thema gab und gibt. Damals wurden Wildmäuse untersucht, und das Gebiet, in welchem diese entnommen wurden, liegt etwa 80 km von hier entfernt.

Auch wenn es für mich ein trauriger Anlass ist, aber für ihn als Forscher auf dem Gebiet der Parasitologie und von Zoonosen ist Paulchen so etwas wie ein interessanter Fund. Er meinte, wenn ich wieder einmal einen Sterbefall hätte, soll ich ihn auf jeden Fall bringen. Als ich dann aber am Telefon losgeheult habe, hat er sich sofort wieder zurück genommen.

Alles in Allem ist es wohl so, dass wir mit den bekannten Erkrankungen umgehen und helfen können, aber wirklich hineinschauen in so einen kleinen Kerl können wir leider doch nicht :(


Einen schönen Abend
Sabine

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40

Friday, January 27th 2012, 6:03pm

Danke liebe Sabine, das ist mehr als interessant.

Sicher darf ich den Befund an den Vorstand von Pro Igel weitergeben?

Bemerken möchte ich noch , daß der Igel wohl nicht an einer Medikamentenvergiftung gestorben ist, sondern daß seine schwer geschädigte Leber die gegebenen Medikamente nicht mehr verarbeiten konnte.
Das was Ihr Igel bekommen hat - wenn es so ist, wie Sie schrieben, ist es Standarttherapie in solchen Fällen.

Der Befund bei Ihrem Tier war wohl ein besonderer Fall, wobei ich irgendwie schon denke, daß sowas häufiger vorkommt, als man denkt und nicht alle Veterinär-Untersuchungsämter arbeiten so genau, wenn es um Igel geht - Sie bekommen tote Igel wohl auch nicht immer so frisch zur Sektion.


Natürlich achte ich auch hier in der Station sehr darauf , daß keine Infektionen weiter getragen werden - Bisher haben weder meine 2 Hunde noch die 5 Katzen je ein Problem gehabt - auch ist die Übertagung auf Menschen nicht ganz so , wie Sie es schreiben, dann um die häufigsten Igelparasiten weiter zu tragen, bedarf es eines Zwischenwirtes - z. B. Wurm oder Schnecke beim Lungenwurm. (Wer von uns ißt Würmer oder Schnecken?)

Wenn ein Igel wirklich gesund und schon lange in Menschenhand - also behandelt ist, ist auch ein Anfassen ohne Gummihandschuhe nicht so problematisch, Viele Igel werden ja seit Jahren laienhaft von unkundigen Menschen betreut und bisher gab es wohl noch keine Katastrophen im Sinne von tötlichen oder bedrohlichen Infektionen. Darum nehme ich jetzt mal ein wenig die Schärfe raus.

Dennoch - Ihr eindringlicher Hinweis, bei der Betreuung von Wildtieren hygiensch zu arbeiten und sich vor Infektionen zu schützen , ist sehr angebracht und wichtig.

Und wenn Sie mal die Beiträge von mir im Bezug auf Pilzigel anschaun, werden Sie dort auch immer wieder diese Hinweise sehr eindringlich finden.

Danke für Ihren sehr wertvollen Bericht

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl