Liebe Claire
Noch ist es ja nicht Zeit für den Winterschlaf und auch die Igelchen, die draußen noch frei rumlaufen und Ihnen noch sehr klein erscheinen, können noch, vor allem, da Sie ja zufüttern, ihr Winterschlafgewicht erreichen.
Man muß sie nicht ins Haus holen oder ihnen ein Nest im Schuppen machen.
. Sie werden sich draußen ihr Plätzchen schon suchen.
Problematisch wird es, wenn sie tagaktiv werden und Krankheitsanzeichen zeigen.
Schaun Sie doch mal auf der Homapage von Pro Igel nach - wie Sie einen kranken von einem gesunden Igel deutlich unterscheiden können. (Tagaktiv, Form einer Walze, deutlich sichtbarer Halsansatz, schlitzförmig geöffnete Augen, rollt sich nicht fest ein, schnell wieder aus, läuft langsam, wackelig, Fliegeneier oder gar Maden kriechen am Igel (Das ist Alarmstufe ROT) Oder sie sehen Verletzungen - - -aber das alles scheint ja bei den von Ihnen beschriebenen Igeln nicht der Fall zu sein.
Da wir ja Wurfzeit bis in den September hinein haben, ist es völlig normal, daß noch kleine Igel herumlaufen.
Übrigens - Jungigel gehen als Letze in den Winterschlaf, oft erst, wenn es schon wirklich sehr kalt ist.
Zuerst gehen die männlichen Tiere, die auch als erste im Frühjahr wieder aktiv werden.
Dann gehen die Weibchen, die sich ja nach der Tragzeit und Geburt u. Aufzucht erst mal wieder erholen müssen, in den Winterschlaf.
Die Jungspunde sind noch unerfahren und sie brauchen auch noch ihr Speckpolster. Sie sind die letzen die in den Winterschlaf gehen.
Und man soll es nicht glauben - sie finden immer noch Futter, bes. einfach natürlich, wenn sie eine Futterstelle finden und sich dort ein Zubrot holen können.
Wenn Sie ungefähr wissen, wo sich die Igel aufhalten, dann lassen Sie einfach Strauchschnitt und auch einen Laubhaufen dort in der Nähe liegen und die Igel suchen sich dann schon eine geeignete Stelle und bauen sich ihr Winterschlafnest ohne Ihr Zutun.
Erst wenn nach Frosteinbruch noch Jungigel herumirren, die noch keine 500 g auf die Waage bringen, sollte man sie mal hereinholen, den Kot untersuchen lassen.
Oft sind diese Tiere stark verwurmt und krank und können aus dem Grunde ihr Gewicht nicht erreichen.
Wenn sie dann behandelt sind, gesund geworden sind, das nötige Winterschlafgewicht erreicht haben und die Medikamente verstoffwelchselt sind, das ist so ca 8 bis 14 Tage nach der letzten Medikamentengabe der Fall - sollten sie in einem kalten Raum , durchaus auch in Ihrem Schuppen mit Gehege gebracht werden, wenn es nicht so hereinregnet, daß der Igel im
Gehege ertrinken muß. (Feuchte Luft ist kein Problem)
Geeignet für ein Winterschlafnest in einem Raum, wo es auch feucht (wie in der Natur) werden kann, sind z. B. Curver, in die man ein Einschupf-Loch hineinschneidet - ca 10 x 10 cm groß u. das man durchaus mit Zeitungen
auslegt, wie auch das Gehege, die Lauffläche. In das Schlafhaus gibt man dann möglichst Haferstroh und etwas Heu.
Luft kommt durch die Schlitze für die Verschlüsse und etwas gerissenes Papier wird der Igel von sich aus reinschleppen.
Dies Schlafhaus wird nicht mehr gereinigt, nur noch das äußere Gehege und da der Winterschlaf nicht wie auf Knopfdruck einsetzt, bekommt das Tier weiterhin Futter und Wasser, bis es dies von allein verweigert. Wenn ein dicker Igel trotz Kälte einfach nicht schlafen will, entzieht man ihm mal für 1-2 Tage das Futter, (Wasser sollte immer vorhanden sein)
Dann sollte er begriffen haben, daß Schlafenszeit ist. Natürlich müssen Sie täglich schaun, ob das Tier zwischenzeitlich erwacht,
mal das Wasser wechseln, und man sollte für den Notfall immer Katzentrockenfutter zur Verfügung stellen.
Viele Dinge sind auch auf der Homepage von Pro Igel nachzulesen
www.pro-Igel.de (Merkblätter)
Gern beantworten wir weitere Fragen
Mit freundlichem Gruß