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Sunday, September 15th 2019, 12:24pm

Kratz-Schutz

Hallo,

seit Monaten doktern wir dran rum: Die Igeline hat hinterm Ohr, am Hals eine große wunde Stelle, die nicht heilen kann, weil sie sie immer wieder aufkratzt.
Gestern Morgen war die Stelle trocken, abends lief wieder das blutige Sekret das Bein herunter. Zwei Tage lässt sie es in Ruhe, dann wird wieder heftig gekratzt.
Ein erfolgversprechender Tipp, kleine Perlen auf die Krallen zu kleben, könnte funktionieren, jedoch sind diese Krallen gestutzt und somit noch nicht wieder spitz genug.

Was könnte man noch probieren ?

Allerseits noch einen schönen Sonntag

Conny

2

Sunday, September 15th 2019, 12:29pm

Hallo Conny
Bitte auf keinen Fall Perlen an die Kralle etc.
Der Igel hat eine Hauterkrankung, die der Tierarzt durch ein Geschabsel (probenentnahme) diagnostizieren und gezielt behandeln kann und muß
Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

3

Sunday, September 15th 2019, 6:18pm

Hallo Karin,
die Igeline war von der Igelstation schon zig Mal bei der Tierärztin vorgestellt worden. Auch verschiedene Salben, darunter Antibiotika, wurden probiert sowie Untersuchungen auf Keime etc. Gereinigt wird mit Wasserstoffperoxyd, und ich setze auch Silber koll und Silicea-Salbe ein. Aktuell scheint Nekrolyt zu helfen, wenn sie es nicht wieder aufkratzen würde. Ich achte auch drauf, dass die Stacheln und das Fell drum herum nicht verklebt sind/ist.
Das ist überhaupt ein armes Tierchen. Vor einem Jahr wurde sie von der Polizei (daher Name Pol-Ina) in die Igelstation gebracht. Sie muss bei einem Autounfall einen Hirnschaden bekommen haben. Der Kiefer konnte operativ gerichtet werden. Aber sie ist tagaktiv, läuft kaum mal einen Meter grade aus, dreht sich manchmal länger im Kreis, hat Anfälle mit Zuckungen über einige Sekunden.
Ich bekam sie für den Winterschlaf in meinem Außengehege und danach war erst mal alles gut, bis ich eine Kruste hinterm Ohr sah, die ich sauber machen wollte und dann ging das Theater los. Sie war ein paar Wochen in der Igelstation und gaben sie mir halt in dem Zustand wieder, damit ich sie (mit Surolan) weiter versorge.
Jetzt war ich, weils eben wieder komplett offen war mit ihr bei meinem Tierarzt, der das Nekrolyt verschrieb.
Bild im Anhang.
LG Conny
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4

Sunday, September 15th 2019, 11:44pm

Hallo Conny,

das ist ja eine Katastrophe. Wurde bislang immer nur mit antibiotischer Salbe lokal behandelt oder wurde auch mal eine antibiotische Behandlung per subkutaner Injektion vorgenommen?
Wurde das Buch Igel in der Tierarztpraxis zugrunde gelegt ? Insbesondere die Kapitel über Mykosen und bakterielle Infektionen.http://www.pro-igel.de/merkblaetter/publpdfs/tierarzt.pdf

Ich habe noch die folgende Idee, vielleicht abwegig, vielleicht möglich?

Ich selber hatte einen Igel, der sich immer wieder blutig biss. Ein dreiviertel Jahr wurde er in einer Igelstation behandelt und ich fand,nachdem er bei mir war, relativ schnell dir Ursache. Es schrie beim Urinieren und ich stellte per Teststreifen eine Blasenentzündung fest. Nach erfolgter Behandlung hatte die blutige Beisserei dann ein Ende.

Vielleicht handelt es sich bei der Igeline um das Ablenken von einem anderen gesundheitlichen Problem, indem sie sich kratzt. Mal abgesehen davon, das sich Igel auch oft an Stellen kratzen, in dessen Bereich sie schmerzen haben.
Das wäre dann noch eine weitere Möglichkeit, vielleicht liegt das Problem im inneren, unter der Stelle, die sie sich aufkratzt.

Ich würde da nicht mehr megalange mit rumdoktern. Der Leidensweg ist ja immens lang, die Lebensqualität hört sich auch nicht so gut an.
Ich drücke beide Daumen, das die Ursache gefunden wird.

Viele Grüße

Corinna Zocher

5

Monday, September 16th 2019, 4:47pm

Hallo, Corinna,
danke dir für deine Antwort.
Ich hoffe noch vor dem TA-Termin morgen von der Igelstation-TÄ Nachricht zu bekommen, welche Untersuchungen wie ausfielen und welche Medikamente bereits angewendet wurden.
Das ist sie übrigens im Sommer : https://youtu.be/WMfwbE8wl_M
Viele Grüße
Conny

6

Tuesday, September 17th 2019, 10:43pm

Hallo Conny,

ich bin sehr gespannt auf die Nachricht, was bisher angewendet wurde. Bitte berichte wieder.

Danke und viele Grüße

Corinna

7

Thursday, September 19th 2019, 12:25am

Oh weh, jetzt hatte ich schon so viel geschrieben... W wie weg...

Liebe Corinna,

habe herausgefunden, dass einmalig Enrofloxacin gespritzt wurde und mit Manuka Lind und anschließend mit Surolan gesalbt.
Wie schon geschrieben sind wir jetzt bei Nekrolyt 2x täglich. Dazwischen verwende ich auch koll. Silber und Silicea-Salbe.
Und seit vorgestern nehme ich sie mit aufs Magnetfeld und gebe noch Arnika.

Ein Auge war vereitert und mit Gent-Ophal nach ein paar Tagen erstmals nicht verklebt. Jetzt sind beide Augen ...
Meine Heilpraktikerin kennt sich bei Tieren nicht aus, aber als ich das sagte, meinte sie: Darm...

Jetzt will ich noch das Wochenende abwarten - vielleicht bessert sich doch noch etwas...
Aber Kot sammle ich, damit ich den ans Veterinäramt schicken kann. Untersuchung auf Parasiten ist kostenlos.
Werde anfragen, aus was sie testen könnten bei Aug-Entzündungen. Vielleicht machen sie auch das Haut-Geschrabsel ?

Das Bild ist von heute morgen. Heute Abend hatte sie schon wieder etwas gekratzt, aber die Auswirkungen sind nicht so dramatisch, wie es auf den ersten Blick und vor der Reinigung schien.

Viele Grüße und Dank für Eure Tipps !

Conny
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8

Thursday, September 19th 2019, 12:50pm

Hallo Conny,

es ist richtig schlimm, was bislang an Behandlung gelaufen ist. Monatelang schauen die Ärzte/Heilpraktiker sich solch eine Wunde an und kommen nicht auf die Idee, den Igel mal vernünftig zu behanden, es ist doch offensichtlich, das Salben alleine hier nichts bringen.

Der Igel bekam einmalig Enrofloxacin - absolut falsch, einmalig bringt das gar nichts. Es ist ein Antibiotikum (kein Depot-Präparat). Es muß mindestens fünf Tage gegeben werden, aber in der Regel solange, bis die Symptome verschwinden. Auch eine eitrige Augenentzündung verschwindet in der Regel dadurch. Eine Sekundärinfektion bei einem Igel schlägt sich auch sehr oft an den Augen nieder und mit der subkutanen Antibiotikabehandlung verschwinden auch die eitrigen Augen, wenngleich man systemisch auch noch mit antibiotischen Augentropfen zeitgleich vorgehen kann.

In dem Fall der Igelin würde ich mit zwei Antibiotika vorgehen, nämlich dem Enrofloxacin und Amoxicillin (Synulox). Das Amoxicillin wird vor allem auf die große Wunde einwirken. Wenn es sich um eine Dermatitis handelt, muß die Antibiotikabehandlung auf jeden Fall länger erfolgen. Ich würde zunächst also antibiotisch behandeln und ansonsten im Anschluß ein Hautgeschabsel untersuchen.

Gibt es denn nicht noch eine andere Igelstation in Deiner Nähe ? Ich würde ggfs. sonst mal in meinem Umfeld nachfragen und versuchen, etwas rauszufinden?
Würdest Du Dich denn einer anderen Igelstation oder einem igelkundigen Tierarzt anvertrauen ? Dann werde ich tätig.

Viele Grüße

Corinna Zocher

9

Thursday, September 19th 2019, 4:50pm

Ja, Corinna, ich war auch erschrocken, als ich das rausfand.
Ob ich ursprünglich etwas falsch verstanden habe ?

Sei es drum, jetzt ist es, wie es ist und ich würde der Igeline gerne helfen. Allerdings sind die Kosten schon so eine Sache. Bei der Verbindung Igelstation + Tierärztin konnte halt über die Igelhilfe laufen.
Ich habe, als ich mich alleine damit beschäftigte und auch verschiedene Tierärzte "ausprobierte", gleich mal 500 € hinlegen müssen.
Eine Igeline hat überlebt und im Folgejahr Junge gehabt, die andere war nicht mehr zu retten, wegen zu großem Lungenschaden.
Selbst Euthanasie wurde mit 50 € (wenn ichs richtig im Kopf habe) zu Buche geschlagen.

Eine Praxis, die mir als igelkundig genannt wurde, ist 25 km von mir entfernt. 3x dort gewesen, zum Schluß Exitus :-(
Eine große Praxis in Stuttgart übernimmt die Igel gleich ganz...
Drei Igelstationen liegen zwischen 8 und 30 km von mir entfernt.

Mein Tierarzt wollte auch wissen, was bisher gemacht wurde. Werde ihm das schildern und auch das, was Corinna schrieb.
(Dort sagte mir übrigens eine Tierarzthelferin, dass sie vielleicht 1x pro Jahr einen Igel zu sehen bekommen.)
Ich hoffe, er geht drauf ein.

Liebe Grüße
Conny

10

Thursday, September 19th 2019, 10:37pm

Hallo Conny,

ich würde an Deiner Stelle wohl eher den Igel über eine Igelstation behandeln. Kennst Du denn schon alle drei Igelstationen ?
Eine Tierarztpraxis, die nur einmal im Jahr einen Igel sieht, ist hier wohl nicht so eine gute Lösung.

Bitte in jedem Fall das Buch von Pro Igel, Igel in der Tierarztpraxis, zu Rate ziehen und auf der Seite 40 zu dem Stichpunkt Verletzungen stehen die genannten Antibiotikia und Dosierungen
http://www.pro-igel.de/merkblaetter/publpdfs/tierarzt.pdf


Viele Grüße

Corinna Zocher

11

Saturday, September 21st 2019, 1:54pm

Hallo Corinna,

ich nahm mir ja vor, bis Montag weiter so zu verfahren.

Das Bild ist von heute Mittag. Gestern hatte sie nur ganz wenig gekratzt.
Nachdem ich die Augensalbe zwei Mal täglich geben soll, waren sie gestern vor der 2. Verabreichung offen.
Na gut, heute Morgen wieder etwas. Diese Salbe ist auch wirklich bebbig. Ich versuche nur kleine Tropfen hinein zu bringen und wische das überschüssige weg.
Heute morgen wieder verklebt, aber nur ganz wenig Eiter!
Gestern Morgen/Mittag war sie ganz schläfrig, dafür hat sie sich abends mit dem Handtuch vergnügt, was ich auch schon länger nicht gesehen habe.

Aber wirklich freuen werde ich mich erst, wenn 7 Tage keine Zwischenfälle mehr waren.
Ich werde alles bedenken, was du geschrieben hast und bin auch bereit, sie wo anders hin zu geben, wenn es wieder einen heftigen Rückschlag gibt.

Übrigens las ich eben in der "Igel-Praxis" in dem von dir genannten Absatz, dass es gar nicht verkehrt ist, auch homöopathische Mittel einzusetzen.
Silicea-Salbe hab ich schon länger zwischen den beiden täglichen Salbungen angewendet; Arnika seit 4 Tagen.

Ja, noch zum Bild: Der Bereich ist komplett trocken. Das schreibe ich, weil oben so ein "milchiger" Bereich ist. Da glänzt die Haut etwas.

Alle Daumen und Pfoten sind gedrückt...

Viele Grüße und schönes Wochenende !
Conny
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12

Sunday, September 22nd 2019, 12:45am

Hallo Conny,

klar ist es nicht verkehrt, auch homoöpathische Mittel einzusetzen, aber sie helfen in diesem Fall ja nunmehr seit Monaten nicht.
So denke ich, wird es wiederum zu einem Rückschlag kommen, es ist ja nichts wesentliches passiert, was diesen verhindern könnte.

Bitte suche nach einem igelkundigen Tierarzt oder frage bei einer der drei Igelstationen im Umfeld an.
Du schreibst von Eiter und immer wieder verklebten Augen. Der Igelin geht es mies, das kannst Du Dir doch nicht ernsthaft noch länger ansehen.
Ich bitte Dich inständig, Dich zu kümmern. Du kannst die Igelin doch nach der Behandlung wieder übernehmen.

Viele Grüße

Corinna Zocher

13

Friday, September 27th 2019, 2:49pm

Hallo !

Melde mich kurz wieder mit guten Nachrichten: Die Wunde ist reizfrei, leicht nässend, aber immer kleiner und hautfarbener.
Gekratzt wird kaum noch und wenn, dann nur kleinem Ausmaß.
Und die Augen sind morgens nicht mehr verklebt.Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg.

Leider gibt es ja noch das neurologische Problem, das ich aber in einem neuen Post schildern werde, sobald ich diesbezüglich gute Videos zeigen kann.
Nachdem diese Behandlungstortour abgeschlossen ist, werden wir das angehen. Vielleicht ist ihr ja doch noch etwas zu helfen, obwohl sie sicher nicht mehr in die freie Wildbahn entlassen werden kann.

Viele Grüße
Conny

14

Friday, September 27th 2019, 5:25pm

Hallo conny

Soll ich ganz ehrlich sein?
Sie haben sich dankenswerter Weise so um dieses kleine Igelleben bemüht. Ja, das Tier lebt und in dem Zustand könnte ich es auch nicht übers Herz bringen, es zu töten.
Aber viel früher, als die neurologischen Auffälligkeiten klar waren, hätten Sie es tun sollen.
So haben Sie dem Tier einen Behandlungsmarathon zugemutet ohne zu erreichen, daß es je als freier Igel wieder leben kann.
So ein Tier letztendlich in Dauergefangenschaft zu halten ist nun auch nicht tiergerecht und vor allem gesetzwidrig.
Was nun tun?
Wichtig ist erst mal, daß die Wunde dauerhaft abheilt.
Dann sollte ein igelkundiger Tierarzt noch mal auf das neurologischen Problem schaun und zwar ganz gründlich.
Ggf. sollte der Igel unter kontrollierten Bedingungen winterschlafen und im Frühjahr sollte nach Beobachtung dann über eine Freilassung entschieden werden oder - -- -
Daran mag auch ich nicht denken, Aber es ist die Realität
Mit freundlichem und sehr besorgten Grüßen
Karin Oehl

15

Saturday, October 5th 2019, 1:40am

Liebe Karin,

ja, - schweren Herzens finde ich mich mehr und mehr mit dem Gedanken ab, sie gehen lassen zu müssen.

Ich hatte gehofft, dass sie doch noch die Kurve kriegt. Wir haben es mit hochdosiertem Vitamin B12 Ackermann versucht. Habe ihr auch Behandlungen auf dem Magnetfeld gegönnt. Mal schien sie munter zu werden, dann wieder ohne Reaktion... Viel mehr wird man nicht machen können.

Die Probleme sind massiv und ändern sich auch kaum. Selten hat sie helle Stunden, an denen sie rumwurschtelt. Sonst schläft sie, die Körpertemperatur sinkt mehrmals die Woche ab, die ich mit dem Wärmepad wieder erhöhen kann. Dann frisst sie nicht ausreichend und wieder fällt die Körpertemperatur. Immer wieder füttere ich sie, dann nimmt sie die nächste Mahlzeit wieder mit Heißhunger an sich. Sie läuft, wenn, dann viel im Kreis.

Auch wenn sie - hoffentlich - nicht leidet, ist das doch kein Igel-Leben.
Aber ein Leben beenden, wenn das Tier "nur" behindert ist.
Es ist unglaublich traurig.

Erstmals habe ich auf meiner Terrasse Zugang von Igel-Kindern, zwei Mädchen (450 u 300 gr), aber sie können mich kaum trösten.

Soll ich Pol-Ina der Natur überlassen und sie schläft alleine hinüber ?

Ich schiebe es täglich raus, werde mich aber morgen mit der Igel-Station beraten.

Liebe Grüße
Conny

PS: Die Wunde nässt nur noch ein wenig und wird immer blasser. Wichtig war m.M. nach einfach, den umliegenden Bereich, an Stacheln und Fell nichts verkleben zu lassen.

16

Saturday, October 5th 2019, 7:03am

Hallo conny
Auch wenn Sie mich jetzt für herzlos halten -bitte gehen Sie den Weg schnell mit dem Igel
Es ist nur noch Quälerei
Glauben Sie mir sicher, auch ich bin ein Mensch, der dazu neigt, Leben zu erhalten, aber man muß lernen los zu lassen und auch das kann Liebe und gnade sein.
Nicht:
wie lange kann ich daran ziehen? (Um mir zu bestätigen, wie tüchtig ich bin=
Sondern:
Wieviel Respekt habe ich vor dem Leben und wie kann ich es einem Tier erleichtern, wenn es gehen will und muß.

Ich weiß, llebe Conny, es ist ein schwerer Lernprozess, aber bei Ihrem Igel ist der Punkt bereits längst überschritten. Gehen Sie noch heute zum Tierarzt, so schwer es Ihnen auch fällt. Lassen Sie das arme Tier nicht länger ausleiden.

Mitfühlende Grüße
Karin Oehl