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Thursday, September 6th 2018, 11:02am

Medikament für Igelsäuglinge passend?

Hallo,

ich habe vom örtlichen Tierheim Igelsäuglinge zur Aufzucht übernommen.
Bei diesen wurden per Kotuntersuchung Kokzidien festgestellt. Einer ist ziemlich geschwächt, nimmt die Aufzuchtmilch kaum an und nimmt ab statt zu. Bei den anderen bleibt das Gewicht gleich und sie trinken auch brav, sind vom Allgemeinzustand her noch recht gut drauf. Alle haben breiigen, weißlich-grünen Stuhlgang.

Mit Kokzidien bei so kleinen Igeln habe ich leider noch keine Erfahrung.
Laut "Igel in der Tierarztpraxis" wäre Retardon zu nehmen. Das Medikament ist hier leider bei keinem einzigen Tierarzt zu bekommen (ich hab schon alle Praxen in weitem Umkreis abtelefoniert)
Ein Tierarzt sagte, man könnte auch Baycox nehmen.
Nun hatte ich dazu gelesen, dass dieses Medikament nicht immer gut vertragen wird. Was heißt das konkret? Kann ich es trotzdem für die Kleinen (zw. 75g und 105g) nehemen - haben Sie damit schon Erfahrungen? Wie ist dann die Dosierung anzupassen?

vielen Dank für die Hilfe im voraus!

Kisscat

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Friday, September 7th 2018, 7:25am

Hallo Kisscat
Bitte bei so einem Kleinen auf keinen Fall Baycox geben.
Versuchen Sie ein Privatrezept bei Ihrem Hausarzt zu bekommen über Cotrim K
Das ist ein Medikament aus der Kinderheilkunde und auch für kleine Igel geeignet
Hoffentlich ist es noch nicht zu spät
Bitte unbedingt auf Hyiene achten. Dosierung steht im Buch Igel in der Tierarztpraxis. Tierärzte könnten Retardon bei gutem Willen aber sehr schnell bestellten.
Mit freundlcihem Gruß
Karin Oehl

3

Friday, September 7th 2018, 10:25pm

Hallo Frau Oehl,


vielen Dank für Ihre Antwort!

Es war noch nicht zu spät. Da ich so unsicher war, habe ich lieber auf eine Antwort gewartet. Das Cotrim konnte ich inzwischen auch bekommen.

Dafür habe ich jetzt ein anderes Problem: eins meiner Igelkinder hat seit gestern eine so derart verschleimte Nase, dass es kaum Luft bekommt. Damit kann es natürlich auch nicht trinken. Beim Versuch vorsichtig Tröpfchenweise einzugeben, hat es sich direkt verschluckt. Zum Glück nicht gar so schlimm, aber einen gehörigen Schrecken haben wir wohl beide bekommen! Daher habe ich es vorsichtshalber mit dem Fütterungsversuch gelassen.
Es hat heute vom Tierarzt Duphamox gespritzt bekommen, da es sich wahrscheinlich um eine Infektion handelt.
Haben Sie einen Tipp für mich, wie ich dem Kleinen Kerl das Atmen erleichtern bzw das Trinken ermöglichen kann?

viele Grüße, Kisscat

4

Saturday, September 8th 2018, 7:20am

Hallo Kisskat
Sie können mit Kochsalzlösung oder Emer Salz-Lösung inhalieren lassen oder auch ein nicht menrholhaltiges Balsam, das man auch für Kinder nutzen darf, auf einen Lappen schmieren und auf eine warme Wärmeflasche legen, damit das Igelkind die Dämpfe einatmen kann. Notfalls Nasentropfen für Babys u Kleinkinder vorsichtig einmal am Tag ins Näschen, ein kleiner Tropfen nur
Solche Geschichten sind sehr sehr undankbar.
Viel Glück
Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

5

Tuesday, September 11th 2018, 9:28am

Hallo Frau Oehl,

Danke für die Tipps zum inhalieren etc.!

Die kleine bekommt das cotrim und hat gestern das zweite mal Duphamox bekommen. Sie bekommt mehrmals täglich eine Schüssel mit heißem Wasser mit Minzeöl in die Nähe ihrer Box. Abends gebe ich ihr Baby-Nasentropfen.

Sie ist immernoch total verschleimt und tut sich schwer beim Atmen.

Trotz Fütterung mit kleinster Spritze Tröpfchenweise, ist kaum etwas in das Igelkind hinein zu bekommen. Daher nimmt sie au h immer weiter ab und ist schwach.

Haben Sie noch eine Idee für mich, wie ich sie zu etwas mehr Nahrungsaufnahme bekommen könnte?

Ich habe jetzt auch Bisolvon als Saft (klare Flüssigkeit) zum eingeben da, damit der Schleim etwas besser gelöst wird. Nun bin ich mir allerdings unsicher, wie viel sie davon täglich bekommen sollte. (habe das leider nur abgefüllt ohne Packung da) können Sie mir dafür eine Empfehlung geben?

Viele Grüße, Kisscat

6

Tuesday, September 11th 2018, 4:15pm

Hallo Kisscat
die Dosierung dieser Darreichungsform von Bisolvon ist mir nicht bekannt. Vielleicht kann da Ihr Tierarzt helfen. Ich wäre da nicht zu sparsam, es geht aber alles nach Gewicht. Da sollte ein Tierarzt beraten und helfen.

Wie ich schon mehrfach schrieb, ist diese Erkrankung beim Igel ein sehr undankbares Feld.
So eine Infektion der Nasennebenhöhlen kann durchaus zu einer Aufweichung der Knochen führen. die Abwehrschwäche ist zu deutlich.(Gewichtsabnahme, Unvermögen zu fressen aus Luftnot)
Man könnte dem Kleinen ggf noch Aufbaumittel spritzen (Tierarzt - Igelstation) z.B. vitamin B Komlex
Ich weiß, es ist nicht schön, sowas zu sagen, aber ich befürchte, daß dieses kleine Tier nicht gesund werden kann. Sie geben sich viel mehr Mühe, als manch anderer Finder und setzen alles dran, das kleine Leben zu erhalten.
Dafür gebührt Ihnen jede Hochachtung,
Aber ich muß ehrlich sagen, daß ich nach meienn langjährigen Erfahrungen , daß es kommen sehe, daß Sie den Kampf in nächster Zeit verlieren werden.
Es tut mir so leid, Ihnen da so wenig Hoffnung machen zu können.
Sie tun schon so viel mehr als manch anderer Finder und nichts würde ich mir mehr wünschen, als daß Sie Erfolg haben und daß ich mich gründlich täusche.
Mit ganz herzlichem Gruß
Karin Oehl

7

Monday, September 17th 2018, 12:47pm

Hallo Frau Oehl,
vielen Dank für ihre harten aber ehrlichen Worte! Auch das ist manches Mal wichtig!
Leider haben Sie Recht behalten. Das Igelchen ist am Wochenende leider trotz aller Versuche gestorben.
viele Grüße, Kisscat

8

Monday, September 17th 2018, 1:31pm

hallo Kisscat
Mit Ihnen bin ich traurig, bitte Sie aber sehr, auch bei der nächsten Gelegenheit einem Igel zu helfen und nicht weg zu schaun und zu denken, das kann ich nicht. Sie können das!
Mitfühlende Grüße
Karin Oehl