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Mittwoch, 11. Juli 2018, 09:25

Hilfe - Blut etc auf der Zeitung

Hallo!
Also ziemlicher Anfänger versorge ich seit einiger Zeit ab und an mal einen Igel. Meinen aktuellen Problemfall habe ich nach einer auskurierten Hautkrankheit vor 34 Tagen ausgewildert. Ich habe eine Gartenlaube, die ich mit einer Igelklappe versehen habe und da kann sie raus und rein, wie sie möchte. Ihren Karton habe ich stehen lassen, falls Sie doch noch mal dieses Hotel mit Vollpension nutzen möchte. Sie war ca. 2 1/2 Wochen "auf Swutsch" und kam dann freiwillig zurück und ist fest wieder eingezogen. Erst dachte ich, dass sie ggf. "schwanger" ist und ihren Nachwuchs gern in sicherer, trockener Umgebung mit Zimmerservice zur Welt bringen möchte und habe mich ziemlich gefreut.
Seit 4 Tagen frisst sie kaum oder gar nicht und Gestern habe ich einen riesigen Schreck bekommen, als ich das Zeitungspapier gesehen habe - s. Anhang.
Kann mir jemand sagen, was das ist? EIGENTLICH sollte sie vor ca. 9 Monaten gegen Würmer behandelt worden sein. Ich hatte erst an einen Darmsaugwurm gedacht.... oder ist es eine Fehlgeburt? Kann das jemand sagen? Ich bin in der Gegend von Winsen Luhe auch noch auf der Suche nach einem KOMPETENTEN! Igeltierarzt - auch hier wäre ich für Tipps dankbar, ob es da jemanden gibt, der sich auskennt!
»Anja72« hat folgende Bilder angehängt:
  • 20180710_044923.jpg
  • 20180710_044917.jpg

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Mittwoch, 11. Juli 2018, 17:06

Hallo Anja
Das sieht sehr nach einer stattgefundenen Geburt oder Fehlgeburt aus. Nach einer Geburt frißt die Mutter meist die Nachgeburt auf, wie es andere Tiere ja auch machen.
Nach einer Geburt frißt die Igelin in der Regel wirklich drei Tage nicht, ehe sie aus dem Wurfnest rauskommt und sich löst und wieder frißt.

Bitte Seien Sie ganz vorsichtig und zügeln Sie ihre Neugier, Es könnte durchaus sein, daß die Igelin einen Wurf dort hat und ihr blutiges Zeug aus dem Nest befördert hat.

Bitte zu nächst auf keinen Fall eingreifen, nur beobachten. Fühlt sich eine Igelin nach der Geburt gestört, könnte sie ihre Jungen auffressen oder verschleppen.

Bzgl igelkundiger Tierärzte haben wir keine Liste und dürften dazu auch nichts sagen aus Daenchutzgründen. Da ist es schon sehr wichtig, mal Gespräche mit einem Tierarzt zu führen und zu erfahren wie er informiert ist und wie zugänglich er ist.
Mensch Anja, ich bin besorgt wie Sie
Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

Nachdem ich mir die Bilder noch mal angeschaut habe, meine ich, es könnten auch Reste von gefressenen Jungtieren sein.
Aber bitte nageln Sie mich nicht fest - ich möchte Sie nicht erschrecken, aber die Bilder und eigene Erfahrungen laufen mir noch nach.
Ist der Igel denn im Freien oder haben Sie ihn noch im Gehege im Haus?
Mit sehr betroffenem Gruß
Karin Oehl

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Karin Oehl - Pro Igel e.V.« (12. Juli 2018, 07:01)


3

Donnerstag, 12. Juli 2018, 09:51

Hallo Karin,

vielen Dank für die Antwort. Also ich VERMUTE, dass es eine Fehlgeburt ist, da ich die "Kleine" erst vor 34 Tagen ausgewildert habe. Bei 35 Tagen Tragezeit wäre sie sehr früh dran und hätte ja sofort "schwanger" werden müssen.

Derzeit habe ich sie in er Gartenlaube und seit ich das Blut gesehen habe, habe ich ihr den Ausgang zu gemacht. Ich möchte erst sicher gehen, dass sie ok ist, bevor ich sie wieder in die Freiheit entlasse. Aber es sieht so aus, dass es ihr von Tag zu Tag besser geht. Gestern war die Zeitung noch einmal minimal blutig, aber Heute war schon nichts mehr zu sehen. Sie scheint auch wieder sehr fit zu sein und läuft viel mehr rum als die Tage vorher. Gefressen hat sie auch schon wieder, nicht alles, aber doch schon die Hälfte ca. Wenn ich das beobachte, spricht alles für eine Fehlgeburt. Ob sie die Jungen gefressen hat oder nicht, möchte ich dabei eigentlich gar nicht wissen - eine gruselige Vorstellung :-( Da sie aber ja freiwillig zu mir zurück gekommen ist und wohl vor hatte, die Jungen in der sicheren Umgebung zu bekommen, gehe ich auch nicht davon aus, dass sie lebendige Junge getötet hat. Sie hätte die knapp 3 Wochen ja jederzeit gehen können, wenn sie es gewollt hätte.

In das Nest habe ich noch nicht gesehen, ich habe Gestern nur mal - als ich den Zimmerservice gemacht habe - ganz ruhig gelauscht, ob ich etwas rascheln höre. Aber da war nichts.

Och man, das ist wirklich nicht schön, es wäre ihr erster Nachwuchs gewesen. Ich werde noch bis zum Wochenende warten und wenn sie weiterhin so einen guten Eindruck macht, werde ich sie dann schnellstmöglich laufen lassen. Vielleicht sucht sie sich schnell noch mal einen netten, stacheligen "Herrn" und startet einen 2. Versuch. Noch ist es zeitlich doch im Rahmen, oder?

Viele Grüße aus dem hohen Norden

Anja

4

Donnerstag, 12. Juli 2018, 10:26

Liebe Anja
Auch nicht lebensfähige Kleine nach Frühgeburt werden aufgefressen. Das ist in der Natur einfach so.
Ich denke, Sie machen alles richtig, erst mal eine Erholungszeit und dann wieder in die Freiheit,
Auch in der Natur werden nicht alle Kinder eines Wurfes groß und gerade bei Erstgebährenden gibt es schon mal solche Phänomene.
Ich selbst bekam gerade eine Mutter mit 5 Jungen, die am hellen Tag munter über die Straße liefen.

Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

5

Donnerstag, 12. Juli 2018, 12:35

Hallo Karin,

oh man, ja, ich würde mir so wünschen schon viel mehr Ahnung von diesen süßen Wesen zu haben. Aber ich arbeite daran :-) Als nächstes werde ich mich auf die Suche nach einem kompetenten Tierarzt machen, ich hab nun einen gefunden, der Igel tatsächich auf der Homepage mit erwähnt. Das ist ja schon mal ein Anfang :-) Bei uns in der Gegend südlich der Elbe (Winsen Luhe) gibt es gar nichts bzgl. Igel. Aber das Komittee für Igelschutz leistet ja auch sehr viel, ist nur leider über 40 km weit weg.

Super, dass Sie hier so viele Igel-Interessenten, Finder & Pfleger hier mit Rat und Tat unterstützen :thumbsup: Vielen Dank dafür!

Sonnige Grüße von der Elbe & alles Gute für Sie und Ihren Igel-Familien-Neuzugang

Anja Lucas

6

Donnerstag, 12. Juli 2018, 14:34

Liebe Anja
Es ist einfach toll, daß Sie so großes Intereesse zeigen und sich so reinarbeiten.
Haben Sie die Schriften von Pro Igel e. V.?
Z. B den Ordner Igelwissen kompakt und das Buch Igel in der Tierarztpraxis? Bevor Sie kaufen, schaun Sie doch schon mal im Netz nach.
Das wäre das Wichtigste erst mal als Handreichung
Gern helfe ich so gut ich kann , bei individuellen Fragen weiter.
Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

7

Donnerstag, 12. Juli 2018, 14:51

Hallo nochmal,

Jaaaa, das Internet habe ich dazu schon "leer gelesen", das war das Erste. :-) Selbstverständlich inkl den Infos von Pro Igel. Auf die Seite kommt man bei der Suche mit als erstes. Das sind alles super Hinweise für den üblichen Umgang usw., aber wenn einem dann sowas passiert, wie mir jetzt mit der Kleinen, dann steht man völlig hilflos da. Und mich macht es dann immer ganz verrückt, weil man halt nicht weiß, wie und ob man ihr helfen kann und muss. Und bevor ich blind zu irgendeinem Tierarzt laufe, der mit gefährlichem Halbwissen unter Umständen mehr kaputt macht als heile, beobachte ich lieber erstmal und frage hier nach. Schade, das es scheinbar ja viele Tierärzte gibt, die nicht zugeben, wenn sie davon keine Ahnung haben und einfach irgendwas tun, was so einen kleinen Kerl auch gern mal umbringen kann :(

Viele Grüße

Anja Lucas

8

Donnerstag, 12. Juli 2018, 17:24

Liebe Anja
Zur Ehrenrettung vieler Tierärzte muß ich mal sagen, daß es zum Glück auch Perlen im Ozean gibt.
Leider ist es so, daß Tierärzte zum Thema Igel so gut wie nie ausgebildet sind und der Igel für sie auch kein lukrativer Patient ist.
Es ist immer Glückssache einen guten Tierarzt mit Liebe zum Tier zu finden.
Es gibt auch viele selbsternannte Igelexperten, die genau so schlimm sind. Das Netz ist voll davon.
Wir versuchen immer, so zu beraten, daß der Igelfinder damit was anfangen kann und wir versichern uns dann auch, wenn wir nicht genau weiter wissen.
Aus meiner langjährigen Erfahrung und dem Wissen der Pro-Igel Experten kann ich natürlch häufig beraten, aber manchmal muß auch ich nachfragen.
Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

9

Freitag, 13. Juli 2018, 08:14

Guten Morgen Karin,

Ja, das stimmt natürlich, zum Glück gibt es immer noch die Ausnahmen, die sich nicht nur für einen guten Umsatz interessieren, sondern auch dafür wirklich zu helfen - ist ja bei uns Menschen nicht anders. Auch da muss man gucken, dass man einen guten Arzt findet unter vielen, die auch nur noch auf das Geld gucken und das sogar noch dem Patienten sagen; ist mir gerade passiert :-( Das die Tierärzte in der Ausbildung so wenig über Wildtiere lernen ist wirklich schlimm und noch schlimmer finde ich, dass Wildtierstationen so wenig von offizieller Seite unterstützt werden - hier müsste viel mehr passieren.

So, meine kleine Patientin scheint sich zu erholen. Sie frisst wieder etwas mehr und Blut habe ich kaum noch gefunden. Ich hatte Zewa hingelegt und es war ein etwas roter Rand um die "Pfütze", die sie gemacht hat. Meinen Sie, ich kann die Absperrung dann bald wieder weg nehmen, dass sie raus kann, wenn sie möchte? Oder wie lange würden Sie beobachten?

Viele Grüße & einen schönen Tag!

Anja

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