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Montag, 14. Mai 2018, 00:09

Mein erster Igel

Hallo liebes Igel-Forum!

Am
Samstag Abend habe ich meinen ersten kranken Igel gefunden. Er hatte
keine Augen, lief nicht weg und irrte irgendwie planlos am Feldrand
(Richtung Straße) umher. Seitdem versuche ich Hilfe zu erhalten,
erlebe aber sehr viel Ernüchterndes.

Erst einmal fühlt sich
niemand zuständig. Das Tierheim sagte mir, sie nähme keine
Wildtiere, der Tierarzt war recht uninteressiert am Telefon, ich
könne ja in den Notdienst nach St Augustin kommen (ich muss dazu
sagen, dass ich kein Auto besitze und in der Pampa nachts keine
Verbindungen mehr fahren). Die Wildtier-Auffangstation interessierte
das nicht wirklich, sie machten das auch alles ehrenamtlich. Eine
sehr, sehr nette Dame (privat, Nummer von Tierheim) beriet mich mit
Liebe am Telefon, könnte aber aufgrund von Krankheit keine
Auffangstation sein. Eine andere berät nur, nimmt keine Igel.

So
kam ich zu meinem ersten Igel, dem es leider nach dem Tierarzt sehr
viel schlechter geht, als vorher.

Der Tierarzt hat ihm ein
Antibiotikum gespritzt und etwas gegen die Flöhe aufgetragen (Strong
Hold) von dem ich erst eben in einer Broschüre an Tierärzte (im
Internet) gelesen habe, dass das schwachen Tieren nicht zu geben sei.
Und da der Tierarzt von einem Kieferbruch sprach, denke ich, dass das
Tier nicht stabil ist. Bin so traurig und auch sauer.

Muss
jetzt morgen (wenn er überhaupt so lange überlebt) noch einmal zu
einer anderen Ärztin, habe aber kein Geld mehr (ich bin hoch
verschuldet und derzeit leider ohne Arbeit). Da half es mir auch
nicht viel, dass der nicht sonderlich hilfreiche Tierarzt statt 35
Euro "nur" 25 von mir genommen hat.

Gibt es
tatsächlich niemanden (z.B. die Stadt, oder das Land NRW) die sowas
bezahlen?

Hat jemand einen Tipp, wie ich am besten über so
etwas mit Tierärzten spreche? Will ja schon, dass der kleine Wurm
durchkommt (außer es ist nicht mehr zumutbar, dann muss ein Arzt ihn
natürlich erlösen) ... aber ich fühle mich schon recht alleine
gelassen (Arzt im O-Ton: "Viel Glück mit dem Igel!" ....
naja, nachdem DU ihn mit dem Anti-Flohmittel wahrscheinlich
umgebracht hast, ist Glück wahrscheinlich der richtige
Ausdruck!).

Die sehr nette private Igel-Expertin hatte mir
eine privat erhaltene Empfehlung von Tierärztin in der Gegend
gegeben, die sich wohl auskennt mit Igeln. Habe nun ein wenig Sorge,
dass sie sich auskennt, aber morgen schon wieder 30-50 Euro von mir
haben will (ich habe es wirklich!!! nicht, auch nicht in Raten) und
ich dann keine Reserve mehr habe.

Kennt jemand einen nicht
geldgierigen Tierarzt in Niederkassel/ Bonn/ Köln, der sowas umsonst
(also nur Medi-Kosten, die ja 10 Euro nimmer übersteigen)
macht?

Der Arzt hat übrigens keine Vitamine oder andere
Aufbau-Päperate gespritzt. Zu der Frage nach Schmerzmitteln meinte
er, dass die Tierchen erst dann welche bräuchten, wenn sie nicht
mehr essen. (tat er dann promt nach dem Tierarztbesuch auch nicht
mehr. Inzwischen hat er wieder ein wenig zu sich genommen, aber
deutlich weniger als noch gestern Abend, da hat er verteilt über die
Nacht fast 80 gramm Katzenfutter in sich reingemampft).

Ach,
ich bin so in Sorge. Der kleine Freund da drüben (Bad) ist so ein
tapferer. Die freundliche Igel-Expertin hat übrigens am Telefon
empfohlen, etwas Metacam zu geben. Hab mir die Dosis ausgerechnet,
weiß aber nicht, wie viel im Igel angekommen ist, weil die Dosis ja
so verschwindend gering ist (aus einer Metacam-Tablette 2,5 mg 0.132
mg abzuschaben ist nicht übersichtlich, aber ich hatte keine
Suspensin 0,2 für Katzen so wie es im Netz steht).

Alles ein
wenig viel und keine klaren Fragen, aber ein wenig Beistand und Rat
könnte ich gebrauchen und würde mich sehr darüber freuen.
(Arzttipps gerne via PN).

Viele Grüße
Amiga (die Freundin von Amigo, so habe ich den Igel getauft und direkt das nue angelegte Profil hier ;.-)



P.S: Die Augen des Igels waren übrigens
so weit eingefallen, dass sie wie weg waren. Nun mit ein wenig
Corneagel kommen sie ein wenig mehr raus. Sehen kann der kleine Kerl
aber immer noch nicht und es eitert an einem Auge.

Zu essen bekommt er breiig, er bleibt
auch wacker dabei und kämpft sich durch das Essen, auch wenn man ihm
anmerkt, dass es sehr anstrengend ist. Ich habe das Gefühl, dass es
nach dem Metacam besser ging, aber das kann auch ein
Suggestionseffekt sein.

Ansonsten Igel-Pflege nach Anleitung im
Netz (Zeitungen in 2 qm großem Gehege, ausbruchgesichert, mit
Zeitungen ausgelegt, Versteck-ecke (Zeitungen drüber) und Höhle
(Karton umgedreht mit 10x10 oder größer Eingangsloch und
Küchenpapierauslage, dazu noch eine Fliesdecke mit Wärmflasche
drunter, da setz ich ihn immer mal wieder drauf, wenn die handwarme
Wärmflasche frisch ist, meist krabbelt er aber irgendwann wo anders
hin.

Zu Essen: Katzenfutter, Rührei, Hack
angedünstet, Igel-fertig-Brei-Pulver vom Tierarzt mag er irgendwie
nicht so gerne, obgleich die Konsistenz besonders breiig ist, findet
er Rührei besser.


Ins Wasser habe ich eben ein wenig
Arnika Hömöopathische tropfen getan, schaden kanns ja nicht.
»Amigo« hat folgendes Bild angehängt:
  • 20180512_224923.jpg
"Wir müssen nicht die Arbeit, sondern den Ressourcenverbrauch besteuern."

Annie Leonard, The Story of Stuff

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Dienstag, 15. Mai 2018, 08:16

Hier meineEs hört sich sehr hart an, aber ein völlig blinder Igel kann auf keinen Fall ausgewildert werden
Zwar sind die führenden Sinne, der Gehör-und Geruchssinn der Igel, aber er muß Tag und Nacht optisch unterscheiden können. Sein Sehvermögen als dämmerungs-und nachtaktives Tier ist ohnehin nicht wo gut, aber ausreichend.
Wenn er Tag-und Nacht nicht mehr unterscheiden kann, wird er tagaktiv und damit vielen Tagräubern ausgesetzt und wird qualvoll verenden.
Darum plädieren wir immer dafür , ein solches Tier zu euthanasieren.
Eine Dauerhaltung im Gehege ist genehmigungspflichtig und ob sie tiergerecht ist, wage ich zu bezweifeln
Auch ich habe schon so ein Tier in Unkenntnis seiner Blindheit gesund gepflegt und brachte es nicht übers Herz, es dann töten zu lassen. Es lebt in einem Gehege. Ob ein Wildtier dort ein glückliches Leben führen kann - ohne Partnerschaft , in eingegrenztem Raum? diese Frage stelle ich mir immer wieder. Ich habe nicht den Eindruck, daß dies ein würdiges Wildtierleben ist.
Mit vollem Verständnis für Sie bitte ich Sie, darüber nachzudenken
Mit mitfühlendem Gruß
Karin Oehl Antwort an eine Igelfinderin , die auch einen blinden Igel meldete;
Dennoch sollten wir telefonieren - s. Privater Nachricht.

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