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Wednesday, January 31st 2018, 3:23pm

JungIgel röchelt stark bei Aufregung - Kotbefunde geringfügig oder negativ

LIebe Frau Oehl,


Ich habe letzte Woche einen Jungigel rein bekommen - von Pflegestelle gefunden am 19.12.2017,
Gewicht 330 gr., direkt bei Fund Flubenol 5 Tage, Bisolvon,
Kotbefund danach: keine LuWü, geringfügig Capillaria

Der Igel kam am 19.1.2017 zu mir - jetzt 590 gr. - er röchelt sehr sehr stark & laut wenn er aufgeregt ist: wenn ich den Raum betreten, beim Saubermachen, bei Behandlungen, im Freilauf bei der Futtersuche ...
Am Tag ist kaum etwas zu hören, ganz ganz selten mal ein leises Husten, er atmet ohne Röcheln. Er bekommt weiterhin Bisolvon - eine weitere Entwurmung habe ich mich noch nicht getraut, wegen möglicher Überlastung der Lunge durch die absterbenden Würmer.
Er bekommt ein Mittel zur Stärkung des Immunsystems und von der TA hat er 5 Tage Baytril bekommen - es zeigte sich keinerlei Veränderung der Atmung.

Mache momentan täglich Kotuntersuchungen - keine LuWu-Larven drin zu finden - vorgestern ein grüner Kotklumpen mit ca. 40 Capillaria in der Probe. Gestern Tagesprobe: 2 Capillaria.
Da ich noch nicht so fit im Mirkosopieren bin, geht am Sonntag abend eine 3-Tages-Probe ins Labor.

Frage: das ist jetzt der zweite Igel, der keinen oder geringen Befall von Lungen- und Haarwürmer nach Behandlung hat - und trotzdem so laut röchelt.
Beide Igel stammen aus der Nähe von riesigen, intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen.
WIe ist Ihre Erfahrung: kann es da Zusammenhänge geben?
Was kann ich mit dem Igel machen?

Vielen lieben Dank & beste Grüße
Samstag

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Wednesday, January 31st 2018, 5:40pm

Hallo Samstag
Es gibt nicht nur Lungenwürmer, sondern auch LungenHAARwürmer und wenn nur von Capillaria gesprochen wird, kann es beides sein, Lungenhaarwürmer oder Darmhaarwürmer
Eine differenziete Diagnose ist schon wichtig.
1. einfach Flubenol zu geben ohne vorherige Diagnose auf Verdacht hin halte ich nicht für gut, denn alle wirksamen Arzneimittel haben auch Nebenwirkungen und belasten den Organismus.
2. wie sicher ist die Verabreichung per os oder übers Futter? War die Dosis richtig berechnet? wie lange wurde Flubenol gegeben?
3. Behandelbar ist nur der adulte Parasit, Die Geschlechtsprodukte. Eier und Larven werden von dem Mittel nicht erwischt.
Nach Ablauf der Präpatenzzeit , das heißt der Entwicklungszeit vom Ei zum fertigen Parasiten (in der Regel um die drei Wochen) kann sich aus Eiern und Larven noch mal eine neue Population entwickeln, die behandlungsbedürftig ist.
Die Behandlung mit Bisolvon, einem Schleimlöser ist perfekt
Nicht jedes Antibiotikum wirkt gegen jeden Keim. Wenn Baytril, nicht wirkt, sollte der Tierarzt es wechseln.
(Baytril ist schon ein Reserveantibiotikum ein Breitbandantibiotikum, das wirklich viele Keime erwischt, aber eben nicht alle!)

Der grüne Kotklumpen kann einfach Darmsekret sein, aber auch für eine Entzündung im Darm sprechen, darum sollte man schon hellhörig werden.

1. Schicken Sie bitte von drei Tagen eine Kotprobe in einem einzigen Gefäß zur Untersuchung ein. (z. b. nach Krefeld, Deutscher Ring 100. Früher hieß das staatl. Veterinär -Untersuchungsamt. Der Name wurde geändert, bitte mal googlen.)

2. geben Sie Bisolvon weiter, aber sprechen Sie mit ihrer Tierärztin darüber, ob nicht noch mal ein anderes Antibiotikum gegeben werden sollte oder man es mal mit einem Cortison Präparat versuchen sollte, denn dieser Wirstoff läßt gereizte Schleimhäute abschwellen und wirkt gegen nicht bakterielle Entzündungen.
Aber das muß ein Tierarzt entscheiden, man kann nur anstoßen und danach fragen.

Und wenn immer noch Capillaria da sind, sollten Sie mit ihr über die Dosierung sprechen -s. Handbuch Igel in der Tierarztpraxis) Achten Sie dann genau auf die Aufnahme des Mittels, nicht einfach über das Futter geben, sondern direkt ins Mäulchen.
ich hoffe, damit Ihre Fragen weitestgehend beantwortet zu haben, ansonsten,fragen Sie mich gern weiter.
viel Glück
Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

This post has been edited 1 times, last edit by "Karin Oehl - Pro Igel e.V." (Jan 31st 2018, 5:47pm)


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Thursday, February 1st 2018, 9:38am

Liebe Frau Oehl,

Danke für ihre schnelle Antwort.

Leider wird auf dieser Pflegestelle direkt bei Ankunft Flubenol gegeben, danach erst eine Kotuntersuchung gemacht.
Flubenol gibt es dort für 5 Tage, ich denke mal übers Futter. Da wird nicht viel kontrolliert - m.E. keine professionelle Arbeit mit den Igeln.
Ob die Kotproben sorgsam genommen werden, weiss ich leider auch nicht.
Ich arbeite daran, dass sich dort etwas ändert.

Ich nehme übers Wochenende neue Kotproben und schicke sie am Sonntag abend raus.
Dann habe ich spätestens Mittwoch morgen den neuen Befund und ich kann konkret handeln.

Sonnige Grüße
von Samstag

4

Thursday, February 1st 2018, 10:09am

Hallo Samstag

Es ist gut so, wie Sie es vorhaben.
Es ist nicht korrekt, direkt auf Verdacht Flubenol einzusetzen.
Vor allem nicht routinemäßig. Man muß immer schaun, wie geht es dem Igel, wie sieht der Kot aus, wie verhält sich ein Tier.
Wir lassen uns auf Verdacht hin ja auch nicht was unter die Haut jubeln.
Und wie ist es wohl mit der Dosierung und Kontrolle, ob es überhaupt aufgenommen wurde, oder mit den Füßen zermatscht wurde - - - -ich habe da meine Bedenken und es wäre gut, wenn Sie die vor Ort äußern könnten und ggf Hilfe anbieten könnten
Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl