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Friday, November 11th 2011, 10:22pm

Pflegekind entwischt

Liebe Frau Oehl,

ich habe vor 4 Wochen am Waldrand einen Igel entdeckt, der offensichtlich kurz vor dem Verenden war ( tagsüber gefunden, torkelnder Gang, von Fliegen umschwirrt, die schon ihre Eier abgelegt hatten). Ich habe ihn dann 3 Wochen lang ständig zum Tierarzt gebracht, gewichtsmäßig ordentlich aufgepäppelt und wieder gesund gekriegt. Angesichts des vorangeschrittenen Datums habe ich dann ein Igelhaus gekauft und wollte ihn im Garten meiner Mutter überwintern lassen. Leider hat er trotz meiner Vorsichtsmaßnahmen ( kleiner Zaun) vor gut einer Woche die Flucht ergriffen. Jetzt beobachte ich täglich mit Sorge den Wetterbericht und hoffe, dass es nicht friert oder regnet. Hat der Igel eine Überlebenschance ? ( Meine Mutter wohnt Luftlinie 800m vom Fundort entfernt).

Viele Grüße, Catweazle

2

Saturday, November 12th 2011, 11:45am

Hallo Catwezle

Tja hätte man sich mal bei Pro Igel richtig informiert, wäre das nicht passiert

So wie Sie es gemacht haben, mußte es ja so passieren.

Da aber der Igel wohl jetzt in einem guten Zustand ist, ist es immerhin möglich, daß er sich noch ein Winterquartier baut und sucht.

Vorsichtshalber, falls er noch in der Nähe ist, würde ich noch Futter rausstellen.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

3

Saturday, November 12th 2011, 12:37pm

Hallo Frau Oehl,

angesichts der ganzen Arbeit, die ich mir gemacht habe, finde ich den schnippischen oberlehrerhaften Ton Ihrer Mail mehr als unangemessen. Ich habe nicht nur die "Pro-Igel" Internetseite studiert, sondern auch andere Informationsquellen angezapft, leider kann ich aus einem Garten, der mir nicht gehört, kein Fort Knox machen.

4

Saturday, November 12th 2011, 1:16pm

Hallo Catweazle

Was wollen Sie von mir hören? Beifall für Ihre Glanzleistung?

Eine Entschuldigung?

Aus einem sicheren Gehege entkommt kein Igel.

Wenn Sie sich so, wie ich täglich mit den Unzulänglikeiten, Forderungen und Unverschämtheiten und der Dummheit von Menschen konfrontiert sähen, sich dabei für Mensch und Tier engagieren weit über das normale Maß hinaus, hätten Sie auch keine andere Antwort auf so einen Beitrag , wie den Ihren gefunden, denn wen Sie wirklich die Schriften von Pro Igel gelesen hätten und nachgedacht hätten, hätten Sie gewußt - Igel graben sich durch und können klettern. Und Sie hätten das Gehege gesichert.
Und das hat nichts mit Fort Knox zu tun


Ich bleibe in der Regel gern freundlich - aber was Sie abgeliefert haben, war nicht unbedingt eines Beifalles würdig.

Und Oberlehrer - dazu hat es dank vieler Igel leider nicht gereicht. Danke für das Kompliment.

Mit dennoch freundlichem Gruß

Karin Oehl

This post has been edited 2 times, last edit by "Karin Oehl - Pro Igel e.V." (Nov 12th 2011, 1:39pm)


5

Saturday, November 12th 2011, 8:41pm

Sehr geehrte Frau Oehl,

um nach den vorangegangenen Misstönen der Sache die Schärfe zu nehmen, möchte ich Ihnen sagen, dass ich Ihre Arbeit hoch einschätze, und das meine ich ganz ehrlich. Ich bitte sie jedoch zu bedenken, dass vieles von dem, was sie mit 10jähriger Erfahrung als ganz selbstverständlich einschätzen, wenn sie von der Dummheit der Menschen sprechen, für viele böhmische Dörfer sind. Versetzen sie sich bitte einmal in meine Lage: Sie finden einen halbtoten Igel, verbringen das Wochenende in vollbesetzten Wartezimmern von Tierärzten, die Notdienst haben (und Ihnen nicht um den Hals fallen, wenn sie ihnen ein Wildtier anschleppen und das Tier sofort einschläfern wollen ) und fragen sich, wie geht es weiter. Jetzt sehen sie sich bei der Suche nach Informationen im Netz mit vielen Widersprüchen konfrontiert. Wie muss er untergebracht werden ? Soll man etwas gegen die Außenparasiten unternehmen? Muss man ihn entwurmen ? Ich habe mir dann Rat bei einer Wildtierauffangstation ( die überfüllt war) geholt und den Igel nach bestem Wissen und Gewissen mit viel Liebe gesund gepglegt, ihn bekocht und betüdelt. Leider ist mir beim Bau des Geheges offensichtlich ein Fehler unterlaufen, sonst wäre er ja nicht weg, und ich bin deswegen sehr betrübt. Ich hatte ein Igelhaus und einen Kleintierzaun gekauft, unten nach außen gebogen, mit Zeltpflöcken gesichert und mit Steinen beschwert, oben nach innen gebogen, um ein Überklettern zu verhindern. Offensichtlich habe ich etwas falsch gemacht. Danach habe ich das Gehege sofort geöffnet und jeden Tag frisches Futter und Wasser hingestellt.

Ich kann verstehen, dass sie als engagierte Tierschützerin dabei die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn der Igel, nachdem er alles überstanden hat, nochmal in Gefahr gerät. Bitte verstehen sie jedoch auch, dass ich, wenn ich einfach nur aus Sorge um das Tier Ihre fachliche Meinung über eine so späte Auswilderung hören möchte, mich nicht coram publico abwatschen lassen möchte wie ein dummer Schuljunge.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit und verbleibe mit freundlichen Grüßen,
Catweazle.

6

Sunday, November 13th 2011, 7:08am

Hallo Catweazle

Danke für Ihre versöhnlichen Worte .

Ich denke schon, daß Sie sich Mühe gegeben haben und um ein Igelleben gekämpft haben.

Daß es danach zu dem Mißgeschick kam, ist mehr als traurig - wir wissen beide nicht, was aus dem Tier nun wird und können nur hoffen, daß es so clever ist und alles richtig macht und die richtigen Stellen findet damit die Mühe nicht vergeblich war.

Meine Erfahrung mit Igeln ist nicht 10 sondern 30 Jahre alt. Ich rede mir den Mund fusselig, erlebe immer wieder sowas. Tausende von Igeln sind im Laufe der Zeit durch meine Hände gegangen und tausende von Igelfindern habe ich erlebt.

Derzeit ist hier Hochsaison, Wir sind bei Igelaufnahme 122 . (Da wir wie ein Krankenhaus funktionieren, sind natürlich keine 100 Igel gleichtzeitig hier.

Was ich hier an Geschichten höre und ertragen muß bis zum Erbrechen, können Sie sich nicht vorstellen. Wenn dann noch so eine dumme Geschichte kommt - mal reicht es einfach.

Zu Ihrer Frage der späten Auswilderung:

Handaufzuchten und unerfahrene Jungtiere werden jetzt natürlich auf keinen Fall ausgewildert.

Krank aufgefundene erfahrene Igel, die gesund sind , das nötige Gewicht haben und ihre letzen Medikamente gut verstoffwechselt haben - Pro Igel spricht von mindestens 5 Tagen - ich fühle mich sicherer, wenn das länger her ist - können sie bis Mitte Oktober noch in die Freiheit zurück - möglichst am Fundort, weil sie dort ihre Verstecke und auch Futterquellen kennen.

Am fremden Ort würde ich sie dann nicht mehr freilassen, denn sie würden erst einmal herumirren, kaum noch Nahrung finden und wahrscheinlich das eben angefutterte Gewicht wieder abrennen, sich erneut infizieren.

Ich plädiere immer dafür, solche Igel mit ihrem sicheren Gehege in ein z. B. Gartenhaus zu stellen, in eine nicht benutzte Garage oder einen wettergeschützten Balkon. Dazu bekommen sie ein gut isoliertes Schlafhaus, wo sie sich mit Material wie Stroh etc. ein Winterschlafnest nach eigenen Vorstellungen bauen dürfen, Dies Nest wird nicht mehr angerührt.

Allerdings werden sie draußen weiter gefüttert und die Lauffläche wird täglich gereinigt, denn der Winterschlaf beginnt nicht nach Kalender und nicht auf Knopfdruck.

Das Winterschlafgehege sollte gegen Ungeziefer (Ratten) gesichert sein.

Auch wenn der Igel durch Futterverweigerung anzeigt, daß er winterschläft, wird ständig frisches Trinkwasser und auch Katzentrockenfutter bereitgestellt, denn oft erwacht gerade ein unerfahrener Igel noch mal und dann sollte er Nahrung finden.

Ich hoffe, daß ich mit diesen Angaben Ihre Frage beantwortet habe und auch von meiner Seite der Ärger ausgeräumt ist.

Übrigens - Die Schriften von Pro Igel entsprechen immer dem neuesten wissenschaftlichen Stand.. Nur muß man sie auch genau lesen und nicht überfliegen. Was Sie darin erfahren ist erprobt auch von qualifizierten Stationen u. engagierten Tierärzten.

Es ist im Netz viel dummes Zeug unterwegs, widersprüchlich, oft mehr verwirrend als aufklärend - leider. All das dient dem Igel nicht .

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

This post has been edited 3 times, last edit by "Karin Oehl - Pro Igel e.V." (Nov 13th 2011, 9:43am)


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