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Dienstag, 20. November 2018, 20:16

Die Nachbarn brachten mir gestern einen Igel. Er lief im Garten zwischen dem Laub umher. Wir haben derzeit leichten Schnee. Tagsüber knapp über 0 Grad, Nachts im Frostbereich.

Der Igel selbst wog gestern 440 Gramm. Abgesehen vom zu geringen Gewicht machte er einen fitten Eindruck. Läuft munter durch die Gegend, rollt sich zügig zusammen wenn er erschrickt. Nach dem Aufwärmen wurde er gefüttert, aß mit Appetit. Verletzungen sehe ich keine. Er hat die üblichen Parasiten auf sich. Einige Zecken und sehr viele Flöhe.

Er/Sie ist jetzt im Haus untergebracht und wird gefüttert bis er das Winterschlafgewicht erreicht hat. Eine Behandlung gegen die vielen Flöhe erscheint mir aber notwendig. Der Befall ist schon stark. Gestern beim Tierarzt empfahl man mir "Flee". Ein Spray ohne Pestizide. Hat damit jemand Erfahrung? Es verstopft wohl die Atemöffnung der Flöhe und legt sich ebenfalls um die Eier. Ist wohl nicht ganz so potent wie ein Pestizid aber vielleicht gerade deshalb für Igel besser? Da ich inzwischen so meine Erfahrungen mit der Tierarztbehandlung an Igeln habe bin ich zögerlich. Aber gegen diesen Flohbefall muss etwas getan werden.

22

Mittwoch, 21. November 2018, 05:55

Hallo Erinaceidae

Wir h aben hier mit Flee keine Erfahrung, aber in der Apotheke gibt es Jacutin Pedicul spray ohne Rezept
Es ist ein Läusemittel für Menschen, aber gegen Igelflöhe hoch wirksam und für Igel sehr gut verträglich.
Das würde ich sparsam anwenden.
Der Igel wude am Tag gefunden, so fit er aussieht - er könnte latent krank sein Igel sind normal dämmerungs-und nachtaktive Tiere, am Tag gefunden, deutet es immer auf
eine Erkrankung hin
Also bitte sofort von drei Tagen Kotproben sammel, bes. verdächtige Stellen mit ins Röhrchen - nur ein Röhrchen bitte und kompetent untersuchen lassen.
Wenn der Igel zuvor das Futter verweigert, ein auffälliges Verhalten zeigt, schlaff wirkt, der Kot grünschleimig wird, sollte der Tierarzt sofort ein Antibiotikum spritzen
bitte ohne Kotuntersuchung nicht irgendwie entwurmen und immer nur im stabilen Zustand entwurmen.

Ich empfehle auch Ihnen einen Blick in das Handbuch für Tierärzte, geschrieben von einer sehr igelerfahrenen Tierärztin

Igel in der Tierarztpraxis

Es ist im Netz aufrufbar.
Weitere Fragen gern an uns,
noch eine Empfehlung
www.pro-igel.de
und dort die Merkblätter lesen, sie sind eine Offenbarung
Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

23

Mittwoch, 21. November 2018, 22:13

Ja, die Kotprobensammlung startete ich bereits am Fundtag.

Leider fand ich gerade im Gehege eine ordentliche Portion grünlichen Kots. Soll der Tierarzt morgen nun auf Verdacht ein Antibiotikum spritzen? Wenn ja welches?

Bei grünem Kot nicht entwurmen?

Davon getrennt: Auf einigen Blättern der Küchenrolle die er in sein Nest gezogen hat waren viele sehr kleine rote Flecken. Ich denke, dass es Blut ist. Kann dies von den Flöhen stammen?

24

Donnerstag, 22. November 2018, 06:41

Hallo Erinaceidae

mich wundert nicht, daß die sekundärinfektion jetzt ausbricht, Also bitte ein Breitbandantifiotikum für mehrere Tage geben lassen.
Die kleinen Blutstellen können durchaus von Flöhen kommen, aber manchmal laufen sich Igel auch die Füßchen auf, die Wunden sieht man so gut wie nicht, es können erhebliche Blutmengen dann im Gehege gefunden werden.
bitte unbedingt mit einem sachkundigen Tierarzt bald sprechen, weil sich das Befinden der Tiere sehr rasch verschlechtern kann. Bitte unbedingt eine Probe des auffälligen Kotes mitnehmen!!!!!!!!!!
Mit freundlichem GrußKarin Oehl

25

Donnerstag, 22. November 2018, 17:35

Kurzes Update:

Der Kot von drei Tagen wurde heute untersucht. Es fand sich ein sehr starker Befall von Darmhaarwürmen. Wird jetzt mit Panacur Petpaste für fünf Tage behandelt. Ich überlege ob es sinnvoll ist für die Darmflora noch Bene-Bac Gel zu verabreichen. Eine Antibiose gleichzeitig zur Entwurmung hält der Tierarzt für kontraproduktiv.

Die kleinen roten Punkte auf der Küchenrolle sind Flohkot. Eine Verletzung hat der Igel also nicht.

Danke für die Hilfe, ich berichte weiter.

26

Donnerstag, 22. November 2018, 18:34

Hallo Erinaceidae

Na ja, Ist zwar Blödsinn bei einem entzündeten Darm keni Antibiotikum zu geben, ich hoffe es geht auch so.
bene Bac zusätzlich zu geben halte ich für enie sehr gute Idee
Hoffentlich hängt der Igel nicht plötzlich in den Seilen und ist dann verloren. Das geht beim Igel sehr schnell.
Statt des beliebten aber leider häufig nicht ausreichend wirksamen Panacur wäre Flubenol besser gewesen, er wird es
nicht da gehabt haben.
vielleicht müssen Sie Panacur häufiger geben, Wichtig ist nach der Behandlung noch mal den Kot kontrollieren lassen.
Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

27

Samstag, 5. Januar 2019, 19:49

So, der Igel hat sich gut gemacht und ist jetzt bei etwa 750 Gramm. Er hat keine Flöhe mehr und keinen Durchfall. Er ist munter und somit wird es jetzt langsam Zeit für den Winterschlaf.

Eine Bauanleitung für eine Winterbox habe ich hier gefunden:

https://www.aktiontier-igelzentrum.org/b…interschlafbox/

Ich würde dann so wie dort am Ende der Seite unter Punkt 4 verfahren. Ihn also am Abend vor dem Umzug in die Kälte nur noch mit Trockenfutter füttern und dann einfach tagsüber in die Box im geschützten Winterquartier umsetzen. Wir haben es hier jetzt gerade knackig kalt und viel Schnee. Er braucht wirklich keine "Eingewöhnungsphase"? Aktuell steht er bei etwa 15 Grad.

Der Igel muss dann wenn er im März/April wieder aufwacht nochmal ins Haus und aufgepeppelt werden auf sein Winterschlafgewicht? Irgendwo anders las ich, dass man ihn dann aus der Box lassen kann und in der Box für ein, zwei Wochen noch Futter anbieten soll. Was ist der bessere Weg?



liebe Grüße

28

Samstag, 5. Januar 2019, 21:30

Hallo
1. die Winterschlafboxen von Laatzen sind gut, aber ohne etwas Auslauf ist es Tierquälereil einen Igel da rein zu verfrachten. Das was sie zeigen ist rein nur der Schlafbereich, Da Igel aber nicht auf Knopfdruck in den Winterschlaf gehen, muß ein Gehege drumherum sein.
2. Bis die Igel einschlafen oder z. B. duch Futterverweigeung anzeigen, daß sie schlafen wollen, müssen sie normal gefüttert werden.
Ausnahme -Igel sind zu fett geworden und das kann bei Ihrem igel nicht sein.
Nur Trockenfutter z u geben ist nicht o:K. Man kann es als Notration ins Gehege eines schlafenden Igels geben.
Eben komme ich von einer Mitgliederversammlung von Pro Igel e.V. und habe den Tierarzt Schiller aus Berlin getroffen, der zusammen mit Monika Neumeier die Trockenfutter alle untersucht hat und zu dem Schluss kam, dass sie alle unbrauchbar und nicht igelgerecht sind, Ein Buch darüber steht kurz vor dem Erscheinen.
Wenn Trockenfutter, dann bitte Katzentrockenfutter. Das im Handel angebotene Igeltrockenfutter ist durch die Bank unbrauchbar.
Bezüglich der Handhabung nach dem Winterschlaf haben Sie etwas mißverstanden.
Der Igel darf auf keinen Fall in der Box eingesperrt bleiben. wenn er erwacht, wird er bis zu dem Gewicht aufgefüttert, welches er vor dem winterschlaf hatte und erst wenn der Boden warm genug ist, das heißt, wenn die Nachttemperaturen +8° ein paar Tage nicht unterschreiten, wird er nach einer Abendmahlzeit möglichst am Fundort oder der Nähe ausgewildert.
Noch mal - Die Schlafbox -Igel rein, Box zu und vergessen, ist ein Todesurteil für Igel. Das ist eine reine schlafbox, als solche ist sie gut, Der Igel muß noch die Möglichkeit haben, sie zum Fressen und trinken und sich bewegen, zu verlassen und zwar in einem gesicherten Gehege.
Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl
die heute auf einer Mitgliederversammlung von Pro Igel war und mit der Dame, die Laatzen mit aufgebaut hat , ausführlich gesprochen hat.

29

Samstag, 2. Februar 2019, 20:09

Ich habe das Problem, dass der Igel nicht richtig in den Winterschlaf geht.

Ich habe ihm die Box nach der obrigen Anleitung gebaut und an die Futterbox ein Gehege angeschlossen damit er Auslauf hat. Die Schlafbox hat er gut angenommen, er nutzt sie.

Das Ganze steht im Bienenhaus. Dort ist es ruhig, trocken und ungeheizt, hat also derzeit Temperaturen um Null Grad.

Der Igel schläft jetzt immer mal zwei, drei Tage. Dann wacht er wieder auf, frisst den Notvorrat Katzentrockenfutter und setzt Kot ab. Feuchtfutter das im Gehege steht rührt er kaum noch an. Dann ist er wieder für zwei, drei Tage inaktiv. Heute habe ich ihn in einer aktiven Phase erwischt und gewogen, er ist jetzt von knapp 750 auf etwa 690 Gramm runter.

Woran könnte es liegen, dass er den Winterschlaf nicht richtig antritt?

30

Sonntag, 3. Februar 2019, 07:08

Hallo Erinaceidae

igel die lange in Menschenhand sind und an unser Ersatzfutter gewöhnt sind, stellen sich stoffwechelmäßig häuig sehr viel schlechter auf Winterschlaf ein, als Igel die frei draußen leben. Sie erleben die Veränderung der Nahrungspalette im Jahreswechsel anders und stellen sich darauf ein.
Der Igel hat schon ordentlich abgenommen, weil er unruhig schläft, aber noch immer ist sein Gewicht für einen Winterschlaf ausreichend. Daß er will, zeigt er ja. Ist sein Schlafhaus ausreichend isolierend oder friert es durch, daß sein innerer Frostwächter ihn immer wieder aufweckt? Manchmal sind die Schlafhäuser zu klein und zu mager bestückt mit isolierendem Material.Daran ist mal zu denken.
Oder ist es feucht im Schlafhaus hat der Igel da rein uriniert oder gar gekotet?????

Es ist bekannt, daß wie wir uns im Schlaf drehen, mal auf die Toilette gehen nachts, auch Igel nicht reglos liegen bleiben
Da der Igel aber immer wieder zwischenzeitlich Trockenfutter frißt ist eher anzunehmen, daß er noch nciht mit dem Winterschlaf wirklich klar kommt.
In dem Fall würde ich das Trockenfutter mal weglassen und auch wenn er es nicht anrühren will, normales Feuchtfutter hinstellen. Wenn er es ablehnt ist es seine Sache. Wenn er es doch vorher gefressen hat, wird er, wenn er wirklich Hunger hat, es wieder annehmen. Ansonsten -Anderes gibt es nicht und er muß endlich schlafen.

Jungtiere ohne Winterschlaferfahrung, die früh in Menschenhand kamen, tun sich oft sehr schwer mit dem 1. Winterschlaf. Bitte auch von Ihrer Seite Geduld!

Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

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