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Dienstag, 5. September 2017, 13:31

Jungtier in Lichtschacht gefunden

Liebe Forengemeinde,

vor drei Tagen habe ich durch puren Zufall einen kleinen Igel im Lichtschacht unseres Kellers gefunden. Er muss hineingefallen sein und kam aufgrund der Höhe des Absatzes nicht wieder heraus. Wie lange er dort drinnen saß, kann ich nicht sagen. Er zitterte und stürzte sich sofort auf angebotenes Futter. Wie ich nach Rücksprache mit einer Igelhilfe erfahren habe, war es nicht gut, ihm so zitternd so viel Futter zu geben. Zum Glück musste er meine Unkenntnis nicht schwer bezahlen, ihm geht es inzwischen soweit gut. Ich habe ihm am Fundtag eine Wärmflasche entsprechend präpariert angeboten und noch am selben Abend war das Zittern vorbei. Die Igelhilfe meinte, dass er zu leicht sei um ihn in die Freiheit zu entlassen und ich ihn bis 450 Gramm aufpäppeln soll. Da es mein erster Igel-Gast ist, bin ich mir in vielem unsicher.

Gefunden habe ich ihn mit 185 Gramm. Er ist munter und neugierig auf sein Gehege. Er ist nachts ziemlich aktiv und seine Verdauung klappt gut - zumindest beurteile ich das so (eher festere, schwarze "Wurst"). Inzwischen wiegt er schon 245 Gramm und frisst jeden Abend 100 Gramm Katzenfutter sowie eine zusätzlich angebotene Proteinquelle wie gekochtes Ei oder gekochtes Hühnchen. Mir wurde gesagt, dass ich ihm immer so viel Futter anbieten soll, dass morgens noch ein kleiner Rest übrig ist. Ich würde daher die Katzenfutterdosis heute Abend erhöhen, so richtig?

Das ist so nicht ganz richtig. Sie sollten ein Pflegeprotokoll führen, wie Sie es auf der Website von Pro Igel e.V. finden und ein Jungigel sollte pro Tag um die 10 g zunehmen, Mastigel zu machen ist für das Tier ungesund,.


Auf die Frage, ob ich ihm Haferflocken unter das Futter mischen soll wurde mir davon abgeraten. Ich lese es hier so und dort jedoch so. Was würde man mir hier empfehlen? Durchfall hat er (noch?) nicht.

Katzenfutter ist für den Organismus der Katze konzipiert, zwar schön eiweißreich aber zu fettarm . Darum sollten Sie ein wenig guten Pflanzenöls zusetzen und als Ballaststoff Kleie, das verlangsamt die Darmpassage und hilft die Nahrung besser auszuwerten


Oh und ich las irgendwo, dass man ihm ab und an zur Beschäftigung einen Knochen mit etwas gekochtem Fleisch zugeben soll. Das ist so unschädlich?

Das Netz ist geduldig und Jeder kann seinen Schmarren verbreiten und für Verunsicherung sorgen. schaun Sie doch mal hier im Forum nach, da gibt es einen guten brauchbaren Futterplan.

Er scheint mir auch parasitär in gutem Allgemeinzustand zu sein. Ich habe die drei Zecken entfernt die ich gesehen habe und einen adulten Floh.
Ich sammele jetzt drei Tage eine Kotprobe und am Donnerstag hat er einen Tierarzttermin. Da möchte ich ihn gerne entwurmen lassen und gegen sonstige Parasiten behandeln lassen.

Vorsicht, Vorsicht Vorsicht, so kleine Tiere sollte man nicht entwurme, es sei denn, sie haben Symptome wie Husten z. B. und dann nur nach genauer Diagnose des vorhandenen Wurmes, (Kleine Igel können von ihrer Mutter schon wie Hunde und Katzen auch, damit gesegnet sein, aber erst der adulte Parasit ist behandlungsfähig, Warum entwurmen, wenn der Igel noch keine behandlungsfähigen Parasiten hat? Viele Tierärzte kennen nichts anderes als irgendwie und ohne Diagnose mit irgendwas zu entwurmen. Das kann lebensgefährlich für den kleinen Kerl sein. Wenn es ihm doch gut geht, was wollen Sie beim Tierarzt?

Dieser Tierarztbesuch liegt mir jedoch etwas im Magen da ich "Igel in der Tierarztpraxis" las und Igel wohl auf viele gängigen Produkte mit schweren Gesundheitsbeeinträchtigungen oder sogar dem Tode reagieren können. Kann ich davon ausgehen, dass sich jeder Tierarzt damit auskennt oder würden Sie mir einen speziellen Tierarzt im Raum 822XX empfehlen? Die Alternative wäre natürlich zu akzeptieren, dass er als Wildtier Parasiten in tolerabler Menge hat. Wie gesagt - er scheint mir fit und munter und nimmt Gewicht zu. Dann lieber das Risiko des Tierarztbesuches vermeiden?

`Leider können Sie nicht davon ausgehen und da Igel mehr Flöhe als Mäuse (Geld) in die Praxis bringen, sind sie keine beliebten Patienten und außerdem lernen Tierärzte in ihrer Ausbildung seltenst und wenn, dann nur sehr unzureichend etwas über Igel


Ich achte auf die üblichen Hygienemaßnahmen. Ich trage Handschuhe beim Igelkontakt und wenn ich das Gehege reinige. Das Gehege ist mit Zeitungspapier ausgelegt. Der Igel steht in einem separaten ruhigen Raum mit Frischluftzufuhr und Fenstern die Tageslicht geben. Er hat ca. 2 qm Platz mit Igelhaus. Als Unterholzersatz hat er Küchenrolle im Gehege und ein paar Zweige mit Blättern. Alles wird täglich erneuert. Gefüttert wird er einmal am Tag immer so gegen 20 Uhr. Dann stelle ich ihm zwei bis drei Futterquellen ins Gehege. So gut?

Das ist gut so.

Ich sehe den Igel nie trinken. Er hat eine Wasserschale drinnen stehen die immer unberührt erscheint. Trinken Igel aus Schalen oder kann er das nicht? Braucht er das Wasser nicht wegen dem Feuchtfutter oder trinkt er so minimale Mengen, dass mir das nicht auffällt? Ich habe schon mehrfach beobachtet, dass er das Wasser findet und daran schnüffelt. Aber getrunken hat er noch nie.

Igel trinken auch aber nicht viel, meist schmeißen sie das Wasser um oder latschen durch und verunreinigen es. Anbieten sollte man es ihnen. Auch In der Natur trinkt der Igel wenig, den Tau von Pflanzen z. B. Wenn das Futter ausreichend feucht ist, reicht ihm das meistens

Noch eine Frage zum Verhalten des Tieres. Er ist tagsüber nahezu immer in seinem Igelhaus. Da drin schläft er aber nicht durch, ich höre oft wie er sich bewegt. Was genau er da drinnen macht kann ich nicht sagen, ich störe ihn so wenig wie möglich. Das ist normal solange er nicht herauskommt?

Igel sind dämmerungs-u. nachtaktive Tiere, die nur am Abend rauskommen, das ist gesund und richtig so, Das heißt aber nicht, daß er durchschläft. Wir drehen uns ja auch im Bett zig mal um in der Nacht,

Oh und ich wüsste gerne, ob es ein Männchen oder Weibchen ist. Wie man sie theoretisch unterscheiden kann ist mir bekannt. Gibt es einen Trick, wie man sich die Unterseite des Tieres ansehen kann? Auf der Hand rollt er sich nicht ein wenn man leise und langsam ist. Dann sitzt er da neugierig. Aber wenn ich ihn umdrehe um seinen Bauch anzusehen, dann rollt er sich sofort zusammen.

Streicheln sie ihn mal im letzten Körperdrittel bei völliger Ruhe im Raum, Wenn sie der Igel dann entspannt, können Sie vielleicht die Beinchen fassen, den Igel Handstand machen lassen und nachschaun. Aber ist das soooo wichtig?

M


liebe Grüße und vielen Dank!

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Karin Oehl - Pro Igel e.V.« (5. September 2017, 14:32)


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Dienstag, 5. September 2017, 14:18

Hallo

Da ich derzeit durch eine hochfieberhafte Erkrankung nur bedingt leistungsfähig bin, antworte ich mal in Ihrem Schreiben

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

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Dienstag, 5. September 2017, 14:38

Vielen Dank für die zahlreichen Tipps und gute Besserung!

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Dienstag, 5. September 2017, 14:52

Also keine Entwurmung weil er zu jung ist bzw. die Parasiten es damit auch sind. Dann kann ich mir ja auch die Untersuchung des Kots ersparen.

Auch keine Behandlung gegen Flöhe? Ob ich da mit dem einen auch alle erwischt habe, kann ich nicht sicher sagen.

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Dienstag, 5. September 2017, 15:20

Danke für die Fütterungsempfehlungen, ich habe sie durchgelesen. Ich werde gleich Hühnerklein kaufen gehen und ihm das heute Abend gekocht füttern. Meinem Hund würde ich nie gekochte Hühnerknochen geben wegen der Gefahr des Splitterns. Für den Igel stellt das keine Gefahr dar?

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Dienstag, 5. September 2017, 16:57

Hallo

Hühner Bein Röhrenknochen sollen auch Igel nicht haben, aber Flügel und Hühnerklein dürfen sie bekommen Meist lassen sie die Knochen liegen u nehmen nur das Fleisch.

Wenn die Flohbelastung so hoch ist, dürfen Sie in der Apotheke Jacutin pedicul holen, Der Apotheker wird scheel gucken, denn das ist ein Läusemittel für menschliche Läuse.

Bei Igelflöhen aber hochwirksam und verträglich - bitte sparsamst anwenden

Mit freundllichem Gruß

Karin Oehl

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Dienstag, 5. September 2017, 17:28

Alles klar, nochmal vielen Dank!

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Montag, 11. September 2017, 21:30

Dem Igel geht es weiter gut. Er nimmt brav zu und hat einen gesegneten Appetit. Er ist weiter aktiv und morgens sehe ich, wie sehr er sein Gehege auf den Kopf stellt. Deshalb mache ich mir jetzt langsam Gedanken um die Auswilderung.

Ich habe einen kleinen Garten mit wenig Igelrückzugsmöglichkeiten. Über diesen Garten (kleines Loch im Zaun) kam er auch in den Lichtschacht, ist also sein vertrautes Revier. Ich las nun, dass man ihn optimalerweise nicht aus seinem bekannten Revier entfernt. Leider ist der Garten direkt neben der Straße. Wir leben auf einem kleinen Dorf. Vielbefahren ist die Straße gerade nachts nicht und ich kann ihn wohl nicht irgendwo fernab jeglicher Straßen aussetzen. Dieses Risiko muss ich dann also wohl eingehen?
Unterhalb des Gartens ist ein kleiner Bach der um diese Zeit das Regenwasser der Felder führt. Die Straße bildet die Brücke darüber.
Ich erzähle das so ausführlich weil ich überlege, ob das eine gute Umgebung für ihn ist oder ob es sicherer wäre, ihn wo anders auszuwildern. Ich könnte ihn auch an einer Heckenreihe etwa 300 Meter entfernt von meinem Garten aussetzen. Aber das ist natürlich für ihn Nachts auch keine Distanz zur Straße. Erst heute habe ich wieder einen überfahrenen Igel gesehen.... ;(
Wir haben auch viel Wald wo ich ihn auswildern könnte. Aber das ist nicht wirklich die richtige Umgebung für ihn, oder?

Geplant habe ich die Auswilderung folgendermaßen. Zunächst darf er noch zunehmen bis er so ca. 600 Gramm wiegt. Währenddessen bestelle ich ein Igelhäuschen das auch für den Winterschlaf geeignet ist. Dieses würde ich dann in den Garten (oder wo auch immer) in die Nähe vom Zaunloch stellen. Ich fülle das Häuschen mit Stroh und stelle Futter rein. Dann setze ich in der Dämmerung an einem trockenen Tag den Igel rein. Die nächsten Tage würde ich dann weiter Futter ins Häuschen (wie lange sollte man das tun?) stellen. Vielleicht nimmt er es ja als Schlafplatz an oder sogar als Winterquartier?

Passt das so? Kann ich sonst noch etwas tun?

P.S. der Lichtschacht wird natürlich unzugänglich gemacht.

9

Dienstag, 12. September 2017, 07:08

Hallo Erinaceidae

Das Geld für das Igelhaus können Sie sich sparen. Die Umgebung bei Ihnen scheint zur Auswilderung nicht geeignet und ein Waldtier ist der Igel auch nicht.

Bitte schaun Sie mal in die Merkblätter von Pro Igel e.V.

http://www.pro-igel.de/merkblaetter/merkblaetter.html#merk

und 600 g muß er nicht haben, er wird ohnehin erst mal abnehmen, aber dann mit natürlicher Nahrung durchaus noch sein Winterschlafgewicht erreichen können.

bitte nicht enttäuscht sein, daß ich so kurz ab bin, bin derzeit erkrankt

Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

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Sonntag, 29. April 2018, 18:07

Ich melde mich aus praktischen Gründen in meinem Thread wieder.

Wir haben seit etwa zwei Wochen wieder einen Igel im Garten. Ob es das damalige Tier ist, kann ich natürlich nicht sagen. Dieser Igel hat eine Verletzung am Auge. Sein rechtes Auge ist klar, wirkt wie eine kleine Kugel und er reagiert auch auf der Seite ganz normal. Das linke Auge ist ständig feucht und überhaupt nicht mehr "kugelig". Erst dachte ich, er hätte das Auge verloren. Aber wenn er die Lider öffnet, dann sieht man das Auge durchaus noch. Allerdings ist es nicht so schwarz wie sein gesundes Auge. Vielleicht hat er es auch nur ein wenig nach innen gerollt. Jedenfalls reagiert er auf der Seite auch nicht so wie auf rechts.

Er macht insgesamt sonst einen munteren Eindruck. Er frisst viel, bewegt sich schnell. Er stößt nicht gegen Gegenstände im Garten und hat sich schon zweimal aus seinem provisorischen Käfig über Nacht ausgebuddelt. Was mir jedoch ungewöhnlich erscheint ist sein Aktivitätsrhythmus. Er kommt täglich so gegen 15 Uhr in den Garten. Dann frisst er und legt sich wieder hin. Das wiederholt sich zwei bis drei Mal. Nach dem Fressen schläft er also immer eine Weile und ist insgesamt ziemlich früh aktiv. Und wo ich ihn heute etwas länger beobachten konnte hat er in grob geschätzt zwei Stunden dreimal gehustet/geniest (nicht sicher was es war). Ein Grund zur Sorge oder einfach Zufall?

Im Käfig ist er deshalb, weil wir vor zwei Tagen beim Tierarzt mit ihm waren und man meinte, er solle zehn Tage dreimal täglich Augentropfen in das verletzte Auge bekommen ( Floxal). Das lässt er auch über sich ergehen. Ich weiss jedoch nicht, ob diese Therapie sinnvoll ist. Die Tierärztin versuchte die Hornhaut anzufärben um eine Verletzung festzustellen, das gelang aber nicht so recht.

Was meint die Igelgemeinde hier? Die Therapie fortführen und ihn täglich dafür einfangen (wenn er wieder ausbricht)? Einen anderen Tierarzt aufsuchen? Tier in Ruhe lassen?


liebe Grüße

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Montag, 30. April 2018, 07:17

Hallo erinaceidae
bitte unbedingt die Therapie länger fortführen- Ggf, muß das Auge chirurgisch entfernt wrden und die Augenlider vernäht werden. Mit einem Auge kann der Igel gut zurecht kommen.

Wichtig ist, daß nicht nur auf das Auge geachtet wird, mit einem Auge, wenn die mit Sicherheit vorhandene Verletzung des anderen Auges abgeheilt ist, auch Kot untersucht wird.
Vor allem wenn sich Appetit und Kot verändern ist es wichtig
Die Tagaktivität gefälllt mir gar nicht.
Es könnte noch eine allegemeine Infektion durch Verwurmung dahinter stecken.
Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

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Montag, 7. Mai 2018, 15:58

Kleines Update. Der Igel wird nach wie vor weiter mit den Augentropfen behandelt. Das Auge ist soweit wir das sehen können blind. Eine Entzündung ist nicht ersichtlich und morgen sind die zehn Tage Behandlungsdauer rum. Er frisst nach wie vor gut, bewegt sich sehr agil und macht keinen kranken Eindruck. Allerdings ist er nach wie vor eher Tagaktiv. Ich kann die Uhr danach stellen wann er im Garten auftaucht. Das ist immer zwischen 15:30 und 16 Uhr, so auch gerade eben. Dann frisst er und legt sich anschließend in sein Häuschen schlafen bis zum Abend. Dann wird er wieder aktiv.

Die Kotprobe wurde gesammelt und abgegeben, morgen sollte das Ergebnis da sein. Nun zum Thema entwurmen. Mein Tierarzt kennt sich nicht sehr gut mit Igeln aus. Er meinte wir entwurmen mit Ivermectin wenn es Lungenwürmer sein sollten. Ich las nun bei pro-igel.de, dass Ivermectin nicht gegen Lungenwürmer helfen soll. Was wäre Ihrer Meinung nach geeignetes Mittel? Wird das Entwurmungsmittel gespritzt? Wenn ja, dann habe ich auch da Bedenken beim igelunkundigen Arzt. Gibt es kein geeignetes Mittel zum Einsprühen oder für ins Fressen?

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Dienstag, 8. Mai 2018, 06:58

Bitten Sie den Tierarzt, nur die von Pro-Igel e.V. auf Verträglichkeit und Wirksamkeit getesteten Medikamente zu verwenden, denn nicht jedes für andere Tiere empfohlene Mittel ist auch beim Igel wirksam und für den Igel verträglich.
Es gibt dazu speziell für Veterinäre und Tierärzte auf der Webseite von Pro-Igel e.V. einige sachdienliche Publikationen.
Wir empfehlen das von einer mit Igelpatienten sehr erfahrenen Tierärztin verfasste Buch "Igel in der Tierarztpraxis" auf aktuellem Stand des Wissens in der Igelheilkunde, das bei Pro-Igel e.V. wie alle anderen Publikationen bestellt werden kann und auch online mit lesendem Zugriff publiziert wird.

http://pro-igel.de/merkblaetter/merkblaetter.html#vet

Ab Seite 54 geht es um Endoparasitosen der Atemorgane und der Verdauungsorgane.

Zitat (Seite 56): "Der Wirkstoff Ivermectin (Ivomec) ist gegen den Lungenwurm Crenosoma str. nicht wirksam."

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Samstag, 19. Mai 2018, 17:13

(neuer Thread


Und noch ein schwaches Tier....

Heute rief mich ein Nachbar und zeigte mir einen apathischen Igel. Er wiegt nur 465 Gramm, ist unterernährt (schlitzförmige Augen, sichtbarer "Hals"), liegt auf der Seite, hatte nur eine Körpertemperatur von 32,4 Grad C, hustet und hechelt. Kurzum, es geht ihm wirklich nicht gut. Er hat ein paar Flöhe, sonst keinen auffälligen Befall von Ektoparasiten. Keine sichtbaren Verletzungen. Trotz niedriger Körpertemperatur versuchte er immer aus der Sonne zu kommen.

Brachte ihn zu einem Tierarzt, zum Glück eine die sich mit Igeln offenbar auskannte und auch die Publikation von Pro-Igel in der Praxis hatte. Dort bekam er erst einmal eine Infusion mit Flüssigkeit, Vitaminen und Enrotron. Sie stimmte zu, dass eine Kotprobe besser sei als gegen Endoparasiten gleich zu behandeln. Allerdings fehlt nach ihrer Meinung dafür die Zeit.

Nun liegt er auf handwarmen Wärmflaschen und ist zugedeckt. Hin und wieder wechselt er mal die Position, liegt aber auf der Seite und hechelt nach wie vor. Ich habe Panacur Paste bekommen und ein Antibiotikum. Die Paste soll ich ihn bereits heute Abend geben wenn er noch lebt.

Da er nicht frisst frage ich mich, ob ich ihn in diesem Zustand (eine normale Körpertemperatur vorausgesetzt) zwangsernähren soll?

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Erinaceidae« (19. Mai 2018, 17:25)


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Samstag, 19. Mai 2018, 17:55

Hallo
Die
Tierärztin hat nicht viel falsch gemacht, sie hätte besser ein Antibiotikum gespritzt
Das Panacur ist Mist, mit Verlaub gesagt, ohne Kotuntersuchung und in dem Zustand wird einfach nicht entwurmt, bestenfalls gegen den Darmsaugwurm was gespritzt oder Droncit ins Mäulchen gegeben.
Auch wenn es mir schwer fällt und ich Ihnen vielleicht weh tue, der Igel wird trotz aller Bemühungen wohl nicht überleben.
Die Erkrankung ist zu weit fortgeschritten.
Sie können Ein Rührei ohne Salz machen, es durch ein Sieb streichen und mit etwas Fenchel Tee in der Spritze aufziehen und versuchen, das Tier zwangszuernähren.
Wenn der Igel es nicht nehmen will, können Sie es nicht erzwingen.
Nimmt er es, können Sie einfach etwas Katzenfutter durch ein Sieb streichen, ein paar Tropfen Öl dazu und das als Zwangsernährung geben.
Bitte in dem Zustand nicht zu viel, das belastet zu sehr
Ich wünsche Ihnen alles Glück der Welt, daß der Igel überlebt, habe aber wenig Hoffnung
Bitte berichten Sie, wie es weiter geht
Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

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Samstag, 19. Mai 2018, 18:04

Die Tierärztin machte mir auch wenig Hoffnung...

Ein Antibiotikum gab sie ihm, Enrotron ist ein solches.

Ich habe daheim noch Recovery veterinary diet von Royal Canin. Geht das auch als Zwangsfutter?

Was die Entwurmung angeht...ja ich bin auch skeptisch.

Ich werde berichten.

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Samstag, 19. Mai 2018, 20:12

Hallo Erinaceidae

Recovery ist gut, Royal Canin ist was? Das ist nur ein Markennamen, Ist es Katzenmilch, dann bitte nicht geben
Viel Glück
L.G:karin Oehl

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Samstag, 19. Mai 2018, 21:46

Royal Canin ist der Markenname von Recovery veterinary diet. Aber der Igel frisst gerade ohnehin nicht. Er lag bisher ausgestreckt. Jetzt rollte er sich zusammen, zuckte ein paar Mal, gab einige lautere Schreie von sich. Ich denke, dass er gerade im sterben liegt.

19

Samstag, 19. Mai 2018, 22:22

Der Igel ist soeben verstorben. Leider war hier wohl jede Hilfe zu spät.

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Sonntag, 20. Mai 2018, 07:49

Hallo Erinaceidae

wie ich schon vermutet hatte, war es zu spät für den Igel. Es tut mir leid um jeden Igel. vielleicht hätte die Tierärztin ihm das Leiden verkürzen können, wenn auch sie der Ansicht war,
daß ihm nicht mehr zu helfen war. Aber das ist auch Erfaharungssache.

Es tut mir leid,

Ich weiß von Recobery, daß es von Royal Canin ist. arbeite gelegentlich selbst damit.
Ich dachte Sie meinten mit Royal Canin noch ein anderes Präparat.

mit mitfühlendem Gruß
Karin Oehl

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