Hallo itante
wie soll ich beginnen?
Wir Igelstationen werden jetzt um diese Zeit mit Igeln erschlagen. Es ist einfach so. Wir sind alle Privatleute, wie Sie auch und wenn man uns einmal kennt, gibt es kein Halten, also so leicht eine Station zu nennen, die noch aufnehmen kann, ist unmöglich - einschließlich meiner eigenen im Kölner Umland. Wir alle können auf Grund des Raumangebotes, des zur Verfügung stehenden Zeitfensters und auch aus finanziellen Gründen nicht unbegrenzt aufnehmen.
Da wir Wurfzeit bis tief in den September hinein haben, können die Jungigel jetzt noch keine Riesen sein. Bei guten Bedingungen, ggf Zufüttern im Freien , können sie pro Woche noch ca 50 g zunehmen und wir haben noch keinen Frost.
Eigentlich plädieren wir immer dafür, kleine Igel nicht der Größe wegen und nach dem Kalender aufzunehmen, sondern nur, wenn sie auffällig werden, z. b. Tagaktiv, wenn sie nicht gut laufen können, z. B. Beinchen nachziehen - das spricht für Verletzungen.
Wenn Igel nach Frosteinbruch noch mit einem Gewicht um die 500 g draußen rumlaufen, dann sollte man helfen, denn diese Tiere leiden nicht nur unter Nahrungsmangel, sie sind meist sehr verwurmt und krank und können keine Fettreserven erarbeiten - sie rennen mehr ab, als sie aufnehmen können.
Die von Ihnen aufgefundenen Igel sind wohl alle dämmerungs-bzw. nachtaktiv gefunden worden, also war die Aufnahme, nur weil sie klein sind, noch nicht zwingend, denn wir haben noch keinen Frost.
Fakt ist - das Nahrungsangebot wird geringer und in der nächsten Zeit werden wir auch Fröste bekommen. Die, die Sie schon drin haben, sollten auch nicht mehr frei gelassen werden. Aber neue aufzunehmen ist noch nicht dringend notwendig, es sei denn, die Tiere laufen am Tag rum und zeigen deutlich, daß sie krank oder verletzt sind. Ggf richten Sie doch im Freien an einer versteckten Stelle einen Futterplatz ein und beobachten Sie genau. Wird das Wetter schlechter und die Tiere gedeihen nicht, muß nach einer Lösung gesucht werden und da helfe ich Ihnen dann mit Sicherheit.
Nun hoffen wir mal, daß die Temperaturen noch eine Weile so durchhalten
Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl