Sie sind nicht angemeldet.

1

Donnerstag, 30. März 2017, 10:52

2. Anlauf zum Winterschlaf hat geklappt, aber nun scheint unser Igel erwacht zu sein.

Hallo Frau Oehl,

auch unser Igel scheint aus dem Winterschlaf erwacht zu sein. Da wir eine Wildkamera über seinem Schlafhaus mit Auslauf montiert haben, konnten wir seinen Winterschlaf gut beobachten. Dabei haben wir festgestellt, dass er vom 04.02. bis 19.02. ca. alle 4 Tage zw. 5 und 20 Minuten aktiv war (Umzug ins Winterquartier erfolgte am 02.02.). Dann kam eine längere Pause. Am 02.03. war er ca. 1 Std. aktiv. Dann wieder Ruhe.

Ab Mitte März wurde es auch in Franken wärmer und die Wildkamera registrierte am 15.03. (20 min.) und 16.03.(5 Minuten: gepieselt, getrunken, etwas Kot) Aktivitäten. Das nächste Mal war er am 20.03. für ca. 1 Stunde und am 21.03. für 5 Minuten aktiv. Am 28.03. war er in einem Zeitraum von 2 Stunden für ca. 25 min. wach, in denen er wieder gepieselt und getrunken hatte. Und vergangene Nacht auch wieder, wobei er nun schon deutlich aktiver war.

Zwischen 22 und 4.15 Uhr war unser Igel ca. 1,5 Std. aktiv. Auf den Bildern kann man sehen, dass er sich am Anfang ein paar Mal zusammenrollt (kratzt?), im Laufe der Nacht die Hinterbeine immer wieder breitbeinig ausstellt und das Gehege untersucht, ob er irgendwo raus kann (Zeitung auf die Seite schieben). Er hat gepieselt, getrunken und etwas Kot abgesetzt und ist immer wieder für bis zu 1 Std. in sein Schlafhaus verschwunden. Das Trockenfutter scheint er nicht gefressen zu haben. Ich werde ihm heute Abend mal etwas Nassfutter reinstellen.

Momentan steht das Igelschlafhaus mit Auslauf im Geräteschuppen. Wenn nichts dagegen spricht würde ich es die Tage vorsichtig an seinen zukünftigen Platz im Garten stellen. Ist das in Ordnung?
Gefunden hatten wir ihn ja im Garten, aber er wog damals nur 224g.
Oder soll er noch ein wenig im Schuppen bleiben?

Wenn gegen die "Umsiedelung" nichts spricht, müssen wir wegen der Lage (Öffnung des Hauses in welche Himmelsrichtung, mehr am Haus, Zudecken mit Ästen, Sonneneinstrahlung etc.) etwas beachten?
Sollte das Haus so stehen, dass der Auslauf auf Pflaster steht oder geht auch Rasen oder Gartenerde?
Wie groß muss der Auslauf sein?

Viel Gewicht hat er bestimmt nicht verloren, er ist ja recht spät und mit 703g in den Winterschlaf gegangen. Ich werde ihn, wenn er weiterhin nachtaktiv ist, mal wiegen.


Muss ich den Kot wirklich untersuchen lassen? Der arme Kerl wurde doch so intensiv entwurmt und die letzte Kotuntersuchung im Januar hatte keinen Befall gezeigt. Wenn ja, könnten Sie mir eine Adresse in Bayern geben, die so etwas macht. Das letzte Mal hatte ich die Kotprobe nach Leipzig in die Parasitologie der Uni geschickt. Hat 35,00 € gekostet,


Viele Grüße
Claudia

2

Donnerstag, 30. März 2017, 18:13

Liebe Claudia
die Kotuntersuchung war wirklich zu teuer dort - das als Erstes
.Wenn vor dem Winterschlaf die KOtproben o:K. waren, und weiterhin der Kot unauffällig ist, müssen Sie nicht noch mal untersuchen lassen.

Bitte warten Sie noch mit der Umsiedlung nach draußen. Erst wenn die Nachttemperaturen +8° nicht mehr unterschreiten, das heißt zwischen Mitta April und Mitte Mai in einer Schönwetterphase sollten Sie das
ganze Igelzeug nach draußen verlegen. Ein paar Tage noch so, daß das Gehege geschlossen ist und dann - - - - - -
Häuschen wenn es geht nicht zur Wetterseite offen und versteckt unter einem Zweig oder Busch wenn es geht und dann auch das Gehege bald öffnen, daß der Igel sich entscheiden kann, bleiben oder gehen.
In den ersten Tagen sollte noch immer Futter am gewohnten Häuschen stehen und Wasser.

viel Glück
L.G:Karin Oehl

3

Mittwoch, 3. Mai 2017, 17:43

Igel in Freiheit entlassen; kleinen Igel im Futterhaus entdeckt

Hallo Karin,
wir haben es mit der Umsiedlung und dem Freilassen genauso gemacht, wie sie es geschrieben hatten. Mein Mann und ich haben lange überlegt, wann der richtige Zeitpunkt wäre. Ausschlaggebende Gründe für uns, die Bretter am 30.04. zu entfernen waren drei Punkte.

a) Unser Igel war in den vergangenen Nächten über mehrere Stunden aktiv
b) Auf den Fotos der Wildkamera waren andere Igel zu sehen.
c) Die Wettervorhersage war besser als die Wochen vorher

Ich war hin und hergerissen, zwischen das Nest aufzumachen, den Kerl rauszuholen und zu wiegen, und dem Gedanken, dass er vor dem Auswildern lieber keinen menschlichen Kontakt mehr haben sollte. Letzteres hat dann aus Zeitmangel gesiegt. Leider, wie ich im Nachhinein feststellen muss.


"Unser" Igel hat die Entfernung der Bretter noch in der gleichen Nacht genutzt und ist verschwunden. Wir haben dann zur Kontrolle am späten Nachmittag des 01.05. nachgesehen, aber das Schlafhaus war leer. Eigentlich typisch für diesen Igel, der in den vergangenen Monaten schon immer eher unruhig war und sich eigentlich nie so richtig mit seiner "Gefangenschaft" anfreunden konnte. Aber so ist das mit Wildtieren.


Selbstverständlich werden wir in den nächsten Wochen dafür sorgen, dass sich immer genügend Fressen im Igelfutterhaus befindet. Denn aus den Erfahrungen des letzten Herbstes wissen wir, dass so ein Futterhaus ein beliebter Anlaufpunkt für mehrere Igel werden kann.


Soweit also alles ganz in Ordnung und dann das: Gestern Abend gegen 20.30 Uhr habe ich im Igelfutterhaus einen kleinen Igel entdeckt. Eigentlich wollte ich nur die Futterschalen erneuern. Als ich den Deckel anhob, sah ich zuerst etwas Kot und eine Pfütze und dann den Igel, der sich halb in einem der Zugänge versteckt hatte. Ich war total erstaunt, da es draußen ja noch ziemlich hell war. Ich fing ihn ein und mein erster Gedanke war, es könnte unser Überwinterer sein. Beim näheren Betrachten fiel mir auf, dass er ziemlich klein ist und irgendwie anders aussah, als unser Überwinterer (trotz gleichem Gesicht). Der Igel brachte dann auch nur 416 g auf die Waage. Bei einer kurzen Untersuchung sah ich keine Flöhe und auch keine Zecken.


Ich erneuerte die Zeitungseinlagen im Futterhaus, stellte die gefüllten Schalen rein und setzte den kleinen Igel wieder rein. Heute Morgen fand ich auf der Zeitung einen Berg aus einer hellen Masse. Beim genauen Hinsehen erkannte ich, dass es erbrochenes Igeltrockenfutter war. Wahrscheinlich hat sich der kleine Igel überfressen, denn die Schale mit dem Trockenfutter war leer. Das Nassfutter hatte er nicht angerührt.



Ich frage mich seit gestern Abend, ob der gefundene Igel nicht doch unser Überwinterer sein kann. Irgendwie glaube ich es nicht, denn der ging mit 703 g am 02.02. schlafen und wenn er wirklich 30% verloren hätte, müsste er immer noch über 490 g wiegen. Ich denke jedoch nicht, dass er so viel Gewicht verloren hat, weil sein Winterschlaf ja nur einen halben Winter gedauert hat.

Soll ich was tun? Wenn ja, was?



Viele Grüße,
Claudia

4

Mittwoch, 3. Mai 2017, 19:25

hallo Claudia
Vielleicht war es wirklich der Überwinterer, Direkt nach dem Winterschlaf frei zu lassen ist auch nicht so prickelnd, erst sollte mal richtig aufgefüttert werden.
Igel erbrechen , wenn ihnen das Futter nicht bekommt oder wenn sie krank sind .
er wird in Freiheit wohl auch nicht ordentlich was gefunden haben , wenn er rumgestreunt ist.
Bitte beobachten Sie die Tiere mal ziemlich genau.
Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

5

Mittwoch, 17. Mai 2017, 16:02

Hallo Frau Oehl,
der Igel mit den 416 g, den wir vor 2 Wochen im Futterhaus gefunden hatten, war nicht unser Überwinterer.

Wir haben gestern die beiden Igelschlafhäuser in unserem Garten ausgeräumt, um sie zu reinigen und sind dabei in einem der Häuser auf einen Igel gestoßen. Wir haben Ihn vorsichtig herausgenommen und entdeckt, dass es diesmal wirklich "unser" Überwinterer ist, denn der Igel hatte die gleiche Stelle mit einem etwas lichteres Stachelkleid, die unser Überwinterer auch hatte. Der andere Igel hatte sie nicht. Eine kurze Untersuchung des Igels ergab keine Flöhe und Zecken. Wir haben ihn dann sicherheitshalber noch gewogen. Die Waage zeigte 598 g.


Wir überwachen unser Igelfutterhaus mit einer Wildkamera, um zu sehen, welche nächtlichen Gäste wir haben. Es dürften jede Nacht 3-4 Igel sein, wie man anhand der Größe erkennen kann. Ob es immer die Gleichen sind, ist schwer zu sagen. Manche laufen daran vorbei, andere gehen rein und fressen. Auffällig ist ein Igel, dessen Stachelkleid im Infrarotblitzlicht ganz hell erscheint. Als ob es ein Albino oder Albino-Mischling ist. Er hat auch eine sehr kurze Schnauze.


Seit 3 Tagen sehen wir aber auch einen sehr abgemagerter Igel auf den Bildern. Ich habe mich schon 2 x auf die Lauer gelegt, aber nichts erreicht. Die Uhrzeit auf den Bilder der Kamera zeigen, dass die Igel immer gleich auftauchen, sobald ich wieder im Haus verschwunden bin. :evil: :( Vergangene Nacht hat sich dieser magere Igel zum ersten Mal ins Futterhaus getraut, ist aber nur ein paar Minuten geblieben. Ich hoffe, zu dem Zeitpunkt war noch etwas da, denn 2 Stunden vorher hatte sich ein Igel 1 Stunde lang im Futterhaus aufgehalten. :D


Mit freundlichen Grüßen
Claudia

6

Mittwoch, 17. Mai 2017, 16:49

tolle Beobachtungen, liebe Claudia

Der magere Igel könnte ein spät erwachter Überwinterer sein, er könnte auch gesundheitliche Probleme haben
Aber noch ist er dämmerungs -bzw. nachtaktiv uns flott verschwunden, wenn Sie kommen.
Bitte beobachten Sie ihn weiter, wenn möglich. Entweder er holt langsam gewichtsmäßig auf oder er ist krank und sollte doch mal genau kontrolliert werden
Nach dem Winterschlaf sind ja allen stacheligen Kameraden die Fellchen zu groß
also bitt weiter beobachten und ggf mal sehr schnell sein, vor allem wenn das Tier am Tag mal erscheint
Mit freundlichem Gruß
Kairn Oehl