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Friday, October 28th 2011, 2:13pm

Fertiges Igelnassfutter

Gerade habe ich in der Zoohandlung wieder das fertige Igelnassfutter eine großen Tiernahrungsherstellers gesehen. Weil es mir mit 99 Cent/100g zu teuer ist, kaufe ich es nicht. Aber ich hab mal geschaut, was so drin ist, und da steht was von Fisch und Fischnebenerzeugnissen. Ist es nicht so, dass Igel keinen Fisch bekommen sollen?

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Friday, October 28th 2011, 2:40pm

Hallo Claire

Da Fisch sehr eiweißreich ist, kann er durchaus gefüttert werden - auch diese Dosen.

Übrigens - ich kaufe auch diese fertigen Dosen nicht. Sie sind nicht schlecht, aber auch mir viel zu teuer. Verständlich, wenn der Hersteller sie zu dem Preis anbieten muß, da er davon ja nicht so einen großen Absatz zu erwarten hat.

Für alle Dosen, egal ob Igelfutter oder Katzenfutter gilt - ein paar Tropfen guten Öls zusetzen u. etwas Kleie.

Und - Sorten wechseln, nicht einseitig ernähren .

Man kann auch gekochtes zerkleinertes Huhn füttern, Rührei ohne Salz, in der Pfanne gestocktes Tartar oder Puten-u. Kaninchenfleisch , alles gekocht ohne Salz mit etwas Kleie oder auch mal Haferflocken oder auch mal als Beigabe Igeltrockenfutter. ( Bitte nicht unbedingt das, was am Billigsten und überall zu haben ist - es wird ungern gefressen und entgegen der Herstellerangabe ist es kein Alleinfutter. Es enthält zu wenig Fett und Eiweiß , dafür aber viele Dinge, wie Rosinen, Popkorn, etc, die der Igel ncht braucht.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

This post has been edited 3 times, last edit by "Karin Oehl - Pro Igel e.V." (Oct 28th 2011, 2:50pm)


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Friday, October 28th 2011, 3:09pm

Na fein, diese Angabe, keinen Fisch zu füttern, kam natürlich vom Tierarzt ("kein Rind, kein Fisch")...typisch. Hab ich natürlich auch nicht gewagt, Katzenfutter mit Fisch anzubieten.
Der TA meinte allerdings auch, Igel könnten Obst und Nüsse kriegen, war ganz erstaunt, als ich sagte, das sei nicht wirklich gut für Igel.
Das fertige Nassfutter für Igel wird, wie ich hörte, andernorts in Zoohandlungen mangels Absatz nun für 44 Cent verramscht. Dafür kann man es dann durchaus kaufen

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Friday, October 28th 2011, 6:18pm

Hallo Claire

Igel sind an sich Insektenfresser und ihre Hauptnahrung sind Laufkäfer, aber sie fressen alle nachtaktiven Insekten jeden Entwicklungsstadiums. Oft -darin liegt auch der Irrglaube bedingt, daß Igel Obst fressen - naschen sie an überreifem Fallobst um an die fetten Maden darin zu kommen. Was sie da an Obstanteilen mitfressen, bringt sie nicht um, sie verwerten es aber nicht.

Darum ist es auch Blödsinn im fertigen Igeltrockenfutter Nüsse (zwar schön fett) u. Rosinen (süß mögen fast alle Tiere) zu verarbeiten. Igel fressen es, sie verwerten es nur nicht. Ihr Verdauungssystem ist dafür nicht ausgelegt.

Allerdings habe ich selbst schon gesehen, daß am Ufer angespülte verluderte Weißfische von Igeln angefressen wurden.

Sie nehmen auf ihrer Wanderung ja auch tote Mäuschen, aus dem Nest gefallene Vögel oder Vogeleier auf.

Igel sind weder Beutegreifer noch Jäger, es sind Sucher und Finder. Wenn sie auf Nahrungssuche sind, nehmen sie das, was sich ihnen bietet. Weggeworfene Leberwursstbrote werden auch nicht verschmäht, nur sind das Infektionsquellen und wirklich keine Igelnahrung.

Viele Menschen füttern ihre Freigängerkatzen draußen . Sie müssen sich nicht wundern , wenn stachelige Mitesser sich dort auch einfinden. Katzenfutter ist schön eiweißreich, macht aber oft weiche sehr übel riechende Stühle u. es ist zu fettarm

Darum empfehlen wir ja immer als Ballaststoff Kleie oder Igeltrockenfutter (Gutes) u. die Zugabe von einer kleinen Menge guten Pflanzenöls.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

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Friday, October 28th 2011, 7:45pm

Im Übrigen mögen die Katzen das mit Haferflocken und Öl versetzte Futter auch sehr gerne, und für den Katzenkot gilt das Gleiche. Ich sags mal so: der übelriechende weiche Kot ist bei Katzen auch vorhanden, wenn man billige Supermarktfutter nimmt. Bei hochwertigem Futter (hochwertig heißt, ohne Zucker und mit wenig Getreide, mit hohem Fleisch bzw. Fischanteil) stinkt es nicht mehr so, bei Katzen und Igeln nicht. Bei meinen Katzen haben nämlich auch sechs Igel den Sommer über mitgefressen (jetzt sind es nur noch zwei, die dicken Männer schlafen schon), und die Igelhäufchen waren fest und geruchsarm.

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Saturday, October 29th 2011, 8:09am

Hallo Claire

Sie haben richtig beobachtet - die Igelmänner sind die ersten, die in den Winterschlaf gehen - auch die ersten, die im Frühjahr aufwachen und die wir oft tot auf den Straßen finden. Sie müssen, um satt zu werden dann noch weite Wege zurücklegen, aber sie sind auch auf der Suche nach Weibchen, denn sie wollen ihr Erbgut an möglichst viele Weibchen weitergeben.

Später gehen die Igeldamen in den Winterschlaf, weil sie sich erst noch von Schwangerschaft, Geburt und Aufzucht der Jungen erholen müssen. Viele werfen ja auch noch im Spätsommer erst, haben mit der Aufzucht ihrer Jungen daher noch länger zu tun.

Sehr spät, oft erst nach Frosteinbruch gehen die unerfahrenen Jungtiere in den Winterschlaf. Sie haben ihre Nester noch liederlich gebaut, sind nicht so erfahren, oft fehlt ihnen im Spätherbst die Nahrungsvielfalt und sie nehmen, was sie kriegen können, dabei auch viele Schnecken und Würmer - die Zwischenwirte ihrer Innenparasiten. So stark verwurmte Tiere können keine Fettreserven zur Genüge aufbauen .

Igel haben eine hohe Vermehrungsrate, aber auch eine hohe Verlustrate und die bezieht sich nicht nur auf den Verkehrstod . Viele Igel verletzen sich auch als Kulturfolger in unserem Umfeld (Rasentrimmer, schadhafte Zäune, Gartengeräte etc. Da Igel am Boden leben, infizieren sich diese Wunden, eitern, das riechen die Schmeißfliegen, die ihre Eier an solchen Igeln bevorzugt ablegen. Schnell schlüpfen ihre Maden aus, die zunächst das eitrige, entzündete Gewebe fressen, aber alles was frißt, scheidet auch aus, so daß die Ausscheidungen zu einer unglaublichen Belastung für die Igel werden, das führt häufig zu Organversagen und zum frühen Tod der Igel.

Ja, unsere stacheligen Freunde sind durch die Zersiedlung der Landschaft, die intensive , schon industrielle Landwirtschaft, unseren sorglosen Umgang mit Ausrottung heimischer Pflanzen (sogen. Unkräuter, die aber Futter und Kinderstube für Insekten sind,) u. dafür Bevorzugung nicht heimischer Blumen und Gehölze, sorgloser Umgang mit Pflanzenschutz-u. Schädlingsbekämpfende Chemie als Kulturfolger schon in ein nicht einfaches Leben geboren.

Helfen wir durch mehr Überdenken unserer Handlungen , als Art zu überleben und versuchen wir notleidend aufgefundenen Individuen eine zweite Chance zum Leben zu geben durch sachgerechte Hilfe.

Karin Oehl

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Saturday, October 29th 2011, 11:34am

Einfach ist es nicht, sich auf dem Dorf mit einem "unaufgeräumten" Garten im Herbst zu behaupten. Manche Leute drohen sogar mit Anzeige wegen Samenflug von Unkraut! Ich habe den Pfarrgarten belassen, wie er im September war, Laub bleibt liegen, zum Ärger der Gemeinde. Igel - na, die holt man doch nicht ins Haus (Flöhe!), die fasst man gar nicht an. Füttern? Die sollen sich selbst was suchen.
Der Garten müsse angeblich aufgeräumt werden, damit die Frühblüher auch durchkommen. Bei mir kommen sie durch, auch durch das Laub...
Da beschweren sich die Leute, dass sie keine Wildvögel mehr sehen, mein Garten ist voll davon. Die können jetzt noch Samen an Blumen und Unkraut finden, und so langsam gibt es schon Futter an katzensicheren Stellen. Es klappt: Katzen, Igel, Vögel - ohne großes Morden. Dafür sieht halt mein Garten immer etwas unordentlich aus, die Dahlien sind manchmal angefressen, die Weintrauben etwas kleiner. Aber im Komposthaufen schlafen Igel, ohne sich zu vergiften.
Jetzt sind wir weit weg vom Igelfutter aus der Dose....

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Saturday, October 29th 2011, 12:57pm

gäbe es doch mehr solcher Refugien.

Wie sagte doch der Indianer ??? Name ist mir entfallen, sinngemäß

Erst wenn der letzt Baum gefällt

der letzte Fisch vergiftet wurde,

wird der Mensch merken, daß man Geld nicht essen kann.

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Saturday, October 29th 2011, 9:29pm

Fledermaus-Kinderstube ist auch irgendwo auf unserem Gelände, im Kirchturm sind Falken - ich brauche keinen Fernseher, hier ist immer was los! Nee, Geld kann man nicht essen, aber man kann Futter dafür kaufen, und leider muss man das ja heute.

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Sunday, October 30th 2011, 7:01am

Hallo Claire

Ja, so eine Idylle möchte ich hier im Speckgürtel von Köln auch mal genießen. Hier sind so gute Böden, die Weizen und Zuckerrüben tragen, Die Landwirtschaft ist industrialisiert, Der Braunkohleabbau verändert und zerstört so viel Landschaft.

Wir können Montags schau, wer Samstags zum Kaffee kommt.

Darum gibt es auch hier im Umfeld der Menschen so viele notleidende Igel

Und ohne Moos ist nirgendwo was los - leider!