Sie sind nicht angemeldet.

1

Montag, 24. Oktober 2016, 20:44

Igel mit 180g gefunden

Hallo wir haben am Samstag einen kleinen Igel mit 180g gefunden - in Konstanz. Heute war ich mit ihm beim Tierarzt, die mich an das Tierheim Konstanz bzw. die Wildtierhilfe in Volkertshausen verwies. Ich telefonierte dann mit Yvonne Bütehorn von Eschstruth, die mir sagte, dass das Konstanzer Tierheim keine gute Adresse wäre (zumeist setzten sie die Igel gerade wieder aus) und dass die Wildtierhilfe aus finanziellen Gründen keine Igel mehr annimmt. Offenbar unterstützt der Konstanzer Landkreis die Wildtierhilfe nicht ausreichend.
Wir werden jetzt den Igel auf eigene Kosten selber entflöhen, entwurmen, entzecken (und hoffen, dass es nicht auf unsere Haustiere übergeht...). Dann kann möglicherweise privat - gegen eine Spende - jemand den Igel übernehmen zum Überwintern.
Aber möglicherweise wäre ein Gespräch mit der Unteren Naturschutzbehörde Konstanz angebracht. Ich werde dort jedenfalls mal demnächst anrufen.
Bitte helfen Sie doch mit, dass der Zustand in Konstanz sich wieder bessert.
lg Xenia Fox

2

Dienstag, 25. Oktober 2016, 07:29

Liebe Frau Fox

Was Sie erleben ist ein Drama, das schon Allgemeingut ist

Ein Tierheim ist für Haustiere da, Dort ist weder entsprechend geschultes Personal noch dafür Geld vorhanden u.Zuschüsse gibt es nirgendwo.

Das ist ja der Irrglaube vieler Igelfinder, daß hinter den Stationen, die sich mit Igeln befassen, der große Geldsack steht. Das ist Privatvergnügen, Igeln zu helfen. Nur wenige Stationen sind Vereinen angeschlossen u. wer zahlt da? Die privaten Mitglieder ,

Tierheime bekommen von Kommunen Zuschüsse, arbeiten aber immer am Limit, was die Kosten anbelangt. Da ist für Igelstationen nichts mehr übrig an Raum u. Zeit u, Geld.

Wir von Pro Igel bemühen uns ständig durch Verbesserung der Informationen aufzuklären u. damit den Igeln zu helfen ,sowohl in der Natur, wie auch durch Schulung der Stationen. aber wir sind ein kleiner Verband u. nicht unendlich zahlungsfähig u. personell nicht so stark, daß wir auf allen Feldern helfen können.

Es ist auch Sache der Finder, da tätig zu werden.

Dies nur mal als Beispiel:

Ich habe als Privatperson seit Mitte Juni genau 251 kranke u verletzte Igel, sowie mehr als 30 verwaiste Babys aufgenommen u.versorgt. Derzeit beherberge u. pflege ich genau 49 statioäre Tiere in meinem Haus. Mit Zuckerwasser geht das nicht u. Tierärzte nehmen auch keine Hosenknöpfe für Medikameten u. ihre Leistungen wie Röntgen, Operationen etc.

Ich kenne keinen Samstag oder Sonntag u. keine Mittagsruhe u. abends keinen Feierabend - seit Monaten. Die Finder, die ich nun ablehnen muß sind sauer auf mich, aber mein Raumangebot ist erschöpft u. ich auch, Aber Jeder meint, mit einer Selbstverständlichkeit u. ohne zu hinterfragen daß er einen Anspruch auf meine kostenlose Leistung 365 Tage im Jahr u. rund um die Uhr hat:(Ausnahmen bestätigen die Regel)

Anderen Igelstationen geht es nicht viel anders.
Alle Stationen melden jetzt Land unter, ihre Kapazitäten sind erschöpft u. ihre finanziellen Möglichkeiten auch.

Viele Stationen kommen u. gehen, wenn die Leute, die erst mit viel Liebe beginnen, merken, welche Belastung es mit sich bringt.


Sie beklagen die Zustände zu Recht, aber statt über die Dunkelheit zu klagen, sollte Jeder ein Lichtlein anzünden, das heißt sich schlau machen u. selbst helfen, statt nach Institutionen zu rufen .

Ich erlebe es zur Genüge - abgeben will jeder, aber sich mal für ein Tier engagieren ist schon zuviel

Eine Kuh macht muh, viele Kühe machen Mühe.

Bitte mal nachdenken !


Folgendes rufe ich allen Forennutzern mal ins Gedächnis, die sich nicht klar darüber sind, was Pro Igel e.V. eigentlich ist u. macht:

Pro Igel, Verein für integrierten Naturschutz Deutschland e.V. ist ein überregional bundesweit tätiger Igelschutzverein, der sich durch Öffentlichkeitsarbeit und zahlreiche Publikationen für den Schutz des heimischen Igels einsetzt, Anleitungen zur sachgemäßen Betreuung hilfsbedürftiger Igel herausgibt, Igelfinder beratend unterstützt, und Forschungsarbeiten über das Wildtier Igel sammelt und fördert. Der Verein bündelt Kontakte, transportiert Wissen und Information rund um Igel, Igelschutz und Igelhilfe. Pro Igel ist ein Zusammenschluss von Fachleuten und kein Mitgliederverein mit Mitgliedsbeiträgen, und finanziert seine umfangreiche Arbeit ausschließlich durch Spenden.


Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Karin Oehl - Pro Igel e.V.« (25. Oktober 2016, 08:57)


3

Mittwoch, 26. Oktober 2016, 05:40

Oh je, das ist tragisch: Dass das allgemein so ist.
Wenn das nur in Konstanz so wäre, dann könnte sich Konstanz wohl leichter verändern. Aber wenn es überall brennt?
Vielen Dank für Ihr Engagement!
Und unser Igor (wir wissen noch nicht so genau, ob es ein Männchen oder Weibchen ist) kann erstmal bei uns bleiben und die erste Anti-Floh-Kur hat er auch hinter sich.
liebe Grüße
Xenia Fox

4

Mittwoch, 26. Oktober 2016, 07:26

Hallo Frau Fox

Ich weiß aus sicherer Quelle, daß das Konstanzer Tierheim jetzt keine Igel auswildert, sondern sogar für Tierheimverhältnisse sehr sachkundig ist.

Leider ist nur wenig Raum vorhanden für die Tiere

Und ich weiß, daß alle Tierheime am Existensminimum krabbeln u. für Wildtiere fast nie Geld da ist, weil es dafür nie Zuschüsse gibt.

Ja und wenn man einen Igel findet, ihn zu einer Station bringt, dann sollte man wissen, diese Station arbeitet ehrenamtlich, aber anfallende Kosten werden dann meist nicht vom Finder getragen , sondern von den Stationsbetreibern aus dem privaten Geldbeutel. Darüber wird gar nicht nachgedacht. Ich habe hier z. B. einen Igel, der mich bisher locker 100 Euro an Tierarzt-u. Laborkosten gekostet hat, von Einwegmaterial, von Futter rede ich schon gar nicht.

Der Finder gibt ab u. hat sich damit schon als tierfreundlich erwiesen, aber dann macht sich kaum mal jemand Gedanken darüber , was folgt.

Ja man geht mit Sicherheit davon aus, daß da jemand ist, der die Kosten trägt- Pustekuchen!

Und dann häufig noch die Anspruchshaltung der Finder, immer zu den Zeiten parat zu sein, wann sie können. Ob wir können, danach fragt niemand.

Wir haben einfach zu funktionieren.

Und diese Haltung u. das Ansinnen kostet uns oft mehr Kraft als die Arbeit mit den Igeln

wir fühlen uns sehr oft von gedankenlosen Menschen schamlos ausgenutzt.

Das mußte jetzt mal raus.

Zum Glück gibt es auch so viele tolle Leute, die wir kennen lernen, die uns ein Weitermachen möglich machen, die Pflegestellen bieten, die nicht zu Unzeiten kommen oder telefonieren, die wirklich mal fragen, wer es finanziert u. freiwillig eine Spende dalassen.

Ohne diese Menschen würden noch mehr Stationen sehr schnell schließen.



Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Karin Oehl - Pro Igel e.V.« (26. Oktober 2016, 07:37)


Zurzeit ist neben Ihnen 1 Benutzer in diesem Thema unterwegs:

1 Besucher

Ähnliche Themen