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1

Dienstag, 4. Oktober 2011, 11:19

Hilfe, Igelchen wieder krank!

Hallo,

nach Durchfall und Schwäche ging es unseren Igelchen bis gestern wieder sehr gut.

Gestern war einer etwas schlapp, hat aber noch die ihm mit der Spritze verabreichte Nahrung aufgenommen. Heute Morgen lag er dann auf der Seite schlafend da, nur flach atmend und sein Körper ist ganz schlapp ;( Er sieht wirklich nicht gut aus, bewegt sich kein Stück und schluckt nicht mal mehr!! Den Anderen Igeln geht es prima. An Gewicht hat er die letzten Tage nicht verloren, wiegt 110 Gramm.

Und er war ausgekühlt, er liegt jetzt auf einem Heizkissen.

Ich versuche gleich einen Termin beim Tierarzt zu bekommen, aber hat evtl. noch jemand DEN Tipp wie ich ihm helfen kann? Was könnte ihm denn fehlen?

Viele Grüße

2

Dienstag, 4. Oktober 2011, 11:22

Jetzt atmet er auch noch sehr angestrengt, nicht flach wie vorher sondern stoßweise, aber in langsamerer frequenz :(

3

Dienstag, 4. Oktober 2011, 11:30

Hat auf Mundatmung umgestellt. Tierarzt nicht erreicht, aber wir fahren jetzt in die Tierklink :(

4

Dienstag, 4. Oktober 2011, 12:08

Ich habe leider erst als er so schwer geatmet hat realisiert, dass er Probleme hat Luft zu bekommen. Hat dann keine 15 Minuten gedauert, der Kleine ist uns auf dem Weg in die Klinik erstickt ;( ;( Was hatte er denn dass er über Nacht plötzlich gar keine Luft mehr bekommen konnte? :( :( :(

5

Dienstag, 4. Oktober 2011, 14:31

hallo Krabbe

Es gibt versch. Möglichkeiten, warum das Tierchen erstickt bzw. gestorben ist.

1. war die Infektion nicht ausgeheilt u. flackerte wieder auf.

2. wurde das Tierchen entwurmt und man hat keine Schleimlöser begleitend gegeben, so daß an dem Schleim, den die sterbenden Lungenwürmer in den Atemwegen provozieren, ein Ersticken stattgefunden hat. Sie schreiben nichts darüber.

3. es war einfach eine Lebensschwäche, die Organe haben krankheitsbedingt versagt. (Oft erkennt ein Laie , der wenig Igelerfahrung hat, dies sehr spät erst.

4. es muß nicht erstickt sein - es kann auch eine Kreislaufschwäche vorgelegen haben, eine Herzschwäche, die ggf auch infektionsbedingt gewesen ist - Es kann ein Leber-oder Nierenversagen gewesen sein - warum auch immer - Leider hilft genaues Wissen da auch nicht weiter, davon wird der kleine Kerl nicht wieder lebendig.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß Sie sehr traurig sind. Dennoch - bitte helfen Sie nach Kräften dem nächsten Tierchen, das Sie finden und verweisen Sie den Tierarzt auf


http://www.pro-igel.de/merkblaetter/publpdfs/tierarzt.pdf



Man kann es auch als Heft bestellen oder es im Internet finden und ausdrucken.

In Kürze kommt eine völlig neu überarbeitete neue Fassung dieser Schrift, die von Tierärzten für Tierärzte erstellt wurde, heraus.

Wenn es aktuell nicht mehr drängt, wäre es sinnvoll, die Neuerscheinung abzuwarten.



Noch etwas ist mir wichtig - bitte berücksichtigen Sie, daß Igel eine hohe Vermehrungsrate haben, aber leider auch eine hohe Verlustrate.

Wenn wir uns noch so kundig machen, noch so fachgerecht helfen - wir werden nicht jedes Tierchen am Leben halten können.

So traurig es ist - aber wir sollten nie aufgeben, es zu versuchen.

Wir nehmen den Tieren ihren Lebensraum, ihre Nahrungsvielfalt und gefährden sie auf so vielfältige Weise

Darum ist es uns eine ethische Verpflichtung einem in Not geratenen Tier nach Kräften zu helfen.

Vielleicht informiert sie das Buch von Monika Neumeier - Igel in unserem Garten -aus dem Kosmos Verlag (Preis 7,95 Euro) sehr gut.

Es ist gut gegliedert , bebildert und vor allem so geschrieben, daß man sehr gut informiert ist - auch Hintergrundwissen erwirbt.

Mit freundlichen mitfühlenden Grüßen

Karin Oehl

6

Dienstag, 4. Oktober 2011, 20:36

Danke für Deine Antwort. Ja ich bin sehr, sehr traurig, habe ihn jetzt mehrere Wochen jeden Tag mit der Spritze gefüttert und aufgepäppelt. Dass es ihn dann auch noch so dahinraffen musste und ich es nicht rechtzeitig bemerkt habe ist wirklich nicht schön ;( Zumal ich fast fürchte ein paar Minuten früher und man hätte ihm evtl. mit bronchialerweiternden Medikamenten das Leben retten können :(

Weitermachen tue ich natürlich, seine drei Geschwister wollen auch noch gepflegt werden. Deshalb auch die Frage, woran es gelegen haben kann. Nicht dass es den Anderen auch noch so ergeht.

Entwurmt wurden alle, aber das ist auch schon zwei Wochen her. Der Tierarzt hatte ihnen ein Entwurmungsmittel über die Haut verabreicht. Das Heft "Igel in der Tierarztpraxis" kannte ich da leider noch nicht. Grundsätzlich wirksam sollte das gegen Parasiten der Lunge aber trotzdem sein, oder? Schleimlöser haben sie dazu nicht bekommen. Wegen Durchfall bekamen sie bis jetzt noch Baytril und Bene-Bac-Gel.

Kann das nach diesem Zeitraum noch von der Entwurmung kommen, so dass ich mir um die Anderen Sorgen machen muss?

Zu 4.: Naja, das wäre schon möglich, aber ich fürchte er hat wirklich keine Luft mehr bekommen ;( Seine Schleimhäute wurden blass und er hat den Mund zum Atmen weit aufgerissen, hat aber anscheinend keinen Sauerstoff mehr aufnehmen können... schrecklich. Hätte er nur gestern Abend irgendwelche Atemgeräusche oder sonstwas gemacht, ich wäre sofort mit ihm zum Arzt gefahren :(

7

Mittwoch, 5. Oktober 2011, 07:04

Hallo Krabbe

Ich habe auch von meiner Tierärztin von dem Entwurmungsmittel über die Haut erfahren - bitte nicht anwenden lassen,

Kein Entwurmungsmittel wirkt auf jeden Wurm - Igel vertragen nicht alle Wurmmittel.

Die Schleimverflüssigung für eine Weile bei der Wurmbehandlung ist wirklich sehr wichtig.

Was Sie gesehen haben und für Lufthot halten, ist einfach schon der _Sterbeprozess, kein Ersticken mehr.

Es ist grauenvoll, das mit ansehen zu müssen, ich weiß es, aber so läuft es häufig ab, auch wenn das kleine Herzchen versagt.

Achten Sie besonders gut auf die verbliebenen Geschwister, damit sie gleich Änderungen im Verhalten und auch Freßverhalten erkennen, besondere Unruhe oder Ruhe

Wichtig wäre auch mal eine Kotprobe untersuchen zu lassen - ca 3 Wochen nach der Wurmbehandlung.

Übrigens - Babys können zwar von der Mutter bereits mit Würmern gesegnet sein, aber man sollte sie auf keinen Fall prophylaktisch entwurmen. Die Präpatenzzeit ist meist gar nicht abeglaufen, die Zeit von der Infektion bis zur Entwicklung von behandlungsfähigen erwachsenen Würmern, so daß die Behandlung belastend aber keineswegs sinnvoll ist.

Sie können das in der von mir genannten Broschüre für Tierärzte auch selbst nachlesen.

Wir können das Kleine nicht zurückholen, aber gut aufpassen, daß es bei dem einen bleibt. Den Aufzuchterfolg, der so viel Sorgen und auch Freude macht, wünsche ich Ihnen von Herzen

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

8

Donnerstag, 6. Oktober 2011, 08:51

Es ist der Wahnsinn, die Natur ist echt ein Arschloch - Entschuldigung. Gerade eben ist unser zweite kleine Käfer gestorben!!

Gestern Nacht um 00:30 hatte ich ihn noch gefüttert und auf mir herumkrabbeln lassen - auch um zu sehen, ob einer der Igel Symptome zeigt. Es war nichts!

Heute Morgen um 7:00 lag er dann genau wie sein Geschwisterchen gestern da. Schlapp und flach atmend. Über Nacht hat sich sein Zustand dermaßen verschlechtert. Während ich mich noch angezogen habe, hat er schon angefangen durch den Mund zu atmen. Sind sofort mit ihm zur Tierklink gefahren. Bis dahin hatte er es noch geschafft, aber die Tierärztin meinte sie müsse ihn einschläfern, weil er keine Luft mehr bekommen würde. Sie meinte es könnte wegen Lungenwürmer sein.

Kann man es da eigentlich nicht erstmal mit einer Clenbuterol-Injektion versuchen? Falls es doch nicht wegen der Lungenwürmer ist...? ?( Wie lange dauert es bis da die Wirkung eintritt?

Nach Ihrem Tipp mit dem Schleimlöser habe ich die Ärztin gebeten, einen für die verbliebenen zwei Geschwister aufzuschreiben. Sie bekommen jetzt 3x tägl. einen Tropfen Fluimucil für Kinder.

Ich habe gestern auch noch wie von Ihnen empfohlen eine Kotprobe an ein Labor geschickt.

Und nachher frage ich die andere Tierärztin, welches Mittel sie zur Entwurmung gegeben hat.

Kann man denn sonst gar nichts tun? Die Ärztin meinte nur sie wären vielleicht zu klein für die Entwurmung gewesen, dass es ohne aber auch nicht gegangen wäre. Aber das ist ja auch schon zwei Wochen her. Es kann doch nicht sein, dass ein munterer, stabiler Igel von heute auf morgen stirbt und man nichts dagegen machen kann?

Vielen Dank

EDIT: Könnte das auch eine Bronchitis oder so sein, oder würde man da auf jeden Fall Atemgeräusche und Husten hören? Wobei sie ja auch noch bis vor kurzem Baytril bekommen haben, wohl eher unwahrscheinlich.

EDIT2: Ist es ratsam sie zu wärmen (stehen bei uns im Zimmer), oder besteht dann eher die Gefahr, dass sich auch Krankheitserreger besser vermehren?

Dieser Beitrag wurde bereits 11 mal editiert, zuletzt von »krabbe« (6. Oktober 2011, 10:27)


9

Donnerstag, 6. Oktober 2011, 12:06

VERF****** SCH*****! So wie es aussieht haben die beiden mal wieder dank ärztlicher Unkenntnis ihr Leben gelassen!

Die Tierarztpraxis hat eben zurückgerufen. Die Igel wurden mit Advocate behandelt. Dazu finde ich dann nach einminütiger Internetrecherche folgendes. WARUM KÖNNEN DAS TIERÄRZTE NICHT AUCH? DAS IST DEREN VERDAMMTER BERUF!

Zitat

Advocate gegen Flöhe und Milben tötet bei Hunden und Katzen zwar auch einige der häufigsten Wurmarten ab, doch ist die Hautstruktur von Igeln derart anders, dass der Wirkstoff mehr oder weniger nur gegen die Ektoparasiten auf der Haut hilft und die Endoparasiten im Inneren davon ziemlich unbeeindruckt bleiben. Abhilfe kann hier nur eine Spritze vom Tierarzt schaffen.
[http://enlothien.de/html/igel-krankheiten.html]


Ja Super, ich krieg echt nen Anfall!!! Da verrecken die Kleinen jämmerlich weil ich mich drauf verlasse dass sie entwurmt sind, wenn das der Tierarzt sagt.

So, bis die Kotprobe vom Labor untersucht wurde wirds wohl noch etwas dauern. Kann ich die Igel zwischenzeitlich ohne sichere Diagnose nochmals gegen Lungenparasiten entwurmen lassen? Flubenol UND Levamisol o. ä.? Sind irgendwelche Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Behandlung bekannt?

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »krabbe« (6. Oktober 2011, 13:25)


10

Donnerstag, 6. Oktober 2011, 13:31

Bei Jungigeln die bisher noch nicht oder nur kurze Zeit selbstständig Nahrung aufgenommen haben ist ein Befall mit Lungenwürmern eher unwahrscheinlich. Desweiteren ist eine Entwurmung von Igeln mit weniger als 500 gr. Gewicht nicht ganz ungefährlich. Was bei Jungigeln viel häufiger vorkommt sind baktrielle Infektionen.

11

Donnerstag, 6. Oktober 2011, 13:52

Hallo Krabbe

Eine Entwurmung in so jungem Alter ist ein - - - -am Tier!

Zwar ist ein Parasitenbefall über die Muttermilch oder die Placentarschranke theoretisch möglich, wir wissen es nicht genau.

Aber die Präpatenzzeit , also die Zeit von Aufnahme des Zwischenwirtes vom Parasiten bis hin zum behandlungsfähigen erwachsenen Parasiten, dessen Geschlechtsprodukte- Eier/Larven im Kot nachweisbar sind, ist längst nicht abgelaufen - sie beträgt unterschiedliche Zeiten je nach Parasit und ist durchschnittlich 3 Wochen.

Wurmmittel sind toxisch, also giftig, denn sie sollen den Parasiten im Igel ja töten - so einen jungen Organismus haun sie gleich mit um - und zwar oft auch noch nach langer Zeit - bis mehrere Wochen danach. Das ist bekannt.

Da Tierärzte nur im Fach Parasitologie in einer einzigen Vorlesung was über Igel hören, liegt ihr Focus natürlich sofort auf

W Ü R M E R N

Und entsprechend handeln sie, sie wissen es oft nicht besser und Fortbildungen nehmen sie natürlich nicht gern wahr, schon gar nicht von Leuten, die nicht Akademiker in ihrem Fach sind. Es ist leider so! Und obwohl Pro Igel inzwischen sehr gut bekannt ist und einen guten Ruf hat, weil die Informationen wirklich wissenschaftlich haltbar sind, ist zwar das Heft häufig vorhanden, aber da Igel auch nicht täglich in der Praxis sind, ist es oft verlegt und dann wurschtelt man halt, wie man denkt Und dann kommt sowas dabei raus.

Eine Ableitung von Behandlungsstrategien, die bei Haustieren wirksam und gut sind, sind einfach nicht 1 zu 1 übertragbar.

Nun hoffe ich mal, daß wenigstens einer Ihrer kleinen Igel überlebt

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

12

Donnerstag, 6. Oktober 2011, 14:47

Das mit der Präpatenzzeit leuchtet ein, auch wenn ich denke die Igelchen haben draußen schon etwas gefuttert bevor wir sie fanden. Eventuell waren sie auch schon etwas älter als sie normalerweise mit dem Gewicht von etwa 100 Gramm sind. Sie hatten ja Durchfall und haben evtl. deshalb nicht zugenommen.

Allerdings hatte ich eben auch nochmal mit Ihrer Igel-Hotline telefoniert, da ich Eure Antworten hier noch nicht gesehen hatte. Die freundliche Dame hatte noch das gute Argument, dass auch wenn die Igel schon einige Zeit draußen gefressen hätten, der Befall eigentlich noch nicht soweit fortgeschritten sein sollte, dass sie daran sterben.

Jetzt war ich schon am verzweifeln was ich tun soll... doch nochmal entwurmen oder erst irgendwo jemanden auftreiben der sofort den Kot untersucht. Habe aber eben das Labor angerufen, an das ich gestern die Probe gesandt hatte. Ich bekomme heute Abend bereits einen Teilbefund und morgen die Ergebnisse wegen der Lungenwürmer!! Dann warte ich natürlich und hoffe, dass nicht heute Nacht das nächste Igelchen stirbt und der Befund etwas eindeutiges ergibt :!:

Hoffentlich ist es keine Vergiftung durch Advocate. Für soetwas gäbe es keine Gegenmittel, oder?

13

Donnerstag, 6. Oktober 2011, 15:27

Krabbe schicken Sie mir noch mal eine Privatnachricht- dann nenne ich Ihnen ein sehr gutes preisgünstiges Labor für die Kotuntersuchung.

Die Dame an der Hotline hatte recht - an dem Parasitenbefall, den die Kleinen theoretisch haben konnten, würden sie nicht verstorben sein, allerdings könnten sie bei einer kranken Mutter oder bei Mutterverlust u. dem sich allein irgendwie durchkämpfen, sich eine Infektion geholt haben. Die haut sie um - nicht die möglichen Parasiten im Inneren.

Oft erkennen Laien eine beginnende Erkrankung nicht oder interpretieren die Zeichen nicht richtig.

Das Advocat ist nun mal im Igel - da gibt es keine Gegenmittel, die prophylaktisch noch etwas aufhalten könnten.

So hart es Ihnen erscheinen mag - so ist es .

Bitte auf keinen Fall auf Verdacht hin noch mal entwurmen - ggf Antibiose - Breitbandantibiotikum und Unterstützung der Leber- des Stoffwechsels.

Wenn Sie die Befunde bekommen - bitte nicht zum Entwurmen losrennen und sofort entwurmen lassen.

Schaun Sie das Tier an - hustet es? kriegt es schlecht Luft?

Ohne Symptomatik, bitte die Tiere vorerst unbehandelt lassen, bis sie größer sind und dann gezielt nach der Vorgabe aus dem Heft- der Igel in der Tierarztpraxis entwurmen .

Alle Igel bekommen Innenparasiten und können, wenn der Befall nicht zu hoch ist und die Lebensumstände gut sind, damit alt werden. Für Igel in menschlicher Obhut ist es gut, wenn sie kräftig genug sind, sie gezielt zu entwurmen. Aber ohne Symptome und nur aufs Geradewohl sollte das nicht geschehen.

Wichtig ist, daß man auf Infektionen und Lebensschwächen achtet und da unterstützt und eingreift, wo es wirklich hakt und gefährlich für die Tiere wird.

Hier noch mal der Link zur Schrift für Tierärzte:


http://www.pro-igel.de/merkblaetter/publpdfs/tierarzt.pdf

Drucken Sie es gern aus und geben es dem Tierarzt. Sie werden meine Angaben dort bestätigt finden.

auch daß man kleine Igel nicht mit den üblichen Mitteln entflohen darf!



Schaun Sie selbst gern mal rein .

Von Herzen sind hier alle Daumen für das verbliebene kleine Tier gedrückt



Sie bekommen hervorragendes Hintergrundwissen aus dem Buch von Monika Neumeier - Igel in unserem Garten, das im Kosmosverlag erschienen ist u. zu einem Preis von 7,95 Euro zu kaufen ist.



Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

14

Donnerstag, 6. Oktober 2011, 16:43

Zitat

Wenn Sie die Befunde bekommen - bitte nicht zum Entwurmen losrennen und sofort entwurmen lassen. Schaun Sie das Tier an - hustet es? kriegt es schlecht Luft? Ohne Symptomatik, bitte die Tiere vorerst unbehandelt lassen, bis sie größer sind und dann gezielt nach der Vorgabe aus dem Heft- der Igel in der Tierarztpraxis entwurmen .
Das ist ja das Schlimme. Wie gesagt, der eine zeigte erst einen Tag vorher Symptome und der Andere ist noch 7 Stunden vor seinem Tod auf mir herumgeklettert und hat versucht sich mit seinem Näschen unter mir durchzugraben ;( Wenn die Symptome erstmal da sind, scheint es wohl zu spät zu sein. Und selbst wenn ich etwas früher bemerken sollte, was könnte ich tun? :(

Es ist mir einfach unbegreiflich.
  • Eine Vergiftung durch das Advocate müsste doch weitere Symptome hervorrufen, z. B. Speichelfluss, Krämpfe, Zuckungen, ...
  • Ein Lungenwurmbefall müsste wohl weit fortgeschritten sein, was - wie Sie sagen - unwahrscheinlich ist
  • Bei einem Darmwurmbefall würden in einem solchen Stadium sicherlich auch weiter Symptome wie Blut im Kot auftreten?
  • Eine bakterielle Infektion ist natürlich möglich, aber bis vor zwei Tagen haben die Igelchen noch Baytril bekommen! Dann müsste das Bakterium resistent sein!?
  • Virusinfektion möglich, weiß ich leider wenig drüber.
Naja, ich werde mich nochmal hier melden, sobald die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen.
Hier noch mal der Link zur Schrift für Tierärzte:

http://www.pro-igel.de/merkblaetter/publpdfs/tierarzt.pdf

Drucken Sie es gern aus und geben es dem Tierarzt. Sie werden meine Angaben dort bestätigt finden.

auch daß man kleine Igel nicht mit den üblichen Mitteln entflohen darf!

Schaun Sie selbst gern mal rein .
Danke, aber das habe ich schon nahezu auswendig gelernt ;-) Ich bin ja schon seit wir die Igel haben am recherchieren wie ich ihnen am besten helfen kann, hat aber alles nichts genützt :(
Von Herzen sind hier alle Daumen für das verbliebene kleine Tier gedrückt
Danke! Drücken Sie bitte gleich zwei Daumen, es sind noch zwei der vier Geschwisterchen übrig!

Viele Grüße

15

Donnerstag, 6. Oktober 2011, 17:48

Hallo Krabbe

Natürlich werden beide Daumen gedrückt.

Manchmal steckt man einfach nicht drin. Es muß nicht zu Speichelfluss und Krämpfen kommen, es kann einfach sein, daß ein Igel sehr schnell schwach wird und sich auch aufgibt. Wenn die Symptome da sind, muß es nicht immer zu spät sein. Manchmal ist es einfach eine Gratwanderung, zwischen abwarten und losschießen.

Darmwurmbefall wird es kaum sein, eher kommen Einzeller wie Coccidien infrage oder in seltenen Fällen Giardien.

Wenn solche Symptome auftreten , kann der Laie nichts anderes machen, als zum Tierarzt zu gehen oder wenn erreichbar in eine Igelstation, die wirklich qualifiziert ist. Das ist keine Garantie dafür, daß das Tier überlebt.

Es gibt häufiger als man denkt einfach Lebensschwächen. Die Tiere machen einen ganz normalen Eindruck, alles scheint gut, dann plötzlich zeigen sich Krankheitserscheinungen, die nicht mehr reversibel sind. Leider mußte ich es in mehr als 30 Igeljahren auch nicht nur einmal erleben.

Virusinfektionen sind bei Igeln fast unbekannt - nicht unmöglich. Manchmal frage ich mich, ob ggf der Herpes-Virus, der auch für den Katzenschnupfen verantwortlich ist, bei Igeln eine Rolle spielt. Ich habe allerdings noch nie eine Antwort gefunden oder von unseren TIerärzten bekommen. Es ist wohl noch nie untersucht worden. In früherer Zeit habe ich bei so ungeklärten Todesfällen auch schon mal beim stattl. Vet.-Untersuchungsamt obduzieren lassen, viel Geld bezahlt und die Antworten waren oft nicht wirklich aussagefähig.. So lasse ich heute das Geld mehr den Lebenden zukommen, welches diese Untersuchungen kosten würden und nehme solche Dinge traurig aber gelassen hin.

Wir werden immer wieder vor ungelösten Rätseln stehen - wir tun unser Möglichstes, aber wir sind bei allen Kenntnissen, bei allem Können nicht der liebe Gott und das sind Tierärzte auch nicht.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

16

Samstag, 8. Oktober 2011, 14:56

Hallo,

es gibt Neuigkeiten: Ich habe noch am Donnerstag einen Vorläufigen und heute den vollständigen Befund aus dem Labor bekommen.

Im Kot wurde ein hoher Gehalt von Brachylaemus erinacei - also Darmsaugwürmern gefunden! Mit den Lungenwürmern lag ich falsch.


Allerdings muss man wohl doch schon bei 100-Gramm-Igeln die Möglichkeit eines massiven Endoparasitenbefalls in Betracht ziehen! Wie gesagt, es kann gut sein, dass die Kleinen zu leicht für ihr Alter waren, weil sie eben krank waren und unter normalen Umständen vielleicht eher 150 - 200 Gramm gehabt hätten.

Außer einer geringen Menge Providencia rettgeri gab es sonst keine weiteren Befunde. Ich habe den Kot auf Endoparasiten inklusive Lungenwürmern, Bakterien und Pilze untersuchen lassen.

Eine Vergiftung der anderen beiden durch Advocate erschien mir unwahrscheinlich. Aufgrund des Befunds musste ich ja eher davon ausgehen, dass die beiden an den Darmsaugwürmern verendet sind und habe den verbliebenen Igelchen noch am gleichen Abend Droncit spritzen lassen! Ich hoffe das war noch rechtzeitig, und natürlich, dass die doppelte Entwurmung nicht zu viel für sie ist. Aber bisher schaut es gut aus.

Noch eine Frage: In der neuen Auflage von "Igel in der Tierarztpraxis" ist bei Darmhaarwürmern vermerkt, dass Advocate nicht wirksam ist. Wie sieht es bei Darmsaugwürmern aus? Ist der Warnhinweis nur unglücklich untergebracht und gilt doch für beide Parasiten-Arten?


Es ist so schade und sinnlos wenn die beiden Kleinen jetzt wirklich wegen den Darmsaugwürmern sterben mussten. Hätte ich mir die Kotuntersuchung nur nicht ausreden lassen :(

Viele Grüße

17

Sonntag, 9. Oktober 2011, 08:01

Hallo Krabbe

Hier ein Auszug aus einer Antwort von Pro Igel:


Die Spot-On-Präparate Advocate und Stronghold sind an der Universität Leipzig am Igel geprüft worden (dazu gibt es in der November-Ausgabe 46/2011 einen Artikel), die Untersuchungen und daraus ergebenen Aussagen der Wissenschaftler beziehen sich auf Crenosoma und Capillaria, nicht auf Brachylaemus. Also kann man zu Brachylaemus hier nichts sagen
Eines gilt auf jeden Fall: Die richtige Dosierung ist bei allen Spot-On-Präparaten, also auch beiAdvocate (Lösung für kleine Katzen!) entscheidend wichtig, Überdosierung kiann durchaus zum Exitus führen. Das ist auch in der Broschüre xmal eingedruckt.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

18

Dienstag, 25. Oktober 2011, 23:49

Hallo,

bei den ganzen schlechten Nachrichten möchte ich nur kurz auch mal etwas erfreuliches berichten: Die beiden verbliebenen Igel haben das Droncit gut vertragen und nehmen inzwischen täglich fast 20 Gramm zu :) Scheint zum Glück die richtige Entscheidung gewesen zu sein.

Nur der Kot des einen Igels macht mir noch etwas Sorgen. Und man hört auch selten mal ein husten aus dem Käfig (1 - 3 mal täglich), weiß nicht ob das normal ist. Wobei es glaube ich eher weniger wird als mehr. Habe vorsichtshalber aber nochmal eine Kotprobe eingeschickt.

Viele Grüße

19

Mittwoch, 26. Oktober 2011, 07:02

Hallo Krabbe

Da die meisten Innenparasiten eine Präpatenzzeit von um die 3 Wochen haben - das heißt, eine Zeit von der Entwicklung des Eis zum fertigen Parasiten (Und nur der ist behandlungsfähig) sollte nach der Entwurmung eine Zeit von 3 Wochen bis zur nächsten Kotuntersuchung vergehen.

Da nur der erwachsene Wurm behandlungsfähig ist, kann es durchaus sein, daß sich aus vorhandenen Eiern oder Larven noch einmal Parasiten entwickelt haben und eine erneute Wurmbehandlung notwendig ist.

Wichtig ist bei Lungenwumbefall immer eine Begleittherapie mit Schleimlösern über einen ausreichend langen Zeitraum. (Die Parasiten führen zu einer Reizung der Schleimhäute in den Luftwegen und das kann weiter zu Hustenreiz, Rasseln der Atmung, ja bis hin zum Ersticken führen)

(S. die Schrift - Der Igel in der Tierarztpraxis )

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl