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Tuesday, September 27th 2011, 11:15am

Igelbehausung akzeptieren

Hallo,

ich bin neu hier und habe eine Frage.

Wir haben auf unserem Grundstück zwei Igel (mindestens), die sich als Behausung Hohlräume unter unseren beiden Hauserkern, die nicht unterkellert sind, ausgesucht haben. Da sie dort anscheinend auch ihren Kot ablegen, riecht es mittlerweile aus diesen Löchern heraus sehr übel. Das Haus ist neu gebaut, das Grundstück liegt noch brach und soll nächstes Jahr angelegt werden, d.h. die Unterhöhlungen würden dann zugeschüttet werden und um das Haus herum Terrassen angelegt werden.

Aus diesen Gründen (das Unmöglichwerden der derzeitigen Behausung, der Geruch, kein Laub im Winter sondern nur Sand und Geröll unter den Erkern) möchte ich den Igeln eine angenehmere Behausung anbieten und habe deshalb zwei geräumige Igelhäuser gekauft, (jeweils mit zwei Eingängen) diese mit getrocknetem Laub ausgestattet und sie an den Erkern aufgestellt und mit Zweigen etwas getarnt. Dort hatte ich bereits vor kurzem begonnen abends zu füttern (was auch gerne genommen wird) und habe nun das Futter direkt vor die Igelhäuser platziert. Gestern Abend wurde das Futter gefressen aber nicht in die komfortablen Häuser eingezogen.

Meine Frage lautet nun:

Werden die Igel die Häuser akzeptieren bzw. was kann ich noch tun, damit die Igel von den Erkern in die Igelhäuser umziehen?

Ich würde mich sehr über Ratschläge freuen.

VG Conny

2

Wednesday, September 28th 2011, 10:36am

Hallo Conny.

Man kann den Igel leider nicht zwingen seine Unterkunft zu wechseln, und unter dem Erker fühlt sich der Igel sicherer als in den Igelhäusern.

Besteht vielleicht die Möglichkeit die Erker mit einem engmaschigen Zaun abzusperren?

Das Problem: Die Igel könnten jetzt noch Junge haben.
Wenn man aber noch wartet kommt das nächste Problem: Der Winterschlaf. Für den Fall muss der Zugang dann nämlich offen bleiben.

Am besten wird vielleicht sein Sie bringen eine Lampe mit Bewegungsmelder an und beobachten was da rein und raus geht. Wenn Sie dann noch zusätzlich den Bereich begrenzen in dem die Igel unter dem Erker verschwinden können, dann gibt es vielleicht eine Chance den Erker zu verschließen ohne das dort ein Igel eingesperrt bleibt.

Wenn man einen Igel fangen und dadurch umquartieren will: niemals den Igel in das Igelhaus setzen, denn er wird daraus immer flüchten. Besser ist es den Igel dann so freizulassen das er sich das neue Zuhause als Versteck selbst aussucht weil es sich dann gerade (zufällig) anbietet. Aber auch das garantiert nicht das der Igel dann dauerhaft dieses Igelhaus verwendet, denn der Igel hat nicht nur ein Schlafquartier und eine Mutter mit Jungen zieht desöfteren um.

Gruß

Kalle

3

Wednesday, September 28th 2011, 2:41pm

Hallo Kalle,

danke für Deine Nachricht.

Da um die Erker herum Schottersteine liegen, könnte ich die Löcher, die unter die Erker führen, mit Schottersteinen zuschütten, wenn keine Igel mehr darunter wären und damit wäre die Möglichkeit für die Igel sich darunter zu verstecken vorbei. Ich kann aber den Igeln diese Behausung nicht nehmen, wenn sie keine andere haben. Dazu müssten sie entweder selbst umziehen oder an eine andere Behausung gewöhnt werden. Das Problem ist auch, wenn ich z.B. abends die beiden Igel einfange, müsste ich noch ein paar Tage abwarten, ob noch weitere Igel kommen (Junge habe ich noch nie gesehen), damit ich sicher bin, auch alle Igel zu haben, bevor die Löcher verschlossen werden. Was mache ich aber dann mit den eingefangenen Igeln, sie haben sich ja dann noch nicht an eine neue Behausung gewöhnt und gefangenhalten möchte ich sie nicht. Das würde ja dann für die Igel bedeuten, dass sie auf die Suche nach einer neuen Behausung gehen müssten, wenn sie die Igelhäuser nicht annehmen. Die Igelhäuser stehen entlang der Hauswand, zwar direkt neben einem der Erker, aber auch nicht optimal weil zu offen ohne Sträucher. Das restliche Grundstück ist derzeit noch zugewuchert mit Unkraut und da ich gelesen habe, dass Gras Feuchtigkeit anzieht habe ich die Igelhäuser nicht in dieses Dickicht gestellt; auch aus dem Grund, weil ich nicht weiß, ob die Igel dahin den Lauf hätten.

Was wäre, wenn die Igel nicht unter den Erkern hervorkämen und dort den Winter verbringen würden, nachdem es darunter nur Steine gibt, also weder Reisig noch Laub usw. Die Erker haben eine Länge von 4m und eine Tiefe von 1,5m; das wird dort doch sicher zu kalt?

Die Igelhäuser haben die Maße: L50cmxB30cmxH24cm (sind sie o.k.?) mit jeweils zwei Eingängen, könnten z.Zt. als Futterhäuser und später als Schlafhäuser genutzt werden. Ich wollte sie aber gleich als Schlafhäuser anbieten und füttere deshalb außerhalb.

Sollte ich die Sache einfach laufen lassen, wie sie derzeit läuft, d.h. die Igel sollen es sich selbst heraussuchen wo sie wohnen möchten oder sollte ich die Igelhäuser doch mehr in das Dickicht stellen, dann dort füttern und hoffen, dass die Igel dann dort einziehen? Und falls die Igel unter den kalten und kargen Erkern bleiben und den Winter überleben, kann ich ab nächsten Frühling mein Glück versuchen?



VG Conny

P.S. Wäre es ratsam, die Igel auf Parasiten zu untersuchen (wengistens auf Flöhe), der Kot ist o.k.

4

Wednesday, September 28th 2011, 3:45pm

Es ist sicher besser die Igelhäuser in das Dickicht anstatt an die Wand zu stellen. Damit diese nicht von unten faulen kann man diese ja auf eine Steinplatte stellen und ein paar Füße drunter schrauben. Ein kleiner Höhenunterschied macht dem Igel nix aus, die können zudem auch noch gut klettern.
Um die Igel in die Häuser zu locken kann man da auch ruhig etwas Futter reinstellen. Generell sollte man aber nicht in der Nähe der Schlafhäuser füttern, denn dann ist es dem Igel dort zu unruhig.
Häuslich einrichten werden sich die Igel die gewählte Behausung selbst. Man kann ihnen dabei am besten helfen indem genug Baumaterial (z.B. Laub) in der Nähe vorhanden ist.

Was den Platz unter dem Erker betrifft: Der Igel baut sich sein Nest selbst, und wenn er dafür das Zubehör weit tragen muss dann tut er das.

5

Thursday, September 29th 2011, 8:12am

Hallo Kankudai

Bitte bitte lassen Sie jetzt die Finger von den Igeln und fangen Sie diese nicht ein, setzen Sie die nicht um.

Die Igelhäuser sollten möglichst versteckt unter überhängenden Zweigen stehen. Je weniger professionell, je besser ist es.

Lassen Sie Laub liegen und warten Sie ab.

Igel wandern eher aus, wenn man zu fürsorglich ist und sie in Behausungen zwingt, die ihnen gar nicht gefallen oder deren Standort sie nicht akzeptieren.

Wenn Sie die nachtaktiven Kobolde in der Dämmerung mal sehen, freuen Sie sich, aber greifen Sie nicht ein.

Belassen Sie ihnen Gartenmaterial und gestalten Sie ihren Garten igelfreundlich mit Durchlässen und dem Zulassen von Wildpflanzen, Kompost etc.

Schaun Sie doch mal rein unter www.Pro-Igel.de

Oder kaufen Sie doch mal für noch nicht einmal 8 Euro das Buch von Monika Neumeier, erschienen im Kosmos Verlag -

Igel in unserem Garten.

Da erhalten Sie wertvolle Hinweise.

Im Grunde aber gilt - In Ruhe lassen! Je weniger beobachtet und reglementiert sie sich fühlen, je eher bleiben diese kleinen Zigeure für längere Zeit.

In guter Absicht wird so viel falsch gemacht - Igel wollen es gar nicht so perfekt - aber was sie wollen ist, in Frieden und Ruhe ihre Wege gehen, ihre Nahrung suchen und in Ruhe ihre Jungen aufziehen.

Menschliche Hilfe brauchen kranke und verletzte Tiere oder verwaiste Babys und diese Hilfe muß sach kundig sein.

Gesunde Igel brauchen einfach ein brauchbares Lebensumfeld, auf das die Kulturfolger angewiesen sind, sie brauchen bestenfalls mal im Frühjahr, im Herbst oder im trockenen Hochsommer ein wenig Zusatznahrung u. Wasser.

Den Rest möchten sie viel lieber auf ihre Art in einem geeigneten Umfeld als Kulturfolger allein besorgen

Bitte nicht böse sein - aber genau so ist es.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

This post has been edited 1 times, last edit by "Karin Oehl - Pro Igel e.V." (Sep 30th 2011, 1:01pm)


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Friday, September 30th 2011, 10:32am

Nachtrag

Wenn im nächsten Jahr Baumaßnahmen getroffen werden müssen - bitte vorher nachschaun, ob Igel dort ihr Nest haben, dann vorsichtig umsetzen, vorher nicht.

Sie tragen, wie Kalle schon schrieb, auch Material ein von weit her.

Zwischen Mitte Mai und Mitte September ist mit Igelbabys zu rechnen, dann besondere Vorsicht bitte.

Es ist jetzt schon sinnvoll, vorsichtig mal diese Höhlungen zu sondieren, auszuräumen und mit Drath und Steinen ggf den Zugang zu verschließen. Noch können sich die Igel andere Behausungen suchen.

Ggf wird es im nächsten Jahr, wenn die Bauerei losgeht, eng mit dem Vorhaben, Igel umzusetzen u. wenn jetzt schon die Geruchsbelästigung da ist, sollte es wohl doch nicht so bleiben.

Wenn im Umfeld noch ziemlich wilde Natur ist, ist es gar nicht so schlecht, die Häuser dorthin zu setzen.( Wie Kalle schrieb mit ener Steinplatte drunter oder auch auf kleine Füßchen etwas über dem Boden.) Aber wird diese Idylle bleiben oder bei den Baumaßnahmen auch verschwinden? Dann wäre zu überlegen, die Igel komplett umzusiedeln in ein ruhigeres geeignetes Gebiet.

Bitte melden Sie sich noch mal und ggf auch eine private Nachricht mit Tel. Nr. u. Postleitzahl, wo Sie beheimatet sind, daß wir oder Kollegen ggf. Ihnen noch Hilfestellung geben können.


Wenn es so weit ist, stehen wir Ihnen gern mit Rat und Tat zur Verfügung

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

This post has been edited 1 times, last edit by "Karin Oehl - Pro Igel e.V." (Sep 30th 2011, 1:06pm)


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