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Montag, 9. November 2015, 10:54

Unsicherheit bei der Behandlung eines Jungigels

Sehr geehrte Frau Oehl, liebe Igel-Forum-Community,


wir haben seit drei Tagen einen kleinen Jungigel in Pflege. Wir haben bereits im Forum herumgelesen und auch das Pro-Igel-Tierarztbuch durchgearbeitet, aber irgendwie sind wir jetzt komplett unsicher, wie wir weiter vorgehen sollen. Darf ich Ihnen unseren Fall schildern und um Ihre Empfehlung bitten?

Wir füttern bereits seit einigen Wochen einige Igel in unserem Garten. Vor einer Woche fiel uns ein kleiner Igel auf, der tagsüber im hellen Sonnenschein um unsere Futterschüsseln herumlief und bei Annäherung wackelnd im Unterholz verschwand. Als er diesen Freitag wieder tagsüber rumlief, konnte wir ihn schnappen und wiegen: 390g. Aufgrund des grenzwertigen Gewichts und der Tagaktivität haben wir ihn eingefangen und ihm noch am selben Tag in unserem warmen Keller eine 2qm grosse Heimstatt gebaut.

Er frisst gut und nahm in diesen drei Tagen weder zu noch ab (konstant um die 390g). Tagsüber bleibt er in seinem Häuschen, nachts wuselt er durch seinen Verschlag und sucht den Ausgang. ;-)

Gestern haben wir ihn mit Jacutin-Spray entfloht und über das Futter Droncit (1/4 Tablette) verabreicht. Er hat zwei dicke Zecken im Backenbereich, die wir nicht entfernen konnten, da er sich sofort einkugelt, sobald wir mit der Pinzette rangehen wollen.

Der Kot ist abwechselnd grün-schleimig und dann auch wieder schwarz, aber weich (wir finden jeden Morgen alle möglichen Kot-Aggregatszustände vor).

Gestern abend ist uns aufgefallen, dass er beim Laufen oft mit seinen Hinterbeinen unkoordiniert paddelt (Lähmungserscheinungen? Durchrutschen auf dem untergelegten Karton?). ZUsammen mit dem grünen Durchfall und seiner Tagaktivität beim Auffinden tippen wir jetzt auf Kokzidien.

Können/sollen wir, obwohl wir noch keine Kotuntersuchung machen konnten, alsbald zum Tierarzt fahren und auf folgende Behandlung drängen?
  • 2x Levamisol in Abstand von 2 Tagen spritzen
  • Antibiotika spritzen/oral (2x 5 Tage lang täglich Baytril ist bzgl. von-der-Arbeit-freikriegen sehr schwierig. Wären das Depotprodukt Convenia (1x Spritze) oder das LincoTabs-Pulver auch okay?)
  • Cotrim-K verschreiben lassen
  • BebeBac-Gel und Bisolvon-Pulver verschreiben lassen
  • Dectomax gegen die Zecken sollten wir erst in ein paar Tagen aufsprühen, um den kleinen Kerl nicht komplett zu überfordern?


Ist die geschilderte Vorgehensweise in Ordnung oder haben wir etwas übersehen/vergessen/sind zu ambitioniert?

Und noch zwei Fragen:
  • Klappt die orale Verabreichung von CotrimK/BebeBac etc. problemlos, oder sind Igel hier ähnlich unkooperativ wie Katzen?
  • Kennt jemand im Münchener Süden eine igelkundigen Tierarzt? Wir würden ansonsten in die nahegelegne Tierklinik Oberhaching fahren.


Für fachkundigen Rat wären wir sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Christian

2

Montag, 9. November 2015, 13:42

Hallo Christian,

ich denke, Frau Oehl wird Ihnen nachher noch schreiben, aber da ich gerade sehe, das Sie online sind, von mir eine Antwort vorab:

Der Igel braucht ganz dringend Antibiotikum, deutet der grüne Kot am ehesten auf eine Darmentzündung und eine dadurch bedingte bakterielle Sekundärinfektion hin. Auf den Umstand, das der Igel krank ist deutet ebenfalls die Takaktivität hin, in derer Sie ihn gefunden haben.

Offensichtlich hält der Igel mit Ach und Krach sein Gewicht, sollte jedoch eigentlich täglich um die 10 Gramm zunehmen. Deshalb sammeln Sie bitte schnellstens Kot, vor allem von den grünen, schleimigen Teilen, um untersuchen zu lassen, um welchen Parasitenbefall es sich handelt. Das Sie gestern Droncit gegeben haben, war gut und es ist klasse, wie umfassend Sie sich schon eingelesen haben.

Baytril wird einmal fünf Tage hintereinander gegeben, nicht zweimal. Alternativ könnte der Igel Duphamox bekommen, die Behandlung ist alle zwei Tage vonnöten, dreimal insgesamt. Cotrim K wird folgendermaßen gegeben; fünf Tage hintereinander, fünf Tage Pause, wieder fünf Tage geben. Convenia ist möglich, aber sozusagen ein Reserve-Antibiotikum, weiß nicht, ob das entsprechend angewendet würde.

Cotrim K ist ansich gut zu verabreichen, mit einer kleinen Futterspritze direkt ins Mäulchen, mögen die Igel es auch ganz gerne. Sollten Sie zum Tierarzt fahren wollen: Keine weitere Entwurmung, erstmal muß das Droncit aus dem Körper wieder raus bzw. die toten Saugwürmer, sofern Befall vorhanden und dann sollte zunächst das Antibiotikum wirken und die Parasitenfrage geklärt sein, denn nicht jedes Wurmmittel wirkt gegen jeden Wurm.

Der Tierarzt sollte außer dem Antibiotikum auch noch Vitamin B Komplex und Aufbaupräparate verabreichen, ansonsten für den Moment mal gar nichts weiter.

Bitte melden Sie sich wieder, wie Sie vorgehen und berichten weiter.

Viel Glück und liebe Grüße

Corinna

3

Montag, 9. November 2015, 14:17

Danke Corinna, anders hätte ich es auch nicht schreiben können.

Hallo Christian - im Augenblick bitte dringend zum Tierarzt -keine weitere Entwurmung, bis der Igel stabil ist u. ein Untersuchungsbefund vorliegt


Wichtig ist s o f o r t ein Antibiotikum für mehrere Tage u. ein Aufbaupräparat - -

Viel Erfolg
Mit freundlichem Gruß
Karin oehl

4

Montag, 9. November 2015, 14:18

Hallo Corinna,

vielen Dank für Ihre schnelle und aufbauende Antwort. Falls Duphomax ähnlich gut wie Baytril wirkt, wäre es natürlich termintechnisch etwas günstiger, aber letztendlich zählt natürlich, was für den Igel das Beste wäre (und was der Tierarzt meint - hoffentlich ist beides deckungsgleich).

Über eine Feedback von Frau Oehl würde ich mich natürlich auch noch sehr freuen, sofern es zeitlich bei ihr klappt.

Viele Grüße

Christian

PS:
Ist es eigentlich normal, wenn es einen trotz peinlicher Einhaltung aller einschlägigen Hygienemassnahmen (Gummihandschuhe/Händewaschen/Kleidungswechsel nach Igelbehandlung) urplötzlich überall juckt, nur weil man plötzlich so eine kleine verwurmte Flohschleuder im Keller hocken hat, die so ziemlich alle gruseligen Parasiten zu beherbergen scheint, die es auf Gottes Erden gibt? ;)

5

Montag, 9. November 2015, 14:21

Hallo Frau Oehl,

jetzt haben wir uns zeitmässig überkreuzt - vielen Dank für Ihre Antwort.

CotrimK gegen Kokzidien ist okay, aber kein Levamisol gegen Lungenwürmer - habe ich das richtig verstanden?

Viele Grüße

Christian

6

Montag, 9. November 2015, 14:22

Hallo Christian
also gegen die Flöhe, die meist wirtsspezifisch sind, hilft sofort ein Läusemittel für Menschen - Jacutin Pedicul Spray - igelverträglich u. hochwirksam

Alle Wildtiere haben sowohl äußere als auch innere Parasiten u. sie leben damit in Freiheit eigentlich in friedlicher Eintracht, aber was zuviel ist ist zuviel u. man weiß nie , ob sich nicht mal ein Blindgänger da verirrt.
Darum entflohen wir auch ziemlich gleich, wenn sie kommen. Wenn Sie zum Tierarzt gehen, freut er sich, wenn Sie ohne Flöhe kommen u. er kann nicht auf die Idee kommen, was anzuwenden, was Igel nicht vertragen.

Mit freundlichem Gruß
karin Oehl

7

Montag, 9. November 2015, 14:23

Hallo Christian,
Nein, nicht einfach so - wenn Kokzidien da sind -Cortrim K

Und bitte nicht wahllos ohne Diagnose durch das ganze Programm -

Wenn Lungenwürmer nachgewiesen sind, Levamisol .klar


Aber der Kerl scheint dringend ein Breitbandantibiotikum zu brauchen - darum Tierarzt.
Nichts Anderes derzeit als ein Antibiotikum u. Aufbaupräparat -

Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

8

Montag, 9. November 2015, 14:50

Hallo Frau Oehl,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Der Igel hat heute um 18:30 einen TA-Termin. :-)
Ich schaue, dass ich heute schon mal eine vorläufige Kotprobe mitnehmen kann; die grüne Durchfallgrütze wird vom untergelegten Paper leider immer so schnell aufgesaugt.

Viele Grüße und noch einmal danke

Christian

9

Montag, 9. November 2015, 14:57

Hallo Christian,

Bei so dollem Durchfall auch bitte Elektrolythe - also viel Flüssigkeit geben lassen!
L.G.
Karin Oehl

10

Montag, 9. November 2015, 23:02

Liebe Frau Oehl, liebe Corinna, liebe Community,

in der Tierklinik lief alles wunderbar. Die behandelnde TA war sehr nett und hat von sich aus genau die hier bereits empfohlene Behandlungsmethode vorgeschlagen. Die von mir mitgebrachten Kotproben werden ans Labor geschickt, die Ergebnisse sollten schon am Mittwoch da sein. Unser Igel bekam Baytril und B12-Komplex sowie über den Rücken verteilt Elektrolyt gespritzt, ausserdem wurden noch mit etwas Geduld und Fingerspitzengefühl die zwei Zecken an den Backen entfernt.

Mitgegeben wurden mir Baytril zur oralen Eingabe in den nächsten fünf Tagen (1ml/ Tag) sowie ein Schwung Benebac-Tübchen; die Ärztin hat mir auch gleich gezeigt, wie das mit der oralen Verabreichung funktioniert. Am Mittwoch telefonieren wir dann und sprechen aufgrund der Laborergebnisse die weiteren Schritte ab.

Der Igel war die ganze Zeit sehr ruhig und tapfer und hat das Ganze stoisch über sich ergehen lassen.

Auf der Nachhausefahrt von der Tierklinik hätte ich fast einen Igel überfahren, der in der Dunkelheit mitten auf der Schnellstrasse sass. Ich hielt bei der nächsten Möglichkeit an und lief die Strasse zurück, um den Igel von der Strasse zu holen, aber in den drei dazwischenliegenden Minuten war er schon von den nachfolgenden Autos überfahren worden. So nah liegen Licht und Schatten. :-(


Vielen Dank noch einmal für die schnelle Hilfe hier im Forum!


Viele Grüße


Christian

11

Dienstag, 10. November 2015, 06:27

Hallo Christian

Sie glauben gar nicht , wie glücklich mich Ihre Mitteilung macht, daß Sie an eine so gute kompetente Tierärztin geraten sind.
Juchhuuuuuuuuu! jetzt fehlt nur noch das Quäntchen Glück, daß Ihr Fundtier gesund wird.

Ja, so nah liegen oft Glück u. Tod beieinander, Niemand mit ein wenig Herz bleibt davon unberührt,

wenigstens Ihrem Igel wurde gut geholfen.
Toll
Danke für den Bericht
Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

12

Mittwoch, 11. November 2015, 14:27

Kurzer Zwischenbericht:

Unserem Igel geht es soweit gut; das Einflössen von Baytril und BeneBac klappt prima; er hat seit dem Einfangen am letztem Freitag trotz allem Stress und anfänglichem Durchfall ca. 30g zugenommen. Heute kommt vermutlich das Ergebnis der Kotprobe, dann entscheidet sich die weitere Vorgehensweise. Wir haben den Igel übrigens Spike getauft.


Nun stehen wir vermutlich bald vor einer etwas schwierigen Entscheidung:

Zu unseren Igel-Futternäpfen auf der Terrasse kommt seit einigen Tagen ein anderer kleiner Igel, der wie Spike nur so um die 350g -400g schwer sein dürfte (wir haben ihn noch nicht gewogen); Verhaltensauffälligkeiten oder eine eventuelle Erkrankung hat er nach Augenschein nicht. Zur Zeit ist das Wetter hier in München ja noch warm, weswegen wir erst einmal noch abwarten wollen, aber falls er bis zu einem in Kürze zu erwartenden Kälteeinbruch noch nicht viel grösser geworden ist, besteht wohl die Notwendigkeit, dass wir auch ihn zum Aufpäppeln aufnehmen müssen.

Aber wäre das eigentlich sinnvoll und machbar? Wir haben nur im warmen Heizungskeller Platz, wo wir für Spike bereits ein 150x150cm grosses quadratisches Gehege aus 50cm hohen Holzbrettern gebaut haben. Mehr Platz haben wir nicht mehr. Um noch einen weiteren Igel aufzunehmen, müssten wir also das bestehende Gehege mit einem zusätzlichen Brett in der Mitte teilen, so dass jedem Igel nur noch ca. 1qm zur Verfügung stehen würde (150x75cm). Wir würden das Mittenbrett unten mit Klebeband urin-sicher abdichten, damit sollte jegliche Ansteckungsgefahr zwischen den Igeln ziemlich gegen Null gehen, wenn wir den neuen Igel vor dem Einsetzen rechtzeitig entflohen (Würmer können wahrscheinlich nicht 50cm hoch springen ;-) ).

Aber reichen jedem Igel 1qm für die nächsten ca. sechs Wochen bis zum Winterschlaf aus? Und machen die sich nicht gegenseitig kirre, wenn sie sich zwar nicht sehen, aber auf dem untergelegtem Zeitungspapier scharren und rumlaufen hören sowie wohl auch riechen können? Wir prügeln uns absolut nicht um ein zweites Pflegekind, aber irgendwie wäre es nicht richtig, den einen Igel hochzupäppeln und den anderen seinem Schicksal zu überlassen.

Um Rat wird gebeten.


Viele Grüße


Christian

13

Mittwoch, 11. November 2015, 15:12

Hallo Christian

Es ist vernünftig noch mit der Aufnahme des 2. Igels zu warten, solange kein Dauerfrost besteht u. der Igel gut aussieht u. nicht tagaktiv wird, besteht zur Aufnahme keine Veranlassung
Der Igel kennt dort seine Unterschlüpfe u seine Futterquelle. Das ist völlig o.K. so
Da hat er alle Chancen in 2-3 Wochen noch genügend Reserven anzulegen.
Wir haben ja Wurfzeit bis in den Sept. hinein gehabt, Es ist also völig normal, daß ein Igel mit dem Gewicht noch rumsaust.
Die Jungigel sind ohnhin die Letzten , die in den Winterschlaf gehen, Sie haben noch keine Erfahrung damit, aber sie kriegen sie.
Notfalls könnte man es wirklich so machen - das Gehege teilen, wie Sie es vorschlagen. Besser wäre es , dieser scheinbar gesunde Jungigel müßte gar nicht aufgenommen werden.
Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

14

Mittwoch, 11. November 2015, 19:50

Hallo Frau Oehl,

danke, genau diese Rückmeldung haben wir erhofft:
- Dass es gut ist, erst einmal noch zu warten und nichts über das Knie zu brechen
- Dass wir notfalls auch zwei Igel gebacken kriegen, wenn es sein muss

Wir füttern den zweiten Igel einfach mal weiter und hoffen darauf, dass es noch länger warm ist und er von alleine schnell Gewicht zulegt.

Die TA hat vorhin angerufen und erzählt, dass das erste Ergebnis der Kotuntersuchung reingekommen ist: Befall mit Lungenwürmern.
Kokzidien etc. erfährt sie erst morgen. Am Freitag morgen fahre ich mit Spike zur Behandlung wieder in die Tierklinik.

Spike kackt seit neuestem nicht mehr auf das Zeitungspapier, sondern sprichwörtlich die Wand an; so in 2-3cm Höhe über dem Boden hingen da ein paar Würste an den Seitenbrettern seines Gehege. Keine Ahnung, ob die beim Scharren dahingeflogen sind oder er sein Geschäft neuerdings im Handstand macht.

Die gute Nachricht: Er scheint keinen dünnflüssigen Durchfall mehr zu haben.
Die schlechte Nachricht: Angetrockneten Igelkot kriegt man von festen Oberflächen anscheinend nur mit einem Presslufthammer wieder ab. :D


Viele Grüße


Christian

15

Donnerstag, 12. November 2015, 06:18

Hallo Christian

solche an den Rand oder in Ecken Kacker kenne ich zur Genüge, auch welche, die dafür unter die Zeitung kriechen.
Denken Sie dran - eine Kuh macht muh - viele Kühe machen Mühe - ich habe solche Individualisten derzeit 45 in Pflege
Und 98% aller Tierpflegerarbeiten ist - -Sch - - -räumen.

Wenn die Kotuntersuchung da ist, sollte genau nach Befund behandelt werden - bitte kein Ivomec geben lassen - wird immer noch gern getan, belastet den Igel u. hilft nix.

Ja, und warten Sie bzgl des 2. Igels noch ab, beobachten u füttern Sie weiter, das ist o.K.
L.G.Karin Oehl

16

Montag, 23. November 2015, 00:09

Sehr geehrte Frau Oehl, liebes Forum,

darf ich noch einmal kurz um Rat bitten?

Kurze Rekapitulation:
Wir haben einen Jungigel, Spike, vor 16 Tagen wegen Tagaktivität und nur 380g Gewicht in unsere Obhut genommen.
Er wurde von uns sofort entfloht und mit Droncit entwurmt, später beim TA mit Baytril behandelt.
Eine Kotprobenuntersuchung ergab Lungenwurmbefall, daher bekam er vorletzten Freitag und Sonntag (also vor einer Woche ) Levamisol und begleitend insgesamt sieben Tage Bisolvon-Pulver auf's Essen. Spike hat besonders in der letzten Woche stetig zugenommen und liegt mittlerweile schon bei 600g, weswegen wir jetzt das Futter leicht reduzieren, damit er auf die empfohlenen 10g/Tag Gewichtszunahme kommt. Er ist mittlerweile auch sehr lebhaft und kommentiert alle Störungen seines Geheges (Igel wiegen/Futter und Zeitungen wechseln) mit genervtem Geschnatter/Geratter/Geknurre (schlecht zu beschreiben, Spike hört sich dann immer irgendwie an wie der Dieselmotor eines Fischkutters auf Höchstdrehzahl).).

Soweit, vermutlich so gut. Allerdings hustet Spike seit Absetzen des Bisolvon (also seit zwei Tagen) gelegentlich, was er bisher nicht gemacht hat, und das Papier in seinem Schlafhaus ist beim Wechseln alle zwei Tage nach wie vor immer etwas feucht und stellenweise leicht grünlich - immer noch abgehusteter Schleim? Der Kot sieht prima aus: Schöne schwarze feste Würste, kein Durchfall mehr.

Nun die Frage: Sollen/dürfen wir ihm wieder Bisolvon auf's Futter geben, weil der abgehende Schleim nun evtl. zu zäh ist und er deswegen husten muss? Und dauert es nach der Levamisol-Gabe (2x in 48h) wirklich länger als eine Woche, bis die Lunge einigermassen sauber ist und kein Schleim mehr nachkommt?

Viele Grüße

Christian

PS: Der zweite Jungigel, denn wir bei Bedarf notfalls auch noch in Obhut nehmen wollten, hat sich nicht mehr bei den Futterschüsseln im Garten blicken lassen und hat sich vermutlich schon in Winterschlaf begeben - der Kelch ist also wahrscheinlich an uns vorbeigegangen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Christian« (23. November 2015, 00:15)


17

Montag, 23. November 2015, 06:48

Hallo Christian

Die Sache erklärt sich wahrscheinlich so:
Behandlungsfähig ist nur der erwachsene Parasit.
die im Kot nachgewiesenen Geschlechtsprodukte -Eier, Larven -wachsen in der Präpatenzzeit von ca 3 Wochen noch einmal zu einer Parasitenpopulation heran, die eine erneute Entwurmung nötig machen.
Geben Sie ruhig Bisolvon, damit sich der zähe Schleim verflüssigt u. lassen Sie ca 21-24 Tage nach der Entwurmung noch mal eine Kotuntersuchung machen. Es kann sein, daß sie ein
unglaubliches Wunder erleben, weil der Befund heftiger sein kann, als der 1.
also ggf noch einmal entwurmen lassen - aber nur, wenn es nötig ist.

Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

18

Montag, 23. November 2015, 21:51

Hallo Frau Oehl,

vielen Dank für den Ratschlag; Spike ist mittlerweile wieder auf Bisolvon, und die Wiederholungs-Kotprobe habe ich mir schon im Kalender notiert.

Mit freundlichen Grüßen

Christian

19

Dienstag, 24. November 2015, 07:21

Das ist gut so, lieber Christian
Wundern Sie sich nicht, wenn der Befund heftiger noch als der erste Befund ist
Alles Gute
L.G:Karin Oehl

20

Freitag, 18. Dezember 2015, 13:20

Liebe Community, liebe Frau Oehl,

noch mal ein paar abschliessende Fragen zu unserem Igel Spike, den wir vor fünf Wochen wegen Tagaktivität mit 390g in Obhut genommen und nach Kotuntersuchung mit Droncit, Levamisol und Antibiotika behandelt haben:

Eine Kot-Wiederholungsuntersuchung vor einer Woche hat immer noch leichten Lungenwurmbefall ergeben (sonst nichts), weswegen er letzten Sa und So noch einmal mit Levamisol behandelt wurde, ergänzend kriegt er aktuell noch Bisolvon.

Spike hat jetzt 780g, frisst aber seit einigen Tagen immer weniger und setzt nur noch Köttel ab (davor waren es immer riesige braune Würste), die manchmal auch etwas weicher und etwas grünlich-grützig sind. Da Spike ansonsten einen gesunden Eindruck macht und jede Nacht sein Gehege auf den Kopf stellt und immer mehr Papier in sein Häuschen stopft, hoffe ich, dass er nicht krank ist, sondern ganz kurz davor ist, in Winterschlaf zu gehen und deswegen auch schon die Verdauung umstellt hat. Oder liege ich da komplett falsch?

Ich würde ihn jetzt gerne dieses Wochenende in einem 1,20x0,60x0,40 grossen Kaninchenkäfig auf unserer überdachten Terrasse setzen.

Benötigt Spike zuvor für das Bisolvon noch eine Abbau-/Ausschleichphase?

Spike's bisherige Hütte ist ein klassisches Igelhaus von Ebay (Vorraum, 30x30 grosser Hauptraum, 20cm hoch, 1cm starkes Fichtenholz). Wäre dieses Haus auch für den Winterschlaf geeignet, oder muss es isolationstechnisch wirklich diese Karton-in-Karton-Lösung sein, die üblicherweise empfohlen wird?

Viele Grüße

Christian