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1

Tuesday, September 6th 2011, 9:18pm

Wie oft füttern

Hallo, seit vergangenen Freitag habe ich einen Igel. Als ich ihn mitten auf dem Radweg gefunden habe (respektive mein Hund, ich hätte ihn übersehen), hatte er die Augen noch geschlossen und wog 80g, kein Fell aber immer aktiv. Mittlerweile habe ich ihn mit Hilfe einer örtlichen Igel-Helferin auf 150g gebracht (vielleicht mehr, aber gerade hat er sich in seinen Schlafkarton verzogen). Zähne kommen durch bzw. sind schon da. Immer noch ist er sehr aktiv und ich denke recht gesund. In der vergangenen Woche hatte ich ihn im Urlaub dabei und habe mich an die Infos von Ihrer Website gehalten. Jetzt ist der Urlaub rum und ich nehme ihn mit, muß ihn allerdings in meinem Auto lassen. Das steht im Schatten, ich achte auf die Temperatur. Notfalls würde ich ihn auch mit ins Büro nehmen. In meinen Pausen versorge ich ihn. Zuhause habe ich jetzt einen "Freilauf" 1,10 x 0,80m eingerichtet. Meine konkrete Frage ist jetzt: wie oft muß ich ihn füttern? Im Moment bin ich bei 4 bis 5 x, er frisst wie ein Scheunendrescher, Katzenfutter gemischt. Ginge es, ihn nach der 1. Fütterung um kurz vor 7 erst wieder um 14:00 Uhr zu versorgen? Ich könnte auch nach dem "Frühstück", sobald er seine Geschäfte erledigt hat, alles wieder sauber ist und er Igel sich zurückgezogen hat einen Vorrat hinstellen. Mittlerweile findet er sein Futter und frisst vollkommen alleine. Ich möchte ihn allerdings nicht hungern lassen. Da ich Single bin, ist das alles schon nicht ganz einfach (Hund und 2 Wellensittiche sind auch noch da). Zur Kontrolle würde ich meine Webcam hinstellen. Wie mach ichs richtig?

2

Wednesday, September 7th 2011, 10:13am

Hallo Raschler

Schön, daß Sie das kleine Igelchen bisher gut durchgebracht haben.

Aber Sie tun ihm keinen Gefallen damit, ihn täglich mit zur Arbeit zu transportieren

Er ist groß genug, vom Tellerchen zu fressen und zwar morgens und abends

Wenn Sie ihn säubern, schaun Sie bitte nach dem Gewicht - er sollte nicht zu rasch zunehmen, aber kontinuierlich

Schaun Sie mal genau in das Merkblatt:


http://www.pro-igel.de/merkblaetter/publpdfs/aufzucht.pdf



Igel als nachtaktive Tiere sollten in dem Alter dazu übergehen, am Tag zu schlafen und in der Morgendämmerung, um Mitternacht und abends Futter aufzunehmen und aktiv zu sein.

Da können Sie beruhigt und ohne Sorge Ihrem Beruf nachgehen.

Bitte sorgen Sie für ein ausbruchssichters Gehege - im Augenblick ist die von Ihnen angegebene Größe o.K. Ist es hoch genug? Igel können ziemlich gut klettern.

ist sichergestellt, daß der Hund den Igel nicht erwischen kann?

Das Tier muß auch mal laufen können und ständig Zugang zu Wasser haben, also wäre ein standfestes Wassergefäß wünschenswert, ggf ein glasierter Ton-Blumentunersatz . Wenn Sie morgens und abends füttern und das Tierchen zwischendurch ein wenig Katzentrockenfutter z. B. oder gutes Igeltrockenfutter (z. B. Fa. Claus) vorfindet, reicht es völlig aus.



Das Merkblatt können Sie sich auch ausdrucken und immer wieder zur Hand nehmen

Wenn Sie weiterführende Fragen haben, bin ich gern bereit, Ihnen zu helfen

Weiterhin toi toi toi für Igelchen und Sie

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

This post has been edited 3 times, last edit by "Karin Oehl - Pro Igel e.V." (Sep 7th 2011, 1:43pm)


3

Wednesday, September 7th 2011, 3:57pm

Hallo Frau Oehl,

danke für Ihre prompte Antwort, das Merkblatt habe ich gelesen. Das hat mir sehr geholfen. Ich lasse ihn also zuhause. Das Gehege müßte ausbruchsicher sein, ich optimiere ständig (ein nicht ganz aktuelles Bild finden Sie über mein Profil), habe heute erst wieder eine höhere Hürde installiert, solange er nicht fliegen lernt, kommt er nicht raus. Im Fall doch, das Zimmer ist immer verschlossen, wenn ich nicht da bin, d. h. auch der Hund kommt nicht ran. Er hat ihn gefunden, einmal am Igel geschnüffelt und ansonsten kein Interesse gezeigt (genausowenig wie an meinen Wellensittichen). Obwohl er ein Jagdhund ist, aber er hat ein vollkommen anderes Beuteschema (Vorstehhund). Ich lasse ihn auf jeden Fall nicht in die Nähe des Igels.

Ich habe vorhin gewogen, er bringt jetzt 200g auf die Waage. Nach dem Futter zieht er sich in seine Schlafkiste zurück, rafft sich ein Küchentuch und baut sich eine Höhle. Ich bin erstaunt.

Sie schreiben, er soll laufen können. Das tut er, ich habe noch ein paar Sachen ins Gehege, die erforscht er ausgiebig. Mehr Entertainment kann ich leider nicht bieten. Höchstens Freilauf unter Ausicht in meinem kleinen Garten (rundherum 1,80 hoch dicht eingezäunt).

Danke nochmals und ich melde mich bestimmt noch das eine oder andere mal.

Jürgen

4

Wednesday, September 7th 2011, 4:54pm

Hallo Jürgen

Das hört sich alles sehr gut an.

Weiter so!

Nur nicht zu schnell fett werden lassen - dann darf er nach Vorbereitung, gern auch unter Aufsicht im Garten wohl noch in diesem Jahr - ggf mit einem Gewicht von ca 500 g. in die Freiheit.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

5

Wednesday, September 7th 2011, 5:35pm

Hallo Raschler!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Habe mir gerade Ihre Bilder angeschaut!

Hoffentlich lesen Sie es schnell!

Auf Bild 2 sehe ich Styropor !

Schnell weg damit !!!!!

Styropor wird angekratzt, die Kügelchen geraten in die Nahrung, werden mitgefressen und dann gibt es Darmverschlüsse.

Wärme von unten ist durch eine dicke Zeitungslage ausreichend gewährleistet

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

This post has been edited 1 times, last edit by "Karin Oehl - Pro Igel e.V." (Sep 8th 2011, 6:57am)


6

Thursday, September 8th 2011, 10:31pm

Hallo Frau Oehl,

keine Sorge, in seiner Wanne ist nur Zeitungspapier und Küchenrolle. Bei Bild 2 im Webalbum sieht das Zewa aus wie Styropor. Ich hatte nur in den ersten Tagen, als er noch blind war, eine Styroporschale unter einem Handtuch zur Isolation. Danke aber für die Warnung.

Heute ist er erstmals alleine geblieben, hat geklappt. Füttern habe ich auch entsprechend umgestellt, früh und gerade eben kriegt er sein Nachtmahl.

Ich glaubs übrigens nicht: er arbeitet selbst an seinem Schlafplatz, trägt Zeitungspapierstücke, die doppelt so groß wie er selber sind, durch die Wanne in seine Holzkiste. Ich bin schwer beeindruckt.

Grüße

Jürgen

7

Friday, September 9th 2011, 7:31am

Ja, lieber Raschler - es ist beeindruckend, wie gesund die Instinkte von Tieren funktionieren, auch wenn sie mutterlos aufwachsen müssen.

Die Bauerei zeigt deutlich - da haben Sie einen wunderbaren kleinen Kämpfer ,dem Sie Starthilfe geben.

Auf dem Bild sah es wirklich nach Styropor aus. Darum mußte ich mal ganz schnell ganz laut schreien.

Man meint es gut, weil Styropor ja so gut wärmeisolierend ist , aber es ist wirklich für Igel gefährlich

Gut , daß es nicht so ist.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

8

Thursday, October 6th 2011, 9:00pm

Fortschritte

Anfang Oktober ist der Igel, wohl ein Weibchen, in den Garten umgezogen, das Gehege im Haus war einfach zu klein geworden und das Tier nachts zu aktiv. Das war sicher nicht mehr artgerecht. Mit 830g Gewicht am 03.10 (Startgewicht 80g am 26.08). sollten die Voraussetzungen gegeben sein, um den Winter gut zu überstehen. Als Nicht-Heimwerker habe ich trotzdem nach dem Pro-Igel-Bauplan ein Igelhaus gebaut. Ich war sehr zufrieden mit dem Ergebnis und alle Finger sind auch noch dran.

Aber was macht meine selbstbewußte Igelin? Schaut einmal rein und wackelt schnurstracks unter die Holzterrasse (3 x 5m). Und dort ist sie geblieben. Sie hat, ich vermute das jetzt einfach mal, ein altes Igelnest gefunden und sich dort niedergelassen. Es befindet sich eingebaut zwischen einer Betonwand, einer Stahlstrebe und unter den Konstruktionshölzern der Terrasse. Mit langem Arm habe ich ein Foto gemacht und gesehen, daß das Nest oben offen ist. Wenn der Igel im Nest sitzt, kann man ihn nicht sehen, es dürfte also recht tief sein. Daß es so offen ist, hat mir schon Sorgen gemacht, aber heute habe ich entdeckt, daß das Tier große Mengen "Baumaterial" aus dem Garten weggeschleppt hat. Ich gehe also davon aus, das Nest wird gründlich gepolstert und winterfest gemacht. Unglaublich, wie sich ihre Instinkte durchsetzen.
So wird sie sicher gut über den Winter kommen, und jetzt erstmal über den stürmischen und regnerischen Herbst. Zusätzlich habe ich noch eine große Kunsstoffplatte über das Igelheim auf die Terrasse gelegt, sodaß die Dame es garantiert trocken haben wird.

Für das Frühjahr habe ich schon einen Platz zum Auswildern gefunden, ich möchte das Tier ja nicht in meinem Minigarten kasernieren. Das Areal liegt am Stadtrand, ohne Straßen, nur Wege, in einem großen Gartengebiet. Die Gärten selber sind riesig, jeder mindestens mal Fußballplatzgröße. Einer gehört einem früheren Arbeitskollegen, der dort auch schon mal einen hochgepäppelten Igel freigelassen hat - und der Nachbargarten gehört seinem Schwiegervater. Angrenzend an die Gärten befindet sich eine große Wiese, die nur 1 x im Jahr gemäht wird, ansonsten wird sie gelegentlich von Schafen beweidet. Ich habe zwei Google Earth Bilder angehängt, in der Bildmitte immer die künftige Heimat des Igels. Das ist auch gar nicht so weit vom Fundort. Neben und zwischen den Gärten gibt es Hecken, Buschgruppen, Wildwuchs, Brachen, ich finde es einfach perfekt.
Raschler has attached the following images:
  • Waldwiese1.jpg
  • Waldwiese2.jpg
  • 04102011450.jpg

9

Friday, October 7th 2011, 7:00am

Danke für die Information, lieber Raschler

Man sieht immer wieder , und ich erfahre es dauernd - alles was wir Menschen in guter Absicht bauen und herrichten wird von Igeln nicht unbedingt angenommen.

Lassen Sie die Behausung, wenn es geht, Ihrem stacheligen Gast und derzeit ist es noch gut, wenn Sie in dem geschlossenen Garten noch beifüttern.

Da ein Igel nicht dauernd in Gefangenschaft gehalten werden darf, beobachten Sie mal gut, wann er im Frühjahr erscheint und dann ist eine Auswilderung wirklich die richtige Lösung

Danke auch für die Bilder des vorgesehenen Gebietes, Es sieht wirklich sehr geeignet aus.

Wenn wir Ihnen irgendwie auch künftig noch helfen können - wir machen es gern

Alles Gute für Sie und den Igel, der so herrlich gesunde Verhaltensweisen zeigt, was wieder klar werden läßt, daß Sie mit Respekt bei der Igelhilfe vorgegangen sind und das Tierchen, auch wenn es noch so niedlich war, nicht gezähmt und vermenschlicht haben.

Gut so! Alle guten Wünsche begleiten Sie und Ihren stacheligen Gast.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

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