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Thursday, August 20th 2015, 1:40am

Mammatumor - Erfahrungen?

Ich bitte um Erfahrungen zu Therapiemöglichkeiten bei Mammatumoren.

Ich habe eine Igelin, höchstwahrscheinlich im Herbst 2011 geboren. Sie erschien (mal wieder) am 04.08. bei mir und hatte eine "dicke Beule" unter ihrer rechten Bauchseite. (Ich werde jetzt ausführlich, weil ich nicht wieder einmal mehr Gefahr laufen möchte für irgendetwas kritisiert zu werden, was gar nicht gewesen ist.) Da sie sehr zappelig war und schnell fortlaufen wollte, bin ich davon ausgegangen, dass sie Junge hat. Ich ließ sie laufen und entschied mich für ihre reine Beobachtung. Am 08.08. war sie wieder abends da, wobei die Schwellung in der Breite größer und härter geworden war. Ich habe diese Schwellung mit einer dickeren Kanüle angestochen und es entliefen mind. 10 ml fast klare Flüssigkeit, vermischt mit ein wenig Blut, nicht stinkend.

Um herauszufinden, ob sie Junge hat, habe ich sie wieder laufen lassen und sie dabei etwa 1½ Stunden vorsichtig verfolgt. Ihr Misstrauen ließ nach etwa 20 min nach und sie trottete durch die Gegend, legte sich schließlich unter einen Busch, kratzte sich und döste. So ging ich davon aus, dass sie keine Jungen hat. Ich habe sie aufgenommen: Gewicht 1035 g, Atem rasselnd, ab und zu bronchial hustend, abgesehen von einer etwas 2-EUR-großen Fläche auf der rechten oberen Rückenseite, an der sehr wenige Stacheln sind, erscheint sie ganz normal gesund.

Beim Tierarzt wurde durch Abtasten und Ultraschall des Gesäuges und Unterbauches festgestellt: Sie hat eine Entzündung des Mammalgewebes mit mehreren flüssigkeitsgefüllten Kavitäten darin. Das Gewebe selbst ist ziemlich hart. Sie ist nicht trächtig. Therapie: zunächst Antibiotikum (Baytril, da nicht trächtig). Der Tierarzt sprach von einem möglichen Adonokarzinom und prophezeihte nichts Gutes. - Mikroskopische Kotuntersuchung in grünschleimigem Kot: deutlicher Befall mit Lungenwürmer (Crenosoma).

Sie hat nun 8 Tage 0,4 ml Baytril ad. Inj. sowie 2 - 1 Tropfen Metacam bekommen. Die Verdickung hat sich eher zur Bauchmitte verbreitert, ist genauso verhärtet wie zuvor, nun etwa drei Fünfmark-Stücke groß. Man hört, dass sie sich sehr häufig kratzt, und es liegen immer recht viele Stacheln in Ihrem Schlafkarton. Gegen die Lungenwürmer habe ich bisher praktisch nichts unternommen. Sie wog am 16.08. 1175 g.

Es stellt sich nun die Frage, ob man noch etwas versuchen sollte. Ich weiß, wenn ich zum Tierarzt gehe, wird er für die Euthanasie plädieren, da er davon ausgeht, dass es ein streuender bösartiger Tumor ist, bei dem eine Operation nicht lohnend werde.

Gibt es hier Erfahrungen?

P.S. Ich habe die Igelin anhand ihrer Zeichnungen an den Vorderfußballen wiedererkannt und weiß daher ihr Alter. Ihr Verhalten ist etwas ungewöhnlich, aber genauso wie bei ihrem Bruder, den ich damals aufgenommen hatte, der immer etwas agiler war, z.B. nicht in den Winterschlaf wollte (Symptome wie bei dem vom IZZ Zürich beschriebenen Phänomen "Blutige Rennbahn"), wenig Angst hatte und für Beobachtungen daher sehr geeignet war. Er ist leider im Sommer 2013 überfahren worden.

2

Friday, August 21st 2015, 7:01am

Hallo Buschels Freund

Danke für die detaillierte Beschreibung
Es ist aus der Literatur bekannt, daß auch Igel bösartige Tumore haben können
In dem beschriebenen Fall würde ich dafür plädieren, dem Tier weiteres Leiden zu ersparen u. zu euthanasieren.

Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

3

Friday, August 21st 2015, 10:52am

Hallo Frau Oehl,

verstanden. Danke für Ihre "zweite Meinung".

4

Friday, August 21st 2015, 4:01pm

Hallo Buschels Freund
Glauben Sie mir, diese Zweitmeinung habe ich nicht gern abgegeben - aber im Sinne des Igels abgeben müssen.
Weiteres Zuwarten wäre nur weiteres Leid für das Tier.

Wir haben da die Möglichkeit zu helfen.
Schade, wirklich schade -
traurige Grüße
Karin Oehl