Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Igel-Hilfe Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Freitag, 5. August 2011, 00:05

Igel Schützling / Fragen

Hallo,

wir haben letzte Woche einen verletzen/kranken Igel gefunden. Er war voller Maden, auch in den Ohren usw. Wir haben ihn sauber gemacht und Flüssigkeit/Katzenfutter gegeben. Wir haben dann beim Tierheim angerufen, die meinten wir sollten zum Tierarzt was wir auch taten. Dort bekam er mehrere Spritzen und weitere in den letzten Tagen, weil er Lungenwürmer hatte und wohl auch eine Bronchities gab es Antibiotika. Mittlerweile ist er wieder einigermaßen fit, er frisst viel, trinkt auch selbständig wieder und ferkelt ordentlich rum. Derzeit wohnt er noch bei uns im Trockenkeller in einer Hundewurfbox mit viel Zeitung usw. Der Tierarzt meinte, er hätte eher angenommen er würde es nicht packen, aber wie es aussieht hat ers ;) Allerdings sagte uns der Doc, da der Igel wohl schon sehr alt ist und auch keine Zähne mehr hat würde er in der "Wildnis" ohne Beifütterung dann wohl auch nicht lange durchhalten. Aber das wollen wir eigentlich nicht. Er sagte uns, wir könnten ihn entweder in eine Igelstation geben oder evtl. auch im Garten behalten, der ist bei uns umzäunt aber ziemlich groß, der Igel könnte aber eben nicht da raus. Wir hatten überlegt, ihn dort dann sozusagen auszusetzen wenn der Arzt der Meinung ist, er kann nun den Innenraum verlassen und ihm ein Igelhaus hinzustellen, sowie beizufüttern mit Igelfutter usw. Im Garten hätte er eine recht große Fläche für sich, wir würden ihn dem verwilderten Teil überlassen, da ist viel Dickicht, Bäume für Schatten und ansonsten sehr viel Wildwuchs. Wohnen tun wir sehr ländlich, es ist also ruhig, der Garten ist auch geschützt durch den Zaun vor fremden Tieren wie Katzen und Hunden.

Ist das generell eine gute Idee? Weil wir wollen eigentlich, dass wenn wir ihn richtig auswildern, er dann nach ein paar Tagen verhungert oder wieder erkrankt und stirbt. Es mag natürlich sein, dass Igel so sterben draußen, aber dann hätten wie ihn ja direkt liegen lassen können....

Was denken die Fachleute dazu ?

Falls das eine gute Idee ist, auf was sollte man achten. Wir wollen so ein Igelhaus bestellen, das war ein Model was von proigel empfohlen wurde, dazu wollen wir dann noch eine geeignete Flache Tränke aufstellen und auch was für Futter. Ich denke in dem Haus soll er nur "wohnen" , das Futter seperat oder ? Sollte man das Haus sauber machen regelmässig? Wie es jetzt ist, hat er so eine kleine Holzhütte in der Wurfkiste wo er eigentlich immer ist tagsüber, nachts wandert er rum und frisst. Er hat sich diese Box vollgestopfft mit dem Zeitungspapier was wir zerknüddelt reingaben. Allerdings sind Igel ja echte Ferkel und wir machen den Kot regelämässig weg, sowie Waschen der Futterschalen und Wasserschale. Sollte man das dann auch draußen machen, sofern nicht die Zeit der Überwinterung ist?

Wir haben schon gemerkt, Igel sind eine Welt für sich, aber erstaunlicherweise gibt es ja sehr viele Seiten, die sich mit dem putzigen Tierchen beschäftigen, was schoen ist.

Lg
Felix

2

Freitag, 5. August 2011, 07:39

Hallo Felix

Zunächst einmal muß der Igel wirklich gesund werden und darf keine Krusten oder Wunden mehr haben, ehe man weitere Schritte überlegen sollte. Das kann eine ganze Weile dauern. Aber ich denke, er kann noch im frühen Herbst raus.

Wenn Sie ihn gut füttern, wird er auch noch ordentlich zulegen.

Igel gehören zu den vom Gesetzgeber besonders geschützten Tiere und lt. Tierschutzgesetz und Bundesnaturschutverordnung darf man sie nicht in Gefangenschaft halten.

Dieser erfahrene Igel wird wahrscheinlich in der Natur zurechtkommen, sofern er nicht komplett blind ist. Auch ohne Zähne können sie nachweislich Käfer knacken und werden satt. Wenn er bei Ihnen so elend ankam, war es sicher die Folge einer Infektion, auch aus der Wunde. Das zeigt der Madenbefall , denn dicke Fliegen legen ihre Eier nur an Stellen ab, die entzündet, eitrig sind.

Wie sah das Umfeld aus, aus dem er kam?

In der Regel kennt ein erfahrener Igel seinen Lebensraum gut, weiß, woher er Nahrung bekommt, kennt seine Verstecke.

Allerdings, ist dies Gebiet an einer befahrenen Straße oder in einem Baugebiet, wo der Lebensraum zerstört ist, dann kann er nicht dorthin zurück

Es ist nicht erforderlich, wenn er denn in ihrem eingezäunten Garten verbleiben sollte, daß Sie teure Häuschen kaufen, die oft gar nicht angenommen werden, im Gegenteil, oft sind sie eine Falle, wenn der Igel von Ratten oder Mardern angegriffen wird, kann er sich kaum wehren.

Wenn ausreichend Altholz, vielleicht alte aufgestapelte Steine, ggf gedeckt mit alten Dachziegeln unter überhängenden Ästen sind, reicht das völlig aus.

Wenn Sie beifüttern, wird es wichtig sein, eine regengeschützte Einrichtung, wie z. B. eine umgedrehte Kiste zu verwenden, wo Sie das Futter reinstellen.

Der Futterplatz ist täglich zu reinigen, weil der Igel, wie Sie inzwischen auch erfahren haben, ein kleines Schweinchen ist. Die angehäuften Ausscheidungen sind eine Infektionsquelle.

Igel brauchen ja, um sich wirklich gut zu ernähren eine Insektenvielfalt und damit einen großen Lebensraum. Aber in einem Garten wird man ohne Beifüttern nicht auskommen.

Lassen Sie ihn erst mal völlig gesund und heil werden, beobachten Sie das Tierchen gut und dann entscheiden Sie sich, wenn es so weit ist.

Gern können wir dann noch mal zusammen überlegen, wie es am Besten ist.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

3

Freitag, 5. August 2011, 13:18

Hallo Karin,

danke für die rasche Antwort und Hinweise. Dann mal zu Ihren Fragen:

Ja, er hatte eine Infektion, die Ohren und die Nase waren eitrig, dort saßen auch die meißten Maden und Eier. Er hat auch immer gehustet und hatte Maulatmung. Seit 2 Tagen hustet er nicht mehr und atmet durch die Nase, das rascheln bei der Atmung ist auch weg. Aufgelesen haben wir ihn bei einem Spaziergang auf einer Feldstraße, die nicht viel befahren war zum Glück, er saß am Rand, besser lag da zusammengekauert und bewegte sich nicht mehr. Der Rollreflex funktionierte auch mehrere Tage nicht. Nun rollt er sich zusammen, wenn man ihn nehmen will wenn wir ihn zu den Checks beim Tierarzt bringen wollen oder man ihm neues Futter hinstellt und ihm, wenn er draußen ist, zu Nah kommt dabei. Dort wo er war, war kein Wald in nächster Nähe, nur Acker. Zum Aussetzen wäre das sicher nichts dort.

Kann man irgendwie herausfinden ob er blind ist? Ich hatte das Gefühl, da er teilweise sehr lange braucht um seinen Futternapf zu finden oder auch sein Haus. Als er begonnen hat sein Haus vollzustopfen mit Papier, wanderte er oft daran vorbei, schnüffelte viel, drehte um und fand dann den Eingang. Könnte dies ein Zeichen für Blindheit sein ?

Das Haus haben wir schon bestellt gehabt, aber man kann es auch als Futterhaus nutzen, es ist so ein Labyrinthteil, was Katzensicher sein soll. Als "Bau" würde er hier einige Stellen finden, der Garten ist sehr naturbelassen, wir lassen das Laub auch liegen, es gibt viel Gestrüpp, lose Zweige, überhängende Äste von Bäumen und Sträuchern und ringsherum ist eine Hecke vor dem Zaun bzw. Mauer. Ich könnte da auch noch was konstruiern aus Blocksteinen, das sollte nicht das Problem sein, in einer sonnengeschützen Ecke nehme ich an ist es am besten mit Ausgang nach Süd-Osten, oder ? Das hab ich schon einnige Male jetzt gelesen.

Reinigen muß man aber nur den Futterplatz oder ? Seinen "Bau" nicht, zumindest draußen nicht. Hier im Keller reinigen wir auch den Bau, entfernen den Kot usw.

Also raten Sie eher dazu, ihn noch eine Weile "im Haus" zu belassen und dann vllt erst kurz vor der Überwinterung in den Garten zu tun?

Ich könnte auch eine Stelle am Zaun öffnen, er könnte dann weg, in den nächsten Garten, wir wollen ihn nicht einsperren, nur ist unsere Sorge da, dass er es vielleicht nicht packt. Wenn er blind sein sollte, dann sollten wir ihn besser nicht aus dem Garten lassen?

Ich hab jetzt noch so ein Igelfutter besorgt, da sind auch Insekten drin etc. , sowie Mehlwürmer (getrocknet), damit er etwas mehr Abwechslung hat zum Katzenfutter. Hatte mal ein hartes Ei probiert, als ich das auf der Igelseite gelesen hatte, das liess er aber stehen.

Viele Grüße
Felix

4

Freitag, 5. August 2011, 14:27

Lieber Felix

Das Letzte zuerst - bitte ernähren Sie Ihren stacheligen Gast abwechslungsreich.

z. B. Katzenfutter - (Sorten wechseln), geben Sie, weil das zu fettarm ist, immer etwas gutes Pflanzenöl dazu u. als Ballaststoff etwas Kleie.

Gern genommen werden auch gekochtes Hühnerfleisch leicht zerkleinert mit etwas Brühe u. Kleie. (ggf. Pute, Kaninchen etc. Ungeeignet ist Schweinefleisch) Gern können sie Ihm auch etwas Rindertatar anbieten, das in der Pfanne gestockt wurde, bitte nicht roh. Hart gekochtes Ei ist geeignet, aber auch Rührei in wenig Öl in der Pfanne zubereitet ohne Salz.

Zum Thema Blindheit.

Igel sehen von Natur aus sehr schlecht, sie sind mehr auf ihr Gehör und ihren Geruchssinn angewiesen, aber sie sollten wirklich Tag und Nacht untescheiden können, also soviel Sehfähigkeit sollten sie schon haben. Ob ein Tier wirklich blind ist, kann man manchmal erkennen daran, daß die an sich halbkugelförmigen Knopfaugen eingetrübt, milchig aussehen.

Bitten Sie doch bei einer neuen Wiedervorstellung beim Tierarzt darum, noch mal genau hinzuschaun.

Da mir einige Dinge aufgefallen sind - z. B. die Entwurmung, obwohl es dem Igel noch nicht gut ging, wäre es für den Tierarzt vielleicht hilfreich, folgenden Link aufzurufen


http://www.pro-igel.de/merkblaetter/publpdfs/tierarzt.pdf (Es ist eine Arbeit von Tierärzten für Tierärzte.)


und das Merkblatt - es ist viel - auszudrucken. Ggf. , wenn noch Zeit ist, können Sie es auch als Heft bei Pro Igel bestellen. Das ist sehr hilfreich für Tierärzte, die ihren Fokus immer auf die Entwurmung richten, denn nur im Fach Parasitologie haben sie eine einzige Vorlesung , wo sie mal das Thema Igel haben.

Eine Entwurmung in körperlich schlechtem Zustand kann für Igel tödlich sein. Dazu muß er erst stabil sein. Ihr Fundigel hat Glück gehabt, daß es ihm jetzt deutlich besser geht.

Also bitte nicht zu früh aussetzen, Einen Zeitpunkt kann man nicht so leicht bestimmen, wenn man den Igel nicht gesehen hat - Voraussetzung ist, er ist gesund und die Wunden sind heil, das heißt, die Krusten lösen sich ab.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

5

Samstag, 6. August 2011, 18:12

Hallo Karin,

wir sind jetzt vom Katzenfutter erstmal weg und geben ihm nun diese abgepackten Igel Trockenfutter, es steht drauf es sei Hauptfuttermittel und beihnhaltet Insekten, Larven, Krebschen und so Flocken usw., dazu bekommt er ab und an ein paar Mehlwürmer (auch tot) oben drauf. Problem mit dem Feuchtfutter was wir hatten, es zog irre viele Fliegen an und wir hatten Angst, die Legen Eier darin ab und er nimmt sie auf. Das Igel Mix Futter geht weg wie warme Semmeln, besonders die Mehlwürmer munden ihm :) Mit der Abwechslung werden wir mal versuchen, Eier hat er bislang verschmäht, aber wir werdens mal mit Hühnerfleisch versuchen, das haben wir eh oft, weil wir das der Katze öfters geben. Wir haben ihm zuvor ein 100 prozent Fleisch Katzenfutter aus dem Barfen gegeben, weil wir unsere andere Tiere auch barfen. Ich denke das war aber auch besser als das preiswerte Dosenfutter mit teilweise nur 5% Fleischanteil. Er hat jetzt ungefähr 200 gugelegt seit wir ihn gefunden haben.

Gibt es eigentlich eine Fütterungsepnfehlung, ich hab mal was von 10% des Eigenegewichts gelesen, oder soll er so viel fressen können wie er mag? Die erste Zeit haben wir ihm immer wieder Nachschlag hingestellt und er hat alles verputzt, aber wir wollen ihn auch nicht überfüttern natürlich, ich hab keine Ahnung ob ein Igel von selber nicht mehr frisst, wenn er satt ist oder einfach weiter ?

Das mit den Augen lassen wir nochmal untersuchen. Wir hatten nun überlegt ihn erst noch eine Woche drinnen zu behalten und dann für einige Zeit erstmal in ein Außengehege von ca. 4 m³ zu setzen bevor wir darüber nachdenken ihn evtl. auszuwildern oder in den Garten zu entlassen. Ich glaube er ist sehr alt oder immer noch schwach, er ist nicht allzuschnell unterwegs und auch ein wenig eirig noch.

Aber alles in allem glaube ich auch, er hat viel Glück gehabt und kann , selbst wenn er schon uralt ist, dann zumindest "in Ruhe" sterben ohne Madenbefall und Wunden. Vielleicht überwintert er ja hier, und wacht dann einfach nicht mehr auf. Der Tierarzt meinte, von der Färbung der Stacheln und der Tatsache mit den fehlenden Zähnen, schätzt er ihn auf ca. 6 vielleicht sogar schon 7 Jahre, was ja soweit ich das gelesen habe, eigentlich schon das Höchsalter sei oder ?

Danke für den Link, wir werden es mal ausdrucken. Wir haben uns auch noch das Buch "Igel in unserem Garten" geholt, was recht interessant ist. Wir wollen nämlich, wenn unser kleiner Igel hier, mal nicht mehr ist, unseren Garten igelfreundlicher gestalten und auch eine Zufliuchtsmöglichkeit schaffen für den Winter oder unterernähre Igel, was ja recht einfach eigentlich zu bewerkstelligen ist.

Ihn hier lassen wir jetzt auf jeden Fall noch mind. eine Woche drinnen und beurteilen dann neu.

Ich hab noch ein paar Bilder von ihm beigefügt, vllt kann man ja was erkennen.

Viele Grüße

Felix
»felixf« hat folgende Bilder angehängt:
  • DSCI0198.jpg
  • DSCI0199.jpg
  • DSCI0197.jpg

6

Sonntag, 7. August 2011, 08:03

Lieber Felix

Bitte bitte nicht nur Igeltrockenfutter geben. Es ist eine Irreführung der Industrie, daß es Haupt-oder Alleinfutter ist. Es ist fast Nagerfutter und die Beigaben von getrockneten Insekten sind nicht reichhaltig genug. (Puffreis, Maisflocken u. div. Getreide usw. sind meist auch enthalten . Das braucht der Igel eigentlich nicht wirklich. Sein Verdauungstrakt ist darauf nicht ausgelegt.)

Igeltrockenfutter ist geeignet als geringes Beifutter zum Nassfutter als Ballaststoff, niemals allein. Es ist zu eiweiß-u. fettarm. Besser ist es, Feuchtfutter zu füttern, aufgewertet mit einer geringen Menge guten Pflanzenöls und Kleie oder wenn es schon mal da ist, Igeltrockenfutter am Abend und morgens dann etwas Katzentrockenfutter. (Auch das ist nicht als Alleinfutter geeignet.)

Es gibt eine Studie, die auch veröffentlicht wurde. Leider ist das Buch aus der Schlüterschen Verlagsanstalt nicht mehr erhältlich.

Danke, daß Sie mal Bilder angehängt haben. Darauf ist deutlich zu sehen, daß der Igel sehr sehr mager ist. Es handelt sich wirklich um ein älteres Tier.

Ihr Plan von noch 8 Tage im Haus und dann in ein Außengehege wird wohl nicht ganz realistisch sein, der Igel brauch längere Zeit, auch zur Wundheilung bis die Krusten abfallen.

Wieviel Nahrung er braucht, können sie ganz einfach ermitteln - jetzt darf er fressen, daß der Teller leer wird - es wird eine Gewichtsliste geführt. Die Gewichtszunahme sollte um die 50 g .pro Woche betragen. Allerdings sollte dieses ältere Tier nicht mehr über 1000 g. Gewicht kommen.

Wieso haben Sie so eine Fliegenbelastung durch Feuchtfutter, wenn der Igel im Haus lebt?

Wenn Sie normal durchlüften täglich und das Gehege mit Zeitungen auslegen, auch das Schlafhaus und dies täglich reinigen ggf. auch mehrfach täglich, ist die Fliegenbelastung nicht hoch.

(Ich beherberge derzeit mehr als 10 Tiere im Keller, füttere Feuchtfutter und Fliegen gibt es selten mal eine.)

Mit freundlicem Gruß

Karin Oehl

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Karin Oehl - Pro Igel e.V.« (7. August 2011, 17:59)


7

Sonntag, 7. August 2011, 17:32

Hallo Karin,

danke fuer die hilfreichen Hinweise, dann wissen wir bescheid was das Futter angeht. Wir werden ihm dann auch noch täglich Nassfutter und Öl geben und das mit dem Hünchen probieren wir auch, ich werde auch nochmal probieren ihm ein hartgekochtes Ei zu geben, vielleicht verschmähte er es damals, weil er noch zu schwach war. Ja, Sie haben recht, die Industrie verspricht immer viel, das sehen wir auch bei Katzen und Hundefutter, da wird alles angepriesen, aber oftmals ist das Industriefutter nicht wirklich gut, das war auch der Grund warum wir schon vor Jahren zum barfen übergegangen sind und für die Katze nur noch das reine Fleisch Nassfutter holen. Das kostet zwar alles mehr, aber für die Tiere ist es wirklich besser. Dies hat der Igel übrigens auch mit Begeisterung gefressen.

Wir belassen ihn dann noch länger drin, wir haben ihn nun in einen anderen Raum gebracht, wo er besser aufgehoben ist. Mit den Fliegen gibts hier immer Probleme leider, warum das so ist, weiss ich leider nicht. Insb. im Sommer ist es heir sehr extrem, das haben wir auch mit dem Hundefutter so. Aber im Moment geht es, wir reinigen das Haus täglich und entsorgen es direkt, die Futternäpfe werden heiss gespült, das mehrmals, nach jedem Fressen. Also es ist jetzt nicht so, dass hier hunderte von Fliegen sind, aber es waren ein paar am Futter und am Kot. Aber selbst das störte uns, aber vielleicht sind ja einige wenige Fliegen auch normal ?

Ich werde ihn nun täglich oder alle 2 Tage mal wiegen, wie ist dann zu verfahren wenn er um die 1000 g wiegt ? Dann nur noch 2x täglich Futter hinstellen ?

Was halten Sie von Vitamin/Mineralpräperaten ? Und noch eine Frage hinsichtlich Parasiten. Der Tierarzt hatte ihn am ersten Tag besprüht mit einem Mittel. Jetzt lass ich in dem Leitfaden für Tierärzte Empfehlungen dazu, meinen Sie, es ist nötig ihn regelmässig z.b. mit dem Jacutin Pedicul-Spray, was ja auch für schwache Tiere geeignet sein soll, einzusprühen? Und empfiehlt es sich auch die Umgebung, also Gehege und Haus zu behandeln ?

Wow, 10 Igel , das klingt ja echt nach einem Fulltime Job ;) Es ist unsere erste Erfahrung mit einem Igel, wir hätten nie gedacht wie intensiv Igel betreut werden müssen, es ist aber schön zu sehen, dass es dem Tierchen mit den Tagen immer besser ging.

Liebe Grüße
Felix

8

Sonntag, 7. August 2011, 17:57

Hallo Felix

Jacutin als Einsprühmittel für den Igel ist wirklich sehr gut.

Gefüttert werden erwachsene Igel nur am Abend - allerdings ist es richtig, einen so schwachen Igel auch morgens zu füttern.

Wenn der Igel ein hartgekochtes Ei nicht mag, vielleicht dann ein Rührei ohne Salz mit wenig Öl in der Pfanne gestockt?

Igel sind Individualisten, es gibt welche, die immer wieder Ei in jeder Form mögen und Katzenfutter verschmähen, andere wieder lehnen Ei ab. Einige fressen gern gekochtes Huhn, andere verweigern dann das Fressen . Das muß man ausprobieren, aber auch nicht jeder Laune es Igels sollte nachgegeben werden. Nur, solange sie so elend sind, verwöhnt man sie halt ein wenig.

Im Augenblick dürfte eine Vitaminzugabe - z. B. Korvimin - hilfreich sein, aber da die Fertigfutter schon alle vitaminiert sind, sollte man mit solchen Zugaben nicht zu großzügig sein.

Wichtig ist - Eiweiß und Fett in Form von gutem Pflanzenöl als Beigabe.

Alle guten Wünsche für Sie und Ihren stacheligen Gast

Karin Oehl

9

Dienstag, 9. August 2011, 16:10

Hallo Karin,

danke nochmal fuer all die Tips, die wir beherzigen.

Wir haben erfahren, dass ein Verwandter einer Kollegin meiner Mitbewohnerin einige Igel betreut schon seit langem. Er hat sowohl Innen- als auch Außengehege und bot uns an unseren Igel aufzunehmen. Er wohnt in der Eifel, was ein gutes Stück von uns weg ist, aber wir denken, das ist ein besserer Ort für den kleinen Igel und der gute Mann wird auch mehr Erfahrung als wir haben. Wir haben ihn auf die besonderen Umstände unseres Gastes hingewiesen, aber das ist kein Problem, er hat mehrere sehr schwache und alte Igel und pflegt diese. Dort kann unser sicher gut genesen und ggf. auch seinen Lebensabend erleben, sofern er nicht mehr ausgewildert werden kann.

Es würde es uns auch erheblich wieder eleichtern, da wir derzeit unsere eigenen Tiere (2 Hunde und eine Katze) immer fernhalten müssen vom Keller, wo sie sonst ein und ausgehen können wie sie wollen, es ist für die Haustiere auch der Zugang zum Garten, aber wie haben gelesen, dass der Kontakt zu Haustieren mit dem Igel verhindert werden sollte.

Ich denke, das wäre dann für alle Beteiligten, insb. unseren Igel eine gute Sache und wir können dort sicher sein, dass sich gut um ihn gekümmert wird. Die Igelpflege ist eine Passion dieses Herren, ich denke so wie Ihre auch :)

Wir werden ihn noch ca. 1 Woche hierbehalten und weiter aufpäppeln, gestern hab ich ihn gewogen, er wiegt nun knapp 700 g, was deutlich mehr ist als wir ihn fanden, da war er unter 500. Mittlerweile normalisiert sich sein Rhythmus auch mehr denke ich, er ist kaum noch Tagaktiv, morgens frisst er nicht mehr alles auf, so dass wir die Menge fuer morgens langsam reduzieren. Abends und nachts haut er gut rein und ist fast die ganze Nacht aktiv, schleppt Papier hin und her und kleidet sein "Haus" aus, was richtig putzig ist. Hin und wieder schläft er aber auch nachts noch, was wohl dafür spricht, dass er noch erschlpft ist bzw. nicht mehr so leistungsfähig ist. Aber Husten hören wir ihn gar nicht mehr, die Nase scheint auch wieder frei zu sein , wenn man das von den Atmungsgeräuschen her beurteilen kann, sie ist recht feucht, was aber normal sein soll laut Buch, aber nicht mehr voll mit dem Schleim, der da zu Anfangs war.

Der Durchfall ist auch seit 2 Tagen weg, sein Kot ist nun recht kompakt und nicht mehr so flüssig und breiig wie am Anfang. Wir geben ihm nun zu 70% Feuchtfutter mit Pflanzenöl und 30% Trockenfutter für Igel, und ab und an Mehlwürmer noch und die halbe Dosis der empfohlenen von dem Vitaminprpäperat .

Kann es sein, dass Igel relativ schnell die natürlich Scheu vor dem Menschen verlieren? Die erste Zeit rollte, oder versuchte er es zumindest, wenn wir am Gehege sauber machten usw. , mittlerweile stört ihn das gar nicht mehr, selbst wenn wir ihn nehmen zum wiegen, beschnüffelt er uns nur und liegt entspannt in der Hand. Das war anfangs auch anders. Was ihn allerdings erschreckt, ist das Geräusch des Lichtschalters.

Liebe Grüße
Felix

10

Dienstag, 9. August 2011, 17:07

Hallo Felix

Alle Igel schrecken bei Klick-oder metallischen Geräuschen zusammen.

Igel sind Persönlichkeiten - einige scheinen dem Menschen sehr zugetan und werden scheinbar rasch zahm , andere fauchen und würden nie einem Menschen zu verstehen geben, daß sie Berührungen u. in die Hand genommen werden, mögen.

Es hört sich gut an, den Igel in die Eifel zu bringen, aber ist das diese Igelstation , die ich ggf kenne ????? Ggf eine PN an mich. Danke.

Bitte sparsam mit Mehlwürmern umgehen - zwar lieben Igel Lebendfutter u. auch Mehlwürmer, aber es sind Vit-B Räuber, darum bitte nur wenige geben.

Wie Sie es beschreiben ist ja die Entwicklung sehr positiv und wenn alles gut ist, wäre es natürlich schön, wenn der Igel in einem guten Umfeld wieder in die Freiheit gehen könnte.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

11

Mittwoch, 10. August 2011, 15:01

Hi Karin,

dann scheint unserer uns zu "mögen" :) Ich hab noch keine Namen, werde meine Mitbwohnerin mal fragen. Soweit ich das bislang verstanden habe, ist das keine Igelstation, sondern er macht das wohl "privat", aber kann natürlich gut sein, dass er auch eine ist oder irgendwie mit einem Tierschutzverband da assoziert ist. Ich werde das mal in Erfahrung bringen und Ihnen mailen.

Ja wäre wirklich klasse, wir werden das so machen. Und wie er sich auch immer entwickeln sollte, ich denke dort findet er ein gutes Plätzchen, auch wenn er vielleicht nicht mehr ausgewildert werden kann später, wird er dort ein gutes Umfeld für sich haben.

An dieser Stelle aber nochmal danke für all die gute Unterstützung und Beantwortung all unserer Fragen, das hat uns oft sehr gut weitergeholfen.

Heute kam da Haus, naja, das brauchen wir für ihn ja erstmal nicht mehr, aber wir stellen es trotzdem in den offenen Bereich des Gartens für andere Igel, die etwas Futter brauchen oder für den Winter einen Platz suchen. Hier wandern nämlich des öfteren Igel durch die Gärten :)

Lg
Felix

12

Mittwoch, 10. August 2011, 16:49

Hallo Felix

Na dann hoffe ich nur das Beste für den Igel, der wohl in sein angestammtes Umfeld nicht unbedingt zurück kann.

Schön, wenn wir vom Forum Ihnen ein wenig weiterhelfen konnten

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

13

Donnerstag, 11. August 2011, 15:22

Hallo Karin,

das Forum war eine tolle Hilfe, ich finds super, dass sich Menschen wie Sie so sehr engagieren. Wir hätten sonst kaum so viele nützliche Infos bekommen über ein uns bislang doch so sehr unbekanntes Tier :)

Ich gebe demnächst nochmal Status bericht über unseren stacheligen Freund ;)

Viele Grüße

Felix

14

Freitag, 19. August 2011, 13:38

Hallo Felix

Darauf freue ich mich sehr.

Wir mußten unseren sogenannten Urlaub wetter-bzw. auch igelbedingt leider abbrechen u. sind gerade wieder daheim angekommen.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

15

Freitag, 19. August 2011, 14:07

Hallo Karin,

dann erstmal Willkommen zu Hause, aber dennoch schade, dass Sie Ihren Urlaub abbrechen mussten. Ich wünsche Ihnen, dass sie dennoch ein paar schöne Tage dann zu Hause erleben werden, wenn das Wetter mitspielt. Hier ist es leider auch sehr wechselhaft und wirklich toll ist das alles nicht.

Aber ich wollte ohnehin nochmal hier posten, da uns jetzt noch eine Frage bewegt.

Unser Gast hat nun vor einigen Tagen angefangen, seitdem wir ihm ein größere Igelhaus reingestellt haben, sämtliches Zeitungspapier was in dem Gehege war in das Haus zu stopfen und sich sozusagen dort eine Höhle gebaut. Sehen tun wir ihn eigentlich nur noch zum Fressen nachdem es Dunkel ist. Bei der letzten Wiegung brachte er knapp 850 g auf die Waage. Nun die Frage: seine Höhle in dem Haus, sollen wir die eigentlich regelm. reinigen? Eine Reinigung dessen zerstört natürlich das, was er sich da alles so reingestopft hat. Aber wenn das nötig ist, werden wir das natürlich machen um erneute Infektion usw. vorzubeugen. Bislang reinigen wir nur den Futterplatz 2x am Tag, sowie die Schalen, und entfernen seinen Kot aus dem Gehege, der meistens am anderen Ende, also weiter weg von seinem Haus, liegt. Ob jetzt auch was im Haus ist kann ich nicht sagen, da wir bislang ihn so gelassen haben und ich wollte vorher mal nachfragen, ob das nötig ist.

Und noch eine Frage, ich hab ihn jetzt vor ca. 5 Tagen mit diesem neuen Parasiten Spray (Jadicul oder so) eingesprüht, dabei seinen Kopf mit der Hand verdeckt. Sollte das auch ab und an wiederholt werden, oder reicht das 1x?

Kann es sein das Igel auch schnarchen? Manchmal gibt er tagsüber, wenn er vermutlich schläft, solche Laute von sich? Aber auch nicht ununterbrochen sondern nur Etappenweise und ab und an quickt er so in etwa , meistens wenn er hörbar in seinem Haus "baut".
Er hat wirklich ziemlich geastet, eine Zeit lang konnten wir ihm dabei zusehen, wie er das ganze Papier reinschleppte in das Haus, war irgendwie putzig. Könnte es auch sein, dass er sich vllt schon auf den Winterschlaf vorbereitet oder ab wann passiert das normalerweise ? Ich muss dazusagen, dass es hier jetzt teilweise schon recht kühl draußen ist, es schwank teilweise sehr stark. Da im Keller wo er ist, hat er aber eine durchgehende Temperatur von ca. 18-20 Grad derzeit, im Winter fällt das dort meist auf 15 ab.

Viele Grüße
Felix

16

Freitag, 19. August 2011, 15:15

Hallo Felix

1. bitte schaun Sie mal nach im Schlafhaus, wenn der Igel nur sein Nistmaterial einträgt und sein Haus sauber und trocken ist, dann lassen Sie es ihm . Wenn er aber so ein Ferkel ist, wie ich derzeit eines habe, nämlich einen kleinen -ins-Haus-Koter u. Pinkler, dann muß natürlich gereiniget werden.

Wie Sie es beschreiben, scheinen Sie ein sehr sauberes Schweinchen zu haben.

2. die Parasitenbehandlung sollte nach dem 1. mal erfolgreich sein und muß dann nicht wiederholt werden, wenn man die Einlage des Geheges regelmäßig reinigt u. neu mit Zeitungen auslegt, dürfte das Thema Flöhe inzwischen durch sein.

3. Winterschlafen will das Kerlchen sicher noch nicht. Erwachsene u. erfahrene Igel beginnen damit im Spätherbst. Es ist völlig normal, wenn Igelchen sich ein Schlafhaus baut, in dem er ruht. Das hat mit Winterschlaf nichts zu tun.

4. Igel und Geräusche. Ja, Igel tuckern, fauchen , husten, keuchen und gelegentlich kommen auch Geräusche, die sich wie Schnarchen anhören u. die man schlecht beschreiben kann. Nur in höchster Not schreit ein Igel auch schon mal.

Ich denke, Ihr stacheliger Gast hat nach der Entwurmung noch einfach eine Verschleimung und noch chronische Reizung des Atemsystems. Dem ist dann keine große Bedeutung zuzumessen, wenn er eigentlich gut Luft bekommt und nicht ständig hustet.

Zur Behandlung gegen Lungenwurm sollte immer für einige Zeit ein Mittel zum Schleim lösen beigegeben werden, weil die Lungenwürmer die Atemwege reizen u. das führt zu vermehrter Schleimbildung, die ggf sogar die Luftwege verstopfen kann und durchaus auch für das vermeintliche Schnarchen verantwortlich sein kann.

Haben Sie mal eine Kotuntersuchung ca 3 Wochen nach der Wurmbehandlung machen lassen und ist die negativ ausgefallen? Nur bei noch einem starken Wurmbefall ist eine zweite Entwurmung sinnvoll.

(Behandlungsfähig ist nur der erwachsene Wurm, dessen Geschlechtsprodukte (Eier/Larven) im Kot nachweisbar sind. Nach einer Entwurmung können sich nach Ablauf der Präpatenzzeit, so nennt man die Zeit von der Eiablage bis zum Stadium des erwachsenen Wurmes, noch einmal Eier und Larven, die noch im Darm vorhanden sind, zu erwachsenen Würmern entwickelt haben.Ggf bei entspr. Symptomatik wäre eine 2. Entwurmung sinnvoll)

Wenn der igel einen guten gesunden Eindruck macht, Gewicht hat er als adultes Tier ja genug, dann sollte man ihn wirklich bald auch freilassen.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Karin Oehl - Pro Igel e.V.« (21. August 2011, 07:32)


17

Freitag, 26. August 2011, 09:23

Hallo Karin,

leider macht mir der Igel seit gestern Sorgen. Er hat in der Nacht auf gestern und auch in der Nacht zu heute hin nichts gefressen, oder nur ganz wenig. Ich dachte erst, vielleicht mag er es nicht, dann habe ich ihm zwei versch. Sorten hingestellt, auch eine die er vorher immer sehr gerne gefressen hat. Aber auch davon rührte er nichts an.

Da sein Haus doch sehr verschmutzt war habe ich es wie empfohlen gereinigt und neues Material reingetan und einiges davor. Aber im Gegensatz zu vorher, hat er nicht mehr gebau, er liegt jetzt im Haus, aber mehr offen, zuvor hatte er sich komplett eingenistet.

Husten oder sowas tut er nicht, er wirkt aber sehr müde immer. Was kann man da tun? Soll ich nochmal zum Tiertarzt? Oder ist der Igel einfach nur sehr alt und kann nicht mehr? Aber ich will auch nicht, dass er irgendwie verhungert... bin ratlos.

Lg

Felix

18

Freitag, 26. August 2011, 10:41

Lieber Felix

Das hört sich gar nicht gut an - also bitte unbedingt noch mal , und zwar sehr bald - zum Tierarzt gehen. Vielleicht braucht er kreislaufmäßig eine Unterstützung und vielleicht auch eine antibiotische Behandlung

Man sollte auf keinen Fall lange warten, da sich bei Wildtieren eine Erkrankung oft spät zeigt und dann sehr schnell verschlimmert u. zum Tode führt.

toi toi toi

Mit freundlichem Gruß
Karin Oehl

19

Samstag, 27. August 2011, 08:40

Liebe Karin,

ich bin noch mal vorstellig beim Tierarzt geworden. Er hat ihn äusserlich untersucht, wie auch ich zuvor, konnte er keine Maden oder Eier usw. feststellen, auch nicht in den Körperöffnungen.
Unser kleiner Freund soll auch keine Infektionen haben, er hat keine Maulatmung und es ist auch kein Giemen oder Rascheln zu hören, wie es damals war, als er die Infektion hatte.

Der Arzt hat ihm ein Aufbaupräperat gespritzt.

Er hat sich kaum bewegt, in der Hand wenn man ihn hochnimmt funktioniert der Rollreflex noch, aber sehr sehr verzögert und langsam. Alleine zu trinken schaffte er nicht mehr, ich habe ihm mit einer Spritze Wasser gegeben, welches er recht gierig Aufnahm, er muss wohl ziemlichen Durst gehabt haben. Am gestrigen abend frass er dann ein wenig, es fehlte etwas aus der Schale, aber nicht viel im Vergleich zu sonst. Offensichtlich hat er sich doch wieder einiges des Zeitungspapiers in sein Haus (ich hab ihm wieder ein kleineres hingestellt) reingeholt, aber auch nicht wirklich viel. Er liegt da drin, hat sich irgendwie so eine Mulde gemacht und den Eingang etwas verstopft. Die Fressnäpfe hab ich jetzt direkt vor den Eingang gestellt, bislang standen sie etwas weiter weg.

Ansonsten hab ich ihn aber bislang in Ruhe gelassen und das Haus nicht geöffnet. Ich höre ihn atmen, das klingt recht ruhig, aber auch flach irgendwie, aber ohne diese Geräusche wie es damals war als er so krank war.

Der Arzt meinte, das Tier sei halt wirklich sehr alt und wirkt ziemlich schwach, aber offentsichtliche Erkrankungen habe es keine. Er meinte ich könnte das ggf. so weiter machen mit der Flüssigkeitszufuhr, wenn der Igel dann auch danach leckt aber nicht mit richtigem Zwang. Und Nahrung sollte ich ihm nicht zwangsverabreichen, nur anbieten.

Wie sehen Sie das? Vielleicht ist er wirklich jetzt einfach Altersschwach und kann nicht mehr. Wie weit soll man da gehen? Ich will natürlich nicht, dass er irgendwie leidet, aber wenn er in der Tat kurz davor steht eines natürlichen Todes zu sterben, sollte man da dann noch alles mögliche machen, um das ein paar Tage hinauszuzögern? Ich kann das eben auch alles nicht wirklich einschätzen, es fehlen Erfahrungswerte und ich muss mich da iwi auch auf die Aussagen meines Tierarztes verlassen, da ich keine andere Anlaufstelle habe, die den Igel begutachten kann. Aber ich denke auch, dass es vielen Tierärzten leider an wirklicher Kenntnis über Igel fehlt. Soll ich das weiter machen mit dem Wasser? Wenn ja, wie oft?

Gibt es irgendwelche Anzeichen, dass ein Igel sich auf einen natürlichen Tod vorbereitet ?

Wie sind hier alle ziemlich ratlos im Moment. Aber falls er bald sterben sollte, wenn das wirklich passiert, dann konnte er das zumindest in einer sauberen Umgebung und in Ruhe, ohne Maden und Fliegenbefall oder schutzlos vielleicht von einem Feind gerissen zu werden und qualvoll zu verenden.

Wir waren echt guter Dinge, weil es so toll bergauf mit ihm Ging, tageweise war er ja richtig am Asten und sehr mobil und flott unterwegs...

Liebe Grüße
Felix

20

Samstag, 27. August 2011, 10:16

Lieber Felix

Irgendwann ist ein Igelleben zuende, aber solange ein Tier noch Nahrung und Flüssigkeit willig aufnimmt, ist es noch nicht so weit.

Ich würde Calopet Paste oder Nutrical Paste in kleiner Menge zu dem Wasser geben und so lange der Igel es problemlos nimmt, ist es gut.(Hills a/d - gibt es auch beim Tierarzt in der Regel und läßt sich gut in der Spritze aufziehen) Bitte füttern Sie morgens u. abends, soviel der Igel freudig nimmt.

Ggf kann man etwas mit Wasser vermischtes Katzenfeuchtfutter durch ein Sieb streichen, ein paar Tropfen Öl dazu und das mit der Spritze füttern.

Manchmal haben Igel so eine Phase und erholen sich wieder.

Ein Igel merkt, wann es so weit ist und er teilt es uns mit, indem er keine Nahrung und kein Wasser mehr aufnehmen will . Bitte dann nicht zwingen, das würde zu Verschlucken führen und es wäre ein qualvoller Tod.

Was Ihnen als Erfahrung fehlt, ist aber da an gesundem Beobachten und Verstand und Sie sind dem Igel gut zugetan und werden merken, was gut u. richtig ist und wann man ihn gehen lassen sollte

Alles Gute für Sie und den Igel

Ihre Karin Oehl