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Saturday, April 9th 2011, 10:21pm

Stachelausfall beim Igel

Hallo,

unser Wintergast Paulchen verliert seit etwa einer Woche sehr viele Stacheln am ganzen Körper. Bei genauer Betrachtung habe ich gesehen, dass auch eine ganze Menge neue Stacheln nachwachsen. Die Haut von Paulchen ist etwas schuppig aber mir wurde gesagt, dass das häufig bei Igeln vorkommt, die in menschlicher Obhut überwintern und nicht unbedingt ein Pilz sein muss. War wegen eines Pilzverdachtes schon einmal beim Tierarzt, der diesen aber nicht bestätigen konnte. Insgesamt wirkt unser Igel gesund, frist sehr gut und ist nachts sehr munter. Wir füttern ihn mit Katzenfutter, Igeltrockenfutter und einem Vitaminpräparat und er wiegt um die 950 Gramm. Eigentlich wollte ich ihn in absehbarer Zeit wieder in die Freiheit entlassen (je nach Wetterlage) aber jetzt mache ich mir ein wenig Sorgen um ihn. Leider hat unser Tierarzt nicht sehr viel Erfahrung mit Igeln (obwohl er ihn nach einem Darmvorfall im letzten Herbst das leben gerettet hat). Deshalb meine Frage an das Forum, was soll ich mit Paulchen machen, woran kann es liegen, dass er so viele Stacheln verliert?

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Saturday, April 9th 2011, 10:42pm

Hat Paulchen denn keinen Winterschlaf halten können das er jetzt 950 Gramm wiegt?

Neben Hauterkrankungen kann auch Vitaminmangel bedingt durch eine falsche Ernährung zum Stachelausfall führen. Katzenfutter alleine ist für die Ernährung des Igels nicht zu empfehlen und Igeltrockenfutter ist nur als Notration während des Winterschlafs für den Fall das der Igel mal aufwacht zu empfehlen.

Bitte schauen Sie sich die Ernährungsempfehlungen von Pro Igel an. http://www.pro-igel.de/igel_gefunden/ernaehrung.html

3

Saturday, April 9th 2011, 11:13pm

Danke für die schnelle Antwort.
Sie haben recht, Paulchen hat keinen Winterschlaf gemacht. Es hat sehr lange gedauert bis wir ihn über den Berg hatten und dann haben wir ihn nicht mehr in den Schlaf bekommen, leider. (Macht mir natürlich auch Sorgen)
Werde die Ernährung umstellen, hoffe das sich der Stachelausfall bessert. Kann man ihn den so auswildern wenn sich das Wetter in der nächsten Zeit dazu anbietet oder soll ich das Problem erst in den Griff bekommen.
Viele Grüsse
ceetee

4

Saturday, April 9th 2011, 11:30pm

Es dürfen im Stachelkleid keine Kahlstellen vorhanden sein weil der Igel dann ungeschützt wäre. Die Stacheln wachsen um diese Jahreszeit aber relativ schnell, so daß Sie bis zur Auswilderung Ende April / Anfang Mai (je nach Wetterlage) nachgewachsen sein dürften.
Handelt es sich um einen Jungigel oder ein älteres Tier? Das Endgewicht eines Jungigels liegt am Ende des ersten Jahres bei ca. 800 gr.

5

Saturday, April 9th 2011, 11:44pm

Er hat zum Glück keine kahlen Stellen, eigentlich sieht das Stachelkleid ziemlich gut aus obwohl er wirklich viele Staheln verliert, aber über den ganzen Körper verteilt und es kommen viele neue nach.
Er ist ein Jungigel. 800 Gramm nach Ablauf des ersten Lebensjahres oder Ende des Geburtsjahres? Wenn ersteres zutrifft ist er zu schwer, müsste er dann abspecken?

6

Sunday, April 10th 2011, 7:30am

Hallo Ceetee

Der Stachelausfall am Ende der Überwinterung ist ein häufiges Phänomen bei Igeln, wenn sie nicht wintergeschlafen haben,

die Raumluft ggf zu trocken war und vor allem, wenn sie überwiegend nur mit Katzenfutter gefüttert wurden.

Katzenfutter ist zwar schön eiweißreich, aber es ist zu fettarm und zu ballaststoffarm.

Nun zeigen sich Mangelerscheinungen.

Gut, daß Sie schon kontrollieren ließen auf Hautpilz und der ausgeschlossen werden konnte.

Der Igel ist schon - na ja sagen wir es mal vorsichtig - zu mollig. Also, weniger, dafür abwechslungsreicher füttern.

Gehege raus an die frische Luft - nicht mehr zu lange.

Wenn das Tier keine kahlen ungeschützten Stellen hat, sollte es ihm draußen und bei dann bald natürlicher Nahrung bald wieder richtig gut gehen.

Auswilderung baldmöglichst - dabei muß man den Wetterbericht anschaun.

Eine Schönwetterphase, wie wir sie derzeit haben, ist ideal. Die Nachttemperaturen sollten +8° auf längere Sicht nicht unterschreiten und die nachtaktiven Insekten sollten auf Grund der Bodenwärme als Futtertiere aktiv sein.

Kommt es dann noch mal kurzfristig zu einem Kälteeinbruch, dann ist der Igel so angepaßt, daß er damit fertig wird.

Regional gibt es klimatisch große Unterschiede, daß ich hier aus dem milden Rheinland keine allgemeingültigen Aussetztermine nennen kann.

In der Regel kann aber zwischen Mitte April und spätestens Mitte Mai ausgewildert werden.

Eigentlich schade, daß das Tier nicht wenigstens einen klurzen Winterschlaf machen konnte. Dadurch ist er auch so schwer geworden, was eigentlich nicht wünschenswert ist.

Auswilderung muß auch sein. Gesetzlich vorgeschrieben ist, diese Tiere in die Freiheit zu entlassen, wenn sie sich dort selbstständig wieder erhalten können.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

7

Sunday, April 10th 2011, 9:50am

Hallo Frau Oehl, vielen Dank für die ausführliche Antwort. Werde ihre Tipps sofort umsetzen.

Viele Grüsse,

ceetee

8

Sunday, April 10th 2011, 1:14pm

Hier bei uns im Bergischen Land ist die Natur noch lange nicht so weit wie im warmen Rheinland, es gibt bisher kaum Insekten. Würde man da jetzt auswildern so wären die Igel benachteiligt die draußen überwintert haben und keine Fettreserven mehr haben weil sie möglicherweise auch noch mit einem geringen Gewicht in den Winterschlaf gegangen sind.

9

Sunday, April 10th 2011, 5:58pm

hallo Kalle

Ja, sehr richtig, die Sonne und schöne Tage allein sollten und nicht verleiten , unsere Gäste schnell rauszuschmeißen

Es ist einfach regional verschieden - wir müssen die genannten Kriterien alle berücksichtigen.

Richtwert ist:Nachttemperaturen durchgehend +8° und kaum drunter. Es sollte schon eine anhaltende

Schönwetterphase geben.

Bodenwärme, damit die nachtaktiven Insekten am Boden aktiv und für den Igel verfügbar sind.

Die Natur sollte ausreichend Insektennahrung bieten und dem Igel Versteckmöglichkeiten geben.

Dies sind die allgemein gültigen Kriterien, die regional zu ganz unterschiedlichen Zeiten gegeben sein dürften.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

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