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Friday, January 28th 2011, 3:28pm

grünlich-schleimiger Durchfall und Wimmern

Hallo Frau K. Oehl,

habe heute dieses Forum gefunden, u. a. die Beiträge von Robert (von voriger Woche) und Ihre Ratschläge dazu. Mein - bisher achtes Pflege-Igelchen seit 2006 - ist trotz Ratschlägen von "Igelfreunde S.-A.", TA W. Paulenz und engagierter Behandlung unseres TA H.-R. Poenicke noch immer nicht gesund. Kinder haben mir das ausgehungerte Kerlchen Anfang Oktober 2010 vor die Tür gestellt. Sie hatten es nachmittags zitternd und schwankend auf einer Wiese in der Nachbarschaft gefunden. Laut Waage bei der TÄ in meiner Nähe am gleichen Abend brachte der (erwachsene) Igel ca. 700 g auf die (Hunde-)Waage. Erste Wurmkur.
Wieder zu Hause, entrollte sich der Igel - und zeigte eine enorme Hungerfalte hinter dem Kopf sowie abstehende Hüftknochen. Das rechte Hinterbeinchen wollte nicht so recht "mitlaufen". Also entschloss ich mich zur Pflege.
Seitdem immer mal wieder Durchfall, zeitweise "Reiskörner" im Kot (nach Kotprobe Behandlung gegen Bandwurm). Konnte zwar keinen im Kot entdecken, aber dieses Problem schien gebannt. Igelchen fraß ganz ordentlich, zeitweise Kot wieder in Ordnung. Nur dieses
Wimmern und Stöhnen zu verschiedenen Zeiten ...
Vor Weihnachten TA-Behandlung gegen Parasiten und diese Woche nun Behandlung gegen Salmonellen, weil wieder zeitweise Durchfall mit grünlichem, zähen Schleim. Unser engagierter TA ist nun leider am Ende mit seinem Igel-Latein; trotz zu Rate nehmen der
Broschüre "Igel in der Tierarztpraxis". Er riet mir dringend, mich an Igel-Experten zu wenden oder Igel in eine Station zu geben, wenn keine Besserung eintritt.
Ist hier nur Kurzform. Meine dringendste Frage ist: Welche Erfahrungen haben Sie mit o. g. Laut-/Schmerzäußerungen bei Igeln? Dieses Kerlchen hatte in der Zwischenzeit gut zugelegt an Gewicht (870 g am 24.1.11) und wog gestern aber nur noch 850 g - weil er 2 Tage seit dem 24.1. nix gefressen hatte. Nach gestriger Behandlung interessiertes Schnüffeln, prima Futteraufnahme und neben 1 Klecks grünem, zähen Schleim sogar 4 kleine, aber feine (braune) Igelwürstchen. Soviel Hoffnung. Doch nun ist wieder dieses leise Wimmern im Schlafhäuschen zu hören. Was kann und muss ich tun?
Herzlichen Dank für Ihre Hilfe schon mal von Birgit K.

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Thursday, February 3rd 2011, 11:41am

hallo Birigt

Dieser Igel z. B. hätte in dem Zustand gar nicht entwurmt werden dürfen.

Offensichtlich ist er schwer krank und hat Schmerzen.

Es tut mir leid, wenn ich mich erst heute melde.

Hoffentlich lebt der Igel noch. Es wäre wichtig gewesen, ihn zunächst zu stabilisieren und die eindeutige Infektion zu behandeln.

Das Thema hatten wir hier im Forum schon oft.

Es macht mich immer wieder traurig, wie wenig Tierärzte über Igel wissen und wie wenig spezifisch sie oft behandeln.

Sollte der Igel noch leben, nehmen Sie bitte für den nächsten Tierarztbesuch einen Ausdruck mit, dessen Link ich Ihnen hiermit gebe:


http://www.pro-igel.de/merkblaetter/publpdfs/tierarzt.pdf



Es ist zwar viel, aber so wichtig, daß die Tierärzte endlich mal auch diese Tiere gut behandeln können.

Bitte informieren Sie mich, ob Ihr Igel noch lebt.

Viele Hinweise und Informationen erhalten Sie auch unter

www.Pro-Igel.de

Mit freundlichem Gruß Karin Oehl

3

Thursday, February 3rd 2011, 5:50pm

Hallo Frau Oehl,

herzlichen Dank für Ihre Ratschläge! Da ich mich noch nie mit Internetforen beschäftigt habe, war es eine reine
"Verzweiflungstat", mich hier registrieren zu lassen. Wieder was dazu gelernt ...
Aber unabhängig davon hatte ich keine Ruhe und bin gleich noch zu einer Tierärztin, die zwar ein ganzes Stück weit weg
ist. Aber der abendliche Fußmarsch hat sich gelohnt. Die Ärztin bzw. die Praxis haben bereits praktische Erfah-
rungen mit kranken Igelchen und Überwinterung etc. Mein Angebot, die von mir ausgedruckte Broschüre "Igel
in der TA-Praxis" wurde dankend abgelehnt - liegt schon vor.
Das Wichtigste (und somit rückwärts erzählt): Igelchen lebt. Ist - so hoffe ich von Herzen - auf einem guten Weg
der Besserung. Nach nunmehr 2x täglichen Gaben (7 Tage) von Baytril 2,5 % (0,18 ml in etwa) sowie Bene-Bac.
McGee ist hungrig, verfressen wäre treffender! Nimmt Futter mit Medizin bereitwillig; ob in seinem "Garten" oder
in einer Plastewanne auf meinem Schoß. Faucht sogar seine Freundin Maxi furchterregend an. Nicht nur mein
Kätzchen ist futterneidisch ;-))
Stuhl ist seit zwei Tagen frei von allem, was grün ist und das Kerlchen produziert 1A-Igelwürstchen! Pinkelt
endlich auch wieder, und das reichlich. Da hatte ich nämlich vor kurzem auch meine Bedenken, da ich zwei
Tage keine nasse Zeitung gefunden hatte, auch das Schlafhäuschen war trocken, obwohl immer frisches Wasser
im Schälchen bereit steht. Und dann hatte ich bei ausführlicherem Studium o. g. Broschüre etwas über "typischen
urämischen Geruch" (o. ä.) bei Nierenversagen gelesen. Auwei, das versetzte mir den nächsten Schrecken.
Aber alles in allem macht der Igel jetzt wieder einen guten Eindruck und ... ich höre kein Wimmern mehr! Kein Weinen,
kein Stöhnen! Und ich arbeite seit Ende Januar größtenteils zu Hause, so dass ich oft nach unserem Freund sehen
kann. Habe ihn ja mitsamt seinem Palast in der Küche, da er im Keller erst noch schwimmen lernen müsste. Manch-
mal glaube ich was zu hören und kriege jedesmal einen Schreck. Aber ich höre wohl schon "Stimmen". Heute Nacht
gebe ich letztmalig die Medizin und werde morgen bei der o. g. TA-Praxis vorsprechen.
Trotzdem freue ich mich über Ihre Hilfe und würde gern noch etwas fragen: Dummerweise passt das Kerlchen nicht
mehr auf meine Briefwaage und somit kenne ich das aktuelle Gewicht nicht. Aber mir gefällt seine Körperform noch
immer nicht so richtig. Obwohl er ja nun jede Menge reinmampft, ist er noch immer walzenförmig und beim Fressen
sieht es aus, als ob noch ne kleine Hungerfalte hinterm Kopf besteht. Jedenfalls sieht er wesentlich wohlgenährter
aus als im Oktober, aber ich achte drauf, ihn nicht zu überfüttern. Ist das normal bei dieser Erkrankung oder könnte
der Igel - wie von allen TA vermutet - doch schon ein Alterchen sein? Äuglein sind übrigens seit Tagen wieder klar
und hervorstehend und das Näschen feucht - und schnüffeln kann es! Seit heute morgen schmatzt es immer mal
im Schlafhäuschen. Ich vermute jedoch, da hat jemand Appetit, denn bei Geschirrklappern hör ich's interessiert
rascheln und schnuppern hinter der Tür. Was würden Sie mir empfehlen, wie ich ihn nun weiter pflege? Für eine
Antwort danke ich Ihnen schon mal sehr und grüße Sie.
Birgit K.

4

Thursday, February 3rd 2011, 6:42pm

Liebe Birgit

Ja, es kann ein Altigel sein, dessen Körperform ein wenig vom """Normalen""" abweicht.

Können Sie nicht doch eine Waage organisieren? Briefwaage geht nicht, ist mir klar, aber eine alte Haushaltswaate findet man eigentlich leicht. Da wäre es wichtig und interessant, ein Protokoll zu führen und die Gewichtszunahme gut zu beobachten. An sich freue ich mich wie Bolle, daß das Tierchen nun doch noch in gute qualifizierte Tierarzthände geraten ist.

_Vielleicht war das Tierchen auch so weit runter gekommen, daß es eine Weile braucht, um wieder ein propperer Igel zu werden.

Geschirrklappern ist übrigens ein Geräusch, was Igel nicht mögen.

Igel käckern gern mal so vor sich hin. Allerdings könnten die Geräusche, die Sie hören, auch von einem durch Lungenwürmer bedingten Igelhusten kommen. Das hört sich dann schon mal wie ein Stackato an.



,,,, Buchführung"""" wäre so wichtig! (Pflegeprotokoll)

Wunderbar, daß der Igel es so geschafft hat., die richtige Therapie so gut gegriffen hat. Meine Gedanken gingen auch schon mal in Richtung Coccidiose - Wenn er gesundheitlich stabilisiert ist, kann man ja mal von drei Tagen eine Kotprobe aufnehmen und vom Tierartz - besser vom Parasitologen untersuchen lassen und dann ggf gezielt entwurmen. Aber das ist zweitrangig

Bandwürmer sind beim Igel sehr selten, aber scheinbar hatte er ja sowas. Diese Parasiten sind wirklich so schlimm und schwächen die Tiere unglaublich.

Zunächst einmal würde ich das Tier , im normalen Raum mit annähernd Zimmertemperatur halten. So kann es in Ruhe gesund werden und gut fressen und Reserven bekommen.

Wenn es draußen langsam wärmer wird, Ihr Gast-Tier ein propperes Gewicht hat und mindestens eine, besser 2 Wochen keine Medikamente mehr bekommen hat, würde ich das Gehege durchaus noch in ein kühles Gartenhaus, auf eine überdachte Terrasse etc. verbringen und für das Schlafhaus reichlich Isoliermaterial zur Verfügung stellen. (Wenn es zu bekommen ist, Haferstroh, sonst Stroh gut vorher ausschütteln, daß keine Spelzen mehr in die Augen geraten können) Der Gehegeteil, in dem das Tier läuft , frißt und trinkt, wird wie immer nur mit Zeitungen ausgelegt, die man schnell wechseln kann und wo man die Hinterlassenschaften gut sieht.

Wichtig - mindestens einmal täglich den Auslauf reinigen. Falls das Tier sein Schlafhaus verunreinigt , muß man auch das kontrollieren und reinigen.

Wahrscheinlich wird das Tierchen keine Anstalten mehr machen, in den Winterschlaf zu gehen, aber dann ist es gut akklimatisiert.

Ausgesetzt wird es erst, wenn die Nachttemperaturen +8° nicht mehr unterschreiten, die Natur gute Unterschlüpfe bereit hält und vor allem auch die natürlichen Futtertiere der Igel, die Insekten wieder verfügbar sind.

Hoffentlich konnte ich Ihnen mit diesen Angaben ein wenig weiter helfen.

Gern beantworte ich weitere Fragen.

Mit freundlichem Gruß

Karin Oehl

This post has been edited 2 times, last edit by "Karin Oehl - Pro Igel e.V." (Feb 3rd 2011, 6:55pm)